FinTech-Apps: Banking-Service via App

Seit 2013 ist das Transaktionsvolumen des europäischen Fintech-Marktes um 144 Prozent gestiegen und der deutsche Fintech-Markt auf 236 Millionen Euro gewachsen. Mehr als 200 Fintech-Start-ups sind hierzulande entstanden. Das macht Deutschland zum drittgrößten Fintech-Markt Europas.

Fintech-Apps: Der alternative Finanzmarkt boomt

Netzsieger hat sich die Fintech-App-Landschaft genauer angeschaut und stellt die erfolgreichsten, innovativsten und vielversprechendsten Apps vor, die den alternativen Finanzmarkt revolutionieren. Fintech-Apps sind auf dem Vormarsch. Das Marktpotential ist riesig, die Markteintrittsbarrieren allerdings hoch, aber dafür die Ideen der Entwickler grenzenlos. Großbritannien ist hierbei ein Vorreiter. Dort wird das Marktvolumen bereits zu einem Großteil genutzt. Doch auch Deutschland zählt mittlerweile zu den fünf Hotspots für Fintech-Start-ups und liegt im europäischen Vergleich auf Platz drei der größten Fintech-Märkte Europas. Der alternative Finanzmarkt bietet in Zeiten des Internets großes Potential. Die Start-up-Szene wittert einen digitalen Goldrausch. Über 200 neue Unternehmen sind in den letzten Jahren entstanden. Sie alle beschäftigen sich mit dem Thema und hoffen auf den großen Durchbruch. Die Banken reagieren zwiegespalten auf den neuen Trend: Einerseits versuchen sie die konkurrierenden Ideen des alternativen Finanzmarktes klein zu halten und andererseits bilden sie Kooperationen mit den aufstrebenden Unternehmen der Branche.

Vom digitalen Crowdfunding bis zum Kontoverwalten über das Smartphone

Begonnen hat alles im Jahr 2006 als die ersten digitalen Crowdfunding-Konzepte zum Vorschein kamen. Nach und nach sind immer neue Ideen hinzugekommen, sodass mittlerweile das Überweisen kleiner Beträge an Freunde, das Bezahlen im Supermarkt oder die Kontoverwaltung auf dem Smartphone möglich sind. Die Apps revolutionieren alltägliche Geldgeschäfte und erleichtern dem Nutzer den Überblick über seine Finanzen. Doch wie sehen diese Apps aus, die den Endverbrauchern das Bezahlen erleichtern sollen und mit denen das bargeldlose Bezahlen über das Smartphone nicht nur Zeit, sondern auch, dank modernster Sicherheitstechnologie, Sorgen erspart?

Kurzportrait der besten Fintech-Apps

Die Apps lendstar, cringle, number26, Barzahlen, payleven oder Open Tabs klingen eher nach neusten Errungenschaften im Gaming-Bereich, doch was dahintersteckt, bringt sogar die großen Banken ins Grübeln. So kooperiert beispielsweise cringle mit der Deutschen Kredit Bank. Mithilfe der App können kleine Geldbeträge problemlos über das Smartphone an Freude überwiesen werden. lendstar verfolgt ein ähnliches Konzept, hat allerdings keinen Kooperationspartner. Number26 geht sogar noch einen Schritt weiter und hat sich auf ein Girokonto für das Smartphone spezialisiert. Wer sich beim Bezahlen in der Gastronomie immer wieder über längere Wartezeiten ärgert, dem wird Open Tabs zusagen. Eine App, mit der vorab bezahlt werden kann und somit dem Nutzer das lästige Warten in der Schlange erspart wird. Auch payleven vereinfacht mit einem EC- und Kreditkartenlesegerät für kleinere Unternehmen das Bezahlen. Das macht sich vor allem in Deutschland bezahlt, da hier die Kreditkartenzahlung noch nicht flächendeckend zur Verfügung steht.

Bei Barzahlen ist der Name Programm. Allerdings zahlt der Nutzer hier nicht mit Bargeld, sondern mit einem Barcode über das Smartphone. Die Apps sind vielversprechend, ob sie dem Nutzer den Alltag erleichtern werden, wird sich bereits in naher Zukunft zeigen. Eins ist aber unbedingt zu beachten: Verzichtet man komplett auf sein Bargeld, sollte zumindest der Akku geladen sein.

Lendstar

Wem der Name Lendstar irgendwie bekannt vorkommt, der hat vielleicht die Gründershow "Die Höhle der Löwen" (VOX) verfolgt. Dort präsentierte sich das Start-Up nämlich im September 2015 erfolgreich und gewann Jochen Schweizer als Investor. Davon profitieren auch die Neukunden von Lendstar: Wer sich dort registriert erhält im Zuge einer aktuellen Sonderaktion 20 Euro Rabatt auf Jochen Schweizer-Erlebnisse.

Bezahlen und Chatten

Bei Lendstar handelt es sich um eine "soziale Finanz-App" zum Zahlen und Chatten unter Freunden – sozusagen "WhatsApp für Überweisungen". Einfach, schnell und sicher kannst du damit Geld sammeln, Rechnungen aufteilen und Beträge direkt vom Girokonto überweisen. Die App ist kostenlos bei Google Play (für Android 4.0 oder neuer) und im App Store (für iOS 7.0 oder neuer) erhältlich.

Lendstar bietet seinen Nutzern folgende Funktionen:

  • Senden: Geld einfach und sicher direkt an Freunde überweisen
  • Sammeln: für ein Geschenk, eine Reise oder ein Event
  • Einfordern: Einer bezahlt im Voraus und der Rest kann mit der App bequem zurückzahlen
  • Leihen: Gruppen erstellen um schnell und einfach Geld zu leihen oder verleihen
  • Aufteilen: Ausgaben erfassen und am Ende korrekt aufteilen

Damit das alles auch ja nicht langweilig wird, können Besitzer von Lendstar chatten. Fotos versenden Nutzer ebenfalls. So findet sich beispielsweise eine Gruppe zusammen, um für einen gemeinsamen Freund ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Mit Lendstar tauschen User mit der Chat-Funktion zunächst Ideen aus und sammeln gleich das Geld ein. Im letzten Schritt bezahlen sie ganz ohne Bargeld.

Sicherer als Online-Banking

Um sich nach dem Download der App bei Lendstar anzumelden, brauchen Nutzer lediglich eine Telefonnummer. Benutzernamen und Passwort können sie selbst wählen. Anschließend verbindet sich Lendstar mit dem Girokonto, um ganz einfach Geld senden zu können.

Sicherheit wird bei Lendstar großgeschrieben. So besitzt Lendstar ein eigenes Sicherheitszertifikat, das die modernste und beste Verschlüsselung garantiert. Zudem werden alle Daten in einem Rechenzentrum in Deutschland gespeichert, womit Nutzern alle Vorteile des deutschen Datenschutzes gewährleistet werden. Die Überweisungen mit Lendstar laufen über eine Schnittstelle, die auch Banken zur Abwicklung des Onlinebankings nutzen und befolgen auch dieselben Onlinebanking-Sicherheitsstandards wie eine Bank. Noch sicherer wird Lendstar dadurch, dass das Geld nur an einen ausgewählten Personenkreis verschickt werden kann: die Freunde aus dem persönlichen Adressbuch.

lendstar-smartphone
Auch von unterwegs ist die Nutzung von Lendstar sicher.

Leetchi

Am Anfang war der Kampf gegen das Chaos beim Geldsammeln. Freunde, die gemeinsam jemandem ein großes Geschenk machen möchten, aber nie für ihren Anteil die passende Geldsumme dabei haben. Am Ende steht einer dumm da, der nicht wechseln kann oder mit den Taschen voller Kleingeld nach Hause geht. In dieser Situation befand sich, der Gründungslegende ihres Unternehmens nach, auch Celine Lazorthes, Chefin von leetchi. Damals, als Organisatorin der Abschlussfeier nach ihrem Studium, sei sie auf der Suche gewesen nach einer einfachen Möglichkeit, ihren Kommilitonen die Zahlung des Beitrags einfach zu machen – erfolglos.

Leetchi Produktbild

Kurzerhand nutzte sie die offensichtliche Marktlücke und schenkte Frankreich einen Dienst, über den im Freundeskreis, in der Familie oder im Verein Geld gesammelt werden kann. Egal, ob damit ein Geschenk gekauft werden soll, oder gemeinsame Kosten zu begleichen sind, etwa bei Ausflügen. Mittlerweile ist leetchi nicht nur in Deutschland angekommen, sondern Europas größtes persönliches Crowdfunding-Portal.

Ein Geschenk in Partnershops kaufen oder das Geld auf ein Konto überweisen

Für jedes Ziel können Nutzer bei leetchi Geld sammeln, das zunächst in einen Pool fließt. Nach dem Anmelden muss nur ein Projekt erstellt und die Teilnehmer eingeladen werden. Bei Spendenaufrufen oder öffentlichem Crowdfunding, etwa für einen neuen Kinderspielplatz im Kiez, ist natürlich auch ein größerer, öffentlicher Personenkreis möglich.

Das gesammelte Geld kann dann entweder direkt über das Portal verwendet werden, um ein Geschenk bei Partnershops zu kaufen. Zu denen gehören nicht nur Riesen wie Amazon oder Decathlon, sondern insbesondere auch kleine Anbieter, die individuelles und persönliches aus Kunsthandwerk, Kultur, Mode und vielem mehr anbieten. Wählt man diese Variante, ist der Dienst für die Nutzergruppe vollkommen kostenlos.

Die zweite Möglichkeit ist, sich das Geld direkt auf ein Konto auszahlen zu lassen. Nutzer, die also ein spezielles Geschenk im Sinn haben, das sich nicht über die Partnershops erwerben lässt, können dies ohne Beschränkungen tun. In diesem Fall jedoch sind Gebühren fällig, 4 Prozent bei einer gesammelten Summe unter 2.000 Euro. Ist die Summe höher, müssen nur 2,9 Prozent abgegeben werden.

Die Partnershops bieten eine große Auswahl

Es gibt sehr viele Geschenkideen, die mit den Partnershops realisiert werden können, nicht zuletzt durch das Versandhaus Amazon. Und es kommen immer neue hinzu, sodass die Nutzer den Dienst häufig kostenlos nutzen können. Leider kommen viele der schönsten Shops noch aus dem leetchi-Mutterland Frankreich und bieten zwar Geschenke höchster Qualität, erfordern aber Französisch-Kenntnisse oder entsprechende Affinität. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis leetchi auch hier volle Internationalität erreicht und noch mehr deutsche Nischenproduzenten mit in das umfangreiche Angebot aufgenommen werden.

Die leetchi-App

Mit der App behalten sie die komplette Aktion im Blick und wissen immer, wieviel Geld bereits eingeflossen ist. In wenigen Minuten ist ein persönlich mit Bildern und Texten gestaltetes Projekt angelegt, ein Geschenk gekauft oder die Endsumme auf ein Konto überwiesen.

payleven

Payleven ist ein mobiles Kartenzahlungssystem, das von Unternehmern und Arbeitnehmern genutzt werden kann. So ist es damit möglich, für jeden Mitarbeiter ein Unterkonto anzulegen, um stets eine Übersicht über alle Transaktionen zu behalten. Auch Barzahlungen können mit dem System erfasst werden. Praktisch ist außerdem, dass Zahlungsbelege per E-Mail versendet werden können. Der Belegdruck über einen externen Drucker ist ebenfalls möglich und kann im Paket über die Payleven Homepage erworben werden.

Der Chip & PIN-Kartenleser

Für Freiberufler ist dieses mobile Bezahlungssystem eine sinnvolle Alternative zu einer kompletten Kassensoftware, denn Payleven macht die Kartenzahlung möglich.

Voraussetzung dafür ist der kleine Chip & PIN Kartenleser, der sowohl über Payleven aber auch im Handel erhältlich ist (näheres dazu lesen Sie im Kapitel "Kosten"). Der handliche Kartenleser besitzt einen Slot für die Auslesung der Chipdaten sowie einen Magnetstreifenleser. Die Tastatur zur Eingabe der PIN bietet einen guten Widerstand. Außerdem gehört ein USB-Ladekabel zum Lieferumfang dazu.

Doch das ist noch nicht alles, was für die Bezahlung per Karte nötig ist: Komplett wird das mobile Kartenzahlungssystem erst mit der App Payleven: mobile Kartenzahlung, die der Nutzer herunterladen und auf dem Smartphone oder dem Tablet installieren muss. Aktuell werden sämtliche Apple-Geräte sowie Android unterstützt. Leider läuft die App derzeit noch nicht auf Windows Mobile.

In der App muss sich der Nutzer mit den Login-Daten anmelden, die er bei der Registrierung auf www.payleven.de verwendet hat. Über Bluetooth werden Kartenleser und mobiles Gerät miteinander verbunden. Weiterhin ist eine Internetverbindung über WLAN, 3G oder 4 G erforderlich. Alle Einstellungen zur Bezahlung (Betrag, Produktartikel etc.) gibt der Nutzer in der App ein. Die PIN-Eingabe erfolgt über den Kartenleser, der den höchsten Sicherheitsstandards für Kartenzahlung gerecht wird (Mehr dazu im Kapitel "Sicherheit und Zahlung"). Der Payleven Chip & PIN-Kartenleser überzeugte darüber hinaus durch seine leichte Handhabung.

Umfassende Unterstützung verschiedener Kartenanbieter

Mithilfe von Payleven kann der Benutzer die üblichen Kredit- und EC-Karten zur Bezahlung akzeptieren. Dazu zählen :

  • Visa
  • MasterCard
  • American Express
  • Maestro
  • V-Pay
Mithilfe von Payleven kann der Benutzer die üblichen Kredit- und EC-Karten zur Bezahlung akzeptieren.

Es gibt für Transaktionen keine Mindestsumme, allerdings für Zahlungen mit MasterCard und Visa ein Jahreslimit von 100 000 US-Dollar . Sollten Transaktionen diesen Wert übersteigen, ist eine Rücksprache mit Payleven erforderlich.

Eine Auszahlung kann leider nicht täglich vorgenommen werden, sondern nur dienstags, donnerstags und freitags.

Das Chip & PIN-Kartenlesegerät kann direkt bei Payleven erworben oder von einem externen Anbieter (z.B. eBay, Amazon usw.) bezogen werden. Bei Payleven kostet das Kartenlesegerät 79 Euro zzgl. Mehrwertsteuer oder 289 Euro inklusive mobilem Drucker. Alle Geräte, die direkt von Payleven gekauft werden, haben 12 Monate Garantie.

Keine laufenden Kosten

Abseits der Transaktionsgebühren fallen bei der Nutzung von Payleven keine laufenden Kosten an. Bei Kreditkarten werden pro Transaktion 2,75 Prozent als Gebühr berechnet, bei EC-Karten (Maestro, V-Pay) liegt der Wert bei nur 0,95 Prozent. Im Vergleich zu anderen Anbietern ist Payleven damit relativ günstig. Ein Mindestumsatz muss nicht generiert werden, sodass dieser Anbieter auch für Kleinunternehmer gut geeignet ist.

Verfügbar ist Payleven in den Ländern Deutschland, Österreich, Großbritannien, Irland, Niederlande, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Belgien und Brasilien.

Sicherheit wird groß geschrieben bei Zahlung und Daten

Payleven achtet streng auf Datensicherheit und verspricht eine hundertprozentig sichere Transaktionsabwicklung für alle Händler und Endkunden. Das Unternehmen setzt dazu die speziellen Verschlüsselungstechniken MV Level 2 und PCI PTS 3.1 bei seinem Chip & PIN-Verfahren ein. Die Identität jedes Händlers wird genau überprüft, damit keine verdeckten oder falschen Transaktionen durchgeführt werden können. Payleven besitzt das Zertifikat der Payment Card Industry (PCI) sowie das EMVCo-Zertifikat.

Barzahlen

Viele Online-Shops schmücken sich mit einer Reihe unterschiedlicher akzeptierter Zahlungsmittel - das die Barzahlung bisher in der Regel nicht angeboten wurde, lag in der Natur der Sache: Weil es - abgesehen von der Lieferung der Ware - keine Berührungspunkte zwischen On- und Offline-Welt gab, musste die Zahlung auch digital vorgenommen werden. Nicht jedem Online-Shopper war dabei ganz wohl, schließlich mussten entweder die Leistungen eines Bezahldienstes in Anspruch genommen oder aber die eigenen Bankdaten weitergegeben werden. Der Bezahlservice Barzahlen bietet hierzu eine gänzlich neue Alternative an: Beim Online-Shopping wird der Bezahldienst ausgewählt, es findet aber keine Abbuchung vom Konto statt. Stattdessen wird die Summe einfach bar in einer Partnerfiliale eingezahlt.

Zu den Partnerfilialen gehören Supermarkt-Ketten wie realPenny und Rewe; aber beispielsweise auch der Drogeriemarkt dm oder die Shops der Telekom. Selbst im ländlichen Raum sollte sich so eine Filiale in der Nähe finden lassen, die eine Einzahlung ermöglicht. Regionale Beschränkungen gibt es dabei übrigens nicht, die Dienstleistung kann bundesweit genutzt werden.

Kostenlos für private Nutzer

Zu den weiteren Vorzügen des Angebots zählt die Tatsache, dass die Dienstleistung für den Käufer vollkommen kostenlos ist. Zu zahlende Gebühren werden dabei durch den Online-Shop übernommen. Weiterhin beinhaltet die Dienstleistung einen Käuferschutz, falls der Online-Shop die Ware nicht versendet. Genutzt werden kann Barzahlen in unterschiedlichen Shops, aber auch, wenn die Stromrechnung eines Online-Anbieters oder eine günstige Versicherung wie zum Beispiel die ERGO Direkt bezahlt werden soll. Durch die Kooperation mit dem mobilen Konto von Number26 ist sogar Ein- und Auszahlung über Barzahlen möglich.

Online-Rechnungen mit Barzahlen an der Kasse bei Rewe begleichen
Online-Rechnungen mit Barzahlen an der Kasse bei Rewe begleichen.

Insgesamt beteiligen sich nach eigenen Angaben 7.500 Unternehmen unterschiedlichster Branchen an Barzahlen. Trotzdem zeigen sich insbesondere in diesem Punkt Schwächen: Zwar wird Barzahlen selbst auf Plattformen wie Rakuten.de akzeptiert, wichtige Portale wie eBay oder Amazon fehlen aber. Wer also aus Gründen des Datenschutzes künftig Bestellungen über Barzahlen abwickeln möchte, wird aus einem wesentlich kleineren Warenangebot schöpfen müssen.

Die Nutzung ist unkompliziert: Bei der Online-Bestellung muss der Barzahlen als Zahlungsoption gewählt werden. Käufer erhalten dann einen sogenannten Zahlschein per E-Mail, der ausgedruckt werden muss. Mit diesem Zahlschein macht sich Kunde dann auf dem Weg in eine der Partnerfilialen, wo der Barcode an der Kasse gescannt und berechnet wird - die Zahlung kann also ganz bequem beim Einkaufen vorgenommen werden. Die zugehörige App zeigt dabei Filialen in der Nähe an, die eine Einzahlung erlauben. Auch eine Routenplanung ist möglich. Das digitale Vorzeigen des Barcodes aus der App heraus funktioniert jedoch leider nicht.

Damit die Geschäftsidee von Barzahlen funktioniert, müssen private wie geschäftliche Anwender ebenso überzeugt werden. Bei den Filialen zur Barzahlung konnte das Start-up bereits viele Unternehmen für sich gewinnen, weil ein weiterer Grund geschaffen wird, eine Filiale aufzusuchen. Hinsichtlich der Online-Shops ist dieser Schritt leider noch nicht gelungen - hier werden weitere Anstrengungen notwendig sein, um auch die Kundennachfrage der privaten Nutzerschaft zu erhöhen.

Die App von Barzahlen erfordert entweder ein mobiles Endgerät mit iOS 7.1 und neuer oder ein Android-Smartphone. Hier ist eine Versionsangabe schwierig, weil die Kompatibilität je nach verwendetem Gerät unterschiedlich ausfällt. Vorteilhaft sind in diesem Zusammenhang das gelungene Design sowie die Performance der App. Auf Apple-Geräten benötigt die App einen Speicherplatz von nur 2,2 MB. Bei Android ist dies wiederum abhängig von Gerät und Version. Schade ist allerdings, dass eine App für Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile nicht erhältlich ist.

Den wichtigsten Sicherheitsaspekt liefert das Konzept selbst: Sensible Konto-Daten müssen gar nicht erst weitergegeben werden; Online-Banking ist nicht notwendig. Dieser Gedanke wird konsequent fortgeführt; so wird auf eine Verschlüsselung und ein TÜV-zertifiziertes Zahlungssystem ebenfalls nicht verzichtet. Weiterhin ist natürlich auch der Käuferschutz samt Geld-zurück-Garantie erwähnenswert.

Wer besonderen Wert auf die Zahlungssicherheit legt, geht mit Barzahlen kein Risiko ein.

Eine neue Geschäftsidee bedarf immer einer ausführlichen Erklärung. Offensichtlich aus diesem Grund hat Barzahlen sich dazu entschieden, weiter Teile der Web-Präsenz im FAQ-Stil aufzubauen. An verschiedenen Stellen werden dem Kunden die Abläufe erklärt. Darüber hinaus sind ein E-Mail-Support sowie eine Hotline verfügbar; ein Chat-Support ist zumindest in Planung. Ungewöhnlich ist die gute Erreichbarkeit der Hotline: Privatnutzer können das Berliner Start-Up von Montag bis Samstag von 08.00 bis 20.00 Uhr per Telefon kontaktieren. Für Geschäftskunden steht werktags ein Händler-Service zur Klärung von Anliegen bereit.

Das Thema Datensicherheit beherrscht die seit Jahren die Berichterstattung. Viele Kunden sind verunsichert und möchten darauf verzichten, ihre Bankdaten beim Online-Shopping preiszugeben. Für jene Kritiker bietet Barzahlen eine gute Alternative: Das Unternehmen kann als Bezahldienstleister ausgewählt werden, der Nutzer begleicht seine Rechnung an der Kasse des nächsten Supermarkts oder im Drogeriemarkt.

Eine Eingabe sensibler Daten ist somit nicht notwendig, auch wenn Barzahlen durch umfangreichen Schutz punkten kann. Auch der Support nutzt viele Kanäle und sichert eine unproblematische Erreichbarkeit. Leider lässt die Akzeptanz von Barzahlen noch zu wünschen übrig: Die meisten Online-Shops bieten die Bezahloption noch nicht an. Schade ist auch, dass die Filialfinder-App nicht für Windows Phones angeboten wird.

Cringle

Haben Sie schon einmal beim Restaurantbesuch mit Freunden darüber diskutiert, wer zahlt, oder ob die Rechnung am besten aufgeteilt wird? Es ist nicht nur ein Symptom deutscher Ordnungsliebe, das alles exakt zu regeln sein muss, der Mensch hat in sich das Verlangen nach fairer Verteilung eingebaut. Fehlt dann auch die passende Summe im Portmonee, ziehen erst recht graue Wolken auf. Abhilfe soll Cringle schaffen – ein Dienst, der es ermöglicht, unter Freunden alle monetären Zwischenfälle sofort zu begleichen. Aber lassen Sie sich bitte trotzdem auch einmal einladen, oder laden Sie ein. Ganz genau müssen wir die Rechnungen unter Freunden nicht immer nehmen.

Verbindung der Mobilnummer mit dem Bankkonto

Cringle verbindet Ihre Mobilnummer mit Ihrem Konto, sodass kleine Überweisungen direkt über das Smartphone getätigt werden können, indem Sie einen Kontakt in Ihrem Telefonbuch auswählen. Hat der Beglückte ebenfalls die Cringle-App, war es das praktisch schon.

Aber der Dienst funktioniert auch mit Mobilnummern, die nicht mit dem Dienst verbunden sind. In solchen Fällen erhält die Person eine SMS mit einem Link, der zur Eingabe der Bankverbindung führt. Im Anschluss wird dann der Betrag auf dieses Konto überwiesen.

Cringle Applikationen
Kleine Beträge können direkt per Smartphone überwiesen werden.

Empfangen kann der Nutzer auf diese Weise monatlich bis zu 2.500 Euro, senden kann er aber lediglich 100 Euro. Maximal 250 Euro können dann überwiesen werden, wenn man Kunde der DKB ist (Deutsche Kreditbank AG), der Partnerbank von Cringle. Diese Begrenzung ergibt sich aus den rechtlichen Bestimmungen gegen Geldwäsche in Deutschland. Allerdings steht Cringle anscheinend im Gespräch mit verantwortlichen Stellen, ob diese Regelung im vorliegenden Fall sinnvoll ist.

Kleine Schulden sofort begleichen

Alles, was Cringle ausmacht, ist mit der App durchführbar. Die Anmeldung und Angabe der Bankverbindung ist notwendig, dann erhalten Sie eine PIN, mit der Transaktionen durchgeführt werden können. Sicherheit ist bei Bank-Apps dieser Art natürlich ein Muss, und es scheint alles gut zu funktionieren. Einige Sicherheit gibt auch die Begrenzung des Höchstbetrags der monatlichen Geldsendung, auch wenn diese Einschränkung manchen auf der anderen Seite stören kann. Bei höheren Schulden sollte man aber eh den konventionellen Weg der Bank-Überweisung gehen.