Kakteen richtig gießen

Kakteen richtig gießen

Schlangen verdauen ihre Beute teilweise wochenlang. Kakteen haben zu Wasser eine ähnliche Beziehung. Für diejenigen, die vor dem Urlaub regelmäßig vergessen, ihre Pflanzen zu gießen, sind sie genau das Richtige. Doch übermäßiges Gießen verzeihen sie nicht.

Der Kaktus in der Natur

Die meisten Menschen mögen Pflanzen. Neben dem ästhetischen Mehrwert kommen sie in geschlossenen Räumen der Luftqualität zugute. Doch nicht jeder wurde mit einem grünen Daumen gesegnet. Die Lösung: Kakteen. Die meist stacheligen Sukkulenten gehören zu den wenigen Pflanzengattungen, die in der Wüste überleben. Doch das ist nicht zwangsläufig der Fall; auch bei Kakteen kann man einiges falsch machen.

Es ist zwar wahr, dass Kakteen nur wenig Wasser brauchen. Selbst diese Überlebenskünstler haben allerdings einen gewissen Wasserbedarf. Dennoch ist dieser wesentlich niedriger als bei anderen Zimmerpflanzen.

Lieber zu trocken als zu feucht

In der Natur sind Kakteen langen Trockenphasen und kurzen, starken Regenphasen ausgesetzt. Da sie auf solche Witterungen eingestellt sind, sollten Sie diese simulieren. Das bedeutet: je nach Kaktusart alle zwei bis vier Wochen gießen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, eher selten zu gießen. Bekommt der Kaktus viel direkte Sonne, sollte er häufiger gegossen werden und umgekehrt. Wichtig ist, dass Sie die Erde komplett trocknen lassen, bevor Sie den Kaktus wieder gießen.

Wenn der Kaktus zu lange in feuchter Erde steht, verfaulen die Wurzeln allmählich. Um das zu vermeiden, sind neben einer angemessenen Gießfrequenz Töpfe mit Löchern am Boden zu empfehlen. So kann überflüssiges Wasser abfließen und es kommt nicht zu Staunässe. Sie können testen, ob die Erde trocken ist, indem Sie einen Zahnstocher oder einen kleinen Holzspieß bis zum Boden in die Topferde stecken. Wenn Sie ihn wieder herausziehen, sollte er seine ursprüngliche helle Farbe aufweisen. Ist dies nicht der Fall, ist die Erde noch zu feucht und der Kaktus darf noch nicht gegossen werden.

Die richtige Wassermenge

Sie sollten ihren Kaktus von oben gießen, nicht in den Untersetzer. So wird die ganze Erde feucht und der Kaktus bleibt über längere Zeit versorgt, wie es in der Natur der Fall ist. Sie haben genug gegossen, wenn Wasser aus den Löchern aus dem Boden des Topfes fließt. Leeren Sie den Untersetzer aus, damit die Wurzeln nicht zu lange im Wasser stehen. Beim Gießen sollten Sie vermeiden, dass der Kaktus selbst Wasser abbekommt. Wenn er nämlich nass in der Sonne steht, könnte es zu einer Verbrennung kommen. Solange der Kaktus genug Zeit hat, im Schatten zu trocknen, ist das jedoch kein Problem.

Zur Wasserhärte

Kakteen sind nicht so empfindlich, dass sie mit dem falschen Wasser sofort eingehen. Trotzdem sollten Sie, wenn möglich, weiches Wasser nutzen, bestenfalls Regenwasser. Leitungswasser ist jedoch auch geeignet. Wenn das Wasser in Ihrer Wohngegend viel Kalk aufweist, wird geraten, das Wasser vor dem Gießen zu entkalken, zum Beispiel indem Sie es zunächst abkochen. Dann müssen Sie mit dem Gießen allerdings warten, bis das Wasser Zimmertemperatur erreicht hat.

Die Rettung nach dem Übergießen

Der häufigste Fehler bei der Kaktushaltung ist das Übergießen. Enthusiastische und ambitionierte Anfänger in der Pflanzenhaltung gießen gegebenenfalls zu oft, zu viel oder gar beides. Im frühen Stadium der Schädigung durch Nässe, wenn die Wurzeln noch nicht verfault sind, ist Ihr exotischer Zimmergenosse allerdings noch zu retten: Nehmen Sie ihn aus seinem Topf und entfernen Sie die feuchte Erde von den Wurzeln, so weit es geht, ohne diese zu beschädigen. Legen Sie den Kaktus, bevor sie ihn wieder einpflanzen, einige Tage an einen schattigen Platz, um die Wurzeln trocknen zu lassen.

Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn es beim ersten Kaktus nicht funktioniert. Der Umgang mit Pflanzen braucht etwas Erfahrung. Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Wasser Ihre Kakteen brauchen.