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Haftpflichtversicherungen

Die besten Haftpflichtversicherungen im Vergleich

 

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Passgenauen Haftpflichtschutz finden

Das Wichtigste in Kürze
  • Etwa 85 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland verfügt über eine Haftpflichtversicherung.
  • Haftpflichtversicherungen unterteilen sich in Unterkategorien, die verschiedene Schadensfälle abdecken.
  • Privat-, Bauherren, Tierhalter- Betriebs sowie Kfz-Haftpflichtversicherungen zählen zu den wichtigsten Vertretern ihrer Zunft.
Gesetze
Gesetze zur Haftpflicht sind schon lange ein Teil der Menschheitsgeschichte.

Fast so lange, wie der Mensch die Schriftsprache kennt und nutzt, um Gesetze festzuhalten, kennt er auch eine Regelung der (heute so genannten) Haftpflicht. Das vermutlich älteste Zeugnis ist im Codex Hammurapi zu finden, wo die Verpflichtung der Bürger für ihr Handeln privatrechtlich festgestellt wird. Eine Versicherungsmöglichkeit gegen resultierende Schadensersatzansprüche sah König Hammurapi von Babylon offenbar noch nicht vor, zumindest gibt es hierfür in der viertausend Jahre alten Gesetzessammlung keinen Hinweis.

Heute sind Haftpflichtversicherungen beinahe in jedem Haushalt vorhanden, und nur wenige verzichten auf den gebotenen Schutz vor finanziellen Folgen bei Schädigung von Personen, Sachen und Vermögen. Der Anteil der Nichtversicherten liegt derzeit etwa bei 15 Prozent, wie eine Studie des Statistischen Bundesamts im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. jüngst zeigte.

Dabei zählt zu den wichtigsten Funktionen einer Haftpflichtversicherung nicht nur die Absicherung des Versicherten gegen den Bankrott im Schadensfall. Es ist auch eine soziale Handlung, dass ein Unfallverursacher dafür sorgt, einem schuldlos Geschädigten einen gewissen finanziellen Ausgleich zu ermöglichen.

1. Die verschiedenen Arten der Haftpflichtversicherung

Egal, ob Personen-, Sach- oder Vermögensschaden – in solchen Fällen ist eine finanzielle Absicherung Gold wert. Versicherungskonzerne bieten für jeden eintretenden Schadensfall eine passende Haftpflichtversicherung an. Zu den wichtigsten Arten von Haftpflichtversicherungen gehören:

  • die Privathaftpflichtversicherung
  • die Bauherrenhaftpflichtversicherung
  • die Tierhalterhaftpflichtversicherung
  • die Betriebshaftpflichtversicherung
  • die Kfz-Haftpflichtversicherung

Allerdings setzen Haftpflichtversicherungen häufig ein bestimmtes Vokabular voraus, das eventuell nicht jedem geläufig ist. Wer sich außerdem zum ersten Mal mit dem Thema auseinandersetzt, wird vermutlich noch nicht wissen, was diese speziellen Versicherungen alles an Leistungen bieten und in welchen Fällen die Leistungsausschüttung erfolgt. Im Folgenden wollen wir deshalb zunächst die wichtigsten Vertreter der Haftpflichtversicherungen vorstellen:

Privathaftpflichtversicherung

Bananenschale
Eine Privathaftpflichtversicherung schützt auch die Familie und etwaige Hausangestellte des Versicherungsnehmers.

Der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung wird vom Gesetzgeber nicht verlangt. Wie der Name bereits vermuten lässt, richtet sich die Versicherung speziell an Privatpersonen, die im Schadensfall finanzielle Unterstützung erhalten, denn ein Malheur im privaten Bereich, etwa ein Rotweinfleck auf dem weißen Teppich, ist schnell geschehen.

Durch eine Privathaftpflichtversicherung hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, sich selbst sowie seine Familie und auch Hausangestellte vor Schadenskosten zu bewahren. Zudem sind volljährige Kinder, die sich im Studium, in einer Ausbildung oder im Zivildienst befinden, über die Privathaftpflichtversicherung ihrer Eltern mitversichert. Kinder unter sieben Jahren brauchen diesen Schutz nicht, da sie noch als deliktunfähig gelten, das heißt, dass sie schuldunfähig sind und für selbstverursachte Schäden nicht haften.

Sollte es zu einem Schadensfall kommen, wird dieser auf einen Schadensanspruch und dessen Höhe geprüft. Wenn der Antrag berechtigt ist, erhält der Versicherungsnehmer eine Kostenerstattung. Falls kein Anspruch auf einen Schadensersatz besteht, wehrt die Privathaftpflichtversicherung den Antrag ab.

Schluessel
Privathaftpflichtversicherungen lassen sich um viele Leistungen erweitern – etwa eine finanzielle Absicherung bei Schlüsselverlust.

Eine Privathaftpflichtversicherung ist durch Zusatzleistungen erweiterbar. So kommt es dann zu einer Erhöhung des Versicherungsschutzes. Zu den möglichen Erweiterungen zählt die Forderungsausfalldeckung. Diese tritt in Kraft, sobald der Schadensverursacher dem Versicherten die Kosten nicht erstatten kann, da dieser keine eigene Privathaftpflichtversicherung besitzt oder zahlungsunfähig ist. Viele Versicherungsunternehmen haben diese Zusatzleistung auch bereits in ihren bestehenden Verträgen integriert.
Weitere, separate Versicherungen, wie die für einen Schlüsselverlust oder für Glasschäden, sind je nach häufig ausgeübten Aktivitäten und persönlichem Bedarf sinnvoll.
Des Weiteren sollten auch Schäden, die bei der Ausübung eines Ehrenamtes oder bei einer unentgeltlichen Gefälligkeit entstehen können, in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. Als Beispiel wäre hier die Hilfe bei einem Umzug zu nennen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist eine spezielle Form der Haftpflichtversicherung. Bei einem Bauvorhaben, für welches der Bauherr die Eigenverantwortung trägt, müssen alle beteiligten Personen und Maschinen versichert sein. Schließlich kann es auf der Baustelle trotz Einhaltung der baulichen Sicherheitsmaßnahmen zu einem Schadensfall kommen.

Hausbau
Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist nur bei ordnungsgemäßem Verhalten wirksam.

Darüber hinaus hat der Bauherr die Pflicht, die Baustelle gut abzusichern. Dies ist jedoch nicht mit einem einfachen Hinweisschild vor der Baustelle getan. Auch die Zäune, welche die Baustelle absperren, müssen intakt und mögliche Gruben ausreichend abgedeckt sein. Zudem ist eine Absperrung rund um das Baugelände unabdinglich.
Sollte sich trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen ein Schadensfall auf einer Baustelle ereignen, tritt die Bauherrenhaftpflichtversicherung in Kraft. Diese prüft zunächst, ob der Bauherr seinen Pflichten ordnungsgemäß nachgekommen ist - sollte dies zutreffen, kommt die Versicherung für die Kosten auf.
Jedoch sind nicht alle Schäden in einer einfachen Bauherrenhaftpflichtversicherung berücksichtigt. Ein völlig eigenständiges Bauvorhaben muss durch zusätzliche Leistungen abgesichert werden.

Tierhalterhaftpflichtversicherung

Reiten
Haustierbesitzer sollten immer auch eine Tierhaftpflichtversicherung in Betracht ziehen.

Tiere können ebenfalls großen Schaden anrichten, weshalb sich ihre Besitzer gegen die Folgen absichern sollten. Damit diese Schäden kompensiert werden, muss der Besitzer über eine entsprechende Tierhaftpflichtversicherung verfügen, denn ansonsten haftet der Halter laut Gesetz für den vollen Schadensumfang.

Für kleinere Haustiere wie Meerschweinchen oder Katzen ist eine Tierhaftpflichtversicherung nicht notwendig, da Schäden, welche durch diese Tiere verursacht werden, bereits mit der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt sind. Hunde und Pferde allerdings, für die viele Versicherungsunternehmen meist auch spezielle Versicherungen anbieten (Hundehalter- beziehungsweise Pferdehalter-Haftpflichtversicherung), sollten durch eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgesichert sein.

Bei Hunden gestaltet sich die Absicherung äußerst komplex, da manche Versicherungsgesellschaften einige Rassen nicht oder nur gegen höhere Beitragskosten versichern. Vor allem so genannte Kampfhunde fallen unter solche Klauseln. Außerdem kann es zu einer Ablehnung der Schadensbegleichung kommen, wenn der Halter die Leinen- und Maulkorbpflicht vernachlässigt hat. Des Weiteren sind Schäden, welche der Halter des versicherten Tieres selbst erleidet, bei fast keiner der Versicherungen inbegriffen.

Hund
Versicherungen setzen häufig die Beitragskosten in Relation zur Hunderasse.

Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung gilt als wichtigste Versicherung zur finanziellen Absicherung für Selbstständige und Freiberufler. Denn bei aller Vorsicht können sie nicht ausschließen, dass sie bei ihrer Arbeit einen anderen Menschen verletzen oder dessen Eigentum beschädigen. Der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, jedoch im Schadensfall unbedingt notwendig. Grundsätzlich haftet jeder Betrieb in Deutschland mit seinem gesamten Vermögen für verursachte Schäden.

Bei Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung sind Selbstständige sowie ihr gesamtes Personal geschützt. Auch bei freiberuflichen Tätigkeiten kommt die Betriebshaftpflichtversicherung für Schäden auf, welche der Freiberufler oder dessen Mitarbeiter während der Arbeit anderen Menschen oder deren Eigentum zufügen.

Personal
Betriebshaftpflichtversicherungen bilden eine wichtige finanzielle Absicherung für Selbstständige und Freiberufler.

Außerdem überprüft die Betriebshaftpflichtversicherung sämtliche gestellten Ansprüche. Sollten einmal unberechtigte oder überzogene Schadensersatzforderungen gegen den Versicherungsnehmer gestellt werden, kommt sie für die Sachverständigen-, Anwalts-, und Prozesskosten auf. Des Weiteren steht der Versicherungsschutz für Schadensfälle dem Selbstständigen generell im In- und Ausland zur Verfügung, was vor allem bei Dienstreisen wichtig ist.

Für die Berechnung der Kosten einer Betriebshaftpflichtversicherung sind

  • die berufliche Tätigkeit
  • die Anzahl der Mitarbeiter
  • der erwirtschaftete Jahresumsatz sowie
  • der Selbsterhalt

ausschlaggebend. Zudem können Versicherte den Schutz der Betriebshaftpflicht bei Bedarf durch Zusatzleistungen erweitern.
So ist es möglich, die Betriebs- durch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zu ergänzen. Diese Versicherung bietet Schutz vor rein finanziellen Schäden, welche durch eine fehlerhafte Beratung oder Dienstleistungserbringung entstehen. Viele Versicherungskonzerne haben auch bereits eine Betriebshaftpflicht- inklusive Privathaftpflichtversicherung im Angebot. Der Versicherungsnehmer ist dadurch sowohl beruflich als auch privat geschützt, denn diese Versicherung kommt für Schäden Dritter auf, die in seinem privaten Umfeld verursacht werden. Der Schutz gilt für ihn und für seine Familie.

Kfz-Haftpflicht

In Deutschland ist jeder Autofahrer gesetzlich dazu verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dadurch werden Schäden, welche er anderen Wagen oder Verkehrsteilnehmern zufügt, finanziell abgesichert.

Auto
Autofahrer sind in Deutschland per Gesetz zu einer Kfz-Haftpflichtversicherung verpflichtet.

Neben der Kfz-Haftpflichtversicherung ist es dem Fahrer freigestellt, ob er für sich den Abschluss einer Kaskoversicherung in Betracht zieht, weil diese auch Schäden am eigenen Fahrzeug mitversichert. Sie untergliedert sich zudem in eine Teil- und eine Vollkaskoversicherung. Die Kfz-Teilkaskoversicherung deckt Fahrzeugschäden, welche durch Brände, Explosionen, Diebstähle, Unwetter oder Zusammenstöße mit Haarwild verursacht werden. Die Kfz-Vollkaskoversicherung hingegen übernimmt auch die Absicherung von Schäden am Fahrzeug, die durch selbstverschuldete Unfälle oder durch Vandalismus entstehen.
Auch bei der Kfz-Haftpflichtversicherung hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, kostenpflichtige Zusatzbausteine hinzu zu buchen. Darunter fallen unter anderem ein umfassender Schadenservice, Rabattschutz oder Fahrerschutz. So vermittelt der Schadenservice den Versicherten an eine Werkstatt. Der Rabattschutz hingegen bewahrt den Versicherten vor höheren Beitragsleistungen. Der Fahrerschutz dagegen betrifft vor allem Personenschäden, denn er deckt unter anderem Schmerzensgeld.

Ausschluss

Paar
Haftpflichtversicherungen lassen sich an viele Lebenssituationen anpassen.

Beim Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung sollte der Versicherungsnehmer darauf achten, dass sowohl Ehepartner, Kinder als auch mögliches Hauspersonal mitversichert sind. Zudem sollten unverheiratete Paare aufpassen, dass der Partner im Vertrag steht.
Jedoch gibt es auch bei einer Haftpflichtversicherung Schäden, für die entweder niemand aufkommt oder für die der Versicherungsnehmer eine zusätzliche Versicherung abschließt.
Schäden durch größere Haustiere, wie etwa Hunde oder Pferde, begleichen die meisten Privathaftpflichtversicherungen nicht. Für solche Schäden benötigt der Halter daher die Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Der Verlust von privaten oder beruflichen Schlüsseln ist ebenfalls nur mitversichert, wenn dies ausdrücklich im Versicherungsvertrag mit aufgenommen wurde. Des Weiteren sollte ein Grundstückbesitzer über eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung verfügen. Ein Öltank auf seinem Grundstück könnte zu einer Verschmutzung des Grundwassers führen, und für diesen Schadensfall kommt die Privathaftpflichtversicherung nicht auf.

Sportverein
Selbst ehrenamtliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel die eines Fußballtrainers für einen kleinen Sportverein, können in die Policen aufgenommen werden.

Die Abdeckung von Risiken durch die Privathaftpflichtversicherung richtet sich nach den jeweiligen Lebensumständen des Versicherungsnehmers. So sollten ehrenamtliche Arbeiter oder Mitglieder eines Sportvereins aufpassen, dass die Haftpflichtversicherung diese Tätigkeit mitversichert.
Zudem kann es von Vorteil sein, sogenannte Gefälligkeitsschäden in den Vertrag mit aufzunehmen. Damit sind Schäden gemeint, welche im Rahmen einer unentgeltlichen Tätigkeit, etwa während der Hilfe beim Umzug eines Freundes, entstehen. Zwar haftet der Schädiger für Gefälligkeitsschäden nur bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz. Dennoch ist eine private Haftpflichtversicherung in einem solchen Fall die sichere Alternative.

Bei der Wahl der Zahlungsweisen bieten sich dem Versicherungsnehmer verschiedene Möglichkeiten. Die Entscheidung für eine viertel-, halbjährliche oder jährliche Zahlung honorieren viele Versicherungsunternehmen mit verminderten Beitragskosten. Eine weitere Einsparmöglichkeit ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung, bei welcher der Kunde einen Teil der Beitragskosten selbst bezahlt. In den meisten Fällen sind das 150 Euro.
Im Falle eines vorsätzlich geleisteten oder grob fahrlässigen Schadensfalls kann dem Versicherungsnehmer der Anspruch auf Erstattungskosten teilweise oder sogar ganz gestrichen werden, sodass er hier selbstständig für den Schaden haften muss.

2. Schadensarten

Personenschäden

Unter einem Personenschaden wird im rechtlichen Sinne der materielle oder immaterielle Nachteil, der bei Verletzungen des Körpers oder der Gesundheit eines Menschen entsteht, verstanden. Personenschäden reichen von einfachen Prellungen bis hin zur Tötung eines Menschen.
Kommt es bei einem Unfall zu einem Personenschaden, muss der Geschädigte möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, um sich den Zusammenhang zwischen dem Unfall und den Verletzungen bescheinigen zu lassen. Außerdem kann ein hinausgezögerter Arztbesuch Auswirkungen auf den zugesprochenen Schadensersatz haben, da eine ärztliche Behandlung zu den Schadenminderungspflichten des Opfers zählt. Bei schwerwiegenden Verletzungen kann ein Gutachter hinzugezogen werden. Die Kosten des Gutachters muss die gegnerische Versicherung tragen.

Teddy Schaden
Häufig kommen auf den Unfall- und Schadensverursacher zahlreiche Kosten zu.
Ansprüche bei Personenschäden

Die Kosten für Personenschäden können schnell existenzgefährdende Ausmaße annehmen. Der Unfallverursacher hat je nach Art und Schwere der Verletzungen den erlittenen Schaden zu begleichen. Zuerst muss er die direkten Behandlungskosten tragen. Dazu zählen die Kosten des Krankenhausaufenthalts, Kosten für Medikamente, aber auch Kuraufenthalte oder notwendige kosmetische Operationen. Anders als bei Sachschäden gibt es bei Personenschäden keine fiktive Abrechnung. Die Behandlungen muss der Geschädigte auch tatsächlich in Anspruch nehmen.
Neben den Behandlungskosten können noch weitere Kosten auf den Verursacher zukommen. Sind die Verletzungen ernsthafter, muss er auch die Folgekosten begleichen. Dies können einerseits notwendige Therapien wie regelmäßige Massagen oder Krankengymnastik sein, andererseits muss der Verursacher auch Umbaukosten für Fahrzeuge oder Wohnungen ersetzen, falls der Geschädigte diese durch den Unfall nicht mehr nutzen kann.
In den ersten sechs Wochen nach einer Erkrankung besteht eine Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers. Ist nach dieser Zeit das Unfallopfer noch nicht in der Lage, seine Tätigkeit wieder aufzunehmen, steht ihm Krankengeld von der Krankenkasse zu. Das Krankengeld beträgt allerdings nur 70 Prozent des Arbeitseinkommens. Für die Differenz muss der Verursacher aufkommen. Bleibt eine vollständige Genesung aus, hat der Geschädigte einen Anspruch auf Schadensersatz in Form einer Rentenzahlung. Falls es ihm durch die Verletzungen nicht mehr möglich ist, seinen aktuellen Beruf weiter auszuüben, muss der Urheber auch die Kosten einer Umschulung begleichen.
Bei Unfällen mit tödlichem Ausgang kommen die Kosten für eine angemessene Bestattung auf die gegnerische Versicherung zu. War der Getötete anderen zum Unterhalt verpflichtet, zum Beispiel dem Ehepartner oder seinen Kindern, so können die Angehörigen ihren Anspruch auf die Unterhaltsleistung als Schadensersatz vom Schädiger verlangen.

Schmerzensgeld
Oberarm
Leicht Hundebiss, zurückbleiben einer reizlosen Narbe 1.250,00 Euro
Oberarmfraktur, 14 Tage stationär, komplikationslose Heilung 2.200,00 – 5.750,00 Euro
Mittel Obere Plexuslähmung, Oberarmnervenverletzung (Quetschung), Geburtsschaden 14.000,00 Euro
Oberarmfraktur mit Arthrose und Schultersteife 18.000,00 Euro
Schwer Oberarmverletzung, Humerusfehlstellung, vollständige Lähmung eines Armes 55.00,00 Euro
Oberarmamputation + Gehbehinderung durch Beinverkürzung 110.000,00 Euro

Zusätzlich zu allen bisher aufgeführten Kosten kann dem Geschädigten Schmerzensgeld zustehen. Von den hohen Summen, die in Amerika den Klägern als Schmerzensgeld zugesprochen werden, ist die Rechtsprechung in Deutschland weit entfernt. Das bisher höchste Schmerzensgeld wurde einem dreijährigen Kind zugesprochen, das eine Querschnittslähmung erlitt. Das Gericht sprach ihm einen Schadensersatz von 500.000 Euro zuzüglich einer monatlichen Rentenzahlung in Höhe von 500 Euro zu. Dem Schmerzensgeld kommt eine Ausgleichs- und eine Genugtuungsfunktion zu. Bei der Bemessung der Höhe werden die Schwere der Verletzungen und die Dauer der Behandlungen in Verbindung mit der sich daraus ergebenden Lebensbeeinträchtigung gesetzt. Einheitliche Summen für gleiche Verletzungen sprechen die Gerichte nicht aus, da bei der Berechnung immer die jeweiligen persönlichen Umstände eine Rolle spielen. Verliert beispielsweise ein Musiker bei einem Unfall einen Finger, wird er mehr Schmerzensgeld zugesprochen bekommen als ein Bürokaufmann, da dessen Beeinträchtigung kleiner ist und ihn im Alltags- und Berufsleben weniger einschränkt. Die Schmerzensgeldtabelle liefert erste Anhaltspunkte, in welchem Rahmen die Versicherungen bisher Schmerzensgeld für bestimmte Verletzungen zahlten. Die Tabelle gibt somit einen Überblick über die bisherigen gerichtlichen Schmerzensgeld-Entscheidungen. Bei geringfügigen Verletzungen wie Prellungen, die das Leben des Geschädigten nicht beeinträchtigen, wird kein Schmerzensgeld bezahlt.

Kosten bei Personenschäden Beispiele
Behandlungskosten Arzneimittel, Prothesen, Kuraufenthalte
Ständige Mehraufwendungen Pflege, Therapien wie Krankengymnastik
Kosten für Erwerbsminderung Temporärer oder dauerhafter Erwerbsausfall
Tödliche Unfälle Bestattungskosten, Unterhaltszahlungen
Schmerzensgeld Schmerzensgeldtabelle

In Deutschland sind die von den Gerichten verhängten Schmerzenzgeldsummen relativ gering. Diese Übersicht über die Personenschäden zeigt aber auch, dass Kosten für die Behandlungen und Verdienstausfälle auch vom Verursacher gezahlt werden müssen. Diese Kosten übersteigen meist die zu leistenden Schadensersatzzahlungen deutlich und der Verursacher kann sie ohne ausreichenden Schutz einer Haftpflichtversicherung kaum aus eigener Tasche bezahlen. 

Sachschaden
Ein Sachschaden beschreibt die vorsätzliche und rechtwidrige Beschädigung einer Sache.

Sachschäden

Unter einem Sachschaden versteht das Versicherungsrecht die Beschädigung einer Sache bis hin zu deren kompletter Zerstörung. Die Benutzbarkeit wird durch den Sachschaden beeinträchtigt und der Besitzer kann das Objekt nicht mehr oder nur eingeschränkt für seinen eigentlichen Zweck verwenden. Die Beispiele reichen von der komplett abgebrannten Wohnung bis hin zu einem Sprung im Porzellan der Großmutter. Geht die Sache allerdings verloren, handelt es sich nicht um einen Sachschaden.
Der Verursacher muss die Kosten tragen, um den Zustand vor dem Schadenseintritt wiederherzustellen. Bei einer Beschädigung von Einrichtungsgegenständen in einer Wohnung muss er beispielsweise die Renovierungs- und Reparaturkosten zahlen. Ist die beschädigte oder zerstörte Sache nicht ersetzbar, handelt es sich also beispielsweise um ein altes Erbstück, muss der Verursacher dem Geschädigten den Wertverlust ersetzen.

Die meisten Haftpflichtversicherungen begleichen nicht den Neuwert der beschädigten Sache, sondern ziehen als Berechnungsgrundlage den Zeitwert heran. Kommt beispielsweise ein gebrauchtes iPhone 4 zu Schaden, bekommt der Geschädigte nicht den Neuwert des Gerätes ersetzt, sondern lediglich den derzeitigen Wert. Das iPhone 4 kostete bei seinem Erscheinen im Jahre 2010 ab 629 Euro. Heutzutage sind neue iPhone 4 bereits für 179 Euro erhältlich. Gebrauchte Exemplare sind noch günstiger. Dem Geschädigten werden in den meisten Fällen somit weniger als 179 Euro für den Schaden ersetzt. Der Betroffene soll durch den Schadensfall nicht schlechter gestellt sein als vor dem Schadensereignis, er soll sich aber ebenso nicht bereichern können.

kaputtes Iphone
Es ist allgemeiner Irrglaube, dass die Höhe des Schadensersatzes dem Neuwert entspricht.

Vor allem bei Sammlerstücken und Antiquitäten ist der Ersatz des Zeitwerts allerdings nicht zielführend, da der Wert dieser Produkte im Lauf der Zeit steigt. In diesen Fällen zieht die Versicherung meist den Widerbeschaffungswert als Berechnungsgrundlage heran.

Flurschäden

Flurschäden werden von Sachschäden abgegrenzt. Flurschäden umfassen alle Schäden an landwirtschaftlich- oder gartenbaulich genutztem Grund. Sie sind eher bei Tierhaftpflichtversicherungen relevant und greifen beispielsweise, wenn etwa ein Pferd fremden Ackergrund zerstört oder ein Hund Blumenbeete verwüstet. Da Schäden an Äckern zu Ernteausfällen und damit zu hohen Schadensersatzforderungen führen können, sollte der Kunde beim Abschluss einer Tierhaftpflichtversicherung darauf achten, dass Flurschäden im Versicherungsschutz inbegriffen sind.

Vermögensschäden

Neben Personen- und Sachschäden sind auch Vermögensschäden von einer Haftpflichtversicherung abgesichert - hier lässt sich zwischen echten und unechten Vermögensschäden. Allgemein betrachtet fügt der Verursacher eines Vermögensschadens zwar weder einer Person noch einer Sache unmittelbar Schaden zu, allerdings erleidet eine Person durch das schuldhafte Verhalten einen finanziellen Schaden. Löscht der Beschuldigte etwa versehentlich die Datenbank eines Unternehmens und können deshalb einige Mitarbeiter ihrer Arbeit nicht nachkommen, wird dieser Schaden und die Kosten der Wiederbeschaffung der Informationen als echter Vermögensschaden bezeichnet.

Wasserplatte
Versicherungsunternehmen unterscheiden in echte und unechte Vermögensschäden.

Ein unechter Vermögensschaden entsteht als Folgeschaden aus einem Sach- oder Personenschaden. Durch die Beschädigung einer Maschine (klassischer Sachschaden) kommt es infolgedessen zu Produktionsausfällen und Betriebsstörungen. Aus dem Sachschaden entsteht ein Vermögensschaden, da dem Unternehmen durch den Schaden ein möglicher Gewinn entgeht. Eine weitere häufige Art des Vermögensschadens ist der Datenverlust. Verschüttet eine Person beispielsweise Wasser auf einer Festplatte, handelt es sich bei dem Schaden an der Festplatte um einen Sachschaden, während die Kosten des Datenverlusts und der Datenwiederbeschaffung als Vermögensschaden zu werten sind.

3. Tipps

Was muss ich im Schadensfall unternehmen?

Jeder Schadensfall ist unterschiedlich. Dennoch gibt es gewisse Verhaltensregeln, die verhindern, dass der Versicherungsschutz gefährdet wird, und zu einem möglichst reibungslosen Ablauf beitragen. Daher hat die Netzsieger-Redaktion im Folgenden die wichtigsten Grundregeln zusammengetragen.

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung
Krankenwagen
Bei Personenschäden ist es die Pflicht des Einzelnen, notwendige Maßnahmen zur Schadensbegrenzung einzuleiten.

Besonders, wenn Personen zu Schaden kommen, ist es von Bedeutung, alle notwendigen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu ergreifen. Hierzu gehören beispielsweise die Versorgung Verletzter durch Erste Hilfe und das Rufen eines Krankenwagens. Zusätzlich sollten Helfer die Polizei informieren.
Im Falle eines Brandes hängen die zu Maßnahmen von der Größe des Feuers ab. So empfiehlt es sich bei einem größeren Brand in jedem Fall, schnellstmöglich die Feuerwehr zu alarmieren. Bei einem kleineren Brand sollte die betroffene Person zudem versuchen, das Feuer zu löschen beziehungsweise dieses klein zu halten.
Verursacht beispielsweise ein Sturm größere Schäden an einem Gebäude, ist es ratsam, zur Vermeidung weiterer Schäden zerbrochene Fenster abzudecken. Das Gleiche gilt für zerstörte Fenster am Fahrzeug.

Bei Sachschäden ist es generell zu empfehlen, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren und, wenn möglich, den beschädigten Gegenstand aufzubewahren.

Schäden der Versicherung melden
kaputtes Handy
Die Dokumentation des Schadens begünstigt in der Regel die Leistungsausschüttung.

Damit der Versicherungsschutz nicht gefährdet ist, muss der Versicherungsnehmer den Schaden schnellstmöglich seiner Haftpflichtversicherung melden. In den Vertragsbedingungen der meisten Versicherungen heißt es dazu „umgehend“. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer in jedem Fall innerhalb einer Woche nach Schadenseintritt Kontakt zu seiner Versicherung aufnehmen sollte. In der Regel bietet der Versicherer dafür eine spezielle Schadenshotline an, die jeden Tag 24 Stunden lang erreichbar ist. Anschließend muss der Kunde eine sogenannte Schadensmeldung ausfüllen. Einige Versicherer senden diese dem Versicherungsnehmer nach der Kontaktaufnahme zu, meist ist sie auch online als Formular verfügbar. Dabei muss der Versicherungsnehmer in der Regel folgende Angaben machen:

  • Persönliche Daten
  • Angaben zum Schadenhergang
  • Angaben zum Schadenverursacher und zum Geschädigten
  • Im Falle eines Personenschadens Angaben zur verletzten Person

Hierbei ist es wichtig, immer bei der Wahrheit zu bleiben. Bei der Schilderung des Schadenhergangs kann es hilfreich sein, sich an den folgenden W-Fragen zu orientieren:

  • Was für ein Haftpflichtschaden ist entstanden (Sach-, Personen- oder Vermögensschaden?
  • Wann kam es dazu?
  • Wie ist der Schaden entstanden?
  • Wo ist er entstanden?

Die meisten Online-Schadensmeldungen bieten den Nutzern die Möglichkeit, direkt Fotos von den beschädigten Gegenständen mitzusenden.
Falls der Versicherte aufgrund des entstandenen Schadens Mahnungen, Forderungen, Anklagen oder ähnliches erhält, sollte er diese direkt an seine Haftpflichtversicherung weiterleiten, welche sich dann darum kümmert.

Kurz und knapp zusammengefasst – die wichtigsten Verhaltensregeln im Schadensfall
  • Schäden möglichst gering halten/begrenzen
  • Schäden schnellstmöglich der Versicherung melden
  • Anzeigen sowie Verfügungen direkt an die Versicherung weiterleiten
  • Immer wahrheitsgemäß Auskunft geben
  • Beschädigte Gegenstände aufheben bzw. Schäden dokumentieren

Wie kündige ich richtig?

Bei den meisten Versicherungsunternehmen beträgt die Vertragsdauer mindestens ein Jahr. Wenn ein Versicherungsnehmer seine Haftpflichtversicherung kündigen möchte, muss er den Vertrag drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres kündigen. Ansonsten verlängert sich der Vertrag um weitere zwölf Monate.

Vertrag
Die Kündigung einer Haftpflichtversicherung muss immer fristgerecht erfolgen.

Laut Paragraf 11 Nummer 3 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) gilt für beide Vertragsparteien die gleiche Kündigungsfrist. Bei Abschluss einer Versicherung mit einer Vertragsdauer von mehr als drei Jahren kann eine Kündigung laut Gesetz zum Ende des dritten oder jedes darauffolgenden Jahres erfolgen.
Eine Kündigung der privaten Haftpflichtversicherung kann seitens des Versicherungsnehmers auch außerordentlich erfolgen, wenn das Versicherungsunternehmen die Beitragskosten erhöht, ohne die Leistung dafür entsprechend zu verbessern. Der Versicherungsnehmer teilt dem Versicherer dies innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme der Beitragserhöhung schriftlich mit.

Auf jeden Fall sollte der Versicherungsnehmer die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein verschicken. So kann er nachweisen, dass die Kündigung fristgerecht erfolgt ist. Zudem geht er damit sicher, dass das Schreiben ankam. Der Versicherte sollte außerdem die Kündigungsbedingungen genau prüfen, denn einige Versicherungskonzerne akzeptieren eine Vertragsbeendigung per E-Mail oder Fax nicht.
Da eine Privathaftpflichtversicherung den Versicherungsnehmer im Falle von Sach-, Vermögens- und Personenschäden absichert, sollte er eine Kündigung nur in Betracht ziehen, wenn er bereits einen neuen Haftpflichtschutz in Aussicht hat. Dieser knüpft dann im Idealfall nahtlos an den alten Vertrag an.

4. Das Glossar rund um die Haftpflichtversicherungen

Die Sprache der Haftpflichtversicherung verwendet mittlerweile viele Begriffe, die nicht jedem Kunden bekannt sind. Hinter dieser Terminologie verstecken sich nicht selten wichtige Informationen über den Umfang des Versicherungsschutzes. Für Leser, die sich über die verschiedenen Optionen ihrer Haftpflichtversicherung informieren wollen, hat die Redaktion ein Glossar zu diesem Thema erstellt. Hier klärt die Redaktion die wichtigsten Begriffe, auf welche jeder Kunde bei der Suche nach dem passenden Angebot immer wieder stößt.

Abwasserschäden

Damit sind Schäden gemeint, die durch austretendes Abwasser entstehen. Davon sind vor allem Toiletten, Badewannen, Duschen, Spülmaschinen oder Waschmaschinen betroffen, die durch verstopfte oder verkalkte Rohre Wasser verlieren.

Allmählichkeitsschäden

Solche Schäden können durch fehlerhafte Handwerksarbeiten entstehen. Wie der Name bereits besagt, kommen die Schäden erst nach einer bestimmten Zeit zum Vorschein. Durch ständige Feuchtigkeit ist eine schlecht isolierte Wand für Schimmel besonders anfällig.

Deckungssumme

Diese Summe beschreibt den maximalen Betrag, den die Haftpflichtversicherung im Schadensfall übernimmt. Die Höhe der Summe wird bei Vertragsabschluss festgelegt.

Deliktunfähigkeit

Kinder unter sieben Jahren gelten in Deutschland als deliktunfähig. In diesem Alterszeitraum sind Kinder noch schuldunfähig und haften nicht für selbstverursachte Schäden. Die Haftungsgrenze für Schäden, die im Straßenverkehr passieren, liegt bei zehn Jahren. Prinzipiell müssen Eltern für deliktunfähige Kinder nur in Fällen haften, wenn eine Verletzung der Aufsichtspflicht bewiesen wird.
Auch Erwachsene können deliktunfähig sein, wenn nachweislich eine Bewusstlosigkeit, eine psychische Krankheit oder eine geistige Behinderung besteht. War die betreffende Person jedoch nachweislich bei klarem Verstand, so muss sie für den verursachten Schaden aufkommen.

Forderungsausfalldeckung

Die Forderungsausfalldeckung tritt in Kraft, wenn dem Versicherten Schäden von einer nicht zahlungsfähigen oder zahlungsunwilligen Person zugefügt werden. Sie ist sozusagen eine zusätzliche Absicherung der eigenen Schadenersatzforderungen an Dritte. Die meisten Versicherungen haben sie bereits automatisch in den Vertrag integriert.

Gefälligkeitsschäden

Schäden, welche zum Beispiel beim Umzug eines Freundes entstehen, werden als Gefälligkeitsschäden bezeichnet. Der Versicherte hilft in diesem Schadensfall unentgeltlich aus.

Mietsachschäden

Neben Schäden an Türen, Böden oder Wänden können auch beschädigte Fliesen im Bad als Mietsachschäden angesehen werden. Sie beschreiben im Allgemeinen eine Beschädigung des Mietobjektes.

Neuwertentschädigung

Werden Gegenstände durch versicherte Gefahren wie beispielsweise einen Brand vollkommen zerstört, erhält der Versicherte den Wert, welchen er benötigt, um die zerstörten Gegenstände in gleicher Art und Güte zu besorgen.

Schlüsselversicherung

Bei Verlust eines privaten und beruflichen Schlüssels greift diese Versicherung. In der Regel werden die Kosten für eine Schlossänderung übernommen, wenn der Schlüssel durch einen versicherten Schaden verloren gegangen ist.

Unter privaten Schlüsseln sind sowohl privat überlassene, fremde Wohnungs- und Haustürschlüssel als auch Keller-, Garagen- und Nebenraumschlüssel, die zur Mietwohnung gehören, zu zählen. Des Weiteren fallen Hotelschlüssel und Hotelchipkarten sowie Vereinsschlüssel und Schlüssel für ehrenamtliche Einrichtungen in diese Kategorie. Berufliche Schlüssel umfassen Firmenschlüssel des Arbeitgebers und fremde Wohnungs- und Hausschlüssel, welche dem Beschäftigten für die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit überlassen wurden, bezeichnet.

Selbstbeteiligung

Der Versicherte kann seine Beitragshöhe verringern, indem er sich an den Kosten selbst beteiligt. Hierbei wird die Beitragsspanne meist von den Versicherungen festgelegt. Mit steigender Selbstbeteiligung sinken die zu zahlenden Versicherungsbeiträge.

5. Ergebnisse des Vergleichs

In Deutschland gibt es hunderte Versicherer, die meist mehrere Haftpflichtversicherungs-Tarife anbieten. Hinzu kommen viele verschiedene Konditionen und Rabatte, die den Überblick zusätzlich erschweren. Netzsieger hat die besten Anbieter zusammengestellt und auf ihr Angebot, die entstehenden Kosten und auf eine kundenfreundliche Beratung und eine gute Informationspräsentation hin getestet. Das Ergebnis ist im folgenden großen Vergleich der Haftpflichtversicherungen nachzulesen.

Fohlen
Schäden an landwirtschaftlich- oder gartenbaulich genutztem Grund werden strikt von Sachschäden unterschieden.

Die Redaktion hat für den Vergleich der Haftpflichtversicherungen die am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland jeweils einem genauen Einzeltest unterzogen. Informationen zu den Tarifen und alle Details befinden sich in den Tests der einzelnen Produkte. Die Prüfer haben besonders auf die drei Punkte Kosten, Leistungs- und Informationsangebot geachtet. Am Ende jedes beschriebenen Kriteriums steht eine Zusammenfassung des Vergleichsergebnisses, und welche Versicherer besonders gut abschneiden konnten.

Angebot

Die Leistungen sind selbstverständlich das Wichtigste an einer Haftpflichtversicherung. Grundlegenden Schutz bieten zwar alle Versicherungen, sie unterscheiden sich aber im Hinblick auf Deckungssummen, den Umfang der Leistungen und zusätzliche Dienste.
Bis vor einigen Jahren boten Versicherungen nur Deckungssummen unter einer Million Deutsche Mark an, heute liegt die Mindesthöhe etwa bei fünf Millionen Euro. Mit weniger sollte sich niemand zufriedengeben, und Versicherungsnehmer sollten ältere Verträge aus diesem Grund unbedingt austauschen.
Empfehlenswert sind Tarife, die eine Deckungssumme ab 20 Millionen Euro aufweisen, mehr ist jedoch immer besser.

Zusätzliche Leistungen
Schluessel leihen
Der Umgang mit Gefälligkeitsschäden ist nur selten ein Teil von Versicherungspolicen.

Besonderes Augenmerk müssen Verbraucher auf das Verhalten der Versicherungen bei Gefälligkeitsschäden legen, die bei Freundschaftsdiensten und Nachbarschaftshilfe entstehen können. Nicht alle Tarife sehen Zahlungen vor, meist ist die Kostenhöhe sehr begrenzt.
Häufig fehlen in sehr günstigen Tarifen zudem Zahlungen an den Versicherten, wenn dieser selbst der Geschädigte ist und aus verschiedenen Gründen keinen Schadensersatz durch den Verursacher erhält. Die Forderungsausfalldeckung greift in solchen Fällen, ist jedoch in der Höhe eingeschränkt und nur in teureren Versicherungs-Varianten enthalten.
Je nach den persönlichen Erfordernissen sollten Versicherungsnehmer nach weiteren Leistungen suchen: Viele Anbieter sehen Schlüsselversicherungen vor, seltener sind aber berufliche Schlüssel mitversichert. Auch andere Schäden während der Berufsausübung decken Privathaftpflichtversicherungen nur selten.

Das ergab der Netzsieger-Vergleich im Bereich Angebot

Weniger als fünf Millionen Euro Deckungssumme gibt es bei Neuverträgen derzeit zum Glück nicht mehr. Das vollständigste Versicherungspaket im Test ist bei den Top-Tarifen von

  • Gothaer
  • HDI
  • HUK Coburg
  • HUK 24
  • VHV
  • Debeka
  • und Allianz

zu finden gewesen. Diese Anbieter offerieren neben akzeptablen Deckungssummen die wichtigsten zusätzlichen Leistungen wie Forderungsausfalldeckung, Schlüsselversicherungen oder Schutz bei Gefälligkeitsarbeiten. Allerdings sind auch die anderen Versicherer in ihren besten Tarifen nicht schlecht aufgestellt: Die Unterschiede sind sehr klein, und meistens sind nur die etwas kleineren Deckungssummen für die verschiedenen Platzierungen verantwortlich. Dadurch sind Anbieter wie CosmosDirekt oder DEVK nicht in der Kategorie der teureren Toptarife vertreten, stellen aber bei den mittleren und günstigeren eine starke Konkurrenz dar.

Kosten

Ein kleiner Preis ist nicht das Wichtigste bei Haftpflichtversicherungen. Aber auch wenn das Verhältnis zur Leistung stimmt, muss die Jahresgebühr einer guten Haftpflichtversicherung trotz vollen Umfangs die 100 Euro-Marke nicht übersteigen.
Dennoch sollten Versicherer flexibel sein und preisbewussten Kunden Tarife offerieren, die grundlegenden Schutz für einen fairen und niedrigen Preis ermöglichen.
Einige Anbieter verfügen über die Option einer Selbstbeteiligung zwischen 100 und 300 Euro, durch die sich der Beitrag teils stark verringern kann. Generell ist es sehr empfehlenswert, kleinere Schäden selbst zu begleichen, da insbesondere teurere Topversicherungen mit hohen Deckungssummen dadurch für den Verbraucher erschwinglich sind.

Das ergab der Netzsieger-Vergleich im Bereich Kosten

Trotz des kleinen Preises sind die Angebote der CosmosDirekt, Asstel und HUK24 noch mit ausreichendem Leistungsumfang ausgestattet: Mit Selbstbeteiligung sind Jahresbeiträge für Singles von 20 bis 30 Euro möglich. Etwas mehr zu zahlen ist bei AXA und der Gothaer, dafür sind dann schon eine Forderungsausfalldeckung (allerdings mit hohem Mindestschaden) und eine private Schlüsselversicherung mit dabei.

Nicht alle Versicherer haben auch sehr günstige Tarife im Angebot: HDI konzentriert sich auf vollständigere Tarife, hat dafür aber bereits fast alle möglichen Leistungen integriert. Als teuerste Anbieter erwiesen sich Swiss Life und die Gothaer im Top-Tarif. Vergleichbare Leistungen wären aber auch schon für etwas weniger Geld bei anderen Versicherern zu haben.

Als Preis-Leistungs-Sieger erweisen sich die mittleren Tarife von WGV, HDI, VHV, HUK24 und Allianz. Zur Debeka können, es wird die Kunden der Beamtenkasse nicht weiter überraschen, vor allem Beamte und im öffentlichen Dienst oder verwandten Berufen tätige (Deutsche Bahn etc.) Versicherungssuchende greifen und von großzügigen Rabatten profitieren.

Beratung und Transparenz

Versicherungen sind kompliziert: Es gibt nicht nur eine ganze Reihe von Fachbegriffen, mit denen Anbieter ihre künftigen Kunden konfrontieren. Die Unternehmen müssen viele verschiedene Tarife für Familien, Singles, Senioren und bestimmte Berufsgruppen übersichtlich darstellen.
In Leistungsübersichten und Geschäftsbedingungen können sich Besucher der Versicherungs-Webseiten informieren und die Angebote vergleichen. Tarifrechner ermöglichen es, Beiträge ohne großen Aufwand zu berechnen.
Eine nachvollziehbare Präsentation aller wichtigen Fakten ist deshalb grundlegende Voraussetzung, damit sich der Suchende nicht im Versicherungsdschungel verirrt.
Hinzu kommt eine verständliche Sprache, die auch unerfahrenen Nutzern alle Informationen vermitteln kann und Spezialwissen nicht erforderlich macht – oder es bestenfalls kundengerecht erklärt. Dennoch müssen Versicherer andererseits die exakten Angaben zum Umfang der Produkte zur Verfügung stellen und auch an sachverständige Besucher adressieren.

Das ergab der Netzsieger-Vergleich im Bereich Beratung und Transparenz

Da die Leistungen der Versicherungen in den jeweiligen Preisklassen sehr nahe beieinanderliegen, sind die Unterschiede der vorhergehenden Testpunkte nicht groß. Sehr viel auffälliger sind dagegen die verschiedenen Herangehensweisen der Anbieter auf dem Gebiet der Angebotstransparenz und Kundeninformation.
Auch in dieser Kategorie gibt es ein Feld, das hervorragend über Leistungen informiert und einen gut durchdachten Aufbau der Webseite bietet. Diese Versicherer berücksichtigen auch unerfahrenere Kunden:

  • HDI
  • DEVK
  • Gothaer
  • VHV
  • Allianz
  • HUK24

Die meisten Versicherer bewegen sich in dieser Hinsicht eher im Mittelfeld, es sind aber außer schwer zugänglichen AGB oder Leistungsübersichten kaum Kritikpunkte vorhanden. Leider können Ergo und CosmosDirekt, trotzdem sie für Einsteiger geeignet sind, in professioneller Hinsicht wenige Detailinformationen bieten. Ein allgemein etwas dürftiges Angebot zeigt sich bei Swiss Life.

Zusammenfassung

Die besten Haftpflichtversicherungen unterscheiden sich, wie es aufgrund der großen Konkurrenz nicht anders zu erwarten war, nicht sehr stark voneinander. In den vergangenen Jahren ist der Umfang der Versicherungsleistung gestiegen, die Preise blieben gleich oder sanken sogar etwas ab. Der Wechsel, insbesondere für Inhaber älterer Verträge, ist deshalb angeraten.
Wer nicht auf den Preis schauen will, ist praktisch mit allen Toptarifen der Versicherer in unserem Vergleich gut beraten. Ein solides Angebot für einen vernünftigen Preis ist bei HDI, HUK24, WGV, VHV und Allianz abschließbar, aber der Abstand zu anderen Anbietern wie Gothaer oder DEVK ist nicht groß. Die günstigsten Tarife gibt es mit Selbstbeteiligungsklausel bei CosmosDirekt, Asstel und HUK24.