SpyOFF

Jenny Gebel
Bereich:
Pro
  • Einfache Bedienung
  • No-Log-Policy
  • Keine Geräte- und Datenlimits
  • Killswitch
  • Schnelle Verbindung
  • Zahlung via BitPay möglich
Kontra
  • Anbieter speichert laut Nutzerberichten Kontodaten (jedoch nur für die Dauer des Vertrages)
  • Kein Support von IKEv2 in Windows
Fazit SpyOFF ist eine benutzerfreundliche VPN-Software mit vielen Sicherheitstools. Sie überzeugt zudem mit Schnelligkeit, und der User kann das Programm auf beliebig vielen Geräten gleichzeitig nutzen.
SpyOFF Zum Anbieter

SpyOFF Test

Sicherheit

4,80 Pkt

Das Thema Datenschutz ist innerhalb der letzten Jahre stärker in das Bewusstsein vieler Internetuser gerückt. Die meisten Verbraucher wissen, dass beispielsweise ein öffentliches WLAN-Netz ein „Einfallstor“ für Cyberganoven und Datendiebe sein kann. Trotzdem möchten viele nicht darauf verzichten, im Café spontan über das Smartphone nach einer Info zu suchen oder kurz die E-Mails zu checken. Wer seine Daten dabei schützen will, ist mit einer VPN-Software gut beraten.

VPN steht für „Virtual Private Network“, was auf Deutsch etwa „virtuelles, privates Netzwerk“ bedeutet. Beim Surfen über VPN wird die Datenübertragung verschlüsselt. Alle eingegebenen Daten sind somit vor unbefugten Zugriffen geschützt. Eine weitere Funktion von VPN ist der Austausch der IP-Adresse gegen eine beliebige andere. Dies sichert die Anonymität des Nutzers, da Informationen wie Standort, Identität und die Internetaktivitäten des Users vor unerwünschten Beobachtern verborgen bleiben.

SpyOFF überzeugt mit einer unkomplizierten Bedienung.

Wie sorgt SpyOFF für Sicherheit und Privatsphäre?

Standardmäßig bietet SpyOFF dem Nutzer das populäre OpenVPN-Protokoll (TCP/UDP) an. Als freie Software ist dieses VPN-Programm mit allen Betriebssystemen kompatibel. Allgemein gilt es als zuverlässig und schnell.

Wenn das Gerät OpenVPN nicht unterstützt, empfiehlt der Anbieter als Alternative das Layer-2-Tunnel-Protokoll (L2TP) mit IPsec (Internet Protocol Security). Da das Protokoll die Dateien zweifach verschlüsselt, kann die Verbindung etwas langsamer sein, als bei anderen VPN-Protokollen.

SpyOFF Protokollauswahl
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Insgesamt vier VPN-Protokolle stehen zur Auswahl.

Schließlich steht dem User noch das Point-to-Point-Tunneling-Protokoll (PPTP) zur Auswahl. Dieses Protokoll ist eines der ersten und eines der schnellsten VPN-Programme. Es weist allerdings viele Sicherheitslücken auf. Es empfiehlt sich nur dann, wenn der User eine schnelle VPN-Verbindung braucht und die Datensicherheit nur eine untergeordnete Rolle spielt, wie zum Beispiel beim Streaming.

Das stabile und schnelle VPN-Protokoll IKEv2/IPsec unterstützt SpyOFF aktuell im Windows-System noch nicht. Mac-User sind hier im Vorteil.

Verschlüsselung bei SpyOFF

Zur Verschlüsselung der Datenübertragung setzt SpyOFF den Advanced Encryption Standard (AES) ein. OpenVPN und L2TP unterstützen die hochsichere 256-Bit-Blocklänge. Diese Methode ist nach wie vor eine der sichersten. In den USA ist sie als Verschlüsselungsstandard für staatliche Dokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe zugelassen. Das ältere PPTP arbeitet hingegen nur mit AES 128-Bit.

Speicherung von Logfiles

Nach eigenen Angaben zeichnet SpyOFF keinerlei Internetaktivitäten der Nutzer auf. Das Unternehmen sammelt demnach keine Informationen wie IP-Adressen, Browserverlauf, besuchte Webseiten und DNS-Anfragen. Lediglich anonymisierte Angaben zu aktivierten Apps, Serverauslastung und zur Gesamtmenge der Daten erfasst der Anbieter, und zwar aus technischen Gründen. Im Rahmen des Testes können wir nicht prüfen, ob diese Behauptung stimmt. Bei diesem Punkt kommt es ganz darauf an, ob der Anbieter auf den Nutzer vertrauenswürdig wirkt oder nicht. Um Transparenz zu beweisen, erklärt SpyOFF auf seiner Webpräsenz seine No-Logs-Policy und führt auf, welche Daten aus welchen Gründen aufgezeichnet werden und welche nicht.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Die Funktion Killswitch ist eine Art Notschalter, der die Identität des Users schützt, falls die Verbindung zum VPN-Server plötzlich abbrechen sollte. Alle laufenden Datenübertragungen werden sofort beendet, so dass die wahre IP-Adresse nicht aus Versehen sichtbar wird.

Dass nicht jedes VPN-Protokoll einen lückenlosen Schutz bietet, haben wir oben bereits erwähnt. Durch bestimmte Techniken können Hacker oder PC-Experten bei VPN-Usern die wirkliche IP-Adresse herausfinden, wenn die Verbindung solche Schlupflöcher zulässt. Mit den integrierten DNS- und WebRTC-Leak-Tests kann der User schnell prüfen, ob die gewählte Verbindung komplett gesichert ist.

Warum nicht VPN made in Germany?

So wie die meisten VPN-Anbieter, hat auch SpyOFF seinen Firmensitz in einer Region, für die die staatlichen Datenzugriffsrechten der EU oder der USA nicht oder nur eingeschränkt gelten. Staatliche Datenabfragen durch Geheimdienste möchten VPN-Anbieter mit dieser Maßnahme ausschließen. Die Herstellerfirma Sareta S.r.l. hat ihren Sitz deshalb in San Marino, einem Zwergstaat in Italien.

Für die VPN-Nutzung mögen diese rechtlichen Freiheiten, die die Firma genießt, von Vorteil sein. Interessierte Nutzer sollten jedoch bedenken, dass möglicherweise auch andere Regelungen des deutschen oder europäischen Rechts in diesem Staat nicht gelten, Stichwort Vertragsbeginn, Widerspruch oder Kündigungsrecht.

Bezahlung und Privatsphäre

Anlass zur Kritik sehen Nutzer in der Tatsache, dass Kunden bei der Anmeldung zu SpyOFF eine Bankverbindung angeben müssen, auch bei der Anmeldung zum kostenlosen Test-Account. Andere VPN-Anbieter bieten ihren Usern mehr Garantie auf Privatsphäre, indem sie Kryptowährungen (digitale Zahlungsmittel) wie Bitcoin akzeptieren. Diesem Nutzer-Wunsch ist nun auch SpyOFF gefolgt. Eine anonyme Bezahlung via BitPay ist nun möglich. Ansonsten weist der Anbieter darauf hin, dass die Bankdaten nur so lange gespeichert werden, wie der Vertrag mit dem Nutzer besteht.

Performance

4,90 Pkt

SpyOFF setzt dem User keine Limits, was die Anzahl der Geräte sowie Down- und Uploads betrifft. Der Nutzer kann mit allen internetfähigen Geräten gleichzeitig via VPN ins Web. Eine Begrenzung der Anzahl gibt es nicht. Gleiches gilt für das Datenvolumen. In keinem Leistungspaket ist dazu eine Einschränkung zu beachten. Der User kann also up- und downloaden, soviel er möchte. Serienfans dürften davon begeistert sein.

Die Wahl des Servers

Den Server wählt das Tool beim Verbinden automatisch aus. Der User legt vorher in den Einstellungen nur das VPN-Protokoll fest und bestimmt vor dem Verbindungsaufbau einen Serverstandort, zum Beispiel Brasilien.

Die Tests auf DNS- und WebRTC-Leaks waren erfolgreich, das heißt keine Informationen über die tatsächliche IP oder den Standort drangen nach außen.

Der iPlayer von BBC ließ sich von SpyOFF jedoch nicht zum Narren halten und sperrte unserem VPN den Zugang, trotz UK-Standort.

Der Speed mit VPN von SpyOFF

SpyOFF automatisch verbinden
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Den passenden Server sucht SpyOFF automatisch

Bei der normalen Benutzung des PCs fiel die VPN-Verbindung über SpyOFF überhaupt nicht auf. Für einen fairen Vergleich haben wir für beide Speed-Messungen, ohne VPN und mit VPN, einen Server in Frankfurt am Main gewählt. Die Ping-Zeit, also die Reaktionszeit des Netzwerkes, und die Upload-Geschwindigkeit unterschieden sich dabei nicht gravierend. Nur die Download-Geschwindigkeit war bei der Verbindung ohne VPN deutlich höher. Warum dies der Fall ist, können wir nur vermuten. So könnte beispielsweise ein Sicherheitsprogramm den Download der VPN-Verbindung verlangsamen.

Bedienung

4,90 Pkt

SpyOFF bietet für alle gängigen Betriebssysteme eine passende Applikation:

  • Android
  • iOS
  • macOS
  • Windows
  • Linux (ohne Client)

Darüber hinaus hat der Nutzer die Möglichkeit, die VPN-Software auf dem Router zu installieren.

In unserem Test haben wir uns auf die Anwendung für Windows beschränkt. Die Installation war in wenigen Minuten erledigt.

Hinweis: Wir haben für den Test Zugangsdaten vom Anbieter erhalten. Die Einrichtung des Nutzerprofils haben wir daher nicht durchgespielt. Laut AGB sind für den Vertrag neben dem Namen und der Adresse auch Zahlungsinformationen erforderlich. Dies kritisieren einige Internetuser, weil der Nutzer dadurch nicht mehr gänzlich unerkannt bleibt, zumindest dem Anbieter gegenüber.

Das VPN-Netzwerk von SpyOFF

Nach der Aktivierung der Applikation wählt der User einen Standort aus. Zurzeit gehören rund 1.000 Server in etwa 40 Ländern zum Netzwerk von SpyOFF. Diese stehen allen Nutzern zur Verfügung und sind nicht an ein bestimmtes Leistungspaket gebunden.

Der Windows-Client listet dafür alle Länder in einer Reihe auf. Der User kann zu jedem Land ein Untermenü aufklicken und gezielt einen Server-Standort aussuchen. Details zur Geschwindigkeit oder Leistungsfähigkeit des Servers zeigt das Menü jedoch nicht.

Eine Suchfunktion und eine Liste zuletzt genutzten Standorte vereinfachen die Suche. Wer keinen bestimmten Standort sucht oder braucht, wählt die Option „Smart Location“.

Nach einem Doppelklick auf den Serverort sucht die Software automatisch einen optimalen Server und stellt die Verbindung zu VPN her. Der grüne Button und die ebenfalls grüne Markierung am Icon in der Taskleiste zeigen die aktive Verbindung an.

Wenn der User den Standort wechseln möchte, muss er die Verbindung unterbrechen.

Im Einstellungsmenü wählt der Benutzer das VPN-Protokoll aus.

SpyOFF Standortliste
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Aus einer Liste wählt der User den gewünschten Serverstandort, d.h. Land oder Stadt.

Ein Wechsel ist auch während einer aktiven Verbindung möglich. Zumindest gab es keine Fehlermeldung.

Hilfe und Support

4,85 Pkt

Auf der Produktwebseite finden User zahlreiche Informationstexte zu VPN allgemein und zu SpyOFF im Besonderen. In der Liste der FAQs finden interessierte Nutzer Antworten auf alle Fragen, die vor allem am Anfang aufkommen, wenn man sich mit VPN und den Möglichkeiten einer VPN-Software beschäftigt. Im Support-Center finden Anwender hingegen eine umfangreiche Wissensdatenbank. Sie ist übersichtlich in die folgenden Themenbereiche gegliedert:

  • Allgemeine Fragen
  • Fragen zum Account
  • Fragen zur Zahlung
  • Technische Fragen
  • SpyOFF Tutorials

Eine praktische Suchfunktion führt den User schnell zum passenden Themenbereich. Ergänzt wird dieses Infoangebot durch Anleitungen zur Fehlerbehebung (Troubleshooter).

Über eine integrierte Nachrichtenfunktion nimmt der User mit dem Team von SpyOFF Kontakt auf, falls er in dem Online-Hilfsangebot keine Lösung für sein Anliegen finden konnte.

SpyOFF Support
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Nach der Installation erhält der User eine kurze Einführung in die Funktionen.

Darüber hinaus versorgt der Anbieter seine Kunden außerdem mit Installationsanleitungen für jedes Betriebssystem, das SpyOFF unterstützt.

Ein Support über Chat steht nach Angaben des Anbieters nur registrierten Kunden im Mitgliederbereich zur Verfügung. Eine Support-Hotline haben wir auf der Webseite dagegen leider nicht finden können.

Pluspunkte gibt es dafür, dass alle Hilfen auf Deutsch vorhanden sind.

Zusammenfassung

4,86 Pkt

SpyOFF bewies sich im Test als solider VPN-Anbieter. Mit dem AES-256 verwendet er das aktuell sicherste Verschlüsselungsverfahren und bietet die gängigen VPN-Protokolle. Leider gehört das moderne IKEv2 im Moment für Windows-User nicht zur Auswahl. Bei der Geschwindigkeitsmessung machte die Verbindung mit OpenVPN eine gute Figur.

Das VPN-Netzwerk mit seinen Standorten ist in Ordnung, aber ausbaufähig. Wenn man doch mal einen vergleichenden Blick auf Wettbewerber wirft, erkennt auch der Anfänger, dass an dieser Stelle noch mehr drin ist. Wahrscheinlich wird sich an dieser Stelle demnächst noch einiges tun.

Nutzer kritisieren, dass der Anbieter bei der Anmeldung die Bezahldaten abfragt und speichert. Damit ist die Identität der Nutzer sichtbar - zwar nicht im Internet, aber beim Anbieter. Nach eigenen Angaben zeichnet SpyOFF aber keine Daten auf, die auf die Person und deren Internetaktivitäten schließen lassen.

Für SpyOFF spricht neben der einfachen Bedienung, der unbegrenzten Geräteanzahl und der Kompatibilität mit allen Betriebssystemen auch das umfangreiche deutschsprachige Support-Angebot.

Vom Preis her ist die VPN-Software SpyOFF relativ günstig zu haben.

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