Smartjobr

Smartjobr logo
BEWERTUNG
9.6 / 10
Andreas Kiener
Aktualisiert: 09/04/2019
Pro
  • Matchingbasierte Job-Kontaktvermittlung
  • Hohe Benutzerfreundlichkeit
  • 14-tägige Testversion
  • Einsicht in Tagessätze für Auftraggeber
  • Kalender für taggenaue Buchungen
Kontra
  • Aktuelle Chatfunktionen noch ausbaufähig
  • Bezahlung nur über App-Portale möglich
FAZIT

Smartjobr nutzt die erfolgreiche Matching-Technologie von Dating-Apps und überträgt sie auf das Recruiting in der Kreativbranche. Freelancer und Auftraggeber profitieren von optimierten Suchprozessen, übersichtlichen Infos und Direktkontakten.

Smartjobr logo
Gesamt
Funktionen
Benutzerfreundlichkeit
Preise und Vertrag
Performance

Smartjobr Test

Funktionen9,2

Smartjobr ist eine Smartphone-App, die Arbeitgebern völlig neue Möglichkeiten eröffnet, um freie Mitarbeiter für einzelne Aufträge und Projekte zu finden. Die Entwickler des Tools haben offenbar die Zeichen der Zeit erkannt: Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Für viele sind Computer und das Internet zu unverzichtbaren Arbeitswerkzeugen geworden, und in der jüngeren Vergangenheit sind viele Berufsbilder entstanden, die ohne die Digitalisierung nicht denkbar wären. Das ist aber erst der Anfang, denn die Digitalisierung hat das Potential, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern.

In einer global vernetzten Wissensökonomie bestimmen Arbeitnehmer zunehmend selbst, wann, wo und für wen sie arbeiten. Das ist für eine kleine, globale Elite von Wissensarbeitern schon heute Realität. Um es mit einem Zitat des Science-Fiction Autors William Gibson zu sagen: „Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt.“ Gerade in Deutschland ist die Arbeitswelt eher konservativ, mit Projektarbeit und Gig-Economy tun sich viele Unternehmen noch schwer.

Die flexible Arbeitswelt der Zukunft, die für viele Unternehmen in den USA und Asien schon heute Realität ist, scheitert in Deutschland auch daran, dass hierzulande die richtigen Plattformen noch fehlen, um geeignete Auftragnehmer zu finden. Viele versuchen es über die gute, alte Stellenanzeige. Dieses Medium eignet sich für die Suche nach Freelancern allerdings nur bedingt. Soziale Netzwerke wie Xing sind hingegen ideal, um Profis für einzelne Aufgaben zu finden. Allerdings sind einige dieser Plattformen aus Deutschland kaum auf eine internationale Nutzerschaft ausgerichtet.

Einen innovativen Ansatz für das Recruiting von Freelancern bietet Smartjobr.

Smartjobr – die „Dating-App“ für das Recruiting

Mit einem auf Hashtags basierenden Matching-System bringt die Smartphone-App Auftraggeber und Auftragnehmer zusammen. So finden Unternehmen freiberufliche Mitarbeiter, die genau das leisten können, was für den jeweiligen Auftrag nötig ist, und Freelancer kommen ohne langwierige Akquise zu lukrativen und interessanten Jobs.

Als Recruiting-App deckt Smartjobr folgende Funktionsbereiche ab:

  • Suche – Die Entwickler setzen auf innovative Technologien wie Machine Learning, Hashtags und die Auswertung von Echtzeit-Daten. Damit wird die App zu einer Suchmaschine, die dem Nutzer passende Kontakte, Profile von geeigneten Kandidaten sowie Jobprojekte auflistet.
  • Networking – Freelancer und Auftraggeber können sich mit Smartjobr ein berufliches Kontaktnetzwerk aufbauen, und das sogar weltweit. Mithilfe der Share-Funktion kann der User interessante Jobangebote in seinem Netzwerk teilen.
  • Direktnachrichten – Bei einem Match zwischen Arbeitgeber und Freelancer können beide User einander schnell und direkt über die App per Chat kontaktieren.

Smartjobr für Auftragnehmer

Freelancer haben die Möglichkeit, kostenlos ein Profil ihres Leistungsangebotes bei Smartjobr einzustellen. Wie auch bei den Dating-Apps gilt hierbei: Ein detailliert ausgefülltes Profil führt schneller zum Erfolg. Ein Erfolg bedeutet bei Smartjobr, dass das Qualifikationsprofil eines Freelancers zu den Projektaufgaben eines Auftraggebers passt.

Jeder Freelancer kann seinen Tagessatz, die Höhe von langfristigen Rabatten und Einsatzorte angeben. Vor allem durch die Preisdetails hebt sich Smartjobr von der Konkurrenz ab. Diese fehlen bei vergleichbaren Plattformen oft. Das liegt auch daran, dass viele Freiberufliche sie nicht gerne veröffentlichen, auch aus Angst davor, von eventuellen Konkurrenten unterboten zu werden. Smartjobr versucht, dem entgegenzuwirken, indem es die Höhe der Tagessätze nur Auftraggebern anzeigt. Andere Freelancer haben keinen Einblick in diesen Profilbereich. In der Praxis lässt sich dieser Schutz jedoch leicht aushebeln, da die Plattform niemanden daran hindern kann, sich unter einem Alias auch als Auftraggeber zu registrieren. Die Mitglieder scheint das nicht zu stören; viele geben trotzdem ihre Tagessätze an.

Wer den Menüeintrag „Jobs“ antippt, gelangt zum Herz der App. Hier findet er eine Liste mit aktuellen Jobs, die zu seinem Profil passen. Smartjobr zeigt neben jedem Angebot die Übereinstimmung mit dem eigenen Profil als Prozentzahl an. Aus der Liste ist klar erkennbar, welche Fähigkeiten hier besonders gefragt sind. Die Mehrheit der Arbeitgeber sucht Freelancer im IT-Bereich, vor allem Entwickler sind gefragt. Auch Copywriter, Projektmanager, Art-Direktoren, Social-Media-Manager und andere aus der Kreativ- und Digitalbranche dürften in den Jobangeboten fündig werden.

Smartjobr für Auftraggeber

Unternehmen profitieren ebenfalls in mehrfacher Hinsicht von der Job-Matching-App. Am wichtigsten ist wahrscheinlich die Sammlung an Profilen von Freelancern aus verschiedenen Bereichen der Kreativ- und Digitalwirtschaft. Die Matching-Funktion schlägt Kandidaten vor, deren Profil am besten zu der Jobbeschreibung passt. Darüber hinaus kann der Personalverantwortliche nach gewünschten Stichwörtern suchen.

Beim Blick in die User-Profile wird auch deutlich, dass Smartjobr ein Marktplatz für Profis ist. Mit „digitalen Sweatshops“ wie Content.de oder Mechanical Turk, bei denen sich Menschen mit Arbeit von oft fragwürdiger Qualität ein Zubrot verdienen und dafür Preise verlangen, die weit unter dem Marktüblichen sind, hat die App nichts gemeinsam. Die Tagessätze liegen meistens im mittleren bis hohen dreistelligen Euro-Bereich. Kandidaten, die für einen Auftrag in Frage kommen, kann der Personalverantwortliche direkt über die App anfragen.

Folgende Funktionen stehen Auftraggebern zur Verfügung

  • Veröffentlichung von Jobangeboten (im Basis-Tarif ein Angebot pro Monat, im Premium-Tarif unbegrenzte Anzahl)
  • Bis zu 30 Kontakte verwalten (im Premium-Tarif unbegrenzte Anzahl)
  • Freelancer direkt kontaktieren
  • Uneingeschränkte Einsicht in die Freelancer-Profile inklusive Tagessätze, tagesgenaue Verfügbarkeit und Einsatzorte
  • Zugang zu einem Pool von Freelancern weltweit

Per Chat zum Jobangebot

Insgesamt kann die App Smartjobr mit ihrem Funktionsumfang überzeugen. Im Test zeigte sich lediglich, dass der Chat noch verbesserungsbedürftig ist. Bisher ist es beispielsweise nicht möglich, Dokumente oder Bilder via Chat zu senden. Nach Angaben des Anbieters wird es diese Funktion in Zukunft geben.

Benutzerfreundlichkeit9,7

Für das Matching registrieren

Für unseren Usability-Test haben wir uns aus Zeitgründen auf die Perspektive eines Freelancers konzentriert.

Nachdem der Job-Sucher die App aus dem Google Play Store oder aus Apples App Store heruntergeladen und installiert hat, muss er sich registrieren, um sie verwenden zu können. Dafür nutzt er entweder seinen Facebook-Account, seinen Google-Account oder seine E-Mail-Adresse. Nach der Anmeldung hat der User die Möglichkeit, eine kurze Einführung in die Nutzung der App zu erhalten.

Das Profil ausfüllen

Nun geht es an die Erstellung des Freelancer-Profils, das erforderlich ist, damit Smartjobr dem User passende Aufträge vorschlagen kann. Dafür gibt er Skills (Fertigkeiten), Branchen und Referenzen an, und zwar immer mit einem vorangestellten Hashtag. Falls man das Rautezeichen einmal vergessen hat, so braucht man – Gott sei Dank – nicht alle Buchstaben löschen. Die App blendet stattdessen einen entsprechenden Korrekturvorschlag mit Hashtag ein, den man schnell anwählen kann. In jedem der oben genannten Bereiche des Profils sind bis zu 20 Einträge möglich. Für eine detaillierte Beschreibung des eigenen Leistungsspektrums erscheint es ratsam, dieses Limit so weit wie möglich auszuschöpfen.

Im Kalender trägt der Freelancer ein, wann er für bestimmte Projekte gebucht ist. Auftraggeber können auf diese Weise wiederum sehen, ob der Wunsch-Kandidat für ihr Projekt verfügbar ist.

Vorschläge und Suchinteressen

Eine Inspiration kann die automatische Vorschlagsliste sein. Darin sieht der User, wie viele andere Nutzer ein bestimmtes Hashtag benutzen und wie viele Auftraggeber nach dieser Qualifikation suchen. Außerdem erhält der User hier ähnliche Stichwörter, die bereits auf Smartjobr aufgetaucht sind. Wer in seiner Beschreibung genau die Begriffe verwendet, nach denen die Auftraggeber suchen, verbessert seine Chancen auf ein Job-Match.

Jobsuche mit Machine Learning

Die Jobvermittlungs-App setzt auf Machine Learning. Das bedeutet auch: Ohne Daten läuft hier nichts. Neben einem ausgefüllten Profil ist daher auch eine aktive Nutzung der App Voraussetzung dafür, dass die Vorschläge passen. Smartjobr schlägt nämlich nicht nur Jobangebote vor, sondern empfiehlt auch Kontakte. Im Test wirkte die Auswahl jedoch etwas willkürlich. Je häufiger der User die App nutzt, desto besser und nützlicher sollte sie für ihn werden. Die App „lernt“ gewissermaßen, welche Anzeigen oder welche Kontakte für den User interessant sind. Auf diese Weise bauen sich Freelancer, aber auch Unternehmen mithilfe von Smartjobr ein Netzwerk aus relevanten Kontakten auf. Dies wirkt sich positiv auf den zukünftigen Recruiting-Prozess bzw. die Projektakquise aus.

Preise und Vertrag9,6

Sowohl Freelancer als auch Arbeitgeber können Smartjobr mit einem kostenfreien Basis-Tarif nutzen. Darin sind jedoch einige Funktionen stark eingeschränkt. Bei den Jobsuchenden betrifft dies in erster Linie die Anzahl der Kontakte (Begrenzung auf 30 Kontakte). Bei Auftraggebern ist zusätzlich, wie oben bereits erwähnt, die Anzahl der Jobanzeigen limitiert.

Die Premium-Tarife von Smartjobr

Wer sich für eine Premium-Nutzung entscheidet, wählt zwischen jeweils drei Leistungspaketen mit unterschiedlicher Laufzeit (1/3/6 Monate) und entsprechenden Preisnachlässen:

LaufzeitPreise FreelancerPreise Arbeitgeber
1 Monat 12,99 € pro Monat 59,99 € pro Monat
3 Monate 29,99€ (9,99€ pro Monat) 159,99€ (53,33€ pro Monat)
6 Monate 49,99€ (8,33€ pro Monat) 299,99€ (49,99€ pro Monat)
Preistabelle für die Premiumnutzung von Smartjobr (Bruttopreise inkl. 19 % MwSt.)

Der günstigste Monatspreis für den Jobsuchenden liegt damit deutlich unter den Kosten für einen Premium-Account im Business-Netzwerk LinkedIn.

Einen Premium-Account können Nutzer im Moment nur via In-App-Kauf erwerben. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls über den Google Play Store beziehungsweise den Apple App Store. Ein Account in einem der App-Portale ist demnach Voraussetzung, um Smartjobr zu nutzen. Über dieses Konto verwaltet der User auch die Premium-Mitgliedschaft und deaktiviert gegebenenfalls die automatische Verlängerung. Dies muss bis spätestens 24 Stunden vor Ablauf der Laufzeit geschehen sein. Ansonsten verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch um die gewählte Laufzeit. Die Abrechnung erfolgt jeweils über das App-Portal.

Gibt es eine kostenfreie Testversion von Smartjobr?

Die Vertragslaufzeiten sind angemessen gewählt und nicht übermäßig lang. Positiv ist auch, dass Smartjobr seinen Interessenten eine 14tägige Testphase ermöglicht. In dieser Zeit stehen dem neuen User sämtliche Premiumfunktionen zur Verfügung.

Performance10,0

Die App Smartjobr ist für iOS und Android erhältlich. Erstaunlich anspruchslos ist die App bei Android. Sie ist sogar mit dem sieben Jahre alten Android 4.1 („Jelly Bean“) kompatibel. Mit rund 40 Megabyte (MB) macht sich die Anwendung sehr schlank auf dem Smartphone-Speicher.

Die App benötigt einen Zugriff auf gespeicherte Fotos, Medien und Dateien, damit der User gespeicherte Dokumente versenden kann (wenn es diese Funktion im Chat dann gibt). Neben dem Zugriff auf den Speicher sind auch Internetverbindung und ein Netzwerkzugang erforderlich.

Insgesamt gibt es in diesem Bereich kaum etwas zu meckern. Die App funktioniert einwandfrei, blockiert keine Anwendungen und saugt den Akku nicht leer.

Zusammenfassung

Smartjobr wirkt so, als hätten die Macher das Konzept der Dating-App Tinder und das des Kurznachrichtendienstes Twitter vor sich auf den Tisch gestellt, die Rosinen aus beiden herausgepickt und daraus eine Recruiting-App gebacken. Von Tinder hat Smartjobr das Mobile-First-Konzept und die Idee, Menschen mit sich ergänzenden Interessen auf unkomplizierte Art zusammenzuführen. Von Twitter stammt hingegen die Vorliebe für Hashtags und kurze Nachrichten.

Darüber hinaus kann die App die Funktion eines Kontaktnetzwerkes übernehmen. Der Fokus liegt dabei klar auf der Kreativ- und Digitalbranche. Durch die Öffnung für den internationalen Markt hebt sich Smartjobr von den meisten Recruiting-Angeboten aus Deutschland ab.

Im Test überzeugte die App mit ihrem hohen Bedienkomfort und ihrer übersichtlichen Benutzerführung. Nur die einfache Chatfunktion gab Anlass zur Kritik. Diese kleine Schwachstelle wird nach Angaben des Anbieters aber demnächst behoben.

Smartjobr ist für Android und iOS erhältlich. User haben die Wahl zwischen dem kostenfreien Basis-Tarif und einer Premium-Version. Die Kosten und Vertragskonditionen sind fair und nutzerfreundlich.

Insgesamt ist Smartjobr damit eine Empfehlung für freiberufliche Developer, Social-Media-Manager, Redakteure und andere Freelancer sowie Unternehmen aus der Kreativ- und Digitalbranche.