Kräutergarten für die Fensterbank

Kräutergarten für die Fensterbank

Wer gern und viel kocht, hat meist auch den Wunsch nach einer Auswahl an Kräutern. Alle, die nicht auf die getrocknete Variante zurückgreifen oder regelmäßig frische Kräuter im Supermarkt kaufen wollen, können diese schon mit einfachen Mitteln selbst anpflanzen. Dafür ist nicht einmal ein Garten oder Balkon nötig. Mit wenig Aufwand können Sie Gartenkräuter in der eigenen Wohnung auf der Fensterbank ziehen.

Vorbereitung und richtiger Stellplatz

Grundsätzlich lassen sich alle Kräuter, die im Garten oder in großen Blumenkästen auf dem Balkon wachsen, auch in kleineren Gefäßen auf der Fensterbank heranziehen. Wichtig ist, dass Sie das Saatgut nicht in herkömmliche Blumenerde geben, sondern in Anzuchterde oder Substrate. Anzuchterde, auch Aussaaterde genannt, ist locker, durchlässig und salzarm. Kleine Gewächse haben damit die besten Bedingungen, um heranzuwachsen. Substrate sind besonders durchlässig und damit für Pflanzen aus trockenen Gebieten – wie mediterrane Kräuter – geeignet. Spezielle Anzuchttöpfe gibt es aus recyceltem Plastik oder Holzfaser. Sie sind sehr klein und verbrauchen dadurch nicht so viel Platz und Erde. Ebenso gut können Sie leere Joghurtbecher oder Ähnliches umfunktionieren. Sobald die ersten Pflänzchen sprießen, werden sie in größere Töpfe umgesetzt.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie auf die Ausrichtung des Fensters legen. Bekommen die Kräuter nämlich selbst in den warmen Monaten nur wenig Sonne ab, kann das bei einigen Sorten dazu führen, dass sie schon nach wenigen Wochen eingehen. Mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian oder Rosmarin sind in ihrem ursprünglichen Lebensraum sehr viel Sonne ausgesetzt. Daher sollten diese an einem Fenster stehen, das nach Süden oder Westen zeigt und an das viel Sonnenlicht kommt. Heimische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Dill sind anspruchsloser, doch auch ihnen schadet viel Sonne nicht.

Aromatischer an der frischen Luft

Auch die Entscheidung, ob Sie die Kräuter auf der Innen- oder Außenseite des Fensters platzieren, hat einen Einfluss auf die Gewächse. An der frischen Luft behalten sielänger ihr Aroma. Wenn Sie sie also in der Wohnung anpflanzen, müssen Sie häufig lüften, damit die Kräuter möglichst lange einen intensiven Geschmack behalten. Außerdem darf sich direkt unter dem Fenster keine Heizung befinden. Achten Sie beim Platzieren auf der Außenseite darauf, die Töpfe der Kräuter ausreichend zu sichern, damit sie nicht bei einem heftigen Windstoß herunterfallen. Dazu können Sie Blumenkastenhalterungen nutzen oder Töpfe mit Kabelbindern beziehungsweise Draht sichern.

Rechtzeitige Pflege

Finden Sie die richtige Balance von Bewässerung und Sonnenschein. Da die Kräuter unterschiedliche Ansprüche haben, sollten nicht mehrere Sorten in einem Topf wachsen. Basilikum beispielsweise sollte mindestens jeden zweiten Tag gegossen werden, Rosmarin hingegen kommt längere Zeit ohne Wasser aus. Kresse wächst am besten in einem flachen Gefäß. Nutzen Sie lieber mehrere kleine Töpfe. Gießen Sie wenig, aber dafür regelmäßig und achten Sie darauf, dass sich keine Staunässe bildet. Sie könnte zu Schimmelbildung und Schädlingsbefall führen. Beides müssen Sie wiederum unverzüglich beheben, um die Kräuter zu retten. Befallene und verfaulte Teile der empfindlichen Pflanzen können Sie mit einer kleinen Gartenschere entfernen. Schädlingsbekämpfungsmittel, auch auf natürlicher Basis, finden Sie in Garten-Centern und Baumärkten.

Gut durch den Winter

Einige Kräuterarten wie Basilikum, Rucola oder Kerbel können Sie nur über einen Sommer ziehen. Zu den mehrjährigen Sorten zählen unter anderem Petersilie, Salbei oder Rosmarin. Während der Wintermonate müssen Sie diese vor äußeren Einflüssen – besonders der niedrigen Temperatur – schützen. Ideal für das Überwintern ist eine Temperatur von ungefähr fünf Grad Celsius, daher sind die Kräuter draußen besser aufgehoben. Gegen langfristige niedrige Temperaturen und Schneefall hilft ein selbst gebasteltes Dach aus Juteleinenstoff oder Tannenzweigen.