ZenMate

Andreas Kiener
Pro
  • Außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kostenlos per Browser-Erweiterung nutzbar
  • Schnelle Verbindungen dank OpenVPN/UDP
Kontra
  • Datenschutzerklärung wenig aussagekräftig
  • Keine Anonymen Zahlungsmöglichkeiten
  • Schlechter Support
Fazit Das Zweijahres-Paket von ZenMate ist eines der günstigsten Angebote im Test. Der VPN-Betreiber überzeugt darüber hinaus durch Sicherheit und Geschwindigkeit.

ZenMate Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 5. ZenMate
    46,5 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 40,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 5. ZenMate
    43,2 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 41,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 5. ZenMate
    23,0 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 27,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    ms
ZenMate Zum Anbieter

Sicherheit

3,44 Pkt

ZenMate ist ein einfacher und benutzerfreundlicher VPN-Service aus Berlin. Wer mit der VPN-Branche vertraut ist, runzelt beim Firmensitz vielleicht die Stirn. Ein VPN aus Deutschland, ist das wirklich eine gute Idee? Sind VPN-Betreiber nicht normalerweise irgendwo in der Karibik beheimatet, um die Daten ihrer Kunden vor dem Zugriff der europäischen Behörden zu schützen? Die Skepsis ist nachvollziehbar, doch die Macher von ZenMate klären auf ihrer Website auf: Anders als Internet- oder Mobilfunk-Provider gelten VPN-Dienste nach deutschem Recht als sekundärer Informationsdienstleister und sind daher nicht dazu verpflichtet, die Verbindungs- und Standortdaten ihrer Kunden zu erfassen. Von diesem Recht macht ZenMate Gebrauch. Das Unternehmen gibt an auf der Startseite seiner Website an, keinerlei Daten seiner Nutzer zu speichern.

So gut wie alle VPN-Betreiber behaupten allerdings, keine persönlichen Daten ihrer Kunden zu erfassen. Was genau sich hinter diesen Werbeversprechen verbirgt, offenbart aber meistens erst ein Blick in das Kleingedruckte. Beim Test von VPNs lohnt sich daher immer auch eine kritische Prüfung der Datenschutzerklärung. ZenMate verweist Anwender, die mehr über den Umgang des Unternehmens mit persönlichen Daten wissen möchten, sogar ausdrücklich auf diese. Dort ist aber nur von der Website und den Social-Media-Angeboten der ZenGuard GmbH die Rede. Der VPN-Dienst wird nicht explizit erwähnt. Wir bleiben etwas ratlos zurück – wie hält es ZenGuard nun genau mit der Speicherung von Daten, die bei der Nutzung des VPNs anfallen?

Welche Technik steckt dahinter?

Viel Neues in Version 5

Seit Sommer 2019 ist der ZenMate-Client in der Version 5 erhältlich. Die Entwickler haben viele der Schwachstellen des Vorgängers verbessert. DNS-Leaks sind jetzt kein Problem mehr, ZenMate 5 verhindert sie zuverlässig. Zudem wurde das User-Interface gründlich überarbeitet. Es wirkt jetzt moderner und der Nutzer erhält Informationen über die Auslastung des Netzwerks.

Ein Problem bei ZenMate in der Version 4 war, dass es zu DNS-Leaks kam. Trotz VPN und aktiviertem DNS-Schutz nahm der Computer Verbindung zu fremden DNS-Servern auf. In Version 5 tritt dieses Problem nicht mehr auf. Auch bei mehreren Versuchen mit unterschiedlichen VPN-Servern griff der Rechner für DNS-Anfragen ausschließlich auf Server des Anbieters zurück.

Als VPN-Protokoll ist bei ZenMate standardmäßig OpenVPN/UDP eingestellt, das als sicher und sehr schnell gilt. Alternativ kann der Anwender statt UPD das Transportprotokoll TCP mit OpenVPN verwenden. Das ist dann ratsam, wenn es mit den Standardeinstellungen zu häufigen Verbindungsabbrüchen kommt. Als weitere VPN-Protokolle stehen IKEv2 und L2TP zur Verfügung, die allerdings eher als Notfalloptionen zu betrachten sind, falls aus irgendeinem Grund keine Verbindung per OpenVPN zustande kommt

Zenmate Verbindungs Einstellungen
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Das Verbindungsprotokoll legt der Anwender in den Einstellungen fest.

Auch beim Verschlüsselungsalgorithmus setzt ZenMate auf höchste Sicherheit. Die Desktop- und Mobile-Clients verwenden AES-256, der als unknackbar gilt. Die Browser-Erweiterungen sind allerdings „nur“ durch AES-128 gesichert. Auch dieser Verschlüsselungsalgorithmus ist aber, obwohl theoretisch schwächer als AES-245, mit der heute und in absehbarer Zukunft verfügbaren Hardware nicht knackbar.

Vertragsbedingungen

Aktuell hat ZenMate zwei verschiedene Angebote: Das kostenlose ZenMate Free und ZenMate Ultimate. Dieser Test bezieht sich auf Ultimate. ZenMate Free kann ausschließlich als Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox und Opera genutzt werden, und die Geschwindigkeit ist mit maximal 2 Megabit pro Sekunde stark eingeschränkt. Die langsame Gratisversion eignet sich somit zwar dafür, gelegentlich, beispielsweise in einem öffentlichen WLAN, die Verbindung zu sichern, aber nicht für den täglichen Gebrauch und ganz bestimmt nicht zum Streamen von Videos in hoher Auflösung.

ZenMate Ultimate kostet 9,99 Euro pro Monat. Wer bereit ist, gleich ein Jahr oder sogar zwei Jahre im Voraus zu bezahlten, erhält deutliche Preisnachlässe. Schon das Jahrespaket kostet nur 3,99 Euro monatlich und somit insgesamt 47,88 Euro. Warum aber nicht gleich zum Zweijahrespaket greifen? Dieses kostet 49,20 Euro (das entspricht 2,05 Euro pro Monat) und somit nur unwesentlich mehr. Über unseren Link gibt es ZenMate aber sogar noch deutlich günstiger, nämlich für sensationelle 1,75 Euro monatlich. Mit diesem Preis erweist sich das Angebot als absolutes Schnäppchen.

Zenmate Preise
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Das 2-Jahres-Paket ist preislich besonders attraktiv.

Leistung

3,27 Pkt

Im Test konnten wir mit ZenMate eine durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit von 46,5 Megabit pro Sekunde erzielen. Als Spitzenwert maßen wir 50,41 Megabit pro Sekunde. Die höchste Uploadgeschwindigkeit war 50,23 Megabit pro Sekunde und der Durchschnitt beim Upload betrug 43,2 Megabit pro Sekunde. Damit ist das VPN schneller als die meisten anderen, die sowohl beim Upload als auch beim Download auf nur knapp 40 Megabit pro Sekunde kommen. Da wird VPNs immer mit den Default-Einstellungen testen, kommt es ZenMate zugute, dass das schnelle Protokoll OpenVPN/UDP voreingestellt ist.

Über die Anzahl seiner Server macht ZenMate keine Angaben. Da die Serverauswahl automatisch erfolgt, ist es auch nicht möglich, sie zu zählen oder zu schätzen. Diese Zahl hat allerdings ohnehin nur eine geringe Aussagekraft, da auch ein VPN-Anbieter mit wenigen Servern seine Kunden eine hohe Leistung bieten kann, wenn die Nutzeranzahl nicht zu hoch ist und die Server leistungsfähig genug sind.

Gut funktionierte der Datenaustausch mit dem Peer-to-Peer-Netzwerk BitTorrent. Unser Torrent-Client begann umgehend, die gewünschte Image-Datei von Linux Mint herunterzuladen, und der Download erreichte sofort eine hohe Geschwindigkeit.

Streaming funktioniert nur mit manchen Anbietern

Anders als in der Vorversion kann der User in ZenMate 5 spezielle Server für das Streaming wählen. Im Test konnten wir so Netflix ohne Einschränkungen nutzen. Nur einen Teilerfolg hatten wir mit dem Streaming-Angebot der britischen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt BBC. Am Abend funktionierte es zwar mit dem dafür vorgesehenen VPN-Server noch ausgezeichnet, aber schon am nächsten Vormittag war es nicht mehr möglich, die Videos abzuspielen. Hat die BBC den VPN-Server über Nacht gesperrt?

Zenmate Streaming Server
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Dank spezieller Streaming-Servern gelingt das Abspielen von Video-Content oft, aber nicht immer.

Gar keinen Erfolg hatten wir mit Amazon Prime Video. Den dafür vorgesehenen VPN-Server in den USA konnten wir im Test leider nicht verwenden, weil wir mit einem deutschen Amazon-Account testen und sowohl mit den gewöhnlichen als auch mit den für Streaming (allerdings nicht für Amazon Prime Video) vorgesehenen deutschen Servern bekamen wir nur den Hinweis, das VPN bitte zu deaktivieren. ZenMate bemüht sich zwar offensichtlich, Video-Streaming für seine Nutzer möglich zu machen, aber das funktioniert nur zum Teil. Immerhin hat sich die Situation im Vergleich zur Vorversion deutlich gebessert; mit dieser konnten wir im Test überhaupt keine Videos ansehen. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.

Benutzerfreundlichkeit

5,00 Pkt

ZenMate glänzt mit einer einfachen Bedienung. Unter Windows ist die Software schnell installiert. Läuft sie einmal, verbindet sich der Anwender mit einem einzigen Mausklick mit dem Netzwerk. Den Server wählt die Software dabei automatisch.

Alternativ kann der Anwender sich mit einem Server in einem bestimmten Land verbinden. In der Länderliste zeigt das Programm zwar die Auslastung in Prozent und die Anzahl der eingeloggten Nutzer an, behandelt aber alle Server eines Landes als Cluster. Einzelne Server und deren Auslastung zeigt das Programm hier nicht. Sobald der Anwender sich jedoch mit einem Server verbunden hat, kann er ihn in der Favoritenliste speichern, was ihm ermöglicht, jederzeit wieder auf denselben Server zuzugreifen.

Zenmate alle Server
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Die Übersicht „Alle Server“ zeigt Standortländer, jedoch keine Server. Nur VPN-Server, die der User als Favoriten gespeichert hat, kann er gezielt wählen.

Die Listen der Streaming- und Torrent-Server sind anders gestaltet als die Länderliste: Sie zeigen zwar einzelne Server, aber nicht deren Auslastung. Warum es bei ZenMate keine Auslastungsanzeige für einzelne Server gibt, erwähnt die Firma auf ihrer Website nicht. Möglicherweise sind Sicherheitsbedenken der Grund dafür.

Android-Version mit Extras

Die Android-App gleicht der für Windows bis ins Detail. Natürlich wurde die Benutzerführung so weit wie nötig an die Touch-Oberfläche angepasst, aber die beiden Apps sind sich so ähnlich, dass sich Benutzer der einen in der anderen sofort zuhause fühlen. Auch die Einstellungsmöglichkeiten sind weitgehend dieselben. Der nennenswerteste Unterschied ist, dass die Android-App keine richtige Auswahl des VPN-Protokolls zulässt. Welches Protokoll der Client verwendet, wird nirgendwo explizit erwähnt. Ein Schalter in den Einstellungen erlaubt aber die Entscheidung zwischen TCP- und UDP-Verbindungen, was auf OpenVPN hindeutet.

Erwähnenswert ist auch, dass als Favoriten gespeicherte VPN-Server nicht zwischen den Programmen synchronisiert werden. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits wäre eine Synchronisation komfortabel, andererseits ist es begrüßenswert, dass ZenMate diese Daten offenbar nur lokal auf dem Gerät des Anwenders speichert, schließlich sollte ein VPN-Anbieter grundsätzlich so wenig Nutzerdaten wie möglich speichern.

Browser-Erweiterungen

Auf Desktop-Rechnern ist alternativ zur Installation der ZenMate-App die Nutzung der Browser-Erweiterung möglich, die für Google Chrome und für Mozilla Firefox angeboten wird. Ihr User-Interface ist deutlich schlichter als das der Windows- und Android-App. Wie bei dieser ist die Auswahl verschiedener Server-Locations möglich, Streaming- und Torrent-Server sind jedoch nicht verfügbar. Auch eine Änderung des genutzten VPN-Protokolls ist nicht möglich und welches Protokoll genutzt wird, bleibt völlig unklar.

Zenmate Browser Erweiterung Chrome
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Die Browser-Erweiterung unterscheidet sich optisch und funktional deutlich von den anderen Clients.

Die Browser-Erweiterung beinhaltet auch Einstellungsoptionen, die in den eigenständigen Clients nicht verfügbar sind: Einen Malware-Schutz, einen Tracking-Schutz und die Funktion „Smart Locations“. Letztere stellt die Verbindung zu Websites, die der User festlegt, automatisch über bestimmte VPN-Standorte her.

Zusätzlich zur VPN-Erweiterung bietet ZenMate noch zwei weitere Browser-Add-ons an, die unabhängig davon, ob jemand ein ZenMate-Abo hat oder nicht, kostenlos genutzt werden können. Beide Erweiterungen sind nur für Chrome erhältlich, eine Firefox-Version ist nicht verfügbar. ZenMate Web Firewall blockiert Werbung und Websites, die ein Sicherheitsrisiko darstellen. ZenMate SafeSearch liefert zu jeder aufgerufenen Website eine Einschätzung der Sicherheit und der Glaubwürdigkeit. Besonders kritisch scheint die Glaubwürdigkeitsbewertung aber nicht zu sein. Im Test zeigte die durchwegs die Wertung „Good“ an, selbst bei umstrittenen Websites wie heftig.de, unzenisert.at oder rt.de.

Hilfe & Support

3,75 Pkt

Die Support-Seite enthält eine umfangreiche Sammlung von einfachen, nachvollziehbaren Anleitungen zur Nutzung sowie Info-Artikel. Viele Screenshots erleichtern es, die beschriebenen Schritte nachzuvollziehen. Obwohl ZenMate ein Anbieter aus Berlin ist, ist die Support-Seite auf Englisch. Auch die Sprache, in der Kundendienst-Mitarbeiter Fragen beantworten, ist Englisch. Das kennen Hauptstadt-Bewohner ja bereits aus einigen hippen Cafés. Allerdings ist es in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Selbstverständlichkeit, dass jeder flüssig Englisch spricht. Für viele potenzielle Kunden, gerade in der Gruppe der Älteren, die nicht mit digitaler Technik aufgewachsen sind, ist es ein Nachteil, wenn sie keine Hilfe in ihrer Muttersprache erhalten können.

Im Test bekamen wir relativ rasch eine Antwort vom Support: Schon am frühen Vormittag war die Antwort des Mitarbeiters auf unsere Anfrage vom Vortag im Posteingang. Leider war die Antwort nicht besonders befriedigend. Unsere Nachfrage bezüglich der Datenschutzerklärung wurde übergangen, auch zum VPN-Protokoll äußerte sich der Mitarbeiter nicht, und statt exakter Angaben über die genutzte Verschlüsselung schrieb er nur „industry grade TLS“. Bleibt zu hoffen, dass der Support bei konkreten Problemen mit dem Service nicht ebenfalls ausweichend antwortet.

Zusammenfassung

3,66 Pkt

ZenMate ist ein Schnäppchen: Mit den Preisen dieses Anbieters können die wenigsten anderen mithalten. Nutzer zahlen nur 1,75 Euro pro Monat, was deutlich weniger als bei CyberGhost oder NordVPN. Seit dem Update auf Version 5 steht den Nutzern auch ein zeitgemäßer Client zur Verfügung, der ausgesprochen einfach bedienbar ist und zudem mit Funktionen wie einer Auslastungsanzeige und der Speicherung von Servern als Favoriten aufwarten kann. Positiv ist auch, dass der Windows-Client standardmäßig OpenVPN/UDP als Protokoll nutzt, was zu einer merklich höheren Datenübertragungsgeschwindigkeit als bei anderen Anbietern führt. Das Einzige, womit ZenMate wirklich enttäuscht, ist der Support. Das ist jedoch kein großes Problem, da die Nutzung des VPNs weitgehenden selbsterklärend ist. Klar ist jedenfalls: Wer kein VPN nutzt, weil es ihm zu teuer und zu kompliziert ist, hat dank ZenMate keine Ausrede mehr.