Der große Hallenbad-Index 2018

Was der Schwimmbadbesuch deutschlandweit kostet

Egal zu welcher Jahreszeit, die Deutschen sind begeisterte Hallenbad-Besucher, wie die hohe Anzahl an Hallenbädern im ganzen Land belegt. Rund 2.500 Schwimmhallen erfreuen Groß und Klein in der Bundesrepublik. Hallenfreibäder und reine Freizeitbäder dabei sogar ausgenommen. Schwimmen ist ein idealer Sport für den Muskelaufbau und die Verbesserung der Kondition. Besonders beim Kraulen, Rücken- und Schmetterlingsschwimmen kommen Arme und Schultern auf Hochtouren, während beim Brustschwimmen Arme und Beine eine gleichmäßige Belastung erfahren. Die Lunge wird im Laufe des konzentrierten Lufteinsaugens und -ausstoßens über und unter Wasser gestärkt, das Skelett hingegen erfährt eine geringe Belastung, da das Wasser den Körper trägt – ideal für Menschen mit Übergewicht und Gelenkproblemen. Zudem besteht im Wasser ein geringes Verletzungsrisiko. Schäden an Muskeln, Bändern oder Gelenken kommen beim Schwimmen so gut wie nicht vor, es sei denn, jemand legt es drauf an und übertreibt es, wärmt sich nicht auf oder springt mit der gerade gefutterten Currywurst im Bauch ins kühle Nass.

Dass die Eintrittspreise in die Hallenbäder mitunter stark variieren, zeigte bereits der große Hallenbad-Vergleich 2017. Auch in diesem Jahr hat sich die Netzsieger-Redaktion die Hallenbäder der 20 einwohnerstärksten Städte Deutschlands angeschaut und deren Preise für die Tageskarten verglichen. Das gesamte Ranking sowie die vergleichende Darstellung der Entwicklung gegenüber dem Vorjahr gibt es hier.

Ranking der Eintrittspreise der 20 einwohnerstärksten Städte Deutschlands

Stadt2018
Tageskarte
2018
Tageskarte ermäßigt
2017
Tageskarte
2017
Tageskarte ermäßigt
Preiserhöhung *
Berlin 5,50 € 3,50 € 5,50 € 3,50 € -
Hamburg 6,20 € 3,00 € 6,00 € 2,90 € 0,30 €
München 4,50 € 3,40 € 4,40 € 3,40 € 0,10 €
Köln 4,60 € 3,80 € 4,60 € 3,80 € -
Frankfurt am Main 4,80 € 3,20 € 4,50 € 3,00 € 0,50 €
Stuttgart 4,20 € 2,40 € 4,20 € 2,40 € -
Düsseldorf 4,60 € 3,00 € 4,60 € 3,00 € -
Dortmund 3,50 € 2,30 € 3,50 € 2,30 € -
Essen 3,00 € 2,50 € 2,50 € 2,00 € 1,00 €
Bremen 4,70 € 4,20 € 4,30 € 4,10 € 0,50 €
Leipzig 4,00 € 3,00 € 4,00 € 3,00 € -
Dresden 5,00 € 3,50 € 8,00 € 7,00 € -
Hannover 3,50 € 2,20 € 3,50 € 2,20 € -
Nürnberg 4,70 € 3,20 € 4,50 € 3,10 € 0,30 €
Duisburg 4,00 € 2,70 € 4,00 € 2,70 € -
Bochum 4,50 € 3,00 € 4,50 € 3,00 € -
Wuppertal 4,00 € 1,80 € 4,00 € 1,80 € -
Bielefeld 4,80 € 3,30 € 4,50 € 3,00 € 0,60 €
Bonn 4,00 € 2,50 € 4,00 € 2,50 € -
Münster 4,00 € 2,00 € 4,00 € 2,00 € -

* Die Preiserhöhung bezieht sich auf die Summe der normalen und ermäßigten Tageskarten im Vergleich zum Vorjahr.
Anmerkung: Als Recherchegrundlage dienten die städtischen Hallenbäder der 20 einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Teilweise haben die städtischen Hallenbäder keine Einheitspreise, weshalb der günstigste Tarif genommen wurde. Thermen und Bäder mit Warmbadezuschlag wurden hierbei nicht berücksichtigt. Außerdem können die Preise am Wochenende höher sein. Die Öffnungszeiten der Hallenbäder können variieren. Das heißt, dass die Tageskarte nicht zwingend acht Stunden Badezeit beinhaltet. Außerdem kann der Defintionsbereich von "ermäßigt" abweichen.

Das kostet der Familienbesuch in deutschen Hallenbädern

Stadt2018
Familie: mind. 2 Erw., 1 Kind
2017
Familie: mind. 2 Erw., 1 Kind
Differenz
Berlin 9,00 € 11,50 € 2,50 €
Hamburg 13,40 € 12,90 € 0,50 €
München 17,70 € 17,30 € 0,30 €
Köln - - -
Frankfurt am Main 12,50 € 12,00 € 0,50 €
Stuttgart 12,20 € 12,20 € -
Düsseldorf 9,00 € 9,00 € -
Dortmund 8,70 € 8,70 € -
Essen 8,50 € 8,50 € -
Bremen 12,60 € 12,50 € 0,10 €
Leipzig 12,00 € 12,00 € -
Dresden 24,00 € 24,00 € -
Hannover 8,00 € 8,00 € -
Nürnberg 10,50 € 9,90 € 0,60 €
Duisburg 8,00 € 8,00 € -
Bochum 13,00 € 13,00 € -
Wuppertal 9,00 € 9,00 € -
Bielefeld 12,20 € 11,50 € 0,70 €
Bonn - - -
Münster - - -

Anmerkung: Köln, Bonn und Münster bieten keine Familienkarten an.

Die Preise der Stundentarife haben sich gegenüber 2017 nicht verändert und können hier eingesehen werden.

In Essen schwimmen? Klingt komisch, ist aber günstig!

Essen hat seine Preise für die Tageskarte zwar spürbar um 50 Cent erhöht, steht im Gesamtranking aber noch immer als die deutschlandweit günstigste Stadt für Schwimmbegeisterte da. Auch das ermäßigte Ticket erfuhr eine Anpassung um 50 Cent, womit Essen zwar die höchste zusammengerechnete Preiserhöhung gegenüber dem vergangenen Jahr vornahm, im Vergleich zu den zweitplatzierten Städten Dortmund und Hannover dennoch um 50 Cent beziehungsweise 1,00 Euro günstiger ist.

Dresden – nun viel günstiger und trotzdem noch teuer

Vergleichsweise deutliche Erhöhungen nahmen auch Bremen, Frankfurt am Main und Bielefeld vor. Die Bremer etwa boten im Jahr 2017 ein günstigeres Tagesticket als die Nürnberger an, liegen nun aber gleichauf mit der nordbayrischen Stadt, und dass obwohl auch Nürnberg selbst seinen Preis erhöhte. Frankfurt und Bielefeld kratzen mit je 4,80 Euro bereits an der Fünf-Euro-Marke, die nur Dresden, Berlin und Hamburg überschreiten. Da Dresden im Vorjahr jedoch satte 8,00 Euro für ein Tagesticket verlangte und das Ranking als teuerste Stadt anführte, sind die – im Vergleich noch immer teuren – 5,00 Euro jedoch eine enorme Vergünstigung. Den ermäßigten Tageskartenpreis von vormals 7,00 Euro halbierte die sächsische Landeshauptstadt sogar.

Berliner zahlen verhältnismäßig viel

Auffällig in unseren Kosten-Indizes für öffentliche Freizeitattraktionen ist Berlin. Während dort der Eintritt in die Eislaufhallen bundesweit am günstigsten ausfällt, erweist sich der Besuch des Wassers in flüssigem Aggregatzustand als am zweitteuersten in ganz Deutschland. Die Hauptstädter zahlen fürs Tagesticket 5,50 Euro, für den ermäßigten Preis berechtigte Besucher sind mit 3,50 Euro dabei.

Vergünstigung der Familienkarte nur in Berlin

Geografisch nah beieinander, preislich weit auseinander: Wer mit der Familie schwimmen geht, muss in Dresden doppelt so viel wie in Leipzig zahlen. Daran hat sich auch im aktuellen Jahr nichts geändert. Wie kaum anders zu erwarten sind bei den Familienkarten neben einer Reihe von Bädern, deren Preise von 2017 auf 2018 stabil blieben, zumeist Preiserhöhungen zu verzeichnen. Die fallen zum Teil moderat aus, wie etwa in Bremen (10 Cent mehr). In anderen Fällen sind sie bereits spürbar, etwa in Frankfurt am Main und Hamburg (je 50 Cent mehr), oder langen kräftiger ins Portemonnaie der Kunden, wie in Bielefeld, wo Familien vom einen Jahr aufs andere 70 Cent mehr zahlen. Die Betreiber begründen die Preiserhöhung mit den gestiegenen Energie- und Personalkosten, die allein durch Sparmaßnahmen nicht mehr ausgeglichen werden könnten.

Eine Reduzierung des Preises für Familienkarten weist allein Berlin auf. Satte 2,50 Euro weniger zahlen Familien dort für den Besuch der Bäderbetriebe. Die Gründe für das großzügige Entgegenkommen liegen allerdings in einer mittelschweren Krise der hauptstädtischen Hallenbäder. Aufs Wesentliche heruntergebrochen lautet die Problematik: Entweder keiner kommt ins Schwimmbad oder, wenn mal wer da ist, dann ist es zu. In der Organisation der Bäderbetriebe liegt einiges im Argen, die Preisreduzierung ist darum ein Teil der Marketingkampagne, um wieder mehr Schwimmbegeisterte ins Hallenbad zu locken.

Wissenswertes rund um Hallenbäder

Unter die Kategorie Hallenbad fällt ein Schwimmbad, wenn es – wenig überraschend – in einem geschlossenen Raum angelegt ist. Ein Hallenbad kann sich in privater Hand befinden oder kommunal betrieben werden; in letzterem Fall spricht man von öffentlichen Hallenbädern, die ausschließlich Berücksichtigung in diesem Kosten-Index fanden.

Öffentliche Schwimmbäder sind zum Teil als Erlebnis- und Wellnessbäder angelegt und vor allem in den größeren deutschen Städten zu finden. Zu ihrer besonderen Einrichtung zählen je nach Ausrichtung beispielsweise Saunen, Dampfbäder und Fitnesscenter sowie Solarien, oft jedoch auch Wasserrutschen, Sprungtürme, Wellen- und Tauchbecken.

In der Regel erheben die öffentlichen Bäder Gebühren für den Eintritt. Sie fallen abhängig von der jeweiligen Finanzlage der Kommunen sowie dem Erlebnisangebot des Bades selbst teils sehr günstig, teils eher hochpreisig aus. Interessanterweise genügen die Gebühren jedoch meist nicht für die Deckung der Betriebskosten – für öffentliche Bäder ziehen die Kommunen daher mitunter alle Steuerzahler heran.