Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Der Igel ist ein willkommener Gast in unseren Gärten, denn er sieht nicht nur putzig aus, sondern vertilgt auch Schädlinge. Zu seinen Beutetieren zählen verschiedene Insekten, Würmer und gelegentlich Schnecken. Igel sind auf Unterschlüpfe wie Hecken und Laubhaufen angewiesen. Zum Winteranfang stehen sie leider oft vor dem Problem, dass sie in Gärten keine solchen Verstecke finden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten igelfreundlicher gestalten können.

Hilfe für Stacheltiere

Ein Igel hat vor dem Winterschlaf zwei Ziele: Gewicht zulegen und anschließend einen Unterschlupf finden. Wer einen Igel beherbergen möchte, muss also zuerst gute Bedingungen für seine Beutetiere schaffen. Ein akkurater englischer Rasen bietet Tieren keine Nahrung. Die Insekten, von denen sich der Igel ernährt, fühlen sich in naturnahen Gärten am wohlsten. Totholzecken und Blumenwiesen locken sie an. Auch das Aufstellen eines Insektenhotels ist eine sinnvolle Maßnahme. Wenn Sie sich nicht ganz vom ordentlichen Rasen verabschieden wollen, reicht es aus, eine Ecke des Gartens etwas verwildern zu lassen.

Sobald der erste Bodenfrost den Winter ankündigt, geht der Igel auf die Suche nach einem Versteck für die kalte Jahreszeit. In diesem Unterschlupf bleibt er bis zum April, wenn er bei 15 Grad Celsius Außentemperatur wieder erwacht. Als Winterquartier dienen ihm Reisig- oder Laubhaufen, in denen er ein kugelförmiges Nest anlegt. Auch in Stein- und Holzhaufen oder unter dichten Hecken macht es sich der Igel gern gemütlich. Bei der Suche nach einem Unterschlupf können wir den Igel unterstützen, indem wir für ihn Überwinterungsangebote schaffen.

In Ihrem Garten können Sie folgende Dinge verändern, um dem Igel zu helfen:

  • Blühende Pflanzen locken die Beutetiere des Igels an
  • Igel mögen dichte Hecken, unter denen sie sich verstecken können
  • Verwenden Sie keine Pestizide und Insektizide
  • Lassen Sie in einer Ecke des Gartens Laub und Reisig liegen
  • Zäune sollten eine kleine Öffnung aufweisen
  • Bedecken Sie Gruben und Schächte
  • Gartenteiche sollten flache Stellen oder Ausstiegshilfen haben

Igelfreundliche Gartengestaltung

Ein naturnaher Garten, den Igel mögen, ist auch für viele andere Tiere ideal. Er bietet vielfältige Strukturen, die als Nahrungsquelle oder Behausung dienen. Dazu gehören eine dichte Hecke und viele blühende Pflanzen, die Insekten anlocken. Sträucher, die den Boden berühren, bieten Igeln und anderen scheuen Tieren Schutz. Besonders gut geeignet sind Holunder, Liguster, Pfaffenhütchen und Wolliger Schneeball. Diese heimischen Sträucher sind zudem Nahrungsquelle für viele Insekten und andere kleine Tiere. Insektizide kommen in einem igelfreundlichen Garten nicht zum Einsatz. Diese Gifte schaden vielen Tieren, nicht nur den Schädlingen.

Ein wichtiger Aspekt der igelfreundlichen Gartengestaltung ist die Barrierefreiheit. Igel durchstreifen ein großes Revier. In Gärten treffen sie dabei immer wieder auf unüberwindbare Hindernisse wie Mauern, Treppen und Maschendrahtzäune. Hier sollten Durchgänge für die Tiere geschaffen werden. Holzzäune sind igelfreundlich, sofern die Latten nicht zu eng stehen und nicht bis zum Boden reichen. Drahtzäune mit großen Maschen stellen eine Gefahr dar, da sich Igel beim Versuch hindurchzuschlüpfen, verfangen können.

Auch Vogelabwehrnetze sind problematisch. Wenn sie bis zum Boden hängen, besteht die Gefahr, dass sich Igel mit ihren Stacheln darin verfangen. Das Gleiche gilt für Müllsäcke. Neugierige Igel suchen darin gern nach Nahrung. Doch die meisten unserer Lebensmittel sind nicht nur schädlich für die Tiere, hinzu kommt die Gefahr, dass sie mit ihren Stacheln am Plastiksack hängenbleiben. Müllsäcke gehören also immer in die Mülltonne.

Kellerabgänge und Lichtschächte bergen nicht nur für den Igel die Gefahr hineinzufallen. Bleiben die Tiere unentdeckt, bedeutet das ein trauriges Ende. Diese Fallen lassen sich mit einigen Handgriffen entschärfen. Auf die Kellertreppe werden seitlich Ziegelsteine oder Holzklötze gelegt, um den Stufenabstand zu verkürzen. Für Schächte empfehlen sich möglichst engmaschige Metallgitter. Auch ein Brett kann als Ausstiegshilfe dienen.

Ein Teich wertet den Garten nicht nur optisch auf, sondern ist auch ein Biotop, das vielen Lebewesen zugutekommt. Die vorgefertigten Teichbecken haben aber oft so steile Wände, dass hereingefallene Tiere nicht mehr hinauskommen. Der Igel schwimmt zwar recht gut, kann aber den Beckenrand nicht überwinden. Wer einen solchen Teich im Garten hat, sollte Tieren eine lebensrettende Ausstiegshilfe schaffen. Das kann ein Holzbrett mit Sprossen oder auch eine mit Steinen beschwerte Bastmatte sein, die ins Wasser hineinreicht.

Winterquartier einrichten

Wer dem Igel etwas Gutes tun möchte, sollte in einer Ecke des Gartens der Natur freien Lauf lassen. Ideal ist eine vor Wind und Regen geschützte Stelle zwischen Sträuchern, an einer Hauswand oder unter einer Hecke. In diesem Bereich lassen Sie Totholz und Herbstlaub einfach liegen. Auch ein Haufen aus Baumschnitt kommt dem Igel entgegen. Der Igel sucht sich dann von selbst die Materialien für sein Nest zusammen. Wichtig ist, dass solche Haufen von November bis März in Ruhe gelassen werden. Schließlich möchten Sie die Bewohner nicht aufschrecken.

Wenn Ihr Garten groß genug ist, können Sie aus Laub und Schnittgut, die im Herbst ohnehin anfallen, einen Ast-Laub-Haufen bauen. Dafür ist eine Grundfläche von circa vier Quadratmetern notwendig. Zunächst wird durch kreuzweises Aufschichten von Ästen oder Scheiten ein Hohlraum geschaffen. Die dafür verwendeten Hölzer sollten eine Länge von circa 30 Zentimetern haben. Dieses Gerüst wird oben mit einem flachen Dach aus Ästen bedeckt. Nun steht der Wohnraum des Igels, der im Anschluss großzügig mit Laub bedeckt wird. Das Ganze wird dann mit Tannenzweigen beschwert. Ein solcher Haufen ist nicht nur ein Schlafplatz für Igel, sondern auch Lebensraum für verschiedene Kleinlebewesen.

In kleinen Gärten ist allerdings oft kein Platz für Laub- oder Totholzhaufen. Wenn Sie trotzdem Igeln helfen möchten, ist ein spezielles Igelhaus die beste Lösung. Diese Häuschen verfügen über einen integrierten Katzenschutz in Form eines verwinkelten Eingangs. Das Igelhaus können Sie ab Anfang Oktober in einer ruhigen, schattigen Ecke des Gartens aufstellen. Gut geeignet ist ein Standort unter einer Hecke. Damit es nicht umfällt, kommt ein Ziegelstein aufs Dach. Den Eingang können Sie mit Zweigen verdecken. Schauen Sie nicht nach, ob ein Igel eingezogen ist. Igel mögen keinen Besuch und suchen dann das Weite.

Nahrungsangebote für Igel

Wasser nehmen Igel und andere Tiere gern an. Stellen Sie eine flache Schüssel an eine ruhige Stelle im Garten. Sie brauchen lediglich darauf zu achten, die Wasserstelle regelmäßig zu reinigen, damit sie nicht zum Hort für Krankheiten wird. Auf Kuhmilch sollten Sie unbedingt verzichten, denn Igel bekommen davon Durchfall.

Die Fütterung von Igeln ist durchaus kritisch zu sehen, denn hier werden oft Fehler gemacht. Igeln häufig dargebotene Lebensmittel wie Nüsse oder Obst sind für sie nicht geeignet, da die Tiere Fleischfresser sind. Auch Küchenabfälle bekommen ihnen nicht. In den meisten Fällen ist es besser, auf eine Fütterung zu verzichten. Igelfreunde sollten – wenn überhaupt – gezielt untergewichtige Tiere mit Katzenfutter füttern. Regelmäßig Futter auszulegen, ist keine gute Idee, da im Spätherbst oder Winter gefütterte Igel unter Umständen nicht mehr in den Winterschlaf gehen, der zu ihrem natürlichen Lebenszyklus gehört.

Abgemagerte Igel erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Eingefallene Flanken
  • Dellen hinter den Ohren
  • Der Igel liegt apathisch auf der Seite
  • Der Igel rollt sich nicht mehr ein