Wissenswertes zu Krediten

    Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Kredit ist eine Gebrauchsüberlassung eines Wertgegenstandes auf bestimmte Zeit.
  • Ein Kredit besteht in der Regel aus einem Kreditgegenstand, einer Rückzahlungsregelung, einer Laufzeit sowie anfallenden Zinsen.
  • Unter den Krediten zählen die Ratenkredite zu den gängigsten Darlehen, die in der Bundesrepublik Deutschland im privaten Sektor vergeben werden.

Was ist ein Kredit?

Der Kredit ist einer der zentralen Begriffe im Finanz- und Bankenwesen. Aus etymologischer Sicht stammt der Terminus von dem lateinischen Wort credere ab, welches etwa mit "glauben", "vertrauen" oder "anvertrauen" übersetzt werden kann. Auf einen modernen Kredit umgemünzt bedeutet dies somit, dass ein "Gläubiger" – auch Kreditgeber genannt – auf die Fähigkeit und Bereitschaft des Schuldners – des Kreditnehmers – vertraut, die geliehene Sache oder den Gegenstand zu vorher vereinbarten Konditionen zurückzugeben.

Ganz allgemein stellt ein Kredit somit eine Gebrauchsüberlassung von Geld oder anderen vertretbaren Sachen durch einen Kreditgeber auf bestimmte Zeit dar. Hierunter fallen beispielsweise Kreditverträge, Abzahlungskäufe, Stundungen oder auch Wechsel – Ausnahmen sind dagegen Dispositions- oder Wertpapierkredite, da hierfür meist auf eine Laufzeit sowie einen Tilgungsmodus verzichtet wird.

Gegenüber der Begrifflichkeit Darlehen ist der Kredit der umfassendere Terminus, da sich dieser nicht nur auf die Geldleihe als solche beschränkt, sondern sich ebenfalls auf andere Ausformungen wie den Akzeptkredit, den Avalkredit oder den Diskontkredit erstreckt – diese sind zudem auch als Geschäftsbesorgungsvertrag, als Bürgschaft und Garantie oder als Kauf einzuordnen.

Worin unterscheiden sich Kredite überhaupt?

Kredite werden üblicherweise dem vergebenen Kreditbetrag entsprechend in verschiedene Klassen eingeordnet. Insgesamt lassen sich so vier verschiedene Hauptkategorien unterscheiden:

Mikrokredit

Hierunter fallen Kleinstkredite von einem Euro bis zu einigen tausend Euro, die meist an Kleingewerbetreibende, unter anderem auch aus Entwicklungsländern, vergeben werden. Häufig bieten spezialisierte Finanzdienstleister sowie nichtstaatliche Organisationen derartige Hilfsmittel zur Entwicklungsförderung an. Allerdings fällt der effektive Jahreszins für Mikrokredite deutlich über dem der traditionellen Kredite an. Aus diesem Grund müssen Interessierte häufig mit einem Zinssatz von 20 Prozent p. a. rechnen, wobei auch Zinsen zwischen 30 und 70 Prozent keine Seltenheit mehr bei den Mini-Darlehen sind. Begründet wird dieses Phänomen mit hohen Transaktionskosten sowie längeren Anfahrtswegen.

Kleinkredit

Kleinkredite bezeichnen im Banksektor gewöhnlich Konsumkredite, die aufgrund des Betrages als solche eingestuft werden, wobei die maximale Höhe eines Kleinkredites nicht einheitlich definiert wird. Allgemein kann jedoch von einem Kreditrahmen von 500 bis etwa 10.000 Euro ausgegangen werden.
Kleinkredite werden ausschließlich als Ratenkredite vergeben – die Rückzahlung erfolgt dementsprechend in einem festen Rahmen über einen definierten Zeitraum. In der Bundesrepublik Deutschland werden jedoch keine langfristigen Kleinkredite vergeben. In Deutschland machen die kleinen Darlehen mit einem Anteil von bis zu 70 Prozent den Großteil aller vergebenen Ratenkredite aus.

Geldhaus
Je nach Kredithöhe können Kunden unterschiedlichste Ziele in Angriff nehmen.
Millionenkredit

Sämtliche Kredite, deren Volumen mindestens eine Million beträgt, werden unter der Bezeichnung Millionenkredit geführt. Ein derartig großer Kredit unterliegt in der Bundesrepublik Deutschland der Meldepflicht – dies dient dem Zweck, das sich ergebende Kreditrisiko zu erfassen.

Großkredit

Erreicht oder überschreitet die beantragte Kreditsumme zehn Prozent der anrechenbaren Eigenmittel eines Kreditinstitutes, wird dieser Kredit unter der Bezeichnung Großkredit geführt. Das Kreditvolumen hat dementsprechend eine Höhe erreicht, die bereits als solche ein eigenständiges Risiko darstellt, ohne das Kreditrisiko des Kreditnehmers mit einzuberechnen. Sollte nun ein Großkreditnehmer in die Zahlungsunfähigkeit geraten, läuft auch der Geldgeber Gefahr, in Schwierigkeiten zu geraten.

Sonstige Unterscheidungsmöglichkeiten von Krediten

Je nach Spezifikation, Umfang oder Verwendungszweck des Darlehens lassen sich auch noch weitere Formen von Krediten definieren, die in folgender Übersicht kurz porträtiert werden sollen:

Laufzeit

  • Kurzfristiger Kredit mit einer Laufzeit von unter einem Jahr
  • Mittelfristiger Kredit mit einer Laufzeit von einem bis maximal vier Jahren
  • Langfristiger Kredit mit einer Laufzeit von mindestens vier Jahren

Status

  • Intakt
  • Gefährdet
  • Notleidend
  • Ausgefallen

Bereitstellung

  • Barkredit
  • Warenkredit
  • Kreditleihe

Umfang der Besicherung

  • Blanko
  • Teilgedeckt, aber mit Blankoanteil
  • Vollgedeckt

Art der Besicherung

  • Personalkredit
  • Sachkredit
  • Realkredit

Kreditgeber

  • Bankkredit
  • Lieferantenkredit
  • Arbeitgeberdarlehen
  • Privatkredit
  • Staatskredit
  • Organkredit

Verwendung

  • Konsumkredit
  • Investitionskredit
  • Betriebsmittelkredit
  • Vorfinanzierung
  • Zwischenfinanzierung
  • Effektenkredit
  • Import/Exportkredit

Alles rund um den Kredit

Der Ratenkredit

In dem weiten Feld der unterschiedlichen Kreditformen zählen die Ratenkredite zu den gängigsten Darlehen, die in der Bundesrepublik Deutschland im privaten Sektor vergeben werden. Hierunter fallen jegliche Kredite, die in gleichbleibenden monatlichen Raten zu einem vorher definierten Zinssatz in einer festgelegten Monatsfrist zurückgezahlt werden müssen. Allerdings dienen die monatlichen Raten nicht ausschließlich der Tilgung des Darlehens, sondern enthalten auch Zinsen sowie anfallende Gebühren der geldgebenden Kreditinstitution. Die Zinssätze werden in der Regel in Abhängigkeit zur Bonität vergeben.
Die ersten Ratenkredite wurden in Deutschland bereits in den 1950er Jahren angeboten. Während dies zunächst noch ein Angebot sogenannter Teilzahlungsbanken war, zählen diese mittlerweile zum Portfolio einer jeden seriösen Geschäftsbank.

Im bundesweiten Durchschnitt beläuft sich die Höhe des Kredites meist zwischen 1.000 und 75.000 Euro, welcher durchschnittlich im Zuge einer Laufzeit von 84 Monaten zurückgezahlt werden muss. Im Regelfall begnügt sich der Kreditgeber mit einer Lohn- und Gehaltsabrechnung als Sicherheitsvereinbarung. Sollte jedoch eine unzureichende Bonität des Antragsstellers einer Kreditvergabe im Wege stehen, akzeptieren viele Banken häufig auch einen Bürgen, der im Falle von Zahlungsengpässen offene Ratenbeträge begleicht.

Raten
Regelmäßige Raten, die über die gesamte Laufzeit gleich hoch ausfallen.
Fester Tilgungsbetrag
Der feste Tilgungsbetrag sinkt aufgrund des kleiner werdenden Schuldbetrages und damit stetig abnehmender Zinsleistung sukzessive.
Endfällige Kredite
Endfällige Kredite werden am Ende der Laufzeit mit einem Gesamtbetrag zurückgezahlt.

Kreditvermittler

Wer weitere Unterstützung bei der Wahl des richtigen Kredites benötigt, ist mit einem Kreditvermittler gut beraten. Die Hauptleistung eines solchen Anbieters besteht in der Beratung und Findung eines passenden Darlehens für den Interessenten. Einige Vermittler haben Kontakte zu weniger bekannten Banken und bieten aufgrund dessen sehr günstige Konditionen an. Seriöse Anbieter bieten ihre Dienste kostenlos an, da sie im Interesse des Kunden handeln. Zu diesen vertrauenswürdigen Vermittlern zählt auch Credicom, welche potenzielle Kreditnehmer gebührenfrei beraten und lediglich bei einem erfolgreichen Vertragsabschluss eine Provision erhalten. 

Die Zinsen

Der Zins ist die Bezahlung, welche ein Kreditnehmer einem Kreditgeber für das zeitweilig überlassende Kapital entgegenbringt. Neben der kreditierten Summe fallen somit ebenfalls Zinsen an, die bereits zu Vertragsabschluss fest vereinbart werden. Der Zins ist daher als Ausgleich und gleichzeitig auch als Gewinn für den Kreditgeber für dessen Liquiditätsverzicht und das eingegangene Risiko anzusehen.

Im Regelfall hängt der individuelle Zinssatz von der Bonität des Antragstellers ab, welche sich wiederum aus Faktoren der individuellen Einnahmen- und Ausgabensituation sowie dem Anstellungsverhältnis zusammensetzt. Im Finanzwesen können mittlerweile unterschiedliche Zinstypen unterschieden werden.

Bei einem Ratenkredit enthält eine monatliche Kreditrate den Zinsanteil für dreißig Zinstage – sollten jedoch zwischen der Kreditauszahlung und dem Termin der ersten fälligen Rate mehr als dreißig Zinstage liegen, so werden diese anteiligen Zinsen ebenfalls ermittelt und der ersten Rate hinzugerechnet. Derartige Zinsen werden auch unter der Bezeichnung Anflaufzinsen geführt.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen für Zinsen können vor allem für Neueinsteiger in der Finanzwelt verwirrend und komplex erscheinen. Folgendes Video arbeitet die Charakteristika und Unterschiede von Nominalzins, Sollzins und Effektivzins anschaulich und gut verständlich heraus:

Nominalzins, Sollzins und Effektivzins - Was ist das eigentlich?

Die Bonität

Ein zentraler Begriff der Kreditvergabe und Tauglichkeitsprüfung ist die Bonität. Dieser Terminus leitet sich von dem lateinischen bonitas ab, was mit Vortrefflichkeit oder Kreditwürdigkeit übersetzt werden kann. In der Finanzwirtschaft beschreibt dies zum einen die Fähigkeit einer natürlichen Person, von Unternehmen oder selbst von Staaten aufgenommene Kredite wieder zurückzuzahlen, und zum anderen auch die Bereitschaft, diese zu begleichen.

Die Bonität beinhaltet häufig zwei Kriterien, von denen die wirtschaftliche Rückzahlung im Vordergrund steht:

  • Persönliche Kreditwürdigkeit
    Hier wird die persönliche Zuverlässigkeit und Zahlungswilligkeit seitens des Kreditgebers bewertet – vor allem berufliche sowie fachliche Qualifikationen sind dabei von gesondertem Interesse
  • Wirtschaftliche Kreditwürdigkeit
    Hier geht es um die wirtschaftlichen Fähigkeiten des Kreditnehmers, welche anhand vergangener und prognostizierbarer wirtschaftlicher Verhältnisse ermittelt werden – meist werden hierfür Einkommensnachweise oder Bilanzen für eine detaillierte Auswertung hinzugezogen
Die SCHUFA
Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung

Die Schufa ist eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden, die die Bonität potenzieller Kreditnehmer prüft.

Geschichte

In den 1920er Jahren verkaufte die Berliner Städtische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft neben Strom auch auf Raten finanzierte Haushaltsgeräte. Die Ratenzahlung erfolgte im Zuge der Stromrechnung, allerdings kamen ausschließlich regelmäßig zahlende Endverbraucher auch in den Genuss der Elektrogeräte.

Auf der Grundlage dieser Beurteilung des Zahlungsverhaltens gründeten Mitarbeiter der BEWAG die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung

1952 erfolgte die Gründung der Bundes-Schufa e.V.

2000 Umwandlung der Bundes-Schufa e.V. in die Schufa Holding AG

Letztendlich liegt es am Kreditgeber, die vorliegenden Kreditrisiken professionell einzuschätzen und einzustufen. Um diesen Vorgang zu erleichtern, existieren betriebswirtschaftlich-statistische Grundlagen, anhand derer die individuelle Bonität eines Kreditnehmers systematisch erfasst werden kann. In der Bundesrepublik Deutschland hat sich die SCHUFA als Ratingagentur etabliert, welche permanent die Bonität von Schuldnern ermittelt sowie bewertet und daraufhin ihre Ergebnisse Gläubigern entgeltlich zur Verfügung stellt.
Die individuelle Prüfung der Bonität erfolgt meist auf der Grundlage von zahlreichen Quellen, allerdings existieren keine einheitlichen Kriterien zur Ermittlung der Bonität – erforderliche Informationen hängen meist von der Höhe des abzusichernden Risikos ab.

  • Bonitäts-Abstufungen reichen von sehr guter Bonität bis hin zu gerade noch vertretbarer Bonität
Bonitätskriterien

Die Festlegung und Gewichtung der unterschiedlichen Kriterien einer Bonitätsprüfung ist in jedem Falle der geldgebenden Einrichtung überlassen – selbst Kreditinstitute sind aufsichtsrechtlich an explizite Kriterien gebunden, die diese bei der Kreditvergabe zu berücksichtigen haben. Im Falle von natürlichen Personen ist meist von folgenden Kriterien auszugehen:

  • Angaben über bisherige Kreditabwicklung
  • Einkommenssituation: Gehalt, Arbeitgeber, Sicherheit des Arbeitsplatzes
  • Ausgabensituation: Miete, Kreditrückzahlung, andere laufende Kosten
  • Vermögenssituation: vorhandene Sicherheiten
  • Schuldensituation

Die Restschuldversicherung

Die Restschuldversicherung wird häufig auch unter den Bezeichnungen Restkreditversicherung oder Kredit-Lebensversicherung geführt (kurz: RSV). Hierbei handelt es sich um eine optionale Absicherung des Kreditnehmers sowie von dessen Hinterbliebenen im Todesfall, beim Auftreten einer schweren Krankheit oder plötzlicher sowie unverschuldeter Arbeitslosigkeit.

  • Im Todesfall wird die noch ausstehende Restschuld des aufgenommenen Darlehens durch die Versicherung umfänglich getilgt
  • Im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit werden dagegen die anfallenden Raten zwischenzeitlich übernommen.

Möchte ein Kreditnehmer eine Restschuldversicherung in Anspruch nehmen, tritt er im Regelfall einem vom Kreditgeber abgeschlossenen Gruppenversicherungsvertrag bei. Aus diesem Grund unterliegt der Vertragsabschluss des einzelnen Kreditnehmers nicht den gleichen Formalvorschriften wie ein gewöhnlicher Versicherungsvertrag.

Geschichtlicher Hintergrund:

Die Ursprünge der Restschuldversicherung fallen in die 1950er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika – bereits 1957 wurde die erste RSV durch das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen auch in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen. Mittlerweile wird die Versicherung gegen Zahlung eines Einmalbetrages abgeschlossen – häufig wird dieser Einmalbetrag durch das Darlehen mitfinanziert.
Ursprünglich deckte die Restschuldversicherung lediglich die Versicherungsfälle Tod und Arbeitsunfähigkeit ab – 1995 wurde schließlich das Portfolio um das Risiko einer unverschuldeten Arbeitslosigkeit erweitert. Im Jahre 2006 erfolgte schließlich auch noch die Aufnahme von schweren Krankheiten sowie unterschiedlichen Beistandsleistungen, um den Darlehensnehmer bei der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben zu unterstützen.

  • Meist wird auf eine Annahme- und Gesundheitsprüfung verzichtet, um den Vertragsabschluss zu vereinfachen und zu beschleunigen.
  • Bei Vorerkrankungen ist der Schutz aber allenfalls bedingt.
  • Die nicht unerheblichen Kosten für die Versicherung können die Gesamtkosten des Darlehens spürbar erhöhen
  • An die Kreditvergabe gekoppelte Vertriebsmethode
  • Vertragliche Ausschlussfristen für die jeweiligen Versicherungsleistungen; diese bedingen, dass der Versicherungsschutz erst nach Ablauf einer bestimmten Frist in Kraft tritt oder der Leistungsfall bereits eine Mindestzeit anzudauern hat, bevor Leistungen

Die Vorfälligkeitsentschädigung (VFE)

Sollte ein Kreditnehmer ein Darlehen während der Zinsfestschreibungszeit außerplanmäßig zurückbezahlen, tritt die Vorfälligkeitsentschädigung in Kraft. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt also immer dann an, wenn ein Kredit vonseiten eines Kunden gekündigt wird – sollte dagegen die Kündigung durch die Bank aufgrund einer Pflichtverletzung des Kreditnehmers erfolgen, entsteht ein Schadensersatzanspruch für das Finanzinstitut.

Worin ist der Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung begründet?

Bei Abschluss eines Festzinsdarlehens verpflichtet sich der Kreditgeber dazu, die Zinsen über den gesamten vereinbarten Zinsfestschreibungszeitraum unverändert bereitzustellen, selbst wenn sich die aktuelle Zinssituation enorm verändern sollte. Zahlt nun ein Kunde sein Darlehen frühzeitig zurück, entsteht der Bank neben einem Refinanzierungsschaden auch ein sogenannter Margenschaden, da dieser aus vertraglichen Gründen die zur Refinanzierung verwendeten Einlagen oder Anleihen nicht vorzeitig zurückgewähren kann.

  • Refinanzierungsschaden
    Eine Bank refinanziert einen Kredit zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zu dem damaligen Zinssatz für die damalige Zinsfestschreibung. Verändern sich nun die Marktzinsen zum Zeitpunkt der vorzeitigen Rückzahlung, kann die Bank die vorzeitig zurückgezahlten Gelder ausschließlich zu dem aktuellen Marktzins wieder anlegen. Der Refinanzierungsschaden bezeichnet dementsprechend diese Differenz.
  • Margenschaden
    Hierbei handelt es sich um die Minderung des Gewinnes für die Bank. Eine Bank generiert ihre Gewinne dadurch, dass sie Einlagen geringer verzinst als die herausgegebenen Kredite. Die Marge der Bank ist dementsprechend umso höher, je länger der Kredit läuft. Wird der Kredit nun vorzeitig zurückgezahlt, ist es der Bank verwehrt, in Zukunft eine Marge hierfür zu erzielen, weswegen der Verlust am künftigen Ertrag als Margenschaden bezeichnet wird.
Worauf sollte bei einer Umschuldung eines Kredites geachtet werden?

Schritt 1
Konditionen der aktuell laufenden Kredite ermitteln

Schritt 2
Die derzeitige Zinslage ermitteln – herrscht eine umschuldungsfreundliche Niedrigzinslage oder verhindern hohe Zinsen eine günstige Umschuldung?

Schritt 3
Suche nach neuen Kreditangeboten mit günstigen Zinsen

Schritt 4
Mit Hilfe eines Ratenrechners die exakten Auswirkungen der Umschuldung bemessen

Schritt 5
Umschuldung vollziehen oder auf einen günstigeren Moment warten

Ist der Zinssatz des Privatkredites zu hoch, müssen mehrere Ratenkredite abbezahlt werden oder ist gar der Dispo überzogen, lohnt es sich in Zeiten von Niedrigzinsen, eine Umschuldung des Kredites in Erwägung zu ziehen.

Ein niedriges Zinsniveau begünstigt eine Umschuldung, da Kreditnehmer nicht nur von geringeren monatlichen Belastungen profitieren, sondern auch Laufzeiten, Zinsen und die Tilgungsrate des Kredites leichter überblicken können.

Fällt durch die vorzeitige Ablösung des Kredites eine Vorfälligkeitsentschädigung an, muss dies unbedingt bei der Auswahl des neuen Ratenkredites berücksichtigt werden. Weiterhin sollten Verbraucher darauf achten, im Zuge der Umschuldung nicht einen größeren Kredit als unbedingt notwendig anzunehmen.

Der rechtswissenschaftliche Hintergrund

Unter den Kreditbegriff fallen zahlreiche wirtschaftliche Fallgestaltungen, welche stets den Kreditnehmer von der Verpflichtung befreien, den entsprechenden Gegenwert einer Leistung umgehend zu erbringen. Dieses Phänomen beschränkt sich jedoch keineswegs ausschließlich auf den allseits bekannten Ratenkredit von der Bank, da auch in vielen Alltagssituationen eine Kreditgewährung vorliegt, welche jedoch nur sehr selten als solche wahrgenommen wird.

Beispiel: Der Kauf eines Elektrogroßgerätes mit vereinbarter Ratenzahlung

Wichtige Bestandteile eines Kredites
  • Die Kreditsumme / der Kreditgegenstand
  • Ein Tilgungsmodus / eine Rückzahlungsregelung
  • Anfallende Zinsen
  • Eine Laufzeit

Ein weiteres wichtiges Charakteristikum ist die Zeitdifferenz, die zwischen dem Zeitpunkt der Leistung und dem Zeitpunkt der Gegenleistung liegt. Bei einem Kredit tritt stets einer der beiden Vertragspartner in dem Vertrauen in Vorleistung, dass der Gegenüber ebenfalls der vertraglich festgehaltenen Verpflichtung nachkommen wird.

Selbstverständlich ist der Kredit auch durch den Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch mit den Paragraphen 488 bis 512 reguliert. Der Paragraph 488 I im BGB definiert und beschreibt die Verpflichtung des Darlehensgebers, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Darlehensnehmer dazu, einen geschuldeten Zins zu zahlen sowie das Darlehen bei Fälligkeit zu begleichen. Die Rückzahlungspflicht besteht jedoch nicht in der Rückgabe derselben Geldscheine oder des Münzgeldes, sondern verlangt einen Geldbetrag in derselben Höhe. Privaten Kreditnehmern wird weiterhin Widerrufsrecht eingeräumt, weshalb diese binnen 14 Tagen dem Darlehen widersprechen können. Tritt ein derartiger Fall ein, muss der vollständige Kredit umgehend zurückbezahlt werden.

Die Abgrenzung des Kredites zu anderen Finanzdienstleistungen

In der Ausgestaltung der Rückzahlungspflicht liegt auch einer der größten Unterschiede zu anderen Finanzdienstleistungen wie Miete, Pacht oder Leihe. Während ein Mieter, Pächter oder Entleiher lediglich unmittelbarer Besitzer des Vertragsgegenstandes wird und sich daher auch dazu verpflichtet, exakt ein und denselben Gegenstand in der konkreten Gestalt wieder auszuhändigen, erhält und behält ein Kreditnehmer die vollumfängliche und sachrechtliche Verfügungsgewalt mittels Eigentum.

Von der Schenkung unterscheidet sich der Kredit dagegen dadurch, dass den Beschenkten grundsätzlich keine Rückerstattungspflicht trifft.

Ordner
Die Unterschiede zwischen den Finanzdienstleistungen sind oft nur minimal.

Wie kommt ein Kredit überhaupt zustande?

Ein Kreditvertrag wird stets durch zwei miteinander korrespondierende Willenserklärungen geschlossen, wobei es sich hierbei um einen Konsensualvertrag handelt. Die Einigung zielt darauf ab, dass der Kreditgeber dem Kreditnehmer den vereinbarten Geldbetrag zur Verfügung stellt, und dass das Darlehen bei Fälligkeit vom Schuldner zurückzuzahlen ist. Weiterhin kann vereinbart werden, dass ein bestimmter Zinssatz gezahlt werden soll – eine solche Vereinbarung ist jedoch keinesfalls zwingend.

Bei Verbraucherkrediten, also bei Verträgen zwischen Unternehmen und Verbrauchern, müssen die Verträge zusätzlich in Schriftform oder in elektronischer Form abgeschlossen werden.
Aus diesen korrespondierenden Willenserklärungen ergeben sich natürlich auch unterschiedliche Pflichten für die beiden Parteien:

Konsensualvertrag

Bei einem derartigen Vertrag reichen bereits die übereinstimmenden Willensäußerungen der Parteien zum Vertragsschluss aus.

Im Gegensatz dazu bedarf es bei einem Realvertrag einer bestimmten Handlung, damit ein gültiger Vertrag zustande kommt.

Pflichten des Darlehensgebers

Bei einem Kredit ist der Gläubiger verpflichtet, dem Darlehensnehmer den vereinbarten Geldbetrag zur Verfügung zu stellen – üblicherweise erfolgt dies durch Barzahlung oder Gutschrift auf das Referenzkonto des Darlehensnehmers.

Weiterhin treffen den Darlehensgeber Schutzpflichten zugunsten des Darlehensnehmers, die insbesondere auf dessen Vermögen bezogen sind. Zwar unterliegt der Kreditgeber keiner allgemeinen Beratungs-, Warn oder Aufklärungspflicht, sollte dieser jedoch einen konkreten Wissensvorsprung bezüglich wesentlicher Umstände oder Risiken der Kreditvereinbarung gegenüber dem Schuldner haben, greift eine Ausnahmeregelung.

Pflichten des Darlehensnehmers

Eine Hauptpflicht des Darlehensnehmers ist es, dem Gläubiger den Kreditgegenstand bei Fälligkeit zurückzuerstatten – hierbei wird von der sogenannten Rückerstattungspflicht gesprochen.

Bei einem entgeltlichen Darlehen trifft den Darlehensnehmer außerdem die Pflicht zur Zahlung des vereinbarten Zinses.

Der Darlehensnehmer ist des Weiteren zur Abnahme des Darlehens verpflichtet, sofern der Darlehensgeber hieran ein erkennbares wirtschaftliches Interesse hat. Dies sollte vor allem bei entgeltlichen Darlehen in der Regel der Fall sein. Die Bereitstellung von Sicherheiten ist dagegen nur bei gesonderten Vereinbarungen verpflichtend.

PKV Geld
Die Abrechnung von Kosten für Arztbesuche funktioniert in der PKV anders als in der GKV.
Rechtsfolgen bei einer Pflichtverletzung

Sollte der Darlehensgeber den Kredit nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen, so hat der Darlehensnehmer einen Schadenersatzanspruch. Weiterhin steht dem Schuldner das Recht zu, Verzugszinsen zu verlangen. Im Falle eines entgeltlichen Kreditvertrages hat der Darlehensnehmer außerdem vor Auszahlung des Kreditbetrages ein Rücktrittsrecht.

Sollte andererseits der Darlehensnehmer seiner vertraglich geregelten Rückzahlungspflicht nicht ordentlich und fristgerecht nachkommen, steht es dem Gläubiger frei, Ersatz für den Vermögensschaden sowie Verzugszinsen zu verlangen. Auch ein Schadensersatz bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Zinsen durch den Darlehensnehmer kommt in Betracht.

Achtung Sittenwidrigkeit

Stehen Leistung und Gegenleistung objektiv in einem auffälligen Missverhältnis, wird von Sittenwidrigkeit gesprochen. Im Kreditwesen sind hierbei in erster Linie die vereinbarten Zinsen mit dem derzeitig marktüblichen Zinssatz zu vergleichen. Ein Ratenkredit kann aber auch dann nichtig sein, wenn dieser zu einem sittenwidrigen Zweck abgeschlossen wird.

Die rechtskräftige Kündigung eines Kredites

Da ein Ratenkredit ein rechtskräftiger Vertrag zwischen zwei Parteien ist, stehen Kreditnehmer und Kreditgeber unterschiedliche Kündigungsoptionen offen:

Kündigung durch den Kreditnehmer

Im Regelfall kann der Kreditnehmer sechs Monate nach Auszahlung des Ratenkredites den selbigen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen – eine Vorfälligkeitsentschädigung seitens des Bankunternehmens ist in einem solchen Falle nicht zu befürchten. Andererseits ist das Finanzinstitut auch keineswegs dazu verpflichtet, anfallende Bearbeitungsgebühren zurückzuzahlen. Weiterhin darf eine angemessene Aufwandsentschädigung für die Kündigung in Rechnung gestellt werden.

Seit dem 11. Juni 2011 ist zudem eine EU-Richtlinie wirksam, wonach es Kreditnehmern jederzeit freisteht, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist vom Darlehensvertrag zurückzutreten. Im Gegenzug dürfen Banken eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn der Kreditnehmer frühzeitig von dem Vertragswerk zurücktritt – der Gesetzgeber hat die Höhe der Entschädigung exakt definiert:

  • Bei mehr als 12 Monaten Restlaufzeit darf die Vorfälligkeitsentschädigung maximal 1,0 Prozent betragen
  • Bei weniger als 12 Monaten Restlaufzeit ist die Entschädigung dagegen auf 0,5 Prozent des Restsaldos beschränkt
Kündigung durch den Kreditgeber

Eine Kündigung seitens der Bank / des Kreditgebers ist erst dann rechtmäßig, wenn folgende Bedingungen vollumfänglich erfüllt sind:

  • Der Darlehensnehmer muss mit mindestens zwei aufeinander folgenden Raten ganz oder teilweise im Verzug sein.
  • Die Ratenrückstände müssen bei einer Laufzeit von unter drei Jahren mindestens 10 Prozent beziehungsweise bei einer Laufzeit von über drei Jahren 5 Prozent des Darlehens-Nennbetrages betragen.
  • Die Bank muss in der dritten Mahnung die Kündigung des Darlehens – unter Einhaltung einer zweiwöchigen Frist und mit Verweis auf die Folgen – androhen.