DRM-Schutz von E-Books entfernen – einfach und legal

drm geschaeftsmann

Warum gibt es überhaupt Kopierschutz?

Beim sogenannten DRM-Schutz (Digital Rights Management) handelt es sich um verschiedene Arten von Kopierschutz-Maßnahmen, das unkontrolliertes Kopieren, Weitergeben und Nutzen von digitalen Inhalten wie Musik, Filmen, Software oder E-Books verhindern sollen.

Bei E-Books ist vor allem zwischen den „harten“ und „weichen“ Kopierschutzmaßnahmen zu unterscheiden. Viele Verlage haben auf Probleme bei der Nutzung der harten Variante reagiert und diesen durch andere Maßnahmen ersetzt. Wie sie einen harten DRM-Schutz legal entfernen, zeigen wir in unserem Ratgeber.

Harter versus weicher Kopierschutz

Der sogenannte harte Kopierschutz unterbindet nicht etwa das Kopieren eines E-Books, sondern vielmehr die Anzeige eines kopiergeschützten Buches auf nicht-berechtigten Lesegeräten. Dabei ist hervorzuheben, dass Leser beim Kauf eines E-Books nicht wie bei der Print-Version das Besitzrecht, sondern lediglich eine Nutzungslizenz erhalten, was bedeutet, dass der Käufer das Buch nur benutzen darf.

Obwohl die Verbraucher in der Regel einen unbegrenzten Zugang erhalten, sind sie an ein bestimmtes Benutzerkonto gebunden, wodurch etwa Freunde oder Familienmitglieder auf ihrem jeweiligen E-Book-Reader keinen Zugriff auf diese Inhalte haben. Das Verleihen, wie Nutzer es bei klassischen, gedruckten Büchern gewohnt sind ist, daher nicht möglich: Ein E-Book von Kindle auf einem anbieterfremden Gerät zu lesen, scheitert, da hier der spezielle Schutz von Amazon greift. Die E-Book-Reader von Tolino und Kobo vertrauen hingegen auf den DRM-Schutz von Adobe. Problematisch beim Adobe-DRM gestaltet sich mitunter die durchaus komplizierte Zugangsweise, denn Käufer benötigen neben dem üblichen Benutzerkonto auch ein Konto bei Adobe, worauf die E-Books mit der Adobe-ID verknüpft werden. Im Unterschied dazu ist das DRM-System von Amazon direkt in das geschlossene Kindle-Ökosystem integriert, wodurch eine weitere Registrierung entfällt. Zusätzlich verwehrt der harte Kopierschutz Veränderung am Quelltext, was fernerhin die Anpassung des Schriftbildes nach dem eigenen Belieben nicht gestattet.

Probleme mit dem harten Kopierschutz in der Praxis

Die verschiedenen Formen waren ursprünglich als Schutz die unautorisierte Verbreitung und Nutzung der Werke gedacht. Sie schränkte Nutzer aber zunehmend ein und sind daher äußerst unbeliebt. In der Praxis fielen fortlaufend mehr Nachteile in der Nutzbarkeit gegenüber dem Papierbuch auf: Restriktionen wie die Beschränkung auf bestimmte Geräte, der Wegfall der Möglichkeit, das Buch einem Familienmitglied, Freund oder Kollegen auszuleihen und die Gefahr, dass Modifikationen an Hard- oder Software die Nutzung von bereits erworbenen Medien unmöglich machen. Viele deutsche Verlage haben daraufhin reagiert und den „harten“ DRM-Schutz Mitte des Jahres 2015 durch einen weichen Kopierschutz ersetzt.

Weicher Kopierschutz: Verwendung von Wasserzeichen

Dagegen verwehrt der weiche Kopierschutz weder die Kopie noch die direkte Weitergabe der E-Books, sondern zügelt deren grenzenlose Verbreitung. In den Text wird ein nicht-sichtbares Muster eingefügt, das Informationen über den Käufer beziehungsweise Nutzungsberechtigten des Werkes enthält. Das Lesen auf anderen Geräten und das Ausleihen an Freunde und Bekannte ist so wieder möglich und rechtlich auch völlig in Ordnung. Nur Nutzer, die die Werke illegal einem Massenpublikum im Internet zugänglich machen, können zurückverfolgt und gegebenenfalls strafrechtlich belangt werden. Zudem ist der Schutz über Wasserzeichen nicht an Standards gebunden, was das Entfernen erschwert.

Kopierschutz und Urheberrecht: Darf man den DRM-Schutz entfernen?

Da ein Teil der E-Books auf dem Markt noch über einen harten DRM-Schutz verfügt, ist die Frage einiger Nutzer berechtigt, ob man diesen Schutz legal entfernen darf oder womöglich dabei gegen das Urheberrechtsgesetz verstößt. Obwohl die Zahlen der Unternehmen, die einen harten Kopierschutz benutzen, mittlerweile rückläufig sind, lohnt es sich, einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen, wie dieser Schutz entfernt werden kann.

Zwar verbietet das Urheberrecht nach Artikel 95a, Absatz 1 das Entfernen des DRM, eine Privatkopie ist laut Artikel 108, Absatz 1 jedoch erlaubt. Selbst wenn zivilrechtliche Ansprüche gestellt werden können, müssen Nutzer in der Regel keine Angst vor möglichen Konsequenzen haben, solange sie die Dateien nicht etwa im Internet verbreiten. Tun Nutzer allerdings genau das, droht ihnen im Falle einer Rückverfolgung durch Amazon eine Sperrung ihres Kontos, weshalb eine lokale Kopie der E-Books vor dem Eingriff in den DRM-Schutz ratsam ist.

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Das Urheberrecht lässt sich nicht immer eindeutig auslegen.

Bei der Suche nach einer Software zum Entfernen des Schutzes sollten Anwender darauf achten, keinesfalls fragwürdige kostenpflichte Programme herunterzuladen, da diese häufig mit einer Schadsoftware belastet sind. Im Allgemeinen gilt bei derartigen Downloads stets Vorsicht vor falschen Klicks, die eventuell erheblichen Schaden auf dem Gerät anrichten können. Eine sichere Möglichkeit, den Kopierschutz zu entfernen, bietet das Programm Calibre, worüber sich selbst geschützte E-Books in andere Formate umwandeln lassen. Das notwendige DeDRM-Plugin für Calibre ist gratis erhältlich und einfach handzuhaben.

So entfernen Sie den DRM-Schutz mit Calibre

  1. Importieren Sie Ihre Bücher in die Bibliothek von Calibre und wählen Sie anschließend das gewünschte Ausgabeformat.
  2. Indem Sie auf „Bücher konvertieren“ klicken, folgt die Umwandlung, wobei unter anderem auch der DRM-Schutz entfernt wird.
  3. Im Falle eines starken Kopierschutzes folgt eine Fehlermeldung.

Der Konflikt zwischen dem Urheberrecht und dem Recht auf eine private Kopie bleibt jedoch bestehen. Um eine zivilrechtliche Verfolgung zu umgehen, sollten Verbraucher deshalb sicherheitshalber auf das Entfernen des DRM verzichten. Eine andere Methode, den Schutz legal zu umgehen, bildet die analoge Kopie eines E-Books, was sich auf einem E-Book-Reader jedoch eher als schwierig erweist. Einfacher gestaltet es sich deshalb, gleich E-Books mit weichem oder ohne Kopierschutz zu erwerben, da diese auf fast jedem Reader lesbar sind. Kindle-Nutzer sollten die erworbenen E-Books allerdings vor dem Lesen in das übliche MOBI-Format umwandeln.