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Bewertung
7,54
Pro
  • Software für unzählige Geräte
  • Einfach zu bedienen
  • BitTorrent möglich
  • Schnelle Reaktion auf Support-Anfragen
  • Anonyme Bezahlung mit Bitcoin möglich
Kontra
  • Nur durchschnittlich schnell
  • Streaming funktioniert nicht immer gut
  • Support nur auf Englisch
FAZIT

ExpressVPN spielt in der ersten Liga der VPNs und hat sogar ein eigenes VPN-Protokoll entwickelt. Das Besondere an diesem Anbieter ist, dass er für sehr viele Plattformen eine eigene Software zur Verfügung stellt – sogar für bestimmte Router-Modelle.

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Bewertungskriterien
Sicherheit
Leistung
Benutzerfreundlichkeit
Hilfe & Support

ExpressVPN Test

Sicherheit6,66

Zur Verschlüsselung nutzt ExpressVPN den AES-265-Algorithmus, der aufgrund seiner hohen Sicherheit inzwischen zum Standard bei VPN-Diensten geworden ist. UserInnen können im Client das VPN-Protokoll selbst auswählen oder die automatische Auswahl aktivieren. ExpressVPN unterstützt vier Protokolle:

Lightway

Bei diesem modernen VPN-Protokoll handelt es sich um eine Eigenentwicklung von ExpressVPN. Es ist besonders schnell, sicher und stabil, darüber hinaus schont es den Akku. Obwohl Lightway von ExpressVPN entwickelt wurde, steht es unter einer Open-Source-Lizenz; der schlanke Quellcode ist also öffentlich einsehbar.

OpenVPN mit TCP/UDP

Dieses Protokoll gilt als sehr sicher. Es ist quelloffen, AnwenderInnen können also davon ausgehen, dass es genau so funktioniert, wie behauptet wird, und dass eventuell auftretende Sicherheitslücken schnell von der Community geschlossen werden.

IKEv2

Auch IKEv2 (Internet Key Exchange Version 2) ist ein relativ neues Protokoll. Es glänzt vor allem durch seine hohe Geschwindigkeit. Nachteilig ist aber, dass das IKEv2 nur schlecht konfigurierbar ist. Dennoch: Vor allem für Mobilgeräte ist es eine gute Wahl.

L2TP/IPsec

Diese Protokollkombination ist relativ sicher, allerdings langsamer als OpenVPN; sie wird von manchen Firewalls blockiert.

Aufzeichnungsfreies VPN?

Wie viele andere Anbieter auch gibt ExpressVPN an, keine Logs der Aktivitäten seiner KundInnen aufzuzeichnen. Diese Angabe lässt sich natürlich nicht überprüfen. Dass das so nicht ganz stimmt, offenbart allerdings ein Blick in die Datenschutzrichtlinien: Das Datum (ohne die Uhrzeit), die Wahl des Server-Standorts, der Internet-Provider, das Herkunftsland und die Menge der übertragenen Daten werden für jede einzelne Verbindung aufgezeichnet. Das dürften für die meisten zwar keine sensiblen Daten sein, aber für ein VPN ist das erstaunlich viel. Andere Anbieter kommen mit weniger Informationen über das Nutzungsverhalten aus.

Maßnahmen zur Anonymisierung der User

Um seinen KundInnen maximale Anonymität zu garantieren, hat ExpressVPN die Britischen Jungferninseln als Unternehmensstandort gewählt. Die Gesetzgebung des britischen Überseedepartments in der Karibik ermöglicht mehr Anonymität und Datenschutz als in den meisten europäischen Staaten oder den USA.

Erwähnenswert ist auch, dass KundInnen die Gebühren für die Nutzung des Dienstes nicht nur auf den üblichen Wegen (Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung etc.) bezahlen können, sondern auch mit Bitcoin. Diese digitale Währung, die auf der Blockchain-Technologie basiert, ermöglicht ein Höchstmaß an Anonymität. Abgesehen von den Zahlungsdaten und einer E-Mail-Adresse müssen KundInnen für den Kauf keine Daten preisgeben.

Mit 11,78 Euro pro Monat beziehungsweise 90,95 Euro pro Jahr (die Preise sind in Dollar angegeben, die Europreise sind Umrechnungen auf Basis des im März 2022 aktuellen Dollar-Kurses) gehört ExpressVPN nicht unbedingt zu den günstigsten Produkten in dieser Kategorie. Bei NordVPN beispielsweise bekommen Kunden für weniger als den Preis eines Jahrespakets von ExpressVPN ein Zweijahrespaket.

Für DNS-Leaks ist ExpressVPN nicht anfällig. Im Test wurden nur DNS-Anfragen an einen Server des Anbieters gestellt. Auch IPv6-Leaks traten nicht auf.

Sicherheitsmerkmale
Protokolle Lightway, OpenVPN, IKEv2, L2TP/IPsec
Verschlüsselung AES-256
Server 160 Standorte in 94 Ländern
Extras Kill Switch, Split-Tunneling
Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale von ExpressVPN.

Leistung9,88

Ein VPN-Anbieter, der „Express“ im Namen trägt, schürt natürlich hohe Erwartungen hinsichtlich seiner Geschwindigkeit. Und tatsächlich: Beim Websurfen mit ExpressVPN über den von der Software automatisch ausgewählten Server waren im Test keinerlei Geschwindigkeitseinbußen feststellbar. Gefühlt wurden Webseiten so schnell geladen wie bei einer direkten Verbindung mit dem Internet.

Einen etwas anderen Eindruck vermittelte hingegen die Geschwindigkeitsmessung. Mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 67,5 Megabit pro Sekunde gehört ExpressVPN nicht zu den schnellsten Anbietern im Test. Andere VPNs kommen teilweise auf mehr als 90 Megabit pro Sekunde. Auch die Werte für den Upload (72,4 Megabit pro Sekunde) und die Ping-Zeit (15,7 Millisekunden) sind in Ordnung, aber unauffällig. Mit ExpressVPN kann man gut arbeiten, aber die hohen Erwartungen an die Geschwindigkeit, die der Name und das als besonders schnell angepriesene Protokoll Lightway erwecken, erfüllen sich leider nicht.

Erfreulicherweise funktionierte das Herunterladen von Dateien über das BitTorrent-Netzwerk im Test problemlos. Von der Download-Möglichkeit können KundInnen nach Herzenslust Gebrauch machen, denn bei ExpressVPN gibt es keine Traffic-Limits. Allerdings ist die Anzahl der Geräte limitiert: KundInnen können ExpressVPN mit maximal fünf Geräten gleichzeitig nutzen. Diese Beschränkung lässt sich jedoch leicht umgehen, indem NutzerInnen den heimischen WLAN-Router mit dem VPN-Dienst verbindet, sodass alle Geräte, die über den Router mit dem Internet verbunden sind, automatisch auch dessen VPN-Verbindung nutzen.

Bei unserem Test im Jahr 2019 war Video-Streaming mit ExpressVPN keine besonders erfreuliche Angelegenheit. Netflix funktionierte zwar auf Anhieb, Amazon Prime Video und der BBC iPlayer verweigerten aber trotz wiederholter Versuche mit unterschiedlichen Servern die Zusammenarbeit. Diese Situation hat sich mittlerweile gebessert, fast schon umgedreht. Beim aktuellen Test im März 2022 funktionierten der iPlayer und Prime Video anstandslos, bei Netflix kam es allerdings zu längeren Ladezeiten. Bei einem von drei Versuchen war es gar nicht möglich, ein Video auf Netflix zum Laufen zu bringen. ExpressVPN ist für Streaming also nicht die erste Wahl, funktioniert aber meistens ganz ordentlich.

Benutzerfreundlichkeit4,94

Das Besondere am Anbieter ExpressVPN ist, dass er eigene Apps für eine Vielzahl von Plattformen zur Verfügung stellt. „Downloaden Sie eine VPN-App und schützen Sie jedes Gerät“, heißt es vollmundig auf der Website. Das ist eine Übertreibung, aber nur eine kleine. Sehr alte oder sehr exotische Geräte (zum Beispiel PCs mit Windows 98 oder Smartphones mit LineageOS) deckt das Angebot nicht ab, aber abgesehen davon so gut wie alles. Selbstverständlich sind Apps für alle wichtigen Betriebssysteme vorhanden:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS
  • Linux

Für Spielkonsolen und SmartTVs hält ExpressVPN eine Lösung namens MediaStreamer bereit. Dabei handelt es sich zwar um kein echtes VPN, allerdings können AnwenderInnen damit ihre IP-Adresse ändern, um Geoblocking zu umgehen. MediaStreamer funktioniert mit folgenden Geräten:

  • Sony PlayStation
  • Microsoft Xbox
  • Nintendo Switch
  • Apple TV
  • Amazon Fire TV
  • Samsung Smart TV

Darüber hinaus gibt es Erweiterungen für die drei meistverwendeten Browser:

  • Google Chrome
  • Mozilla Firefox
  • Microsoft Edge

Für viele weitere Geräte stellt ExpressVPN zwar keine eigene App bereit, veröffentlicht aber Setup-Anleitungen. Dazu gehören Router und Streaming-Media-Adapter wie der Chromecast.

Das Angebot an Apps und Lösungen für verschiedene Betriebssysteme und Geräte ist also wahrlich riesig. Das Hauptinteresse der meisten NutzerInnen und somit auch dieses Tests gilt allerdings dem sehr benutzerfreundlichen Windows-Client. Nach der Installation, die in wenigen Minuten erledigt ist, erfolgt die Eingabe eines Aktivierungscodes, der im Kundenbereich der Website zu finden ist. Danach kann es losgehen: Auf Knopfdruck verbindet die Software den Computer mit dem VPN-Server, der für die bestehende Netzwerkanbindung und den Standort die beste Leistung verspricht.

Alternativ können AnwenderInnen selbst einen Standort aus einer Liste wählen und sich damit verbinden. Aktuell verfügt ExpressVPN über mehr als 160 Standorte in 94 Ländern. Die Standortliste fällt relativ spartanisch aus, Daten über Geschwindigkeit und Auslastung der Standorte werden leider nicht angezeigt. Ebenso wenig ist es möglich, gezielt einzelne Server anzuwählen. Das entspricht einem generellen Trend bei VPNs. Immer weniger Anbieter zeigen Serverlisten in ihren Clients oder werben mit der Serveranzahl, dafür rücken Standorte in den Vordergrund. Bei ExpressVPN haben UserInnen die Möglichkeit, bevorzugte Standorte zu markieren, damit sie in einer Favoriten-Liste erscheinen.

Hilfe & Support8,76

Der Support des Anbieters wird dem NamenExpressVPN“ absolut gerecht. Bei unserem Test haben wir über den Live-Chat ohne Wartezeit Kontakt mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter aufgenommen. Zusätzlich zum Chat gibt es eine Kontaktfunktion in der App, die eine E-Mail an das Support-Team versendet. Auf unsere E-Mail-Anfrage erhielten wir am folgenden Werktag Antwort — die Beantwortung dauerte nicht einmal 24 Stunden. In beiden Fällen war die Antwort freundlich und kompetent. Der Support hinterließ also einen guten Eindruck. Zwei kleine Mankos gibt es jedoch: Support existiert nur in englischer Sprache, und eine telefonische Hotline ist nicht vorhanden.

Die sehr ausführliche Dokumentation auf der Website ist auf Deutsch. Sie ist in zwei Bereiche eingeteilt. Die „Fehlersuche“ zeigt Lösungen für alle Probleme, die bei der Verwendung von ExpressVPN auftreten können. Die „Anleitungen“ erklären, wie man die Nutzung von ExpressVPN auf einer Unzahl unterschiedlicher Geräte und Betriebssysteme einrichtet.

Zusammenfassung7,54

ExpressVPN verwendet nicht nur modernste Verschlüsselungstechniken, sondern tut auch sonst einiges für die Sicherheit und Anonymität seiner NutzerInnen. Dazu gehört die Möglichkeit, mit Bitcoin zu bezahlen und der Verzicht auf personalisierte Server-Logs sowie ein Firmensitz auf den Britischen Jungferninseln, die relativ sicher vor dem Datenhunger europäischer Regierungen sind. Sowohl Support als auch Dokumentation überzeugen auf ganzer Linie, allerdings spricht das Support-Team kein Deutsch.