Avira Phantom VPN

Andreas Kiener
Pro
  • Hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit
  • Günstige Monatstarife
  • Unbegrenzter Traffic
  • Kein Verbindungslimit
  • Support auf Deutsch
  • Telefonischer Support
Kontra
  • Nutzer kann den Server nicht selbst wählen
  • Nutzung von Drittanbieter-Clients nicht möglich
Fazit Das VPN des bekannten Antivirus-Herstellers überzeugt nicht nur durch einfache Nutzung und Installation, sondern ist auch eines der schnellsten im Test.

Avira Phantom VPN Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 8. Avira Phantom VPN
    68,0 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 43,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    58,7 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 8. Avira Phantom VPN
    65,5 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 42,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    50,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 8. Avira Phantom VPN
    19,5 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 20,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    21,3 ms
Avira Phantom VPN Zum Anbieter

Sicherheit

3,37 Pkt

Der deutsche Softwarehersteller Avira ist vor allem für sein Antivirus-Programm bekannt. Dass die Firma auch als VPN-Anbieter auftritt, ist nur konsequent, denn schließlich geht es bei beiden Produkten um Sicherheit und Datenschutz. Wie auch bei Avira Antivirus können die Anwender zwischen einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante wählen: Phantom VPN Free und Phantom VPN Pro. Der größte Unterschied ist, dass das Datenvolumen bei Pro nicht limitiert ist, während Free-Anwendern nur 500 MB pro Monat zur Verfügung stehen, also so wenig, dass damit nur eine höchst sporadische Nutzung des VPNs möglich ist. Des Weiteren haben Pro Nutzer Anspruch auf Support und können die Not-Aus-Funktion aktivieren.

Kostensieger bei monatlicher Kündbarkeit

Für nur 7,95 Euro pro Monat können Kunden das VPN nutzen, und zwar bei monatlicher Kündbarkeit. Damit unterscheidet sich das Tarifmodell deutlich von der in der Branche üblichen Preisgestaltung, die relativ hohe Kosten für kurzfristig kündbare Tarife mit relativ niedrigen für über lange Zeit im Voraus bezahlte Angebote kombiniert. Bei Avira Phantom VPN fallen hingegen die Einsparungen durch im Jahrestarif nicht so stark ins Gewicht, Anwender zahlen damit auf den Monat umgelegt 5,00 Euro.

Interessant ist der Mobil-Tarif. Mit monatlichen Kosten von 4,95 Euro ist er die billigste Variante. Er ist ebenfalls monatlich kündbar, Anwender können das VPN damit aber nur auf Geräten mit iOS oder Android als Betriebssystem nutzen.

Der einzige heimische Anbieter im Testfeld

Viele VPN-Anbieter haben ihren Firmensitz in aus europäischer Sicht eher exotischen Ländern wie Panama oder den Britischen Junferninseln. Das begründen sie damit, dass die Gesetzgebung in diesen Staaten ihnen entgegenkommt und dass es besonders unwahrscheinlich ist, dass sie dort zur Aufzeichnung oder Weitergabe von Benutzerdaten gezwungen werden. Die Zentrale von Avira befindet sich hingegen in Deutschland, einem Land, das zwar strenge Datenschutzgesetze hat, das aber auf geheimdienstlicher Ebene bei der Überwachung von Bürgern mit den USA und anderen Staaten kooperiert. Ein renommierter Antivirus-Hersteller aus Deutschland wirkt allerdings vertrauenswürdiger als weitgehend unbekannte Unternehmen mit einem Firmensitz in der Karibik. Aus Sicht des Verbraucherschutzes ist ein heimischer Anbieter jedenfalls vorzuziehen, da es im Anlassfall schwierig sein dürfte, Rechte als Kunde gegenüber Unternehmen im (Nicht-EU-)Ausland durchzusetzen.

Sicherheitslücke DNS-Leaks

Mit dem Protokoll OpenVPN und einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung verwendet Phantom VPN die Techniken, die momentan als die empfehlenswertesten für VPNs gelten. Im Test zeigte sich leider ein gewisser Hang zu DNS-Leaks: Mehrmals kam es vor, dass der Rechner trotz aktiviertem VPN weiterhin DNS-Server des Internet-Providers kontaktierte und nicht die von Phantom VPN. Während die anderen Hersteller das Thema weitgehend im Griff haben und ihre Software oft mit einer speziellen Einstellungsoption zur Verhinderung von DNS-Leaks ausstatten, scheint Avira damit Schwierigkeiten zu haben.

Avira Phantom VPN Pro
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Geoblocking umgehen, mehr Anonymität und Schutz der übertragenen Daten: So fasst Avira sehr treffend die Vorteile (s)eines VPN zusammen.

Eine völlig anonyme Nutzung ist nur bei der Traffic-beschränkten Gratisversion möglich. Für diese ist keinerlei Registrierung erforderlich. Die Installation des Clients reicht aus, um das VPN verwenden zu können. Wer mehr als 500 MB im Monat benötigt, muss aber ein Abonnement der Pro-Version erwerben, was immer mit einer Identifizierung verbunden ist. Die Bezahlung erfolgt nämlich entweder per Kreditkarte, per Lastschrift oder per PayPal. Anonyme Zahlungsmöglichkeiten, etwa Bezahlung mit Bitcoin oder Bargeld, bietet Avira nicht an.

Sicherheitsmerkmale
ProtokolleOpenVPN (TCP, UDP)
VerschlüsselungAES-256
ServerUnbekannte Anzahl von Servern in 36 Ländern
ExtrasKill Switch
Die Sicherheitsmerkmale von Avira Phantom VPN.

Avira Phantom VPN Pro hat kein Traffic-Limit, und der Kunde kann es mit beliebig vielen Geräten nutzen. Während uneingeschränkter Datenverkehr bei VPN-Anbietern üblich ist, ist das fehlende Geräte- beziehungsweise Verbindungslimit großzügig. So können Kunden das VPN nicht nur mit all ihren eigenen Geräten verwenden, sondern problemlos auch alle anderen Haushaltsmitglieder damit versorgen.

Das VPN von Avira ist eines der schnellsten im Test. Mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 68 Megabit pro Sekunde übertrifft es fast alle anderen getesteten Anbieter. Nur Hotspot Shield ist in diesem Punkt besser. Im Test erreichte es eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 Megabit pro Sekunde und erwies sich damit als beinahe doppelt so schnell. Beim Upload ist Phantom VPN mit einem Durchschnittswert von 65,5 Megabit pro Sekunde sogar Testsieger. Auch die durchschnittliche Ping-Zeit von 19,5 Millisekunden kann sich sehen lassen.

VPN Software Avira verbunden
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Phantom VPN ist sehr schnell – und genauso schnell erreichen Gratisnutzer das Datenlimit.

VPN-Server hat Avira laut eigenen Angaben in 36 verschiedenen Ländern stehen. Über die Gesamtzahl der Server macht das Unternehmen jedoch keine Angaben. Es ist auch nicht möglich, die Server durchzuzählen, da auch die Client-Software nur Länder und keine einzelnen Server auflistet.

Das Streaming von Videos und die Nutzung von P2P-Tauschbörsen hat Avira für alle Server freigeschaltet. Währen allerdings der Download mit BitTorrent einwandfrei funktionierte, war Amazon Prime Video im Test das einzige Videoportal, das die VPN-Server nicht blockierte. Mit Netflix und dem BBC iPlayer gelang es nicht, Filme oder Serien abzuspielen.

Die VPN-Software von Avira ist für die wichtigsten Betriebssysteme verfügbar:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS

Darüber hinaus ist eine Browser-Erweiterung für Google Chrome erhältlich. Anwender sollten jedoch beachten, dass die Erweiterung im Gegensatz zu den eigenständigen VPN-Clients wirklich nur den Datenverkehr des Browsers durch das VPN schickt. Andere Verbindungen, beispielsweise der Abruf von E-Mails mit einem E-Mail-Client oder Videotelefonate mit Skype, laufen weiterhin über das offene Internet.

Systemanforderungen
WindowsWindows 7
macOSmacOS 10.11 (El Captain)
AndroidAndroid 4.1
iOSiOS 8
Die minimalen Systemanforderungen für die Nutzung von Avira Phantom VPN.

Die Benutzung der Client-Software ist nicht schwierig. Nach dem Systemstart ist sie im Hintergrund aktiv, ein Doppelklick auf das Icon im Benachrichtigungsfeld der Windows-Taskbar öffnet das Programmfenster. Nun muss der Anwender nur auf die prominent platzierte Schaltfläche mit der Aufschrift „Meine Verbindung sichern“ klicken, um seinen Rechner mit dem nächstgelegenen VPN-Server zu verbinden.

Anders als bei den meisten Programmen anderer Anbieter können Nutzer von Avira Phantom VPN den Server nicht selbst auswählen. Sie haben zwar die Möglichkeit, das Land zu bestimmen, in dem der benutzte Server steht, aber welchen Server im gewählten Land sie verwenden, legt die Software fest. Ein wenig anders gestaltet sich die Sache nur im Fall der USA: Bei diesem Land kann der Nutzer sich aufgrund der Größe des Landes zwischen mehreren Städten entscheiden, aber auch dort ist keine Auswahl eines konkreten Servers möglich.

VPN Software Avira Serverwahl
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Nutzer können VPN-Server nicht direkt wählen, sondern nur den Server-Standort.

Nutzer sind völlig auf das Client-Programm des Anbieters angewiesen, denn im Gegensatz zu beinahe allen anderen VPN-Betreibern liefert Avira keine Daten zur manuellen Konfiguration, die beispielsweise für die Nutzung mit Drittanbietersoftware oder auf Geräten wie Routern oder Streaming-Media-Adaptern nötig wären. Der einzige andere Anbieter im Test, bei dem das der Fall ist, ist Hotspot Shield. Dort hat das allerdings den Grund, dass mit Catapult Hydra ein eigenes proprietäres VPN-Protokoll benutzt wird. Phantom VPN verwendet hingegen das frei benutzbare OpenVPN, der von einer Vielzahl von Geräten und Programmen unterstützt wird. Ein guter Grund dafür, dass Avira die Nutzung des Dienstes de facto auf den hauseigenen Client beschränkt, ist nicht erkennbar.

Ein Handbuch oder Installationsanleitungen für Proton VPN gibt es nicht. Verständlich, denn sowohl Nutzung als auch Installation der Client-Software sind einfach genug. Sollten dennoch Probleme auftreten, lassen sich die meisten davon mit den Antworten im FAQ lösen. FAQ und die Software sind bei dem heimischen Anbieter auf Deutsch, was bei VPNs, die oft auf einen internationalen Markt ausgerichtet sind, eher selten ist.

Ungewöhnlich ist auch, dass Avira telefonischen Support anbietet. Allerdings veröffentlicht das Unternehmen keine Telefonnummer, bei der Kunden anrufen können. Stattdessen gibt es ein Online-Formular für Support-Anfragen, auf dem Fragesteller angeben, ob sie lieber per Telefon oder per E-Mail kontaktiert werden möchten.

Zusammenfassung

3,37 Pkt

Avira dürfte als Zielgruppe für Phantom VPN vor allem Anwender im Auge haben, die bereits andere Produkte des Unternehmens nutzen und für einen relativ geringen Aufpreis zu einem Sicherheitspaket wie Avira Prime upgraden wollen, das auch das VPN beinhaltet. Wer gleich mehrere Programme nutzen möchte, die unterschiedliche Aspekte der Computersicherheit abdecken, kann so ein Schnäppchen machen.

Als Einzelprodukt ist Phantom VPN eine sinnvolle Anschaffung für alle User, die auf ein schnelles VPN von einem renommierten Sicherheitssoftware-Hersteller aus Deutschland Wert legen. Durch den günstigen Monatstarif ist es auch interessant für Anwender, die „mal eben schnell“ eine VPN brauchen, aber noch nicht wissen, ob sie es langfristig nutzen wollen.