SpyOFF

Andreas Kiener
Pro
  • Unlimitierter Datentransfer
  • Unbegrenzt viele Verbindungen
  • Keine DNS-Leaks
  • Sitz im unabhängigen Kleinststaat San Marino
  • Support auf Deutsch
  • Nutzung von BitTorrent möglich
Kontra
  • Langsame Downloads
  • Für Video-Streaming schlecht geeignet
Fazit Für Anwender, denen es vor allem auf Sicherheit und Anonymität im Netz ankommt, ist SpyOFF eine gute Wahl. Allerdings scheinen viele Streaming-Dienste die IP-Adressen des Anbieters zu sperren, und die Download-Geschwindigkeit ist nur mäßig.

SpyOFF Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 5. SpyOFF
    32,0 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 43,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    63,1 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 5. SpyOFF
    41,2 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 42,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    51,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 5. SpyOFF
    16,7 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 20,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    19,8 ms
SpyOFF Zum Anbieter

Sicherheit

5,00 Pkt

Im Gegensatz zu einigen anderen VPN-Anbietern können Interessierte SpyOFF leider nicht kostenlos testen. Allerdings wirbt der Anbieter mit einer 30-tägigen Geld-zurück-Garantie. Laut Geschäftsbedingungen erhalten Kunden bei Verträgen, für die diese gilt, im Fall einer Kündigung innerhalb der ersten 30 Tage ihr gesamtes bereits bezahltes Geld zurück. Das klingt fair und andere Anbieter halten es auch so, einfacher für Kunden wäre aber ein kostenloser Testzeitraum.

Preislich bewegt sich SpyOFF mit Kosten von 10,99 Euro monatlich im Mittelfeld. Wie bei anderen Anbietern auch besteht die Möglichkeit, gleich für längere Zeiträume im Voraus zu bezahlen und dafür kräftige Preisnachlässe zu erhalten. Wer sich gleich für 16 Monate an den Anbieter bindet, bezahlt auf den Monat umgerechnet nur noch 4,70 Euro. Dreijahrestarife mit noch besserem Preis-Leistungs-Verhältnis wie bei Cyberghost und NordVPN gibt es hier jedoch nicht.

Ein Kleinststaat in Italien

Der VPN-Anbieter SpyOFF hat seinen Firmensitz in San Marino. Dieser Kleinstaat ist zwar vollständig vom italienischen Festland umgeben, unterliegt aber als eigener Staat auch einer eigenen Gesetzgebung. Dass sich das Land an breit angelegte Bespitzelung von Bürgern und am Austausch von Überwachungsdaten beteiligt, ist nicht bekannt. Anders als beispielsweise Deutschland, die USA oder Großbritannien ist San Marino kein Mitglied der Fourteen-Eyes, also jener 14 Staaten, die übereingekommen sind, den weltweiten Datenverkehr im Internet zu analysieren und ihre Erkenntnisse daraus miteinander zu teilen. Anwender können also davon ausgehen, dass ein Anbieter, der dort angesiedelt ist, vergleichsweise sicher vor den Begehrlichkeiten der Geheimdienste größerer Staaten ist.

Der Standort ist also bereits ein großes Plus für die Sicherheit von SpyOFF. Aber auch sonst macht der Anbieter in dieser Hinsicht alles richtig: Mit der standardmäßigen Verwendung des sehr sicheren OpenVPN als Protokoll (das im Client allerdings nur als „TCP“ und „UDP“ bezeichnet wird) und einer AES-Verschlüsselung mit einer Stärke von 256 Bit (die Verschlüsselungsstärke kann der Anwender nicht ändern) ist das VPN auf dem aktuellen Stand der Technik. Auch DNS-Leaks verhindert SpyOFF wirkungsvoll, aber leider nur wenn der Anwender eine entsprechende Option in den Einstellungen aktiviert.

SpyOFF Protokolle
Vergrößern
Hinter den Bezeichnungen „TCP“ und „UDP“ versteckt sich OpenVPN.

Eine Einstellung für Logfiles

Der Anwender wirbt damit, dass er keine Logfiles anlegt. Ein genauerer Blick in die „No-Logs-Policy“ offenbart aber, dass er sehr wohl einige Daten zur Serverauslastung und zu den App-Versionen sammelt, allerdings keine personenbezogenen. Das ist akzeptabel, da der reibungslose Betrieb eines Server-Netzwerks ohne solche Daten wahrscheinlich nicht möglich wäre. In den Einstellungen der Client-Software können Nutzer angeben, ob und wie detailliert das Programm Berichte über Abstürze und ähnliche technische Details an den Hersteller sendet.

Leider ist der Hersteller nicht sensibel genug, die Berichts-Option standardmäßig zu deaktivieren, aber immerhin gibt er klar an, dass er solche technischen Daten sammelt und gibt seinen Kunden eine Möglichkeit, das zu deaktivieren. Ob damit die in der „No-Logs-Policy“ genannten Daten gemeint sind oder nicht, bleibt leider offen, und somit auch die Frage, ob das Deaktivieren dieser Option wirklich alle Logs verhindert oder nur solche, die clientseitig aufgezeichnet werden.

SpyOFF Log-Level
Vergrößern
Der Anwender legt den Log-Level selbst fest.

Neben der Bezahlung per Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal bietet SpyOFF Kunden auch die Möglichkeit, über den Anbieter BitPay per Bitcoin zu bezahlen. In Kombination mit einer anonymen E-Mail-Adresse ist so eine völlig anonyme Nutzung möglich.

Viel vertrauenswürdiger und sicherer als SpyOFF kann ein VPN-Anbieter kaum sein. Mit besseren Voreinstellungen wäre es in dieser Hinsicht beinahe das perfekte VPN. Und auch wenn klar wird, dass die wenigen Logfiles, die der Anbieter anlegt, keine personenbezogenen Daten enthalten, würden spezifischere Informationen darüber noch mehr Vertrauen schaffen. Auch mehr Details darüber, was die jeweiligen Einstellungsoptionen bewirken, wären hilfreich.

SicherheitsdatenMerkmal
ProtokolleOpenVPN (TCP, UDP), L2TP / IPsec, PPTP
VerschlüsselungAES-256
Server1.007 Server in 40 Ländern
ExtrasOnion over VPN, Kill Switch
Die Sicherheitsdaten von SpyOFF.

Leistung

3,52 Pkt

Bei der Leistung zeigt sich ein gespaltenes Bild. Einerseits bietet SpyOFF einen völlig unlimitierten Zugang: Der Traffic ist nicht beschränkt und es gibt kein Limit für die Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen beziehungsweise für die Anzahl der Geräte, mit denen ein Kunde das VPN nutzen kann. Das Unternehmen erklärt das damit, dass es keine personenbezogenen Logs anlegt und somit auch keine Mittel hat, solche Beschränkungen umzusetzen.

Relativ langsame Downloads

Dieser erfreulichen Tatsache steht andererseits eine sehr langsame Download-Geschwindigkeit gegenüber. Im Test erreichte SpyOFF durchschnittlich nur 32 Megabit pro Sekunde. Das dürfte zwar viele Anwender nicht stören, da eine übliche DSL-Leitung ohnehin nur auf 16 Megabit pro Sekunde kommt, wer aber Geld in eine etwas schnellere Internetverbindung investiert, bekommt die bremsende Wirkung des VPN zu spüren. Fast alle anderen Anbieter im Test können bessere und teilweise sogar deutlich bessere Geschwindigkeiten vorweisen.

Langsam ist SpyOFF übrigens nur beim Download. Die erreichte Upload-Geschwindigkeit von 41,2 Megabyte pro Sekunde ist ordentlich, und mit einem durchschnittlichen Ping von 16,7 Millisekunden erwies sich SpyOFF sogar als besonders reaktionsschnell, was Online-Spielern Freude macht.

Das Servernetz von SpyOFF gehört zwar nicht zu den größten, ist mit mehr als 1.000 Servern in 40 verschiedenen Ländern aber ausreichend groß. In beliebten Ländern wie Deutschland, Holland, Großbritannien und den USA stehen duzende Server zur Verfügung.

Streaming und BitTorrent

Schade ist, dass wir im Test keinen Streaming-Dienst zur Zusammenarbeit mit SpyOFF bewegen konnten. Netflix, Amazon Prime Video und der BBC iPlayer wiesen immer auf regionale Einschränkungen hin oder erklärten sogar, dass sie den Inhalt nicht für User abspielen, die einen Proxy oder Unblocker zum Verschleiern ihres Aufenthaltsorts einsetzen. Dass alle drei Streaming-Dienste funktionierten, kam im Test auch bei den anderen VPNs nie vor und oft mussten wir mehrere Server durchprobieren, bis wir einen gefunden hatten, der vom keinem der Dienste geblockt wurde. SpyOFF ist aber der einzige Anbieter, bei dem keiner der Versuche von Erfolg gekrönt war.

SpyOFF Proxy Warnung
Vergrößern
Im Unterschied zu BitTorrent, das einwandfrei funktioniert, gibt es beim Versuch, Videos zu streamen, nur Fehlermeldungen. Im Bild: Netflix.

Erfreulicherweise funktionierte der Download von Dateien mit der P2P-Technologie BitTorrent auf Anhieb und mit angemessener Geschwindigkeit. Das ist sehr erfreulich, weil manche VPN-Anbieter die Torrent-Nutzung unterbinden oder zumindest stark einschränken. Der Grund: Mit BitTorrent lassen sich große Datenmengen schnell und kostengünstig verteilen. Dafür gibt es unzählige legale Anwendungsmöglichkeiten – viele Linux-Distributionen setzen beispielsweise auf die Technologie, um Hosting-Kosten zu sparen – aber noch viel mehr Illegale. Raubkopierer und Hacker nutzen die Plattform gerne, um erbeutete Daten und Dateien unters Volk zu bringen.

Benutzerfreundlichkeit

2,47 Pkt

Der Windows-Client ist einfach zu installieren und zu bedienen, aber ist er deswegen auch benutzerfreundlich? Nicht unbedingt. Das liegt vor allem daran, dass der Anwender keine einzelnen Server auswählt. Er verbindet sich entweder automatisch – dann überlässt er die Serverauswahl völlig der Software – oder stellt eine Verbindung mit Servern aus einem bestimmten Land oder an einem bestimmten Standort her. Spezifischer wird es allerdings nicht, einzelne Server listet der Client nicht auf. So kann der Anwender auch nicht gezielt einen Server anwählen, von dem er beispielsweise weiß, dass er mit einem bestimmten Streaming-Anbieter funktioniert oder der ihm besonders niedrige Ping-Werte bietet.

Im Test produzierte das einfache Anklicken der „Verbinden“-Schaltfläche konsistent Fehlermeldungen. Die Schaltfläche ist groß und prominent platziert. Dass sie Fehler verursacht, könnte den Eindruck erwecken, dass SpyOFF überhaupt nicht funktioniert. Besonders ärgerlich war, dass die Fehlermeldungen nicht sofort angezeigt wurden, sondern erst nachdem das Programm eine ganze Weile mit einem Verbindungsversuch beschäftigt war. So vergehen bei mehreren Versuchen Minuten mit vergeblichem Warten auf das Zustandekommen einer Verbindung.

SpyOFF Fehlermeldung
Vergrößern
Verbindungsversuche ohne Angabe eines Standorts führen zu Fehlermeldungen.

Erst nach der manuellen Wahl eines Serverstandorts gelang die Verbindungsherstellung. Bei einem erneuten Versuch am nächsten Tag blieben diese Schwierigkeiten aus, das Programm stellte anstandslos eine Verbindung zu einem automatisch gewählten Server her.

Hilfe & Support

3,75 Pkt

VPN-Anbieter bedienen einen internationalen Markt und geben sich daher oft keine besondere Mühe mit der Lokalisierung. Während die Benutzeroberfläche der Client-Software häufig übersetzt wird, ist eine deutsche Dokumentation oder gar Support auf Deutsch die Ausnahme. Umso erfreulicher ist, dass SpyOff genau das bietet. Nicht nur ist die Website inklusive des Hilfe-Bereichs vollständig auf Deutsch, auch die Support-Mitarbeiter sprechen Deutsch oder schreiben zumindest auf Deutsch: Telefonischer Support ist nämlich nicht vorgesehen, die einzige Kontaktmöglichkeit ist ein Web-Formular.

Die Dokumentation besteht hauptsächlich aus einer Wissensdatenbank, die ähnlich einem FAQ auf häufige Fragen der Nutzer eingeht. Sie enthält Installationsanleitungen für folgende Systeme:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS
  • Linux
  • Windows Mobile
  • Router: DD-WRT, Tomato

Die Installationsanleitungen gehören zu den wenigen ausführlichen und sorgfältig erstellten Inhalten in der Wissensdatenbank. An anderen Stellen wird der Anwender oft mit wenigen, schlecht gesetzten Zeilen (Absatz nach jedem Satz) abgespeist. Illustrierende Screenshots sind die Ausnahme. Beim Durchscrollen fiel uns auch ein Artikel auf, der sich auf eine veraltete Version des Clients bezieht und eine Funktion behandelt, die jetzt gar nicht mehr verfügbar ist.

Zusammenfassung

3,92 Pkt

SpyOFF ist bestens geeignet, um für mehr Sicherheit und Anonymität im Netz zu sorgen. Mit einem Firmensitz im unabhängigen Kleinstaat San Marino, der Möglichkeit zur anonymen Bezahlung mittels Bitcoin, der effektiven Verhinderung von DNS-Leaks, einer starken 256-Bit-Verschlüsselung und dem leistungsfähigen Protokoll OpenVPN lässt der Anbieter in dieser Hinsicht nichts vermissen. Begrüßenswert ist auch, dass BitTorrent anstandslos funktioniert. Die Einschränkungen, die Anwender in Kauf nehmen müssen, sind eine eher mäßige Download-Geschwindigkeit (Upload und Ping sind hingegen gut), ein Client, dessen Usability nicht überzeugt, und Schwierigkeiten, einen Server zu finden, mit dem Streaming-Dienste nutzbar sind. Wer damit kein Problem hat, bekommt ein außergewöhnlich sicheres VPN und kann sich bei Fragen sogar auf Deutsch an den Support wenden.