ExpressVPN

Andreas Kiener
Pro
  • Einfach zu bedienen
  • BitTorrent möglich
  • Sehr schnelle Verbindung
  • Schnelle Reaktion auf Anfragen
  • Anonyme Bezahlung mit Bitcoin möglich
  • Schnell
Kontra
  • Relativ teuer
  • Client-Software hat nur wenige Features
  • Support und Dokumentation nur auf Englisch
Fazit ExpressVPN spielt in der ersten Liga der VPN-Anbieter mit. Sowohl Sicherheit als auch Geschwindigkeit sind ausgezeichnet, der Support ist hilfreich und reaktionsschnell. Wer die Kosten nicht scheut, macht mit diesem Service nichts falsch.
ExpressVPN Zum Anbieter

ExpressVPN Test

Sicherheit

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Zur Verschlüsselung nutzt Express VPN den AES-265-Algorithmus, der aufgrund seiner hohen Sicherheit inzwischen zum Standard bei VPN-Anbietern geworden ist. Dafür verwendet der VPN-Anbieter einen besonders sicheren 4096-Bit-Schlüssel.

Der User kann im Client das VPN-Protokoll selbst auswählen oder die automatische Auswahl aktivieren. ExpressVPN unterstützt vier Protokolle:

  • OpenVPN mit TCP/UDP: Dieses Protokoll gilt als sehr sicher. Es ist eine Open Source. Das heißt, der Anwender kann sich sicher sein, dass es genau so funktioniert, wie behauptet wird, und dass eventuell auftretende Sicherheitslücken schnell von der Community geschlossen werden.
  • SSTP: Dieses Protokoll ist nur für Microsoft Windows-Betriebssysteme verfügbar. Es transportiert den Datenverkehr über das Protokoll SSL (Secure Sockets Layer), welches den TCP-Port 443 verwendet. Dieser Port ist bei den meisten Firewalls freigeschaltet, so dass dieses Protokoll eine gute Wahl darstellt, wenn die Firewall keine andere VPN-Verbindung zulässt.
  • L2TP/IPsec: Diese Protokollkombination ist relativ sicher, allerdings langsamer als OpenVPN; sie wird von manchen Firewalls blockiert.
  • PPTP: Das Point-to-Point Tunneling Protocol existiert schon seit der Zeit von Windows 95. Es gehört damit zu den ältesten VPN-Protokollen, die noch eingesetzt werden. Von allen Protokollen, die ExpressVPN unterstützt, ist es das unsicherste. PPTP hat aber den Vorteil, dass es auch mit älteren Geräten funktioniert.
ExpressVPN Protocol
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Die Wahl des VPN-Protokolls erfolgt automatisch, der Anwender kann es aber auch von Hand einstellen.

Aufzeichnungsfreies VPN

Wie viele andere Anbieter auch gibt ExpressVPN an, keinerlei Verbindungsdaten seiner Kunden aufzuzeichnen. Diese Angabe lässt sich natürlich nicht überprüfen. Da aber der gute Ruf und somit auch das Geschäft eines VPN-Anbieters davon abhängt, dass er sich an solche Zusicherungen hält, ist davon auszugehen, dass dies den Tatsachen entspricht. Zumal ExpressVPN transparent genug ist, den Kunden mitzuteilen, dass der Service nicht völlig aufzeichnungsfrei funktioniert: Das Datum (ohne die Uhrzeit) der Verbindungen, die Wahl der Server-Standorte und die Gesamtmenge der übertragenen Daten pro Tag werden aufgezeichnet, allerdings anonymisiert.

Maßnahmen zur Anonymisierung der User

Um seinen Kunden maximale Anonymität zu garantieren, hat ExpressVPN die Britischen Jungferninseln als Standort für sein Unternehmen gewählt. Die Gesetzgebung des britischen Überseedepartments in der Karibik ermöglicht mehr Anonymität und Datenschutz als in Ländern in Europa oder der USA.

Erwähnenswert ist auch, dass Kunden die Gebühren für die Nutzung des Dienstes nicht nur auf den üblichen Wegen (Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, …) bezahlen können, sondern auch mit Bitcoins. Diese digitale Währung, die auf der Blockchain-Technologie basiert, ermöglicht ein Höchstmaß an Anonymität. Apropos Geld: Mit 11,05 Euro pro Monat beziehungsweise 85,30 Euro pro Jahr (die Gebühren sind in Dollar angegeben, die Europreise sind Umrechnungen auf Basis des im August 2017 aktuellen Dollar-Kurses) gehört Express VPN zu den teuersten Produkten in dieser Kategorie, allerdings auch zu den Besten.

Performance

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Ein VPN-Anbieter, der Express im Namen trägt, muss sich natürlich an seiner Geschwindigkeit und Performance messen lassen. Und tatsächlich: Beim Websurfen mit ExpressVPN über den von der Software automatisch ausgewählten Server waren im Test keinerlei Geschwindigkeitseinbußen feststellbar. Webseiten wurden so schnell geladen wie bei einer direkten Verbindung mit dem Internet. Auch Streaming in HD-Qualität klappte problemlos — sogar mit dem iPlayer der BBC, der offiziell nur in Großbritannien funktioniert und sich beispielsweise vom Mitbewerber NordVPN nicht austricksen lässt.

Auch das Herunterladen von (selbstverständlich legalen) Dateien über das BitTorrent-Netzwerk klappte im Test mit normaler Geschwindigkeit. Von der Download-Möglichkeit können Kunden nach Herzenslust Gebrauch machen, denn bei ExpressVPN gibt es keinerlei Limits, was die Bandbreite und die Traffic-Menge betrifft. Allerdings ist die Anzahl der Geräte limitiert: Kunden können ExpressVPN mit maximal drei Geräten gleichzeitig nutzen. Diese Beschränkung kann der Abonnent jedoch leicht umgehen, indem er den heimischen WiFi-Router mit dem VPN-Dienst verbindet, so dass alle Geräte, die über den Router mit dem Internet verbunden sind, automatisch auch dessen VPN-Verbindung nutzen.

Bedienung

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Der Client für ExpressVPN ist sehr benutzerfreundlich. Nach der Installation, die in wenigen Minuten erledigt ist, erfolgt die Eingabe eines Aktivierungscodes, den im Kundenbereich der Website zu finden ist. Danach kann es losgehen. Auf Knopfdruck verbindet die Software den Computer mit dem VPN-Server, der für die bestehende Netzwerkanbindung und den Standort die beste Leistung verspricht. Alternativ können Anwender selbst einen Server aus einer Liste auswählen und sich damit verbinden. Aktuell verfügt ExpressVPN über 145 Server-Standorte in 94 Ländern.

Eine Weltkarte, auf der alle Server-Länder markiert sind, gibt es im Gegensatz zu den Programmen vieler anderer VPN-Dienste nicht. Auch die Server-Liste fällt relativ spartanisch aus, Daten über Geschwindigkeit und Auslastung der einzelnen Server werden leider nicht angezeigt. Dafür hat der User aber die Möglichkeit, seine bevorzugten Server zu markieren, damit sie in einer Favoriten-Liste erscheinen.

Zwar fehlen in der Serverauswahl Daten über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Server, allerdings gibt es einen separaten Geschwindigkeitstest. Dieser nahm im Test einige Minuten in Anspruch, liefert dafür aber eine präzise Auskunft über die Geschwindigkeiten der einzelnen Server+.

Für alle wichtigen Betriebssysteme bietet der Hersteller jeweils eine App:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS
  • Linux
ExpressVPN Speed-Test
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Der „Speed Test“ ermittelt Geschwindigkeit und Reaktionszeit aller verfügbaren Server.

Im Gegensatz zu den Apps für die anderen Betriebssysteme handelt es sich bei der Linux-App um ein reines Kommandozeilen-Tool. Dieses ist zwar einfach zu bedienen, könnte aber Anwender abschrecken, die das Arbeiten mit der Kommandozeile nicht gewohnt sind. Allerdings dürfte die Anzahl der Linux-User, die einen Bogen um die Kommandozeile machen wollen, verschwindend gering sein, denn Linux erfreut sich vor allem bei technisch versierten Anwendern großer Beliebtheit.

Zusätzlich zu den eigenständigen Apps gibt es Erweiterungen für die Browser Google Chrome, Mozilla Firefox und Safari. Diese sind keine eigenständigen Clients, sondern setzen die Installation der jeweiligen Apps für Windows beziehungsweise macOS voraus. Sie ermöglichen es, das VPN direkt aus dem Browser heraus zu steuern und dienen vor allem der Bequemlichkeit.

Hilfe & Support

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Express ist bei ExpressVPN nicht nur das Netzwerk, sondern auch der Support. Bei unserem Test haben wir über den Live-Chat ohne Wartezeit Kontakt mit einem Mitarbeiter aufgenommen. Auf unsere Support-Anfrage per E-Mail erhielten wir am folgenden Werktag Antwort vom Anbieter — die Beantwortung dauerte nicht einmal 24 Stunden. In beiden Fällen war die Antwort freundlich und kompetent. Der Support hinterließ also einen guten Eindruck. Zwei kleine Mankos gibt es jedoch: Den Supportservice gibt es nur in englischer Sprache und eine telefonische Hotline ist nicht vorhanden.

Die sehr ausführliche Dokumentation auf der Website ist ebenfalls auf Englisch. Sie ist in zwei Bereiche eingeteilt. Die „Troubleshooting Guides“ zeigen Lösungen für alle Probleme, die bei der Verwendung von ExpressVPN auftreten können. Die „Setup Tutorials“ erklären, wie man die Nutzung von ExpressVPN auf einer Unzahl unterschiedlicher Geräte und Betriebssysteme einrichtet. Die schiere Menge dieser Tutorials ist beindruckend. Es gibt nicht nur eigene Tutorials für unterschiedliche Versionen von Linux, macOS und Windows sowie für Android und iOS, sondern auch für alle relevanten Geräte wie Router, E-Books, Netzspeicherlaufwerke und Smart-TVs.

Zusammenfassung

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ExpressVPN verwendet nicht nur modernste Verschlüsselungstechniken, sondern tut auch sonst einiges für die Sicherheit und Anonymität seiner Nutzer. Dazu gehört die Möglichkeit, mit Bitcoin zu bezahlen und der Verzicht auf personalisierte Server-Logs sowie ein Firmensitz auf den Britischen Jungferninseln, die relativ sicher vor dem Datenhunger europäischer Regierungen sind. Sowohl Support als auch Dokumentation überzeugen auf ganzer Linie, sind aber nur auf Englisch verfügbar.

Express VPN gehört zwar zu den teuersten VPN-Anbietern, aber auch zu den schnellsten. Der Service des Anbieters ist jedem zu empfehlen, der eine anonyme und zugleich schnelle Internetverbindung haben möchte und bereit ist, dafür auch einen angemessenen Preis zu bezahlen.