Junk-Dateien löschen

Junk-Dateien löschen mit CCleaner

Mit der Zeit sammeln sich auf jedem Windows-Rechner Dateien an, die nicht mehr benötigt werden. Das passiert zum Beispiel, weil Programme Zwischenspeicherungen anlegen und „vergessen“, sie wieder zu löschen. Wie Wollmäuse auf dem Fußboden werden es mit der Zeit immer mehr. Wenn der Speicherplatz knapp wird, ist es eine gute Idee, sie zu löschen.

Verschiedene Programme nehmen sich dieses Problems an. Nutzer sollten allerdings äußerst vorsichtig sein, denn in dieser Programmkategorie finden sich viele schwarze Schafe. Diese bewirken im besten Fall sehr wenig oder überhaupt nichts, im schlimmsten Fall löschen sie Dateien viel zu sorglos und machen dadurch andere Programme funktionsunfähig.

Vorsicht vor Junk Cleaner

Ein besonders lästiges Exemplar aus der Kategorie der untauglichen Junk-Dateien-Entferner ist Junk Cleaner des Herstellers Pandaje. Dieser Müllreiniger ist selber Müll. Als potentiell unerwünschtes Programm (PUP) wird er massenhaft im Bundle mit Freeware-Tools verbreitet. Unbedarfte Anwender halten ihn für eine nützliche Anwendung und deaktivieren die Installation der zusätzlichen Software nicht, wenn sie die Gelegenheit dazu haben.

Sobald Junk Cleaner installiert ist, scannt das Programm den Rechner und gibt als Ergebnis eine Liste mit Junk-Dateien aus. Entfernen kann Junk Cleaner die Dateien allerdings nicht. Dazu muss der Anwender erst eine Lizenz kaufen. Dass Junk Cleaner die negativen Auswirkungen von Junk-Dateien in übertriebener Weise beschreibt, um den Nutzer zum Kauf zu drängen, versteht sich fast schon von selbst. Das Programm schummelt sich also auf die Festplatte des Anwenders und jagt diesem Angst ein, indem es die Problematik von Junk-Dateien maßlos übertrieben darstellt. Durch diese Panikmache will der Hersteller Lizenzen für die Vollversion verkaufen.

CCleaner Ergebnisse
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CCleaner ist ein Freeware-Programm, das deutlich mehr leistet als die kostenpflichtige Premium-Version von Pandaje Junk Cleaner.
Geld dafür bezahlen? Bestimmt nicht!

Wir raten dringen vom Kauf der Vollversion von Junk Cleaner ab. Das Programm findet im Vergleich mit anderen Optimierungsprogrammen nur sehr wenig Junk-Dateien. Insgesamt wirkt es so, als hätte jemand mit minimalem Aufwand eine kaum funktionsfähige Anwendung zusammengestrickt, mit der er durch die oben beschriebene Taktik des Angstmachens Geld verdienen will.

Es sind deutlich bessere Optimierungsprogramme für weniger Geld verfügbar. Auch einige Freeware Tools (CCleaner beispielsweise) reinigen den Computer effektiver. Aufgrund der aggressiven Vermarktungsstrategie und der relativen Nutzlosigkeit des Programms wird Junk Cleaner von Antivirusprogrammen als potentiell unerwünschtes Programm (PUP) eingestuft.

Wie kann ich Junk Cleaner entfernen?

Junk Cleaner ähnelt selbst einer Junk-Datei: Im Gegensatz zu richtiger Malware richtet er keinen Schaden an, aber er stört und nimmt unnötig Platz weg. Am besten ist es daher, Junk Cleaner gar nicht erst zu installieren. Um ihm aus dem Weg zu gehen, reicht es normalerweise, wenn der Anwender bei der Installation von Freeware-Programmen aufmerksam bleibt und unerwünschte Zugaben bei den Installationsoptionen abwählt. Landet das PUP dennoch einmal auf der Festplatte, wird es der Nutzer zum Glück einfach wieder los. Das unerwünschte Programm lässt sich ganz leicht über die Windows-Einstellungen entfernen.

So gehen Sie unter Windows 10 vor, um Junk Cleaner zu löschen:

  1. Öffnen Sie das Startmenü mit einem Klick auf das kleine Windows-Logo, das sich üblicherweise links unten auf dem Bildschirm befindet.
  2. Im Startmenü klicken Sie auf das Zahnrad-Icon, um die Windows-Einstellungen aufzurufen.
  3. Jetzt öffnet sich das Einstellungsfenster. Sie wählen den Eintrag „Apps“.
  4. Suchen Sie nach Junk Cleaner in der Programmliste.
  5. Mit einem Klick auf den Programmnamen wird der „Deinstallieren“-Button sichtbar. Klicken Sie darauf, um den Deinstallationsprozess zu starten.
  6. Sobald die Deinstallation abgeschlossen ist, können Sie das Einstellungsfenster schließen.

Alternativ können Anwender auch ein Antivirenprogramm oder eine Internet-Security-Suite für das Entfernen verwenden. Die meisten dieser Sicherheitssoftwares erkennen Junk Cleaner als PUP und löschen die lästige Anwendung.

Ein kostenloses Tool gegen Junk-Dateien

Junk Cleaner ist also ein weitgehend nutzloses Programm. Junk-Dateien sind jedoch ein real existierendes Problem, wenn auch im Normalfall kein großes. Es handelt sich um verwaiste Dateien, die von Programmen zur Zwischenspeicherung angelegt wurden, aber dann aufgrund von Programmfehlern oder Systemabstürzen nicht mehr gelöscht wurden. Sie belegen üblicherweise keine relevante Menge an Speicherplatz. Daher sind keine signifikanten Geschwindigkeitsgewinne sind durch das Löschen von Junk-Dateien zu erwarten.

Meistens schadet es also nicht, die Junk-Dateien einfach auf der Festplatte zu belassen. Sie sind unnötig, aber sie stören auch nicht. Das Löschen der Junk-Dateien ist ein viel größeres Risiko. Dabei besteht nämlich die Gefahr, auch Dateien zu entfernen, die von Programmen noch benötigt werden. Das gilt nicht nur für manuelles Löschen, sondern auch für viele Optimierungsprogramme. Diese verwenden oft nur sehr krude Algorithmen zum Finden von Junk-Dateien, die gerne über das Ziel hinausschießen und mehr löschen, als wünschenswert ist.

Als gutes und vertrauenswürdiges Programm können wir CCleaner empfehlen. Diese Software findet sehr viele Junk-Dateien. Ihre Dateifilter werden von einer aktiven Community regelmäßig verbessert, so dass nur eine sehr geringe Gefahr besteht, die falschen Dateien zu löschen. Wer kein zusätzliches Programm installieren möchte, kann in regelmäßigen Abständen auch die systemeigene Datenträgerbereinigung nutzen.