Was ist DNS?

DNA

Vom Domain Name System haben sicherlich schon viele Leute etwas gelesen oder gehört, ohne allerdings genau zu wissen, worum es sich eigentlich handelt. Die eigene Webseite muss irgendwo registriert werden, wozu meist professionelle Domain-Hoster in Anspruch genommen. Einigen ist die Bedeutung der .de-Domäne für deutsche Internetzugänge ein Begriff. Tiefergehende Einblicke haben nur wenige Personen. Dabei ist es sinnvoll, mehr über das DNS zu erfahren, um im Zweifelfall Fehlermeldungen oder lange Wartezeiten zuordnen zu können.

Was ist das Domain Name System und wie ist es entstanden?

Das DNS ist ein hierarchisch gegliedertes System zur Auflösung der im Internet verwendeten IP-Adressen in sprechende Namen. Dabei wird der Adressraum im Internet mit der Hilfe unzähliger DNS-Server in hierarchisch gegliederte Bereiche - Domänen genannt – unterteilt; die Struktur ist wie ein Baum angeordnet. In der höchsten Ebene befindet sich das sogenannte root-Label. Der englische Ausdruck ist passend, denn hier befindet sich die Wurzel der Namensauflösung. Von hier ausgehend wird auf die nächstniedrigeren Sub-Ebene - die Top-Level-Domains - verzweigt. Ab hier wird es für die User interessant. Da nicht alle Rechner in einem Domänenraum stehen können, müssen weitere Unterteilungen vorgenommen werden. Dies wird so lange fortgeführt, bis das Endgerät - normalerweise ein Web- oder Mailserver - erreicht ist. Das Endergebnis ist ein Servername, der von den Benutzern eingegeben wird und die Bezeichnungen aller betroffenen Domänenebenen enthält.

Gründe für eine Namensauflösung mit DNS

Jeder Rechner in einem Netzwerk muss adressiert werden, was über das Internetprotokoll TCP/IP geregelt wird. IP-Adressen der weltweit verbreiteten Version 4 bestehen aus 32 binären Einsen und Nullen. Zur besseren Lesbarkeit wurden diese in vier dezimale Zahlen umgewandelt, von denen jede jeweils acht binäre Stellen (Octet bzw. Byte) repräsentiert. Dadurch konnte zwar die IP-Adresse besser identifiziert werden. Für ein vernetztes System - insbesondere ein so großes wie das Internet - wäre diese Schreibweise immer noch viel zu unübersichtlich. Aus diesem Grund entstand das Prinzip der Namensauflösung. Mehrere Modelle wurden entwickelt. Für das Internet und Unternehmensnetzwerke hat sich das DNS dank seiner hierarchischen Struktur durchgesetzt.

Funktionsweise des DNS

Jede Domäne muss mindestens einen DNS-Server vorweisen, damit sie erreicht werden kann. Die Computer der User befinden sich ebenfalls in einer Domäne. Dessen zuständiger Server wird aktiv, sobald im Browser eine Adresse eingegeben und auf Enter geklickt wird. Er kennt die Adresse des gesuchten Webservers nicht und fragt daher den DNS-Server der nächsthöheren Domäne. Auch diesem ist die Zieladresse nicht bekannt, weshalb er sich an seinen „Chef“, den DNS-Server seiner übergeordneten Domäne, wendet. Dies geht soweit, bis die Top-Level-Domains erreicht sind. Befinden sich sowohl der User-PC als auch das gewünschte Ziel beispielsweise in der .de-Domäne, wird der DNS-Server den Weg kennen und die Anfrage an die zuständige Sub-Domäne (z.B. deutschland.de) weiterleiten. Dieses Prinzip wird so lange weitergeführt, bis die Anfrage in der niedrigsten Subdomäne (beispielsweise steuer.bund.deutschland.de) angekommen ist. Hier steht nun der Server, an den sich der User gewendet hat. Er beantwortet den Verbindungswunsch und die Datenpakete werden auf gleichem Wege zurückgeschickt.

Die hierarchische DNS-Domänenstruktur

Die Hierarchie in der Domänenstruktur wird von rechts nach links aufgelöst, wobei die einzelnen Subdomänen durch einen Punkt getrennt sind. Ganz links steht der eigentliche Servername. Das weltbekannte "www" ist ein freiwillig gewählter Servername und keine Bezeichnung für eine Domäne. Es besteht nicht die Pflicht, ihn zu nehmen. Ein Name wie willi.deutschland.de wäre auch möglich. Im Laufe der Zeit hat sich "www" jedoch als Standard etabliert. Der vollständige Domänenpfad mit allen Subdomänen und dem Servernamen wird Full Qualified Domain Name (FQDN) genannt.

In der obersten root-Ebene ist kein Rechner eingetragen. Sie wird nur mit einem Punkt angegeben, der für die User nicht sichtbar ist. Deshalb steht im FQDN an rechter Stelle der Name der Top-Level-Domäne ("de", ".com", etc.). Wer seinen Server im DNS registrieren lassen will, kann Domain Hosting Dienste beauftragen, bei der für die gewünschte Top-Level-Domain zuständigen Stelle den Eintrag vornehmen zu lassen.