Welche Haustiere eignen sich für Kinder?

ratgeber-haustiere_fuer_kinder-hund_giesst_kind_teaserbild

Ein eigenes Haustier hilft Kindern dabei, Verantwortung und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer Lebewesen zu lernen, und fördert die soziale Kompetenz. Denn Haustiere schulen das Einfühlungsvermögen von Kindern und verbessern ihre Frustrationstoleranz. Tiere machen nämlich nicht immer das, was ihr Besitzer möchte. Darüber hinaus können Haustiere das Selbstbewusstsein eines Kindes stärken und sind sehr gute Tröster in traurigen Momenten. Es sind vierbeinige Freunde, mit denen die Kleinen spielen und kuscheln. Ganz klar: Tiere bereichern die Kindheit. Doch welches Haustier passt am besten zum eigenen Haushalt? Diese Frage stellen sich viele Familien in Deutschland.

Die größten Vorteile von Haustieren für Kinder auf einen Blick:

  • Sie fördern das Verantwortungsbewusstsein und das Einfühlungsvermögen.
  • Sie stärken das Selbstwertgefühl.
  • Sie schulen die soziale Kompetenz.
  • Sie senken den Stresspegel.
  • Sie sind ideale Tröster.
  • Sie stellen eine sinnvolle Beschäftigung dar (häufig an der frischen Luft).

Was sollten Eltern vor der Anschaffung beachten?

Allerdings eignet sich nicht jedes Haustier gleich gut für Kinder, und es ist wichtig, dass Eltern sich vor der Anschaffung genau überlegen, welches Haustier in ihre Familie passt. Ihrem Nachwuchs müssen Erziehungsberechtigte klarmachen, welche Aufgaben damit auf sie zukommen. Denn immerhin handelt es sich bei einem Tier nicht um ein Spielzeug aus Plastik, sondern um ein lebendiges Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, das Futter, einen sauberen Platz, Pflege und Beschäftigung benötigt.

Darüber hinaus sollte die Familie vor der Entscheidung für ein Haustier die folgenden Fragen abklären:

  • Wie viel Zeit steht für die Pflege eines Haustiers zur Verfügung?
  • Wie anspruchsvoll ist das Wunschhaustier hinsichtlich seiner Pflege?
  • Leidet ein Familienmitglied unter Asthma oder Allergien?
  • Bietet das eigene Zuhause genug Platz für das Wunschtier?

Falls ein Familienmitglied unter Allergien leidet, sollte von der Anschaffung eines Haustiers besser abgesehen werden. Eine Immunisierung gegen Allergene hat laut aktuellem Forschungsstand eher geringe Erfolgsaussichten. Auch Tiere mit wenig Fell sind hier keine Lösung, da nicht die Tierhaare, sondern Eiweiße aus Hautschuppen, Talg, Speichel oder Urin Allergien auslösen. Besteht in der Familie keine Allergieneigung, ist die Anschaffung eines Haustiers in der Regel gesundheitlich unbedenklich und die Wahl der geeigneten Tierart kann beginnen.

Welche Tiere sind für Kinder ungeeignet?

Gar nicht geeignet als Haustiere für Kinder sind Reptilien und Hamster. Bei Hamstern handelt es sich um nachtaktive Tiere, die den Großteil des Tages schlafend verbringen und nachts lautstark im Käfig herumwuseln, wenn das Kind schlafen soll. Zudem sind sie sehr schreckhaft und zierlich, womit sie nicht für den Umgang mit ungestümen Kinderhänden geschaffen sind. Reptilien eignen sich eher schlecht als Haustier für Kinder, da deren Pflege sehr anspruchsvoll ausfällt. Darüber hinaus scheiden zum Beispiel die beliebten Schildkröten Salmonellen aus, die vor allem bei Babys und Kleinkindern schwere Durchfälle auslösen. Auch Vögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel sind nicht die besten Haustiere für Kinder, da sie zum einen große Volieren für eine artgerechte Haltung brauchen und sich zum anderen ungern streicheln und kuscheln lassen.

Pflegeleicht: Kaninchen und Meerschweinchen

Unkomplizierte Weggefährten für Kinder sind dagegen größere Nager. Bei der Haltung von Kaninchen oder Meerschweinchen sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Großzügiger Auslauf im Käfig und/oder in einem Freigehege
  • Regelmäßige Reinigung des Käfigs
  • Viel Frischfutter
  • Keine Einzelhaltung

Darüber hinaus gilt für Meerschweinchen und Kaninchen: Gleich und gleich gesellt sich besser. Das betrifft sowohl die Tierart als auch das Geschlecht.

Anspruchsvoll, aber ein toller Spielgefährte: Der Hund

Ideale Spielgefährten für Kinder sind gut sozialisierte, zutrauliche und aufgeweckte Hunde. Sie eignen sich hervorragend zum Spielen, zur Bewegung im Freien und zum Kuscheln. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Hunde in ihrer Haltung deutlich anspruchsvoller sind als beispielsweise Meerschweinchen. Hunde erfordern viel Zeit, Aufmerksamkeit, Auslauf und eine gute Erziehung. Zudem ist es wichtig, dass der Hund die Kinder im Haushalt in seinem Rudel akzeptiert und auch auf Lärm, Toben und Kuschelattacken gelassen reagiert. Familien, die über die Anschaffung eines Hundes nachdenken, sollten sich vorher außerdem darüber Gedanken machen, wo sie ihren Vierbeiner unterbringen, wenn sie Urlaub an einem für ihn ungeeignetem Ort verbringen möchten. Außerdem ist zu bedenken, dass Hunde sehr kostspielig sein können (Hundesteuer, Futter, Hundehaftpflicht, Tierarztbesuche).

Eigenwillige Einzelgänger: Katzen

Eltern, die ihrem Nachwuchs eine Katze als Haustier verschaffen möchten, sollten den Kindern vorher ausdrücklich klarmachen, dass es sich dabei um eigenwillige Persönlichkeiten handelt, die sich nicht alles gefallen lassen und nur dann spielen und kuscheln, wenn ihnen auch danach ist. Ansonsten können sie auch schnell einmal ihre Krallen ausfahren. Mit diesen Eigenschaften eignen sich Katzen jedoch hervorragend dazu, das Einfühlungsvermögen von Kindern zu schulen und ihre Frusttoleranz zu erhöhen. Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen eher Einzelgänger und sehen den Menschen mehr als Diener denn als Freund. Dafür sind sie aber auch eigenständiger und weniger anspruchsvoll in der Pflege als Hunde.