S.A.D. Haushaltsbuch logo Zum Anbieter
Bewertung
4,6
Pro
  • Einfacher, selbsterklärender Aufbau
  • Schöne grafische Darstellung der Auswertungen
  • Verbrauchsrechner
Kontra
  • Beschränkter Funktionsumfang
  • Eingabe unnötig kompliziert
  • Keine Online-Synchronisation mit Bankkonten
FAZIT

S.A.D. Haushaltsbuch 2017 ist weniger ein hilfreiches Programm als vielmehr ein Do-it-yourself-Baukasten: Hier muss der Nutzer nahezu alle Eingaben manuell einpflegen. Selbst Funktionen, die jedes Haushaltsbuch bieten sollte, fehlen.

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Bewertungskriterien
Lizenz und Kosten
Funktionsumfang
Benutzerfreundlichkeit
Performance und Sicherheit
Hilfe & Support

S.A.D. Haushaltsbuch Test

Lizenz und Kosten5,00

Für einmalig nur 14,99 Euro erhält der Käufer wahlweise die Installations-CD oder einen USB-Stick. In Anbetracht des beschränkten Funktionsumfanges und der Tatsache, dass keine App zur mobilen Belegerfassung existiert, erscheint jedoch selbst dieser Preis zu hoch. Das beiliegende Infoblatt enthält einen kurzen Verweis auf den Online- und E-Mail-Support sowie das Handbuch im PDF-Format.

Nach Aussage des E-Mail-Supports handelt es sich um eine Einzelplatzlizenz, also eine Lizenz, die nur auf einem Gerät nutzbar ist. De facto handelt es sich jedoch um eine unbegrenzte Lizenz zur Nutzung der Software, denn es gibt keinen Lizenzschlüssel und wir konnten das Programm in unserem Test problemlos auf mehr als einem PC verwenden.

Funktionsumfang3,00

Nach dem Start der Software besteht zunächst nur die Möglichkeit, ein neues Projekt zu starten oder ein bestehendes weiter zu bearbeiten. Bei der Erstnutzung erfolgt eine Abfrage von Grunddaten zu Strom-, Wasser- und anderen Kosten. Nach deren Eingabe geht es weiter zum Startfenster, das den Zugang zu folgenden Bereichen der Software ermöglicht:

  • Finanzen
  • Inventar & Abos
  • Verbrauchsdaten
  • Meine Konten
  • Einstellungen

Konto anlegen

Das Handbuch empfiehlt, zunächst alle Bücher, Konten und Kategorien anzulegen, die zum Führen des Haushaltsbuchs relevant sein werden. Anzahl und Art sind frei wähl- und definierbar.

Im Bereich Einstellungen kann der Awender Einnahmetypen und Ausgabetypen neu definieren. Einige Über- und Unterkategorien aus dem Alltagsbereich sind vorgegeben und können beliebig ergänzt werden. Die Währung, in der das Haushaltsbuch geführt wird, kann auch nachträglich angepasst werden. 20 verschiedene Währungen stehen im Programm zur Auswahl.

Unter der Schaltfläche „Läden“ befindet sich eine lange Liste deutscher Einzelhandelsketten, die der Anwender entsprechend seiner Einkaufsgewohnheiten erweitern kann.

Des Weiteren gibt es eine Inventarliste, die die Kategorien Technik, Möbel, Haushalt, Werkzeug, Auto und Sonstiges umfasst und ebenfalls individuell erweiterbar ist. Sie dient zur Erfassung des beweglichen und unbeweglichen Eigentums.

Auch kann der Nutzer alle im Haushalt befindlichen Heizkörper frei benennen und listen, um regelmäßig den Zählerstand einzutragen und so einen Überblick zum Verbrauch zu haben.

Finanzen

Hinter dem Modul „Finanzen“ verbirgt sich der eigentliche Einnahmen- und Ausgabenrechner, wie er für ein Haushaltsbuch typisch ist. Hier kann der Anwender alle Ausgaben und Einnahmen kategorisieren und auflisten, unter der Schaltfläche „Transfer“ Umbuchungen zwischen verschiedenen Konten manuell eintragen, unter „Einkaufszettel“ einen Einkaufszettel für die vorab festgelegten Läden eingeben und drucken sowie die Statistik-Tools zur Auswertung ansteuern.

Die integrierte Suchfunktion erleichtert das Auffinden von Einzelbuchungen, wenn die Liste einen größeren Umfang erreicht hat.

Die Möglichkeiten zur grafischen Auswertung sind hinsichtlich der Darstellungsformen begrenzt. Zur Wahl steht zum einen eine leicht abrufbare 3D-Liniengrafik zum Einnahmen-Ausgabenvergleich, gegebenenfalls gefiltert nach Konto oder Zeitraum. Zum anderen lässen sich Einnahme- und Ausgabestatistiken als beschriftete Tortendiagramme darstellen, filterbar nach verschiedenen Überkategorien, jedoch immer nur für das gesamte Kalenderjahr. Eine direkte Druckfunktion ist implementiert.

Verbrauchsrechner

Ein durchaus praktisches Tool stellt der integrierte Verbrauchsrechner für Strom, Wasser, Gas und Heizöl dar. Dieser errechnet nach Eingabe des Jahresverbrauchs und des Grundpreises für eine Verbrauchseinheit des jeweiligen Anbieters die Gesamtkosten. Das Eintragen der jeweiligen Werte bedeutet jedoch einen nicht geringen Aufwand. Ein Anbietervergleich ist leider nicht integriert, sodass der Aussagegehalt der errechneten Werte relativ gering bleibt. Mittels des integrierten Statistiktools lässt sich der Jahresverbrauch über mehrere Jahre hinweg lediglich grafisch darstellen. Die Auswertung der Daten und das Erkennen von eventuellen Sparpotenzialen bleibt jedem selbst überlassen.

Was fehlt?

Essenzielle Funktionen, die ein Haushaltsbuch-Programm auf jeden Fall bieten sollte, um einen nennenswerten Mehrwert gegenüber einer Excel-Datei zu liefern, fehlen hier. Bei Offline-Betrieb erfolgt keine automatische Übernahme von Umsatzdaten aus einem anderen Konto. Jede Buchung, jede Abbuchung und jeder Transfer müssen händisch eingetragen werden.

Über eine Rechnungserfassung verfügt das Programm ebenso wenig wie über eine zugehörige App zur mobilen Umsatzerfassung. Berichtfunktionen sind auf wenige Möglichkeiten beschränkt. Berichte sind nicht als PDF-Datei ausgebbar. Steuerfunktionen wie eine Steuervorschau oder ein reiner Datenexport für die Steuererklärung sind ebenfalls nicht vorhanden. Selbst simpelste Tools zur Finanzplanung wie ein Budgetplaner oder ein Sparplan bietet das Programm nicht.

Benutzerfreundlichkeit6,00

Das Programm richtet sich ganz klar an Privatanwender, die keine Verwendung für ein umfassendes Finanzprogramm haben oder denen dessen Bedienung zu kompliziert erscheint. Das Haushaltsbuch eignet sich bestenfalls für Wenignutzer, die lediglich über ein oder zwei Konten verfügen und ihre alltäglichen Ausgaben und ihren Energieverbrauch im Auge behalten wollen.

Konten anlegen, verwalten und ändern geht im Haushaltsbuch leicht von der Hand: Im oberen Fenster der Oberfläche erscheint die Darstellung der Kontenliste, darunter eine Eingabemaske, in die der Benutzer alle Daten manuell ins Haushaltsbuch einträgt. Eine Synchronisation mit der Bank zum Abruf von Daten ist nicht möglich. Die eingegebenen Konto-Daten liefern den Startbetrag für spätere Berechnungen des Haushaltsbuches und zur Registrierung von Umbuchungsvorgängen vom Sparbuch aufs Girokonto oder vom Girokonto aufs Bargeldkonto. Alle Transaktionen, wie Abhebungen, Einzahlungen und Umbuchungen müssen einzeln eingegeben werden.

Es gibt keinerlei Einstellungsoptionen für die Darstellung der Benutzeroberfläche. Die Farben der Diagramme und die Diagrammtypen sind vorgegeben. Das Interface erinnert eher an eine App oder eine Schnellerfassung. Die Benutzeroberfläche des Programms füllt nur ein Viertel des Bildschirms aus.

Die Buchungsvorgänge sind unnötig umständlich gestaltet. Der Nutzer muss stets alle Felder ausfüllen, automatische Übernahme von Daten gibt es nicht. Über- und Unterkategorie können nur via Dropdown angewählt werden. Die vordefinierten Kategorien sind sehr grob. So fehlt beispielsweise eine Kategorie für Arznei oder Apotheken. Will der Nutzer die fehlende Kategorie anlegen, muss er die Buchungseingabe abbrechen und sie über die Einstellungen definieren. Ausgaben sind immerhin auch als „Abo“ definierbar, das heißt wiederkehrende Ausgaben können bis zu einem gewissen Grad automatisiert werden.

Jede Eingabe ins Programm ist mit einem Klick auf den gelben Haken zu bestätigen. Ein neues Element muss mit einem Klick auf das rote Plus eingefügt werden. Vergisst der Anwender Letzteres, ändert er ein bestehendes Element im Programm ab, ohne dies überhaupt zu bemerken.

Fremdwährungen rechnet das Haushaltsbuch in Euro um. Allerdings bedarf es hierzu einer regelmäßigen Aktualisierung des Währungsrechners, was eine Internetverbindung erfordert.

Positiv hervorzuheben ist das Taschenrechner-Tool, hilfreich um Einzelbeträge vor der Eingabe aufzuaddieren.

Die Daten des Haushaltsbuchs werden in einem eigenen Format abgespeichert. Der Import oder Export von Dateien eines anderen Formats ist nicht möglich. Auch fehlt die Option, Auswertungen als PDF-Datei zu exportieren. Diese sind nur direkt druckbar.

Performance und Sicherheit4,00

Die Software ist kompatibel mit Windows Vista, 7, 8 und 10. Eine PC-Version für Linux oder Mac existiert nicht.

Die Installation mit einfachem Assistenten erfolgte in Rekordzeit, sie war im Bruchteil einer Sekunde abgeschlossen. Auf der Festplatte benötigt das Programm einen Speicherplatz von lediglich 4,6 MB. Direkt nach der Installation erfolgt eine Aufforderung zur Eingabe eines Passwort, das zur Sicherung der Haushaltsbuchdatei dient.

Die Arbeitsspeicherauslastung pendelte in unserem Test zwischen 35 und 60 MB RAM. Das Programm stürzte im Test zwei Mal völlig unvermittelt ab und war nur über den Task Manager zu beenden.

Hilfe und Support6,00

Zur Kontaktaufnahme bietet der Hersteller auf seiner Homepage ein Kontaktformular und eine E-Mail-Adresse an. Im Test erhielten wir keine Antwort auf Fragen zum Produkt via Kontaktformular und wurden stattdessen an den E-Mail-Support verwiesen. Der E-Mail-Support antwortete innerhalb weniger Minuten. Die Antwort war freundlich, aber nur teilweise zutreffend. Der Mitarbeiter klärte uns auf, dass es nur eine Einzelplatzlizenz gibt. Dies haben wir umgehend durch die Installation und Benutzung der Software auf mehr als einem PC widerlegt.

Trotz des stark begrenzten Funktionsumfanges bringt es das als PDF-Datei auf der Installations-CD mitgelieferte Handbuch auf stolze 45 Seiten. Es ist reich mit Screenshots bebildert, anhand derer alle Funktionen des Programmes erläutert werden.

Auf der Homepage ist ein knapper FAQ-Bereich zu finden. Ein Forum existiert hingegen ebenso wenig wie ein Chat-Support und Hilfetexte oder Infoboxen im Programm selbst.

Zusammenfassung4,60

Laut Hersteller dient das Programm dazu, Ausgaben und Einnahmen über weite Zeiträume zu dokumentieren, um so einen generellen Überblick und eine Basis für Analysen und Sparpotenziale zu schaffen. Dies ist mit dem S.A.D. Haushaltsbuch 2017 tatsächlich möglich. Die Dokumentierung erfolgt allerdings in den meisten Fällen manuell. Die vorgegebenen Kategorien und Auswahlmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Somit bietet das Programm hier kaum mehr als ein Rahmenwerk, für das es auch kostenlose Excel-Vorlagen gibt. Der Eingabemechanismus ist, gemessen an der Einfachheit der integrierten Funktionen, relativ kompliziert gestaltet.

Auf der Plusseite: Die grafischen Auswertungen sind optisch ansprechend, und der Energieverbrauchsrechner macht einen sehr guten Eindruck.

Das Haushaltsbuch ist nur offline nutzbar, das heißt Giro- und Sparkonten können mit dem Haushaltsbuch nicht synchronisiert werden. Weder Steuervorschau noch Datenexport für die Steuererklärung sind möglich. Es existiert keinerlei automatische Belegerfassung, keine Möglichkeit zur Rechnungserfassung oder -verwaltung. Damit ist das S.A.D. Haushaltsbuch selbst für die reine Nutzung als Haushaltsbuch nur wenig tauglich.