Browsergame am Arbeitsplatz: Kavaliersdelikt oder Kündigungsgrund?

Mann wütend vor Laptop

Browsergames sind unabhängig vom Browser oder Computer jederzeit aufrufbar, weshalb sich diese Internetspielereien nicht nur für die heimischen vier Wände eigenen, sondern gerne auch im Büro konsumiert werden. In den meisten Unternehmen haben die Angestellten einen eigenen Computer und können diesen auch individuell nutzen. Wer in seiner Freizeit gerne dem elektronischen Unterhaltungshobby frönt, kommt unter Umständen auch während der Arbeitszeit durchaus in Versuchung. Für viele Chefs ist ein solches Verhalten ein Kündigungsgrund. Es gibt aber auch Unternehmer, die es nicht ganz so eng mit den Browserspielen sehen.

Browsergames können in Unternehmen leichter gespielt werden als Computerspiele

In einem Unternehmen mit vielen PCs hat in der Regel jeder Mitarbeiter einen eigenen Computer. Wie er diesen genau nutzen kann und darf, hängt vom Vorgesetzten und den Systemadministratoren ab. In vielen Unternehmen dürfen die Angestellten den Computer nur zu Arbeitszwecken nutzen. In diesem Fall können die Administratoren alle anderen Aktivitäten sperren beziehungsweise den Mitarbeitern die jeweiligen Rechte entziehen – somit wäre es auch nicht möglich, ein Computerspiel auf dem Arbeits-PC zu installiert.

Im Vergleich dazu lassen sich Browsergames wesentlich schwerer einschränken - besteht eine Internetverbindung und verfügt der Nutzer die Zugriffsrechte auf einen Internet-Browser, ist er auch in der Lage, ein Browsergame zu konsumieren. Wer also gerne spielt und den ganzen Tag im Büro im Internet verbringt, gerät nur allzu schnell in Versuchung. Es gibt nicht wenige Angestellte, die gerne einmal eine Runde während der Arbeit spielen. Gelingt es, dies vor dem Chef und den Systemadministratoren geheim zu halten, drohen zunächst keinerlei Konsequenzen, doch das kann sich bei Entdeckung schnell ändern.

Browserspiele können ein Abmahnungs- oder Kündigungsgrund sein

Verbietet ein Vorgesetzter ausdrücklich das Verfolgen von privaten Aktivitäten während der Arbeitszeit, gilt das selbstverständlich auch für Browserspiele.

Am besten geht jeder Arbeitnehmer von vornherein auf Nummer sicher und verzichtet auf das Privatvergnügen. In der Mittagspause bleibt immer noch genügend Zeit, um eine Runde zu spielen. Notfalls können die Onlinespiele auch auf dem eigenen Smartphone gespielt werden. Hat der Arbeitnehmer einen jüngeren Chef, der zudem selbst gerne Browsergames spielt, fallen die drohenden Konsequenzen eventuell nicht ganz so schlimm aus. In einem solchen Fall hängt es natürlich davon ab, ob dennoch die nötige Arbeit verrichtet oder die Ablenkung so groß wird, dass es dem Unternehmen letztlich schadet. Auch ein verständnisvoller Chef wird es nicht lange dulden, wenn aufgrund des Spielverhaltens die Ziele nicht mehr erreicht werden.

Ob das Spielen von einem Browsergame nun ein Kavaliersdelikt oder doch ein Kündigungsgrund ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Aufschluss gibt in jedem Falle ein Blick in den jeweiligen Arbeitsvertrag – hier finden sich zumeist Angaben zur persönlichen Nutzung des Computers während der Arbeitszeiten. Sind private Aktivitäten strengstens untersagt, dann sollten Hobbyspieler auf jeden Fall auf Browsergames während ihrer Arbeitszeit verzichten. Befinden sich im Arbeitsvertrag dagegen keinerlei Angaben zur Nutzung des PCs, sollte die private Nutzung dennoch vorher abgesprochen werden.

Das Gespräch mit dem Chef suchen

Können nämlich nicht alle Zweifel beseitigt werden, ob zumindest ein paar Minuten in den Pausen ein Browsergame gespielt werden darf, sollte das direkte Gespräch mit dem Chef gesucht werden. Womöglich ergibt sich auch eine ganz ungezwungene Gelegenheit für eine Unterhaltung, in deren Verlauf dann beiläufig das Thema Browsergames angeschnitten werden kann. Vielleicht ist der Chef sogar selbst ein Gamer und hat für das abwechslungsreiche Hobby Verständnis. Dann dürfte er zumindest nichts gegen das Spielen in den Pausen haben. Im gegenteiligen Fall erteilt der Vorgesetzte ein klares Nein, wodurch eine Abmahnung oder gar Kündigung vermieden werden kann. Schließlich bietet sich auch in der außerhalb der Arbeitszeit ausreichend Gelegenheit für das ein oder andere Browsergame.