Avira Phantom VPN

Andreas Kiener 20/04/2022
Avira Phantom VPN logo Zum Anbieter
Bewertung
6,7
Pro
  • Sehr schnell
  • Unbegrenzter Traffic
  • Kein Verbindungslimit
  • Support auf Deutsch
  • 60 Tage Geld-zurück-Garantie
Kontra
  • Für Video-Streaming nur bedingt geeignet
  • Keine einzelnen Server wählbar
  • Nutzung von Drittanbieter-Clients nicht möglich
FAZIT

Das VPN des bekannten Antivirus-Herstellers überzeugt nicht nur durch einfache Nutzung und Installation, sondern ist auch eines der schnellsten im Test.

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Bewertungskriterien
Sicherheit
Leistung
Benutzerfreundlichkeit
Hilfe & Support

Avira Phantom VPN Test

Sicherheit9,44

Der deutsche Softwarehersteller Avira ist vor allem für sein Antivirus-Programm bekannt. Dass die Firma auch als VPN-Anbieter auftritt, ist nur konsequent, denn schließlich geht es bei beiden Produkten um Sicherheit. Wie auch bei Avira Antivirus können die AnwenderInnen zwischen einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante wählen: Phantom VPN Free und Phantom VPN Pro. Der größte Unterschied ist, dass das Datenvolumen bei Pro nicht limitiert ist, während Free-Anwendern nur 500 Megabyte pro Monat zur Verfügung stehen, also so wenig, dass damit nur eine höchst sporadische Nutzung des VPNs möglich ist. Des Weiteren haben Pro-NutzerInnen Anspruch auf Support und können die Not-Aus-Funktion (einen Kill-Switch) aktivieren.

Kostensieger bei monatlicher Kündbarkeit

Für nur 7,95 Euro pro Monat können KundInnen das VPN nutzen, und zwar bei monatlicher Kündbarkeit. Damit unterscheidet sich das Tarifmodell deutlich von der in der Branche üblichen Preisgestaltung, die relativ hohe Kosten für kurzfristig kündbare Tarife mit niedrigen für über lange Zeit im Voraus bezahlte Angebote kombiniert. Bei Avira Phantom VPN fallen hingegen die Einsparungen im Jahrestarif nicht so stark ins Gewicht, AnwenderInnen zahlen damit auf den Monat umgelegt 5,00 Euro. Sich das VPN allein zuzulegen, ist aber nicht wirklich sinnvoll, denn bei Avira gibt es zum selben Preis bei jährlicher Zahlung das Sicherheitspaket Avira Prime, das neben dem VPN auch einen Virenschutz, einen Passwort-Manager und einiges mehr enthält.

Interessant ist der Mobil-Tarif. Mit monatlichen Kosten von 4,95 Euro ist er die billigste Variante. Er ist ebenfalls monatlich kündbar, AnwenderInnen können das VPN damit aber nur auf Smartphones und Tablets nutzen.

Ein VPN aus Deutschland

Viele VPN-Anbieter haben ihren Firmensitz in aus europäischer Sicht eher exotischen Ländern wie Panama oder den Virgin Islands. Das begründen sie damit, dass die Gesetzgebung in diesen Staaten ihnen entgegenkommt und dass es besonders unwahrscheinlich ist, dass sie dort zur Aufzeichnung oder Weitergabe von Benutzerdaten gezwungen werden. Die Zentrale von Avira befindet sich hingegen in Deutschland, einem Land, das zwar strenge Datenschutzgesetze hat, aber auf geheimdienstlicher Ebene bei der Überwachung von Bürgern mit den USA und anderen Staaten kooperiert. Ein renommierter Antivirus-Hersteller aus Deutschland wirkt allerdings vertrauenswürdiger als weitgehend unbekannte Unternehmen mit einem Firmensitz in der Karibik. Aus Sicht des Verbraucherschutzes ist ein heimischer Anbieter jedenfalls vorzuziehen, da es im Anlassfall schwierig sein dürfte, Rechte von KundInnen gegenüber Unternehmen im (Nicht-EU-)Ausland durchzusetzen.

Keine DNS-Leaks mehr

Mit dem Protokoll OpenVPN und einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung verwendet Phantom VPN die Techniken, die momentan als die empfehlenswertesten für VPNs gelten. Der Windows-Client lässt keine Änderung des Protokolls zu, OpenVPN ist fix eingestellt. Im Android-Client kann hingegen auch WireGuard ausgewählt werden. Während es bei früheren Tests manchmal zu DNS-Leaks kam, war Avira Phantom VPN beim aktuellen Test (März 2022) in dieser Hinsicht unauffällig, der Rechner griff nur auf die DNS-Server des VPNs zu.

Eine völlig anonyme Nutzung ist nur bei der Gratisversion möglich. Für diese ist keinerlei Registrierung erforderlich. Die Installation des Clients reicht aus, um das VPN zu verwenden. Wer mehr als 500 Megabyte Traffic im Monat benötigt, muss aber ein Abonnement der Pro-Version erwerben, was immer mit einer Identifizierung verbunden ist. Die Bezahlung erfolgt nämlich entweder per Kreditkarte, per Lastschrift oder per PayPal. Anonyme Zahlungsmöglichkeiten, etwa die Bezahlung mit Bitcoin oder Bargeld, bietet Avira nicht an.

Sicherheitsmerkmale
Protokolle OpenVPN (TCP, UDP), WireGuard
Verschlüsselung AES-256
Server Unbekannte Anzahl von Servern in 33 Ländern
Extras Not-Aus-Funktion (Kill-Switch)
Die Sicherheitsmerkmale von Avira Phantom VPN.

Leistung9,17

Avira Phantom VPN Pro hat kein Traffic-Limit, die KundInnen können es mit beliebig vielen Geräten nutzen. Während uneingeschränkter Datenverkehr bei VPN-Anbietern üblich ist, ist das fehlende Geräte- beziehungsweise Verbindungslimit großzügig. So können KundInnen das VPN nicht nur mit all ihren eigenen Geräten verwenden, sondern problemlos auch alle anderen Haushaltsmitglieder damit versorgen.

Das VPN von Avira ist das schnellste im Test. Mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 107,1 Megabit pro Sekunde übertrifft es alle anderen getesteten Anbieter. Auch beim Upload ist Avira Phantom VPN mit einem Durchschnittswert von 99,3 Megabit pro Sekunde Testsieger. Die durchschnittliche Ping-Zeit von 15,0 Millisekunden kann sich ebenfalls sehen lassen. In dieser Disziplin teilt sich Avira Phantom VPN den Sieg aber mit HMA, das ebenfalls auf eine durchschnittliche Ping-Zeit von 15,0 Millisekunden kommt. ExpressVPN und CyberGhost sind mit 15,7 Millisekunden nur geringfügig langsamer.

VPN-Server hat Avira in 33 verschiedenen Ländern stehen. Über die Gesamtzahl der Server macht das Unternehmen jedoch keine Angaben. Ebenso wenig ist es möglich, die Server durchzuzählen, da auch die Client-Software nur Länder und keine einzelnen Server auflistet.

Das Streaming von Videos und die Nutzung von P2P-Tauschbörsen hat Avira laut eigenen Angaben für alle Server freigeschaltet. Währen allerdings der Download mit BitTorrent einwandfrei funktionierte, war im Test Netflix das einzige Videoportal, das die VPN-Server nicht blockierte. Mit Amazon Prime Video und dem BBC iPlayer gelang es nicht, Filme oder Serien abzuspielen. Anders als viele Konkurrenten betreibt Avira mit Ausnahme eines Streaming-Servers in den USA keine VPN-Server, die speziell für die Umgehung von Geoblocking gedacht sind.

Benutzerfreundlichkeit8,27

Die VPN-Software von Avira ist für die wichtigsten Betriebssysteme verfügbar:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS

Darüber hinaus ist eine Browser-Erweiterung für Google Chrome erhältlich. AnwenderInnen sollten jedoch beachten, dass die Erweiterung im Gegensatz zu den eigenständigen VPN-Clients wirklich nur den Datenverkehr des Browsers durch das VPN schickt. Andere Verbindungen, beispielsweise der Abruf von E-Mails mit einem E-Mail-Client oder Video-Calls mit Zoom, laufen weiterhin über das offene Internet.

Systemanforderungen
Windows Windows 7
macOS macOS 10.11 (El Captain)
Android Android 4.1
iOS iOS 8
Die minimalen Systemanforderungen für die Nutzung von Avira Phantom VPN.

Die Benutzung der Client-Software ist nicht schwierig. Nach dem Systemstart ist sie im Hintergrund aktiv, ein Doppelklick auf das Icon im Benachrichtigungsfeld der Windows-Taskleiste öffnet das Programmfenster. Nun müssen AnwenderInnen nur auf die prominent platzierte Schaltfläche mit der Aufschrift „Meine Verbindung sichern“ klicken, um den Rechner mit dem nächstgelegenen VPN-Server zu verbinden.

NutzerInnen von Avira Phantom VPN können den Server nicht selbst auswählen. Sie haben zwar die Möglichkeit, das Land zu bestimmen, in dem der benutzte Server steht, aber welchen Server im gewählten Land sie verwenden, legt die Software fest. Ein wenig anders gestaltet sich die Sache nur im Fall der USA: Bei diesem Land kann der Nutzer sich aufgrund der Größe des Landes zwischen mehreren Städten entscheiden, aber auch dort ist keine Auswahl eines konkreten Servers möglich. Praktisch ist allerdings, dass die Software für jeden Standort eine Ping-Zeit zeigt.

Auch sind NutzerInnen völlig auf den Client des Anbieters angewiesen. Im Gegensatz zu beinahe allen anderen VPN-Betreibern liefert Avira nämlich keine Daten zur manuellen Konfiguration, die beispielsweise für die Nutzung mit Drittanbietersoftware oder auf Geräten wie Routern und Streaming-Media-Adaptern nötig wären.

Hilfe & Support7,50

Auf seiner Support-Seite hält Avira Installationsanleitungen, hilfreiche Tipps und Problemlösungen für seinen VPN-Dienst bereit. Angenehm ist, dass die Dokumentation genauso wie die Software selbst vollständig auf Deutsch ist. Das ist bei anderen VPNs, die oft auf einen internationalen Markt ausgerichtet sind, eher selten der Fall.

Positiv fällt auch auf, dass Avira telefonischen Support anbietet. Allerdings veröffentlicht das Unternehmen keine Telefonnummer, bei der KundInnen anrufen können. Stattdessen gibt es ein Online-Formular für Support-Anfragen, auf dem FragestellerInnen angeben, ob sie lieber per Telefon oder E-Mail kontaktiert werden möchten.

Zusammenfassung6,70

Avira dürfte als Zielgruppe für Phantom VPN vor allem AnwenderInnen im Auge haben, die bereits andere Produkte des Unternehmens nutzen und für einen relativ geringen Aufpreis zu einem Sicherheitspaket wie Avira Prime upgraden wollen, das auch das VPN beinhaltet. Wer gleich mehrere Programme nutzen möchte, die unterschiedliche Aspekte der Computersicherheit abdecken, kann so ein Schnäppchen machen.

Als Einzelprodukt ist Avira Phantom VPN eine sinnvolle Anschaffung für UserInnen, die auf ein schnelles VPN von einem renommierten Sicherheitssoftware-Hersteller aus Deutschland Wert legen. Durch den günstigen Monatstarif ist es auch interessant für AnwenderInnen, die „mal eben schnell“ ein VPN brauchen, aber noch nicht wissen, ob sie es langfristig nutzen wollen.


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