ProtonVPN

Andreas Kiener
Pro
  • Vertrauenswürdiger Anbieter aus der Schweiz
  • Hohe Sicherheit dank Secure Core
  • Verzicht auf unsichere Protokolle
  • Hohe Upload-Geschwindigkeit
  • Kein Datenlimit
  • Mit Einschränkungen kostenlos nutzbar
Kontra
  • Niedrige Download-Geschwindigkeit
  • Streamen nur eingeschränkt möglich
  • Relativ teuer
Fazit ProtonVPN ist ein erstklassiger VPN-Dienst für Anwender, die Wert auf höchste Sicherheit legen. Im Unterschied zu anderen hat der schweizer Betreiber verschiedene Tarife mit unterschiedlichen Leistungen im Angebot.

ProtonVPN

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 3. ProtonVPN
    43,8 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    63,1 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 3. ProtonVPN
    42,4 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    51,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 3. ProtonVPN
    20,0 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    19,8 ms
ProtonVPN Zum Anbieter

Sicherheit

5,00 Pkt

Die Geschichte von ProtonVPN beginnt mit ProtonMail. Das ist ein verschlüsselter E-Mail-Dienst, der 2014 als Reaktion auf die Snowden-Affäre von Mitarbeitern des europäischen Kernforschungszentrums CERN in der Schweiz entwickelt wurde. Die Idee zu einem eigenen VPN-Dienst entsprang laut den ProtonMail-Gründern der Notwendigkeit, die Tätigkeit von Aktivisten und Journalisten, die den E-Mail-Service nutzen, besser zu schützen.

ProtonVPN Verbindung
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Das Atom-Symbol verweist auf die CERN-Herkunft.

Der Sitz der ProtonVPN AG befindet sich in Genf. Aus Sicherheitsgründen ist die Firma rechtlich vom ProtonMail-Betreiber Proton Technologies AG getrennt, zwischen den beiden Unternehmen findet jedoch ein reger Wissensaustausch statt.

Kunden wählen zwischen vier Tarifen, vom kostenlosen, aber leistungseingeschränkten Free-Angebot bis hin zum mit 30 Euro pro Monat relativ teuren Kombipaket Visionary, das auch einen Zugang zu ProtonMail Visionary enthält.

TarifFreeBasicPlusVisionary
Preis pro Monat0 €5 €10 €30 €
Preis im Jahrespaket0 €48 €96 €288 €
Länder3AlleAlleAlle
Geräte12510
GeschwindigkeitNiedrigHochSehr hochSehr hoch
P2P
Extra-Server
Secure Core
Tor-Server
Streaming
ProtonMail
Die vier Angebote von ProtonVPN.

Höchste Sicherheit mit Secure Core

In den Tarifen Plus und Visionary kann der Anwender eine spezielle Sicherheitstechnologie namens Secure Core nutzen. Was bewirkt diese Technik? Sie ist eine Maßnahme gegen das Ausspähen der Nutzer durch die Überwachung von VPN-Servern. Wenn es einem Angreifer nämlich gelingt, den Datenverkehr eines VPN-Servers zu überwachen, kann er ihn unter Umständen zu einzelnen Nutzern zurückverfolgen. Dafür müssen Geheimdienste oder Kriminelle nur den Internetanbieter des VPN-Anbieters zur Kooperation bewegen oder seine Datenleitungen anzapfen.

Um so etwas zu verhindern, leitet ProtonVPN mit Secure Core den Datenverkehr von VPN-Servern in Ländern mit schwachen Datenschutzgesetzen (China, Russland, USA, UK, …) zuerst über einen Server in einem der drei als sicher betrachteten Länder Schweiz, Island und Schweden. So ist für Angreifer nur die Verbindung zum sicheren Server sichtbar und die Nutzer bleiben unentdeckt.

Kritisch anzumerken wäre allerdings, dass es sich bei Schweden um eines der sogenannten Fourteen-Eyes-Länder handelt, also um ein Land, das mit 13 anderen Staaten (unter anderem den USA, dem UK, Australien und Deutschland) ein Abkommen zur geheimdienstlichen Massenüberwachung geschlossen hat. Schweden gilt somit nicht unbedingt als Land, in dem Bürger sicher vor staatlicher Bespitzelung sind.

Anonyme Nutzung und sichere Technik

Für die Nutzung von ProtonVPN ist zwar, wie auch bei anderen Anbietern üblich, eine E-Mail-Adresse nötig, ansonsten werden aber keine persönlichen Daten abgefragt. Da anonyme E-Mail-Adressen einfach zu bekommen sind, ist die vollständige Anonymisierung der Anwender möglich. Auch bezahlte Accounts können anonym bleiben, da die Zahlung mit der Kryptowährung Bitcoin möglich ist.

ProtonVPN setzt ganz auf die als sicher geltenden Protokolle IKEv2/IPSec und OpenVPN. Andere VPN-Protokolle wie PPTP unterstützen die Server des Anbieters nicht. Das ist positiv, da den Anwendern somit gar keine Wahl bleibt und sie nicht aus fehlender Umsicht oder mangelndem Wissen eine unsichere Verbindung nutzen können. Für die Verschlüsselung nutzt der Anbieter den als sicher geltenden Standard AES-256. Die Client-Software hat eine Einstellungsoption zum Verhindern von DNS-Leaks, die standardmäßig aktiviert ist. Der Schutz funktioniert offenbar gut: Im Test ließen sich keine solchen Leaks feststellen.

ProtonVPN  mit Bitcoin bezahlen
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Kunden können mit Bitcoin bezahlen. Da der Anbieter auch sonst keine personenbezogenen Daten verlangt, ist die vollständig anonyme Nutzung von ProtonVPN möglich.

Der Anbieter wirbt damit, Logs nicht zu speichern. In der Dokumentation erklärt er allerdings, dass aus Sicherheitsgründen der Zeitpunkt des jeweils letzten Logins eines Accounts als Zeitstempel festgehalten wird. Dabei handelt es sich lediglich um Tag und Uhrzeit des Logins, Informationen darüber, von wo aus der Kunde sich angemeldet hat und wie lange er angemeldet blieb, werden nicht erfasst. Diese minimale Speicherung von Metadaten, die dem reibungslosen Betrieb dient, ist völlig akzeptabel.

SicherheitsdatenMerkmale
ProtokolleIKEv2/IPSec, OpenVPN.
VerschlüsselungAES-256
Server347 in 31 Ländern
ExtrasSecure Core, Onion over VPN, Kill Switch
Die Sicherheitsdaten von ProtonVPN.

Leistung

3,71 Pkt

Wie leistungsfähig ProtonVPN ist, hängt stark vom gewählten Tarif ab. Nutzer des kostenlosen Angebots müssen mit stark eingeschränkter Geschwindigkeit und einer geringen Anzahl nutzbarer Server leben. Auch Secure Core, das Streamen von Medieninhalten, die Verwendung von P2P-Technologie und die zusätzliche Sicherheit des Tor-Netzwerks bleiben ihnen vorenthalten.

Etwas mehr Leistung dürfen Kunden im Basic-Tarif erwarten. Sie können Server in allen 31 verfügbaren Ländern nutzen statt nur in Japan, den Niederlanden und denUSA, wie die Anwender der kostenlosen Version. Zudem ist für sie die Verwendung von P2P-Filesharing freigeschaltet und sie können sich mit zwei Geräten gleichzeitig einloggen. Auch die Geschwindigkeit wird nicht so stark gedrosselt.

Im Test kamen wir allerdings auch mit dem Plus-Tarif, der genauso wie Visionary „höchste“ Geschwindigkeit verspricht, nur auf durchschnittlich 43,8 Megabit pro Sekunde. Das ist ein eher durchschnittlicher Wert. Bei dieser Geschwindigkeit bremst das VPN die Internetanbindung schon mit einer 50-Megabit-pro-Sekunde-Leitung aus. Mit durchschnittlich 42,4 Megabit pro Sekunde ist die Upload-Geschwindigkeit ähnlich, was allerdings für den Upload mehr als ausreichend ist. Die meisten Internet-Provider schränken die Upload-Geschwindigkeit deutlich stärker ein.

ProtonVPN Preise
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Höchste Geschwindigkeit verspricht ProtonVPN für den Plus-Tarif. In der Praxis bedeutet das 40 bis 50 Megabit pro Sekunde.

Filesharing funktioniert gut, Streaming nur bedingt

Die Nutzung der P2P-Technik BitTorrent für das Herunterladen einer Datei funktionierte im Test auf Anhieb. Mehr Probleme machte hingegen das Streaming. Der BBC iPlayer funktionierte auch beim fünften britischen Server, den wir ausprobierten, nicht. Das Streamen einer Fernsehserie mit Amazon Prime Video gelang zwar, aber erst nach zwei vergeblichen Versuchen mit Servern, die Amazon offenbar blockierte. Netflix wiederum funktioniert nur mit den US-Servern. Wer das abweichende Netflix-Angebot anderer Länder nutzen möchte, hat leider Pech gehabt.

Benutzerfreundlichkeit

4,69 Pkt

Für die meistgenutzten Desktop- und Mobil-Betriebssystem stellt ProtonVPN eigene Client-Software bereit:

  • Windows
  • macOS
  • Android
  • iOS

Für Linux gibt es keinen speziellen ProtonVPN-Client, da der Dienst jedoch auf das freie Protokoll OpenVPN setzt, kann er auf verschiedenen Linux-Distributionen problemlos mit anderen kompatiblen Clients genutzt werden. Die Konfiguration ist zwar etwas aufwändiger, wird aber im Hilfe-Bereich der Website ausführlich erklärt.

Wie die meisten Client von VPN-Anbietern ist die Software von ProtonVPN sehr benutzerfreundlich gestaltet. Der Anwender kann sich per Knopfdruck entweder mit dem schnellsten oder mit einem zufälligen Server verbinden. Alternativ ist es möglich, einen Server manuell auszuwählen. Der Dialog für die Einstellungen ist übersichtlich gestaltet, die Voreinstellungen sind sinnvoll gesetzt und auch die Installation des Programms funktioniert einfach und reibungslos.

Ein kleines Manko gibt es allerdings: Trotz des Firmensitzes in der (französischen) Schweiz wurde die Benutzeroberfläche nicht auf Deutsch übersetzt. Zudem ist es nicht möglich, bereits serverseitig HTTPS-Verbindungen zu erzwingen oder Tracking und Werbung zu filtern, wie das beispielsweise beim Konkurrenten CyberGhost der Fall ist. Diese Spezialfunktionen fehlen jedoch kaum, da sie sich mühelos auch mit Browser-Erweiterungen realisieren lassen.

ProtonVPN Server Karte
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Die Benutzeroberfläche ist gelungen, eine deutsche Sprachversion existiert allerdings nicht.

Hilfe & Support

3,13 Pkt

Ein Handbuch liegt für ProtonVPN nicht vor. Immerhin geht das „Support Center“ auf die wichtigsten Fragestellungen ein. Unter anderem erklärt es die Nutzung des VPNs mit den Betriebssystemen Windows, macOS, Linux und Android mit ausführlichen und gut nachvollziehbaren Texten. Wie auch das Programm selbst ist die Dokumentation ausschließlich auf Englisch verfügbar.

Ein Community-Forum gibt es nicht, allerdings können Leser die Artikel im „Support Center“ kommentieren. Die Anwender nutzen diese Möglichkeit ausgiebig, was dazu führt, dass oft auch in den Kommentaren nützliche Hinweise zu finden sind. Mitarbeiter von ProtonVPN reagieren regelmäßig und schnell auf Fragen in den Kommentaren.

Per E-Mail können sich Kunden direkt an das Unternehmen wenden. Ein Support-Chat oder eine telefonische Hotline hingegen existieren nicht. Angenehm ist allerdings, dass Fragesuchende nicht umständlich ein Webformular mit irrelevanten Eingabefelder oder fummeligen Captcha-Anfragen ausfüllen müssen, sondern einfach direkt an eine der veröffentlichten E-Mail-Adressen schreiben können.

Zusammenfassung

4,22 Pkt

Secure Core und der Verzicht auf unsichere Protokolle machen ProtonVPN zu einer guten Wahl für Anwender, denen es bei einem VPN vor allem auf Sicherheit ankommt. Das Unternehmen stellt sogar eine kostenlose Version zur Verfügung, deren Leistungsumfang durchaus ausreicht, um beispielsweise als zusätzliche Sicherungsmaßnahme für abhörsichere Kommunikation zu dienen.

Da allerdings das Streamen von Medieninhalten auch in den teuersten Tarifen nur eingeschränkt funktioniert, ist ProtonVPN nicht die erste Wahl für Nutzer, die sich vor allem zwecks einfachen Zugangs zu Unterhaltungsmedien ein VPN zulegen. Für die „Spaß-Fraktion“ gibt es geeignetere Angebote, die zudem meistens auch weniger kosten als das aufgrund der fehlenden langfristigen Verträge mit hohem Preisnachlass relativ teure ProtonVPN.

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