Die 7 größten Social-Media-Bedrohungen

Social Media Bedrohungen

Social-Media, die interaktiven Mitmachmedien im Word Wide Web, stehen für das Teilen von persönlichen Momenten, für einfache und direkte Kommunikation, die Menschen zusammenbringt und über Grenzen und Erdteile hinweg verbindet. Aber wie jedes neue Medium sind auch Social-Media-Dienste ein Segen und ein Fluch zugleich. Wer die sozialen Medien nutzt, bewegt sich in einer Art von öffentlichem Raum und setzt sich damit auch Gefahren aus.

Das sind die sieben größten Gefahren, denen Social-Media-Nutzer ausgesetzt sind:

  1. Durch Tricks wie Phishing oder durch Malware erlangen Cyberkriminelle Zugriff auf Computer und Accounts des Opfers.
  2. Betrüger bemächtigen sich der Identität des Opfers, um diesem zu schaden oder um sich zu bereichern.
  3. Absichtlich oder unabsichtlich verbreitete Falschmeldungen führen auf Dauer zu einer verzerrten Weltsicht.
  4. Beim Doxing werden öffentlich verfügbare Daten über das Opfer zusammengetragen und in einem Dossier publiziert.
  5. Durch die ständige Vernetzung können Mobbing-Opfer sich ihren Peinigern nicht mehr entziehen.
  6. Veröffentlichte Fotos und Videos können gegen den Wunsch des Urhebers viral gehen, was für die Abgebildeten sehr unangenehme Folgen haben kann.
  7. Details aus der Internet-Vergangenheit eines Nutzers können zu einem ungünstigen Zeitpunkt ans Licht kommen.

Während sich früher nur wenige Privilegierte Gedanken um ihre Wirkung jenseits ihres unmittelbaren sozialen Umfelds machen mussten, müssen heute alle Social-Media-Nutzer die Öffentlichkeit mitbedenken. Sie müssen immer damit rechnen, dass ihre Nachrichten früher oder später einen anderen als den intendierten Empfängerkreis erreichen könnten. Dazu kommt, dass es einfach ist, in sozialen Netzwerken mit Menschen Kontakt aufzunehmen und sie zur Preisgabe persönlicher Informationen zu bewegen. Das wissen leider auch dubiose Geschäftemacher, übelgesonnene Zeitgenossen und ausgefuchste Kriminelle. Mit diesen Bedrohungen müssen Nutzer von sozialen Medien leben:

1. Phishing und Malware

Seit es das Internet gibt, wird es auch dazu verwendet, um Malware wie Computerwürmer und Trojaner zu verbreiten. Auch das Phishing, also das Erschleichen von Kreditkartendaten und Passwörtern mittels gefälschter Websites, hat eine lange Tradition. E-Mail-Spam ist für beides das Mittel der Wahl. Aber Cyberkriminelle gehen mit der Zeit und nutzen immer öfter auch Social-Media-Plattformen dafür. Gerne werden dafür sensationelle, aber falsche Nachrichten genutzt. Diese behaupten beispielsweise, ein beliebter Prominenter sei unerwartet verstorben oder ein schockierendes Ereignis mit weltweiten Folgen habe sich zugetragen. Auch sexuelle Inhalte sind beliebte Köder.

Bedrohung durch Phishing
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Beim Phishing „angeln“ Cyberkriminelle nach Login- und Kreditkartendaten.

Internetnutzer können sich schützen, indem sie unverlangt zugesandten Links mit Skepsis begegnen, nicht blind jeden Link anklicken und vor allem größte Vorsicht bei der Anmeldung auf Websites und beim Download von Software walten lassen. Zusätzlich sollte eine Internet-Security-Suite installiert werden. Diese Programmsammlungen erkennen unsichere Links und lassen es nicht zu, dass Schadprogramme heruntergeladen oder gar ausgeführt werden.

2. Daten und Identitätsdiebstahl

Identitätsdiebstahl gibt es nicht erst seit der breiten Nutzung von Internet und Social Media. Schon immer haben Betrüger unter fremdem Namen Verträge abgeschlossen und gestohlene Kreditkarten oder Versicherungsausweise missbraucht. Durch das Internet hat die Anzahl dieser Delikte aber deutlich zugenommen. Schließlich ist es ziemlich einfach, ein Online-Profil unter fremden Namen zu erstellen. Zugangsdaten, die in großen Mengen durch die Datenleitungen schwirren, können geschickte Hacker oft einfach ausspähen.

Social-Media-Nutzer sollten daher ihre Daten nicht achtlos preisgeben. Da Phishing und Malware oft genutzt werden, um an die Online-Accounts der Opfer zu gelangen, ist auch hier ein gutes Antivirenprogramm oder eine Internet-Security-Suite in Kombination mit einem umsichtigen Verhalten des Nutzers der beste Schutz.

3. Falschmeldungen

Die offene Natur von Social Media führt dazu, dass jeder beliebige Inhalte verbreiten kann. So steht das Richtige oft neben dem Falschen, und nicht immer sind Unwahrheiten für Nutzer leicht erkennbar. Gerade sensationelle Nachrichten oder Fakten verbreiten sich in sozialen Medien rasend schnell, ganz egal ob sie wahr oder frei erfunden sind. Wenn Korrekturen und Richtigstellungen veröffentlicht werden, erreichen sie normalerweise ein nicht ansatzweise so großes Publikum. Für die große Masse der Nutzer bleibt also selbst haarsträubender Unsinn unwidersprochen.

Falschmeldungen stellen zwar für den Einzelnen keine unmittelbare Bedrohung dar, langfristig läuft er aber in Gefahr, absurde Ideen zum Teil seines Weltbilds zu machen. Social-Media-Nutzer sind somit gut damit beraten, Informationen kritisch zu hinterfragen und nicht jeder Behauptung Glauben zu schenken.

4. Doxing

Vielen Internet-Usern ist nicht bewusst, wie viele Informationen über sie öffentlich verfügbar sind. Das machen sich Angreifer beim Doxing zunutze. Das Wort leitet sich von „dox“ ab, einer umgangssprachlichen Abkürzung für „documents“, englisch für „Dokumente“. Beim Doxing werden regelrechte Dossiers über Menschen zusammengestellt und veröffentlicht.

Üblicherweise geht es darum, die Betroffenen bloßzustellen und ihnen Schaden zuzufügen. Es kann vorkommen, dass für das Doxing die Accounts des Opfers gehackt werden, oft ist dies jedoch nicht nötig. Es reicht völlig, öffentlich verfügbare Informationen über jemanden zusammenzutragen und sie miteinander zu kombinieren. Im Zuge des Doxings kommt es nicht selten auch zur Veröffentlichung von Adresse und Telefonnummer des Opfers, so dass dieses einer Plethora von Belästigungen ausgesetzt wird.

5. Mobbing

Soziale Medien ermöglichen es, bequem von zu Hause aus soziale Kontakte zu pflegen. Für die meisten Nutzer ist das eine positive Erfahrung. Weniger positiv ist es für Menschen, die durch Mobbing sozial ausgegrenzt werden. Während Mobbing früher auf eine bestimmte Umgebung begrenzt war, beispielsweise auf die Schule oder den Arbeitsplatz, können sich Mobbing-Opfer heute ihren Peinigern kaum mehr entziehen. Über die sozialen Medien folgen sie ihnen überall hin. Aus „gewöhnlichem“ Mobbing wird Cyber-Mobbing, das vor allem unter Jugendlichen relativ häufig vorkommt. Da sich die Täter hinter der Anonymität des Internets verstecken können, ist die Hemmschwelle deutlich herabgesetzt, die Angriffe fallen oft besonders gehässig aus.

6. Viraler Content aus Versehen

Einen viralen Hit zu landen ist der Traum von Social-Media-Abteilungen und Werbeagenturen. Mit geringem Aufwand produzierter Content verselbständigt sich sozusagen, wird von Millionen von Menschen geteilt und verschafft damit der eigenen Marke die notwendige Öffentlichkeit. Virale Hits lassen sich jedoch nur schwer planen. Viele virale Kampagnen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück.

Diese Unberechenbarkeit kann auch zum umgekehrten Problem werden. Schnell kann es passieren, dass ein Bild oder ein Video eines Privatnutzers viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, als er erwartet. Die Folgen sind für Betroffene nicht immer angenehm. Sich plötzlich in eine Internetberühmtheit zu verwandeln, kann sehr belastend sein. Das gilt vor allem dann, wenn der viral gewordene Content nicht besonders schmeichelhaft ist. Menschen, denen das widerfährt, werden von Fremden auf der Straße erkannt, bekommen Hass-E-Mails oder sexuell übergriffige Nachrichten und werden von Freunden oder in ihrer Arbeitsumgebung auf das dumme Video oder das lächerliche Foto angesprochen.

7. Das Netz vergisst nicht

Trends und heiße Themen in sozialen Netzwerken wechseln zwar rasend, aber das Netz hat ein langes Gedächtnis. Prinzipiell sollten Nutzer davon ausgehen, dass nichts, was sie im Internet veröffentlichen, je vollständig verschwindet. Besonders für Politiker und andere Personen des öffentlichen Interesses kann es problematisch sein, wenn ihre alten Social-Media-Beiträge unter die Lupe genommen werden.

Auch Internet-User, die nicht im medialen Rampenlicht stehen, müssen sich im Klaren darüber sein, dass ihr öffentliches Auftreten im Internet gegen sie arbeiten kann. Bei Vorstellungsgesprächen ist es mittlerweile üblich, die Social-Media-Profile von Bewerbern gründlich zu überprüfen und dabei mitunter auch weit in die Vergangenheit zu gehen. Es gibt sogar Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben. Selbst abseits des Arbeitslebes kann sich niemand darauf verlassen, dass seine eigene Social-Media-Vergangenheit verborgen bleibt. Heutige oder zukünftige Eltern müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kinder sich irgendwann dafür interessieren werden, was sie früher in den sozialen Netzwerken veröffentlicht haben.