ExpressVPN

Andreas Kiener
Pro
  • Software für unzählige Geräte
  • Einfach zu bedienen
  • BitTorrent möglich
  • Schnelle Reaktion auf Support-Anfragen
  • Anonyme Bezahlung mit Bitcoin möglich
Kontra
  • Client-Software etwas umständlich zu bedienen
  • Support und Dokumentation nur auf Englisch
Fazit ExpressVPN spielt in der ersten Liga der VPNs. Das Besondere an diesem Anbieter ist, dass er für sehr viele Plattformen eine eigene Software zur Verfügung stellt – sogar für bestimmte Router-Modelle.

ExpressVPN Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 4. ExpressVPN
    38,2 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 43,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    58,7 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 4. ExpressVPN
    42,4 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 42,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    50,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 4. ExpressVPN
    17,0 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 20,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    21,3 ms
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Sicherheit

4,06 Pkt

Zur Verschlüsselung nutzt Express VPN den AES-265-Algorithmus, der aufgrund seiner hohen Sicherheit inzwischen zum Standard bei VPN-Diensten geworden ist. Der VPN-Anbieter verwendet einen besonders sicheren 4096-Bit-Schlüssel.

Der User kann im Client das VPN-Protokoll selbst auswählen oder die automatische Auswahl aktivieren. ExpressVPN unterstützt vier Protokolle:

  • OpenVPN mit TCP/UDP: Dieses Protokoll gilt als sehr sicher. Es ist Open Source, der Anwender kann also davon ausgehen, dass es genau so funktioniert, wie behauptet wird, und dass eventuell auftretende Sicherheitslücken schnell von der Community geschlossen werden.
  • SSTP: Dieses Protokoll ist nur für Microsoft Windows-Betriebssysteme verfügbar. Es transportiert den Datenverkehr über das Protokoll SSL (Secure Sockets Layer), das den TCP-Port 443 verwendet. Dieser Port ist bei den meisten Firewalls freigeschaltet, so dass dieses Protokoll eine gute Wahl darstellt, wenn die Firewall keine andere VPN-Verbindung zulässt.
  • L2TP/IPsec: Diese Protokollkombination ist relativ sicher, allerdings langsamer als OpenVPN; sie wird von manchen Firewalls blockiert.
  • PPTP: Das Point-to-Point Tunneling Protocol existiert schon seit der Zeit von Windows 95. Es gehört damit zu den ältesten VPN-Protokollen, die noch eingesetzt werden. Von allen Protokollen, die ExpressVPN unterstützt, ist es das unsicherste. PPTP hat aber den Vorteil, dass es auch mit älteren Geräten funktioniert.

Aufzeichnungsfreies VPN?

Wie viele andere VPN-Anbieter auch gibt ExpressVPN an, keine Logs der Aktivitäten seiner Kunden aufzuzeichnen. Diese Angabe lässt sich natürlich nicht überprüfen. Dass das so nicht ganz stimmt, offenbart allerdings ein Blick in die Datenschutzrichtlinien: Das Datum (ohne die Uhrzeit), die Wahl des Server-Standorts, der Internet-Provider, das Herkunftsland und die Menge der übertragenen Daten werden für jede einzelne Verbindung aufgezeichnet. Das dürften für die meisten Nutzer zwar keine sensiblen Daten sein, aber für ein VPN ist das erstaunlich viel. Andere VPN-Anbieter kommen mit weniger Informationen über das Nutzungsverhalten aus.

VPN Software ExpressVPN Datenschutz
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Den Datenschutzrichtlinien ist zu entnehmen, dass ExpressVPN sehr wohl einige persönliche Daten sammelt.

Maßnahmen zur Anonymisierung der User

Um seinen Kunden maximale Anonymität zu garantieren, hat ExpressVPN die Britischen Jungferninseln als Standort für sein Unternehmen gewählt. Die Gesetzgebung des britischen Überseedepartments in der Karibik ermöglicht mehr Anonymität und Datenschutz als in den meisten europäischen Staaten oder den USA.

Erwähnenswert ist auch, dass Kunden die Gebühren für die Nutzung des Dienstes nicht nur auf den üblichen Wegen (Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, etc.) bezahlen können, sondern auch mit Bitcoins. Diese digitale Währung, die auf der Blockchain-Technologie basiert, ermöglicht ein Höchstmaß an Anonymität. Abgesehen von den Zahlungsdaten und einer E-Mail-Adresse muss der Kunde für den Kauf keine Daten preisgeben.

Mit 11,28 Euro pro Monat beziehungsweise 87,02 Euro pro Jahr (die Gebühren sind in Dollar angegeben, die Europreise sind Umrechnungen auf Basis des im Januar 2019 aktuellen Dollar-Kurses) gehört ExpressVPN nicht unbedingt zu den günstigsten Produkten in dieser Kategorie. Bei NordVPN beispielsweise bekommen Kunden für etwa den Preis eines Jahrespakets von ExpressVPN ein Zweijahrespaket.

Für DNS-Leaks ist ExpressVPN nicht anfällig. Im Test wurden nur DNS-Anfragen an einen Server des Anbieters gestellt. Auch IPv6-Leaks traten nicht auf.

Sicherheitsmerkmale
ProtokolleOpenVPN (TCP, UDP), L2TP/IPsec, PPTP, SSTP
VerschlüsselungAES-256
Server2.000 in 94 Ländern
ExtrasKill Switch
Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale von ExpressVPN.

Ein VPN-Anbieter, der Express im Namen trägt, schürt natürlich hohe Erwartungen hinsichtlich seiner Geschwindigkeit. Und tatsächlich: Beim Websurfen mit ExpressVPN über den von der Software automatisch ausgewählten Server waren im Test keinerlei Geschwindigkeitseinbußen feststellbar. Gefühlt wurden Webseiten so schnell geladen wie bei einer direkten Verbindung mit dem Internet.

Einen etwas anderen Eindruck vermittelte hingegen die Geschwindigkeitsmessung. Mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 38,2 Megabit pro Sekunde ist ExpressVPN zwar nahe am üblichen Wert von knapp mehr als 40 Megabit pro Sekunde, aber trotzdem nach SpyOFF das zweitlangsamste VPN im Test. Die Unterschiede sind gering und fallen nicht stark ins Gewicht, aber wenn die Expresslieferung nur mit Durchschnittsgeschwindigkeit erfolgt, ist das eben ein wenig enttäuschend. Auch die Werte für den Download (42,4 Megabit pro Sekunde) und die Ping-Zeit (17 Millisekunden) sind in Ordnung, aber unauffällig.

VPN Software ExpressVPN Startbildschirm mit Tooltip
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Wenn „Smart Location“ aktiviert ist, verbindet sich die VPN-Software automatisch mit dem schnellsten verfügbaren Server.

Erfreulicherweise funktionierte das Herunterladen von Dateien über das BitTorrent-Netzwerk im Test problemlos. Von der Download-Möglichkeit können Kunden nach Herzenslust Gebrauch machen, denn bei ExpressVPN gibt es keine Traffic-Limits. Allerdings ist die Anzahl der Geräte limitiert: Kunden können ExpressVPN mit maximal drei Geräten gleichzeitig nutzen. Diese Beschränkung kann der Abonnent jedoch leicht umgehen, indem er den heimischen WiFi-Router mit dem VPN-Dienst verbindet, so dass alle Geräte, die über den Router mit dem Internet verbunden sind, automatisch auch dessen VPN-Verbindung nutzen.

Weniger Glück hatten wir im Test allerdings mit Video-Streaming. Netflix funktionierte zwar auf Anhieb, Amazon Prime Video und der BBC iPlayer verweigerten aber trotz wiederholter Versuche mit unterschiedlichen VPN-Servern die Zusammenarbeit.

Das Besondere am Anbieter ExpressVPN ist, dass er eigene Apps für eine Vielzahl von Plattformen zur Verfügung stellt. „Wir haben Apps für alle Ihre Geräte“, heißt es selbstbewusst auf der Website. Es ist eine Übertreibung, aber nur eine kleine. Sehr alte oder sehr exotische Geräte (zum Beispiel PCs mit Windows 98 oder Smartphones mit LineageOS) deckt das Angebot nicht ab, aber abgesehen davon so gut wie alles. Selbstverständlich sind Apps für alle wichtigen Betriebssysteme vorhanden:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS
  • Linux

Dazu kommen Apps für weniger verbreitete Plattformen:

  • Chromebook
  • BlackBerry
  • Kindle Fire
  • Nook
  • Diverse Router

Für Spielkonsolen und SmartTVs hält ExpressVPN eine Lösung namens MediaStreamer bereit. Dabei handelt es sich zwar um kein echtes VPN, allerdings können Anwender damit ihre IP-Adresse ändern, um Geoblocking zu umgehen. MediaStreamer funktioniert mit folgenden Geräten:

  • Sony PlayStation
  • Microsoft Xbox
  • Nintendo Switch
  • Apple TV
  • Amazon Fire TV
  • Samsung Smart TV

Darüber hinaus gibt es Erweiterungen für die drei meistverbreiteten Browser:

  • Google Chrome
  • Mozilla Firefox
  • Apple Safari

Für viele weitere Geräte stellt ExpressVPN zwar keine eigene App bereit, veröffentlicht aber Setup-Anleitungen. Dazu gehören Router und Streaming-Media-Adapter wie der Chromecast oder der Roku.

Das Angebot an Apps für verschiedene Betriebssysteme ist also wahrlich riesig. Das Hauptinteresse der meisten Nutzer und somit auch dieses Tests gilt allerdings dem sehr benutzerfreundlichen Windows-Client. Nach der Installation, die in wenigen Minuten erledigt ist, erfolgt die Eingabe eines Aktivierungscodes, der im Kundenbereich der Website zu finden ist. Danach kann es losgehen: Auf Knopfdruck verbindet die Software den Computer mit dem VPN-Server, der für die bestehende Netzwerkanbindung und den Standort die beste Leistung verspricht.

Alternativ können Anwender selbst einen Server aus einer Liste wählen und sich damit verbinden. Aktuell verfügt ExpressVPN über mehr als 2.000 Server in 94 Ländern. Die Server-Liste fällt relativ spartanisch aus, Daten über Geschwindigkeit und Auslastung der einzelnen Server werden leider nicht angezeigt. Dafür hat der User aber die Möglichkeit, seine bevorzugten Server zu markieren, damit sie in einer Favoriten-Liste erscheinen.

Zwar fehlen in der Serverauswahl Daten über die Leistungsfähigkeit der einzelnen VPN-Server, allerdings gibt es einen separaten Geschwindigkeitstest. Bis dieser vollständig durchgelaufen ist, dauert es ein paar Minuten, dafür liefert er aber eine präzise Auskunft über die Download-Geschwindigkeiten und Latenzzeiten der einzelnen Server.

VPN Software ExpressVPN Speed Test
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Der „Speed Test“ ermittelt die Geschwindigkeit und Reaktionszeit aller verfügbaren Server.

Der Support des Anbieters wird dem NamenExpressVPN“ absolut gerecht. Bei unserem Test haben wir über den Live-Chat ohne Wartezeit Kontakt mit einem Mitarbeiter aufgenommen. Auf unsere Support-Anfrage per E-Mail erhielten wir am folgenden Werktag Antwort vom Anbieter — die Beantwortung dauerte nicht einmal 24 Stunden. In beiden Fällen war die Antwort freundlich und kompetent. Der Support hinterließ also einen guten Eindruck. Zwei kleine Mankos gibt es jedoch: Den Supportservice gibt es nur in englischer Sprache, und eine telefonische Hotline ist nicht vorhanden.

Die sehr ausführliche Dokumentation auf der Website ist ebenfalls auf Englisch. Sie ist in zwei Bereiche eingeteilt. Die „Troubleshooting Guides“ zeigen Lösungen für alle Probleme, die bei der Verwendung von ExpressVPN auftreten können. Die „Setup Tutorials“ erklären, wie man die Nutzung von ExpressVPN auf einer Unzahl unterschiedlicher Geräte und Betriebssysteme einrichtet. Die schiere Menge der Anleitungen entspricht der großen Anzahl von kompatiblen Geräten.

Zusammenfassung

4,06 Pkt

ExpressVPN verwendet nicht nur modernste Verschlüsselungstechniken, sondern tut auch sonst einiges für die Sicherheit und Anonymität seiner Nutzer. Dazu gehört die Möglichkeit, mit Bitcoin zu bezahlen und der Verzicht auf personalisierte Server-Logs sowie ein Firmensitz auf den Britischen Jungferninseln, die relativ sicher vor dem Datenhunger europäischer Regierungen sind. Sowohl Support als auch Dokumentation überzeugen auf ganzer Linie, sind aber nur auf Englisch verfügbar.

Express VPN gehört zwar zu den teuersten VPN-Anbietern, aber auch zu den schnellsten. Der Service des Anbieters ist jedem zu empfehlen, der eine anonyme und zugleich schnelle Internetverbindung haben möchte und bereit ist, dafür auch einen angemessenen Preis zu bezahlen.
Anmerkung: Der von uns angegebene Preis bezieht sich auf den monatlichen Preis, schließen Kunden ein Jahresabonnement ab.