ZenMate

Andreas Kiener
Pro
  • Außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kostenlos per Browser-Erweiterung nutzbar
  • Supersimples VPN für jedermann
Kontra
  • Nur wenige Konfigurationsmöglichkeiten
  • Datenschutzerklärung wenig aussagekräftig
  • Support überzeugt nicht
Fazit Wenn das VPN vor allem billig und einfach sein soll, ist ZenMate mehr als eine Überlegung wert. Das Zweijahres-Paket ist das mit Abstand günstigste Angebot im Test.

ZenMate Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 9. ZenMate
    39,3 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 43,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    58,7 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 9. ZenMate
    39,3 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 42,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    50,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 9. ZenMate
    22,0 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 20,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    21,3 ms
ZenMate Zum Anbieter

Sicherheit

2,81 Pkt

ZenMate ist ein einfacher und benutzerfreundlicher VPN-Service aus Berlin. Manch einer runzelt bei der Nennung des Firmensitzes vielleicht die Stirn. Ein VPN aus Deutschland, dem Land, das seit 2017 Internetanbieter zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet? Das soll eine gute Idee sein? Die Skepsis ist berechtigt, doch die Macher von ZenMate klären auf ihrer Website auf: Anders als Internet- oder Mobilfunk-Provider gelten VPN-Dienste nach deutschem Recht als sekundärer Informationsdienstleister und sind daher nicht dazu verpflichte, die Verbindungs- und Standortdaten ihrer Kunden zu erfassen. Von diesem Recht macht ZenMate Gebrauch. Das Unternehmen gibt an prominenter Stelle auf der Website an, keinerlei Daten seiner Nutzer zu speichern.

Beim Test von VPN-Anbietern lohnt sich immer ein kritischer Blick in die Datenschutzerklärung. So gut wie alle behaupten nämlich, keine persönlichen Daten ihrer Kunden zu erfassen – was genau sich hinter diesen Werbeversprechen verbirgt, offenbart aber meistens erst ein Blick in das Kleingedruckte. ZenMate verweist Anwender, die mehr über den Umgang des Unternehmens mit persönlichen Daten wissen möchten, sogar ausdrücklich auf die Datenschutzerklärung. In dieser ist aber nur von der Website und den Social-Media-Angeboten der ZenGuard GmbH die Rede. Der VPN-Dienst wird nicht explizit erwähnt. Unser Verdacht ist, dass das bei der eiligen Anpassung an die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einfach vergessen wurde. Da Datenschutz allerdings zu den Kernthemen eines VPNs gehört, wirkt diese Auslassung wenig vertrauenserweckend.

Welche Technik steckt dahinter?

Was auch fehlt, sind verlässliche Angaben darüber, welches Protokoll die Clients von ZenMate verwenden. In der Software können diese wichtigen Verbindungseinstellungen nicht geändert werden, sie zeigt sie auch nicht an. Auf der Website finden sich zwar Konfigurationsanleitungen für den OpenVPN-Client, aber ob die eigene Software von ZenMate OpenVPN verwendet oder immer noch das nicht mehr ganz zeitgemäße und eher unsichere L2TP/IPSec beziehungsweise IPSec (IKEv2), wie in einem schon etwas älteren Support-Artikel auf der Website angegeben, wird nicht klar. Zumindest bei der Verschlüsselung gibt es eine klare Ansage: Die Desktop- und Mobile-Clients verwenden AES-265, die Browser-Erweiterungen allerdings „nur“ AES-128.

ZenMate hat eine Funktion zur Verhinderung von DNS-Leaks eingebaut, sie scheint allerdings nicht zu funktionieren. Im Test wurden DNS-Anfragen an diverse DNS-Server von drei unterschiedlichen Betreibern gestellt, unter anderem von Google und dem globalen Internet-Backbone-Betreiber Hurrciane Electric. Ein Unterschied zur deaktivierten DNS-Leak-Unterdrückung scheint nicht zu bestehen. Anwender können sich eventuell mit der manuellen Konfiguration des DNS-Servers und einer Firewall behelfen, aber das dürfte die Geduld und die IT-Fähigkeiten der Zielgruppe bei weitem übersteigen.

ZenMate DNS-Leaks
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DNS-Leaks wie ein Sieb: ZenMate verhindert nicht, dass der Rechner DNS-Anfragen quer durchs halbe Internet schickt.

Leistung

2,83 Pkt

Vertragsbedingungen

Aktuell hat ZenMate zwei verschiedene Angebote: Das kostenlose ZenMate Free und ZenMate Ultimate. Dieser Test bezieht sich auf Ultimate. ZenMate Free kann ausschließlich als Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox und Opera genutzt werden, und die Geschwindigkeit ist mit maximal 2 Megabit pro Sekunde stark eingeschränkt.

Im Monatstarif ist ZenMate Ultimate nicht besonders günstig. 11,99 Euro kostet ein Nutzungsmonat. Wer aber bereit ist, gleich ein Jahr oder sogar zwei Jahre im Voraus zu bezahlten, erhält deutliche Preisnachlässe. Schon das Jahrespaket kommt auf 3,99 Euro monatlich und somit insgesamt 47,88 Euro. Warum aber nicht gleich zum Zweijahrespaket greifen? Dieses kostet 49,20 Euro und somit nur unwesentlich mehr. Interessenten sollten aber beachten, dass dieser Aktionspreis nur in den ersten zwei Jahren gilt. Danach läuft das Abonnement zum Preis des Jahrespakets weiter.

Leistung

ZenMate ist durchschnittlich schnell. Mit einer Download-Geschwindigkeit von 39,3 Megabit pro Sekunde und einer Upload-Geschwindigkeit von 42,6 Megabit pro Sekunde ist es ziemlich nahe an den Werten der meisten VPNs im Test. Auch die Ping-Geschwindigkeit ist mit 22 Millisekunden völlig unauffällig.

Über die Anzahl seiner Server macht ZenMate keine Angaben. Da die Serverauswahl automatisch erfolgt, ist es auch nicht möglich, sie zu zählen oder zu schätzen. Diese Zahl hat zwar nur eine geringe Aussagekraft, da auch ein VPN-Anbieter mit wenigen Servern seine Kunden eine hohe Leistung bieten kann, wenn die Nutzeranzahl nicht zu hoch ist und die Server über eine schnelle Internetanbindung verfügen, aber ganz egal ist sie auch nicht. Eine große Anzahl an verfügbaren VPN-Servern ist schon deswegen begrüßenswert, weil sie die Überwachung durch Dritte erschwert.

ZenMate Standort auswählen
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Die Anwender wählen Länder, keine Regionen (mit Ausnahme der USA) oder gar einzelne Server.

Benutzerfreundlichkeit

2,78 Pkt

Gut funktionierte der Datenaustausch mit dem Peer-to-Peer-Netzwerk BitTorrent. Unser Torrent-Client begann umgehend und anstandslos, die gewünschte Image-Datei von Linux Mint herunterzuladen, und der Download erreichte sofort eine hohe Geschwindigkeit.

Streaming-Garantie mit eingeschränkter Wirkung

Mit Streaming hatten wir im Test keinen Erfolg. Das Video-Streaming mit dem BBC iPlayer, Amazon Prime Video und Netflix misslang durchwegs, die Websites der Medien zeigten nur Blockierungshinweise statt der gewünschten Videos im Fall von Amazon und BBC. Netflix blockt ZenMate offenbar vollständig. Es war nicht einmal möglich, die Startseite der beliebten „Online-Videothek“ aufzurufen.

Auch, dass ZenMate eine „Streaming Garantie“ anbietet, bringt in diesem Fall wenig. Die „Streaming-Garantie“ besagt, dass sich die Techniker des Anbieters darum kümmern werden, Probleme mit einem Streaming-Dienst für betroffene User zu beheben. Der Haken dabei: Sie gilt jeweils nur für einen Streaming-Anbieter, den der Anwender in seinem Online-Konto einstellen muss. Zur Auswahl stehen nur Netflix, Hulu und Twitch, und zwar jeweils nur die US-Ausgaben. Angesichts der Vielzahl von Streaming-Anbietern, die aktuell um die Gunst der Konsumenten werben, ist das sehr dürftig.

Benutzerfreundlichkeit

ZenMate glänzt mit einer überaus einfachen Bedienung. Unter Windows ist die Software mit wenigen Mausklicks installiert. Läuft sie einmal, muss der Anwender nicht viel tun. Er kann die Verbindung herstellen oder trennen und das Land auswählen, in dem der VPN-Server steht, mit dem er sich verbindet. Mehr muss er nicht tun.

Der Windows-Client läuft in einem fixierten Fenster rechts unten am Bildschirm. Verschieben und ändern der Fenstergröße sind nicht möglich, zudem wird es sofort ausgeblendet, wenn der Anwender in ein anderes Fenster klickt. Das stört zwar meistens nicht, weil ein VPN-Client ohnehin meist im Hintergrund läuft, ohne dass der Nutzer ihm besonders viel Aufmerksamkeit schenkt, aber wer mehrere Einstellungen tätigt und deren Auswirkungen zwischendurch im Browser testet, braucht unnötig viele Klicks.

ZenMate verbunden Deutschland
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ZenMate ist angenehm einfach, aber das fixierte Fenster nervt.

Android-Version mit Extras

Ähnlich einfach wie der Windows-Client funktioniert auch der Android-Client. Er blockiert auch Malware (schädliche Software wie beispielsweise Computerviren) und Tracker (Funktionen von Websites zur Beobachtung des Nutzerverhaltens). Damit hat er zwei Fähigkeiten, die der Desktop-Version fehlen. Beide können über die Einstellungen aktiviert und deaktiviert werden, standardmäßig sind sie ausgeschaltet. Es ist absolut sinnvoll, dass nur die Mobil-Version über diese Funktionen verfügt – schließlich können sie bei den meisten Desktop-Browsern einfach mit Erweiterungen nachgerüstet werden. Etwas unschön ist, dass die Software zwei Icons in der Benachrichtigungsleiste anzeigt: eines, wenn sie ausgeführt wird, und ein zweites, wenn das VPN aktiv ist. Ein einziges, veränderliches Icon wäre deutlich hübscher.

Nutzer, die gern etwas mehr Kontrolle haben wollen, dürfte stören, dass ihnen die Clients von ZenMate zu wenige Auswahlmöglichkeiten lassen. Sie können nicht entscheiden, mit welchem Server sie sich verbinden möchten, und haben keinen Einfluss auf das VPN-Protokoll und die Verschlüsselungsstärke.

Auch die Nutzung des OpenVPN-Clients bietet kaum mehr Einstellungsmöglichkeiten. Zwar sind über den Nutzerbereich der Website von ZenMate angepasste Konfigurationsdateien für verschiedene Plattformen (Windows, Chromebook, Raspberry Pi, Apple TV, etc.) und Anwendungsbereiche („Streaming media“, „Adult content“, „General internet access“, etc.) erhältlich, diese sind jedoch alle für VPN-Server im Vereinigten Königreich konfiguriert. Die manuelle Konfiguration für einen anderen Server ist nicht möglich, da ZenMate keine Serverliste veröffentlicht.

ZenMate OpenVPN
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Wer einen externen VPN-Client nutzt, kann sich nur über britische Server mit ZenMate verbinden, da keine anderen Konfigurationsdateien verfügbar sind.

Hilfe & Support

3,75 Pkt

Hilfe & Support

Die Support-Seite enthält eine umfangreiche Sammlung von einfachen, nachvollziehbaren Anleitungen zur Nutzung und Info-Artikeln. Viele Screenshots erleichtern es, die beschriebenen Schritte nachzuvollziehen. Obwohl ZenMate ein Anbieter aus Berlin ist, wurden die Texte nicht vollständig auf Deutsch übersetzt. Manchmal wechselt die Sprache auch mitten in einem Artikel auf Englisch und irritiert den Leser dadurch ein wenig.

Der Support lässt Fragen offen

Nutzer können per Web-Formular Anfragen an den Support stellen, die Antwort erfolgt per E-Mail und immer auf Englisch. Im Test erhielten wir relativ rasch eine Antwort: Schon am frühen Vormittag war die Antwort des Support-Mitarbeiters auf unsere Anfrage vom Vortag im Posteingang. Leider war die Antwort nicht besonders befriedigend. Unsere Nachfrage bezüglich der Datenschutzerklärung wurde übergangen, auch zum VPN-Protokoll äußerte sich der Mitarbeiter nicht und statt exakter Angaben über die genutzte Verschlüsselung schrieb er nur „industry grade TLS“. Bleibt nur zu hoffen, dass der Support bei konkreten Problemen mit dem Service nicht auch ausweichend antwortet.

Zusammenfassung

3,35 Pkt

Keine Frage, ZenMate ist ein Schnäppchen. Mit den Preisen können andere Anbieter nicht mithalten. Im Zweijahrestarif zahlen Nutzer nur rund zwei Euro pro Monat, das ist deutlich weniger als die günstigsten Tarife von CyberGhost oder NordVPN. ZenMate ist ein funktionierendes VPN und es ist einfach genug, um auch computernaiven Internetnutzern die Nutzung eines VPNs schmackhaft zu machen. Wer kein VPN nutzt, weil es ihm zu teuer und zu kompliziert ist, hat dank ZenMate keine Ausrede mehr. Nutzer sollten allerdings bedenken, dass ZenMate qualitativ in den meisten Bereichen weniger überzeugt als andere Angebote.