Das ist Fantasy-Football

Fantasy Football Teaser

American Football erfreut sich auch in Deutschland stetig wachsender Beliebtheit. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch entsprechende Computerspiele den heimischen Markt erobern.

Fantasy-Football ist kostenlos und stellt das Gegenstück zu Fußball-Managern wie comunio.de dar. Wer hier einsteigen möchte, muss die Regeln dieser Sportart beherrschen und den Geschehnissen in der realen Liga folgen.

Anbieter gibt es zahlreiche, bereits auf nfl.com ist ein Fantasy-Football-Spiel integriert. Das Season-Fantasy-Spielsystem orientiert sich an den realen Spielzeiten der Regular Season der National Football League NFL, welche jährlich im September startet und im Januar des Folgejahres in den Playoffs gipfelt.

Worum geht es beim Fantasy-Football?

Wie auch bei Fußball-Managern geht es beim Fantasy-Football um die Zusammenstellung des bestmöglichen Teams aus realen Spielern der US-amerikanischen National Football League NFL. Diese vom Spieler zusammengestellte Mannschaft muss sich gegen die Teams anderer Spieler in der Fantasy-Liga durchsetzen und dabei Punkte sammeln. Zu Saisonende gewinnt der Spieler, dessen Team die meisten Punkte hat. Wie in der realen Liga steht pro Woche ein Spiel auf dem Plan.

Vor einem Spiel stellt der Spieler das Team aus seinem Kader auf. Jedes Teammitglied wird je nach seiner Leistung am jeweiligen NFL-Spieltag mit einer Punktzahl bedacht. Die Summe der Punktzahlen aller Spieler der Mannschaft bildet die wöchentliche Gesamtwertung für das Team. Das Team mit der höheren Gesamtpunktzahl entscheidet das Spieltag-Duell für sich.

Wo ist der Unterschied zum Fußball-Manager?

Fantasy-Football Wappen
Fantasy-Football wird immer beliebter.

Der größte Unterschied zum Fußball-Manager-Spiel liegt in den Bewertungskriterien für die Spieler: Beim Fantasy-Football zählen allein die nackten Zahlen der realen Spielerstatistik – subjektive Bewertungen der Rolle eines Spielers für sein Team in Form einer Benotung werden nicht berücksichtigt. Diese Zahlen beziehen sich beispielsweise auf folgende Statistikkategorien:

  • Wie viele Yards hat ein Offense-Spieler erlaufen?
  • Wie viele Receiving-Yards kann ein Offense-Spieler verzeichnen?
  • Wie viele Touchdown-Pässe hat der Quarterback an den Mann gebracht? Wie viele Yards hat er insgesamt geworfen?
  • Wie viele Interceptions warf der Quarterback? Wie oft wurde er gesacked? Wie viele Fumbles unterliefen ihm?

Wie erstelle ich mein Team?

In der Realität ist der Kader eines NFL-Teams riesig. Im Fantasy-Football ist die Anzahl an Spielern überschaubarer. Ein Fantasy-Team besteht aus folgenden Spielpositionen:

  • Ein Quarterback
  • Zwei Running Backs
  • Zwei Receiver
  • Ein Tight End
  • Eine flexible Running Back- oder Receiver-Position
  • Eine komplette Defense
  • Ein Kicker
  • Sieben Spieler für die Bank

In der NFL kommen Teams vor allem durch den Draft an neue Nachwuchsspieler, bei dem College-Spieler von den Profi-Vereinen unter Vertrag genommen werden. Beim Fantasy-Draft in der Fantasy-Liga hingegen hat der Spieler die Wahl zwischen allen NFL-Profis. Dabei gibt es zwei Modelle:

  • Auction-Liga: Jeder Spieler hat ein vorgegebenes Budget zur Verfügung und gibt für seinen jeweiligen Wunschspieler ein Gebot ab. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag.
  • Standard-Liga: Reihum darf jeder Spieler rundenweise einen Sportler frei auswählen. Dies erfolgt nach dem Snake-Prinzip, das heißt der Spieler mit dem ersten Pick ist der letzte der zweiten Runde und der erste der dritten Runde. Dies erfordert also eine weite Vorausplanung.

Führt der Draft nicht zum gewünschten Ergebnis, ist es im Laufe der Saison möglich, Profis innerhalb der Fantasy-Liga mit anderen Spielern zu tauschen. Dabei ist auch der Tausch mehrerer Spieler gegen einen möglich. Gegebenenfalls muss der Spieler überzählige Profis aussortieren und auf den Free-Agent-Markt bringen.

Nicht gedraftete und aussortierte Profis finden sich im sogenannten Waiver Wire wieder. Dort geben alle Spieler der Fantasy-Liga nach dem Spieltag ein Gebot für die Spieler in der Liste ab, die sie gerne im eigenen Kader hätten und entlassen andererseits unerwünschte Spieler als Free Agents in das Waiver Wire. Das schlechteste Team einer Liga im Standard-Spielmodus darf hierbei den ersten Spieler aus diesem Pool wählen, das beste Team wählt zuletzt. So bleibt die Fantasy-Liga spannend bis zum letzten Spieltag. Spielt der Spieler in einer Auction-Liga, muss er auch für Waiver-Wire-Spieler ein Gebot abgegeben.

Punkte sammeln

Eine Punktebewertung erhalten nur die aufgestellten Profis.

Daher muss sich der Spieler genau überlegen, wen er spielen lässt.

Verletzte, angeschlagene, strategisch weniger wertvolle und formschwache Spieler sollten auf der Bank bleiben. Die Deadline für die Mannschaftsaufstellung ist die reale Kick-Off-Zeit jedes Spiels.

 

Die Punktevergabe folgt einem festen Schema.

Fantasy-Football Grafik
Wer nicht selbst zum Schweinsleder greifen möchte, der lässt echte Profis für sein Fantasy-Team spielen und siegen.
AktionPunkte
Passing-Yards1 Punkt pro 25 Yards
Passing-Touchdown4 Punkte
Interception-2 Punkte
Rushing Yards1 Punkt pro 10 Yards
Rushing-Touchdown6 Punkte
Receiving-Yards1 Punkt pro 10 Yards
Fumble Lost-2 Punkte
Field Goal3 Punkte oder 5 Punkte bei mehr als 50 Yards Entfernung
Die wichtigsten Punktekategorien für Offensivspieler.

Die Summe aller Statistikbewertungen ergibt die Spieltagswertung für einen Profi, die Summe der Spieltagswertungen aller aufgestellten Profis die Gesamtpunktzahl für einen Spieltag.

Ist die Liga eine PPR-Liga, die das Point per Reception-Format unterstützt, erhalten Profis zusätzlich einen Punkt pro gefangenem Ball. In einer Half-Point-PPR-Liga bekommt sie dementsprechend einen halben Punkt pro gefangenem Ball.

In einer Liga mit IDP-Format (Individual Defensive Player) sind im Draft auch Defensivspieler einzeln wählbar. Diese erhalten ebenfalls individuell Punkte für Sacks, Tackles und Interceptions.

Weitere Tipps

  1. Direkt vor dem Einstieg lohnt es sich, die Spielregeln und das Spielsystem genau zu studieren. In einer PPR-Liga lohnt beispielsweise bereits im Draft eher die Anschaffung eines zweiten Receivers denn eines weiteren Running Backs.
  2. Kicker und Defense sollte der Spieler zuletzt draften. Sie erzielen vergleichsweise wenige Punkte und können über das Waiver Wire leicht getauscht werden.
  3. In manchen Standard-Ligen stellt die Defense auch die Special Teams. Ein gutes Kick-Return-Team kann sich also lohnen.
  4. Das Team sollte nicht zu viele Spieler von Mannschaften haben, die gleichzeitig eine Bye-Week, das heißt spielfrei, haben.
  5. Der Spieler sollte seinen Wunschspieler niemals aus den Augen verlieren. Schnell kann es passieren, dass er auf der „Waiver Wire“-Liste landet. Daher lohnt sich dort auch das wöchentliche Eintragen.
  6. Regelmäßig die Verletztenlisten vor einem Spieltag zu checken lohnt sich. Wenn sich im Training ein Spieler verletzt, kann er durch einen Spieler von der Ersatzbank ersetzt werden.
Fantasy-Football Tastatur und Notizen
Spielerstatistiken und News sollte ein erfolgreicher Fantasy-Football-Spieler immer im Blick haben.