Anne Röttgerkamp

Deutsche Arbeitsagenturen im Check

Endlose Wartezeiten und Bearbeitungsfristen? – So steht es um die (Un-)Zufriedenheit deutscher Arbeitsagenturen!

Mit einem Termin bei der Agentur für Arbeit verbinden viele Deutsche automatisch lange Wartezeiten sowie endlose Bearbeitungszeiträume. Die Anzahl der Arbeitsagenturen – inklusive Zweigstellen und Jobcenter – klingt mit rund 1.050 auf den ersten Blick durchaus beeindruckend, verteilt auf mehr als 44,2 Millionen erwerbstätige Deutsche erklären sich die teilweise langen Karenzzeiten jedoch von selbst. Deutschlandweit gibt es rund 750 Agenturen für Arbeit, inklusive Niederlassungen sowie 400 Jobcenter, die sich um die Anliegen der Bundesbürger kümmern. Dabei kann die Wartezeit von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen beziehungsweise Monaten betragen. Klar, dass da die Google-Rezensionen der Arbeitsagenturen Deutschlands durchaus subjektiv ausfallen. Nichtsdestotrotz geben sie einen Eindruck davon, wie es deutschlandweit um das Wohlbehagen in Arbeitsagenturen bestellt ist. Netzsieger hat mehr als 1.500 Google-Rezensionen ausgewertet und ein Ranking erstellt. Außerdem haben wir analysiert, wie viele Erwerbspersonen eigentlich auf die Arbeitsagenturen und Jobcenter je Bundesland fallen. Vereinzelt handelt es sich hierbei um Unterschiede von mehreren tausend Erwerbspersonen, für die die Agenturen zuständig sind. Das ausführliche Ranking der Google-Rezensionen sowie eine detaillierte Übersicht aller Durchschnittszahlen der Erwerbspersonen pro Arbeitsagenturen und Jobcenter (je Bundesland) gibt es hier!

Grafik-Arbeitsagenturen

Die Google-Rezensionen deutscher Arbeitsagenturen

Stadt Ergebnis Google-Rezensionen (Ø) Anzahl der Rezensionen
1. Braunschweig 4,5 11
2. Nürnberg 3,7 28
3. Hannover 3,3 107
4. Bielefeld 3,1 13
4. Kiel 3,1 33
6. Berlin 2,9 383
6. Duisburg 2,9 93
6. Stuttgart 2,9 34
9. Bremen 2,8 37
9. Dortmund 2,8 40
9. Hamburg 2,8 115
9. Mönchengladbach 2,8 9
9. Münster 2,8 6
14. Düsseldorf 2,7 27
15. Köln 2,6 47
16. Bochum 2,5 22
16. Mannheim 2,5 16
18. Frankfurt am Main 2,4 63
18. München 2,4 126
20. Bonn 2,3 16
20. Gelsenkirchen 2,3 26
20. Wiesbaden 2,3 32
23. Leipzig 2,2 48
23. Wuppertal 2,2 14
25. Aachen 2,0 12
25. Augsburg 2,0 61
25. Essen 2,0 24
25. Karlsruhe 2,0 29
29. Dresden 1,8 28
30. Chemnitz 1,4 7
Durchschnitt 2,6 50
Anmerkung: Die potenzielle Höchstbewertung der Google-Rezensionen beträgt 5,0 Sterne.

 


Anzahl der Arbeitsagenturen und Jobcenter je Bundesland

Grafik-Arbeitsagenturen

Gesamtzahl der Arbeitsagenturen & Jobcenter sowie
Erwerbspersonen je Bundesland

Bundesland Gesamtzahl Arbeitsagenturen und Jobcenter Erwerbspersonen je Bundesland Ø Erwerbspersonen pro Arbeitsagenturen und Jobcenter
Baden-Württemberg 133 5.834.000 44.000
Bayern 198 6.912.000 35.000
Berlin 24 1.829.000 76.000
Brandenburg 45 1.277.000 28.000
Bremen 7 322.000 46.000
Hamburg 8 953.000 119.000
Hessen 72 3.176.000 44.000
Mecklenburg-Vorpommern 40 806.000 20.000
Niedersachsen 128 4.013.000 31.000
Nordrhein-Westfalen 182 8.820.000 34.000
Rheinland-Pfalz 86 2.075.000 24.000
Saarland 18 487.000 27.000
Sachsen 61 2.067.000 34.000
Sachsen-Anhalt 45 1.132.000 25.000
Schleswig-Holstein 48 1.430.000 30.000
Thüringen 53 1.095.000 21.000

Arbeitsagenturen – mehr als reine Jobvermittlung

So treffen Berufseinsteiger die richtige Wahl

Jedem Schulabgänger stellt sich die Frage nach der passenden Berufswahl. Die Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung ist die erste Weggabelung hinter den Schultoren, die eine sorgfältig abgewogene Entscheidung verlangt. Ein von den Arbeitsagenturen angebotener Test zur Berufswahl analysiert Interessen und Stärken und zeigt im Anschluss eine persönliche Favoritenliste. Sowohl für Personen, die noch keine Berufsidee haben, als auch für diejenigen, die wissen, was ihnen gefallen könnte, eignet sich der Test hervorragend. Das Analysetool berät sowohl bei Entscheidungen für den Ausbildungs- als auch für den Studienweg

Ausbildung – Die praktische Herausforderung beginnt

Ist die Entscheidung für eine Ausbildung gefallen, hilft der sogenannte „Berufsentdecker“ bei den ersten Schritten der Orientierung. Anhand von Bildern diverser Arbeitsbereiche haben Interessenten die Möglichkeit, Berufsfelder auszuschließen oder zu „liken“. So ergibt sich am Ende eine Liste, mit individuellen Vorschlägen, die für den jeweiligen Berufsweg in Frage kommen. Ein zusätzliches „Selbsterkundungstool“ schätzt persönliche Stärken und Schwächen ein. Im Anschluss helfen verschiedene Übersichten zu Ausbildungsstellen, Praktika und Entscheidungsstipps weiter. Auch die Aufklärung über Rechte und Pflichten in der Ausbildung sowie alles rund um berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und Ausbildungsbeihilfe sind Teil des Informationsangebots. Sollten Probleme in der Ausbildung auftreten, stehen digitale Ratgeber und ein ausführlicher FAQ-Bereich zur Verfügung.

Mit Tool und Tipps zum richtigen Studiengang

Auch bei der Entscheidung für ein Studium bietet die Bundesagentur für Arbeit ihr „Selbsterkundungstool“ an, welches individuell Studienfächer vorschlägt. Diese werden anschließend ausführlich vorgestellt, inklusive der sich damit jeweils eröffnenden Berufsmöglichkeiten. Digitale Ratgeber zu den Zugangsvoraussetzungen, Bewerbung, finanzielle Unterstützung sowie Leben und Wohnen im Studium ergänzen das Angebot der Arbeitsagenturen. Auch diejenigen, die sich für ein Auslandssemester interessieren, kommen voll auf ihre Kosten. Hier erhalten potenzielle Auslandsstudierende Informationen zu BAföG im Ausland, Stipendien und diversen Partnerprogrammen.

Karriere, Weiterbildung oder Neuorientierung – auch hier wird Beratung großgeschrieben

Für diejenigen, die bereits einen ausgelernten Beruf oder ein abgeschlossenes Studium vorweisen, jedoch einen anderen Karrierepfad einschlagen möchten, finden sich ebenfalls Angebote.

1. Beruflich aufsteigen

Ein beruflicher Aufstieg sollte Schritt für Schritt geplant sein. Daher ist die Definition des Ziels unumgänglich. Ohne ein klar definiertes Ziel fällt es schwer, die Sprossen der Karriereleiter hinaufzusteigen. Als nächste Maßnahme ist es wichtig, den richtigen Aufstiegsweg zu finden. Häufig sind Fortbildungen, zusätzliche Prüfungen oder gar ein Aufbaustudium notwendig. Sind die Rahmenbedingungen geklärt, hilft beispielsweise die „Kurssuche“ der Arbeitsagenturen, das passende aufstiegsorientierte Angebot zur Weiterbildung zu finden.

2. Beruf wechseln

Ob Umschulung oder Quereinstieg, eine Weiterbildung ermöglicht einen Wechsel des Berufs. Ist das neue Berufsziel erst einmal festgelegt, finden die Berater der Arbeitsagenturen passende Wechselwege und erklären die Rahmenbedingungen für den Neustart.

3. Beruflich wiedereinsteigen

Nach einer Elternzeit oder anderen Pausen vom Arbeitsalltag fällt es vielen Menschen schwer, wieder in den Beruf zurückzukehren. Die Agenturen für Arbeit erstellen zusammen mit Betroffenen eine Strategie zum Wiedereinstieg und stehen mit diversen Beratungs- und Informationsangeboten zur Seite. Sie klären zudem darüber auf, ob die Kenntnisse und Fähigkeiten noch den aktuellen Anforderungen entsprechen oder eine Fortbildung erforderlich ist.