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Pixelmator

4.21 / 5
Fazit: 
Pixelmator ist eine Bildbearbeitungssoftware mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Fehlen mancher Optionen wird durch den Rückgriff auf Mac-interne Programme ein wenig aufgefangen.
Pro: 
Übersichtliches Programm, speziell auf Mac OS X angepasst mit einem überzeugenden Reparaturwerkzeug für einen kleinen Preis
Kontra: 
Fehlende Profi-Optionen, nur für neuere Mac OS X, wenig deutschsprachiger Support

Pixelmator Test

Funktionen: 

Die Basisfunktionen einer jeden Bildbearbeitungssoftware stellen Pixelmator vor keine großen Herausforderungen. Farb-, Kontrast- und Helligkeitsanpassungen gelingen ebenso problemlos wie die Auswahl einzelner Elemente oder die Retusche mit Kopierwerkzeugen.

Einzelne Bildausschnitte und Objekte können gedreht, gequetscht, gezogen, vergrößert und verkleinert werden. Eine Vielzahl von Effekten verleiht schlussendlich jedem Bild die richtige Stimmung.

Pixelmator Repearturwerkzeug Webseiten Screenshot mit Vorher-Bild

Mit dem Sandstone-Update kamen allerdings nicht nur kleine Verbesserungen der bestehenden Features, Pixelmator leistete sich auch einige neue Funktionen.

Objekte entfernen so einfach wie nie

Besonders hervorzuheben ist das völlig überarbeitete Reparaturwerkzeug. Mit dem „Repair Tool" verschwinden nun nicht nur Flecken und Unreinheiten, sondern auch größere Objekte oder Menschen mit wenigen Pinselstrichen.

Das Repair Tool kommt in drei Abstufungen: Quick, Standard, Advanced. Quick eignet sich für die Korrektur von kleineren Fehlern wie Flecken, Knicke oder Retuschen im Gesicht.

Standard ist für das Entfernen von Objekten auf einem einfachen Hintergrund gedacht und Advanced entfernt Objekte oder Personen selbst vor komplexeren Hintergründen

Nach dem Malen mit dem Werkzeug über das zu verschwindende Objekt, berechnet Pixelmator anhand der Umgebung detailgenau wie das Bild dahinter aussehen muss und passt den neuen Hintergrund dementsprechend an – eine Nachbearbeitung ist nicht nötig.

Ungewünschte Stellen verschwinden so innerhalb von wenigen Minuten und ohne, dass ein Fünkchen Profiwissen nötig wäre.

Die Funktion überzeugte im Test ganz und gar, bei großen Objekten verbessert sich das Ergebnis, wenn in kleinen Schritten vorgegangen wird – die Handhabung bleibt aber die gleiche.

Neu ist außerdem:

  • 16-Bit Einstellung für die Farbverarbeitung (in der Vorgängerversion nur für die neuste MacBook Pro Generation verfügbar)
  • Schützen von Ebenen: Ebenen können „verschlossen" und so bei einer Weiterverarbeitung auf den restlichen Eben vor ungewollten Änderungen bewahrt werden
  • Auswahl in Formen ("Shapes") konvertieren für die Weiterbearbeitung in beispielsweise Grafiken

Umfangreiche Design- und Grafikfunktionen

Nicht nur in Sachen Bildbearbeitung verspricht Pixelmator Funktionsreichtum. Neben einem umfassenden Text Tool, können sowohl Texte als auch Bildausschnitte mit einem Klick in Shapes" umgewandelt werden.

Unterschiedliche Farbverläufe und Manipulationen der Buchstaben stellen so keinerlei Problem da. Die Masse an flexibel erstellbaren Formen und Cliparts dürfte zudem nicht nur Grafiker freuen.

Integrierte Mac-Tools

Trotz des eigentlich großen Funktionsreichtums lässt Pixelmator einige Features schmerzlich vermissen. So fehlen eine eigene Mediathek, eine erweiterte Bearbeitung von RAW-Rohmaterial und eine Stapelverarbeitung. Mit der Integration von Mac-eigenen Tools hofft Pixelmator dieses Fehlen etwas mildern zu können.

Apples eigene Medienverwaltungen und Bearbeitungstools Aperture und iPhoto sind über den „Media Browser" innerhalb des Programms abrufbar und nisten sich gut in die Programmoberfläche ein. pixelmator screenshotMac Automator kann dafür genutzt werden, eine Gruppe von Bildern automatisch zu bearbeiten, zum Beispiel, um ihre Größe anzupassen oder Effekte hinzuzufügen.

Leider hat Apple sowohl iPhoto als auch Aperture zugunsten der neuen Anwendung „Photos", welche mit OS X Yosemite und iOS 8 kam, nicht mehr weiterentwickelt. Seit April 2015 sind beide Apps nicht mehr im App Store erhältlich. 

Bislang fehlt dem Nachfolger Photos im Gegensatz zu iPhoto und Aperture die Unterstützung externer Bildbearbeitungsprogramme wie etwa Pixelmator. Daher sollte Apple sich schnellstens um eine programminterne Lösung kümmern.

4.45 von 5,00 Punkten

Performance: 

Pixelmator gibt sich in seinen Voraussetzungen recht anspruchslos. Sowohl auf dem Onlineauftritt, als auch im Mac AppStore wird als einzige Voraussetzung ein Mac OS X Betriebssystem ab der Version 10.9.1 genannt.

Da das Programm allerdings sowohl 64-Bit-Technologien als auch die OpenCL Technik benutzt, ist eine OpenCL-fähige Grafikkarte und ein Mehrkern-64-Bit-Prozessor definitiv zu empfehlen.

Obwohl keine Angaben zu dem Arbeitsspeicher gemacht werden, sind 2 Gigabyte Mindestvoraussetzung ein guter Richtwert – und sollten bei jedem neueren Mac ohnehin der Mindestanspruch sein.

Systemanforderungen
Betriebssystem Mac OS X (ab 10.9.5)
Prozessor Mehrkern-Prozessor (64 Bit)
Dateigröße 46,7 Megabyte
freier Arbeitsspeicher Mindestens 2 Gigabyte RAM

Die Oberfläche von Pixelmator ist auf Retina Displays optimiert, um alle Bilder perfekt zur Geltung zu bringen. Zudem unterstützt das Programm die meisten gängigen Bildformate und importiert das Photoshop-Format PSD mit allen Ebenen.

Weiterhin unterstützt die Software der Entwickler von Pixelmator Team folgende Sprachen:

  • Englisch
  • Deutsch
  • Französisch
  • Japanisch
  • Spanisch
  • Italienisch

4.20 von 5,00 Punkten

Bedienung: 

Pixelmator Programmfenster

Beim Start wird der Nutzer von einem Willkommensbildschirm begrüßt: 

  • Neues Bild, 
  • vorhandenes Bild oder 
  • ein kürzlich benutztes Bild öffnen

stehen hier zur Auswahl. Nach dem Öffnen eines Bildes erscheint die eigentliche Oberfläche des Programms. Statt eines großen, bildschirmumfassenden Hauptfensters schweben bei Pixelmator die einzelnen Fenster vor dem Desktophintergrund. Das Bild öffnet sich frei in der Mitte, links davon findet sich üblicherweise die Werkzeugleiste.

Ebenen-Fenster, Effekt-Browser, Werkzeug-Optionen und weitere Informations- und Funktionsfenster können nach Belieben ein- und ausgeblendet werden. Die frei schwebenden Fenster lassen Pixelmator leicht und schlank wirken und erlauben zudem eine flexible Anpassung.

So kann beispielsweise das zu bearbeitende Bild problemlos auf einen zweiten Monitor verschoben werden. Bei Bedarf verschwindet der Desktophintergrund hinter dem Fullscreen-Modus aber auch komplett.

Neulinge finden sich in der Funktionsweise des Programms sehr schnell zurecht. Nutzer anderer Bildbearbeitungssoftware werden viele Funktionen und selbst einige Tastaturkürzel wiedererkennen.

Wer noch nie mit einem Bildbearbeitungsprogramm gearbeitet hat, sollte aber dennoch einen Blick in die Hilfe werfen. Werkzeuge und Funktionen werden hier auf einfache Weise erklärt.

Nach der Bearbeitung können die eigenen Kunstwerke mit Freunden geteilt werden. Ob Facebook, Flickr oder Twitter, Bilder können direkt aus der Anwendung auf die Lieblingsplattform hochgeladen werden. Mit dem integrierten iCloud-Support kann auf Wunsch zudem von unterschiedlichen Rechnern und mobilen Geräten auf die Dateien zugegriffen werden.

Kleinere Mankos zeigen sich bei der Bedienung allerdings doch. Gängige Operationen wie das Begradigen eines Bildes benötigen ein paar mehr Mausklicks und Anpassungen per Hand, als in anderen getesteten Programmen.

4.50 von 5,00 Punkten

Hilfe & Support: 

Obwohl Pixelmator in einer deutschen Version zur Verfügung steht, ist der Großteil des Supports nur auf Englisch verfügbar. Die ausführliche Hilfe innerhalb des Programms und ein paar wenige Anleitungen stellen hier die Ausnahme dar. Wer allerdings des Englischen mächtig ist, findet auf der Produktwebseite FAQs, ein Forum und viele Video- und Text-Tutorials zu den meisten Funktionen und Möglichkeiten des Programms.

Persönlicher Kontakt mit dem Supportteam ist über E-Mail möglich. Eine Telefon-Hotline fehlt leider ebenso wie eine Chat-Funktion

3.70 von 5,00 Punkten

Zusammenfassung: 

Pixelmator Fullscreen Modus

Exklusiv für Apple Produkte und mit einem Preis, der selbst den kleinsten Geldbeutel kaum ins Schwitzen bringt, wird Pixelmator von Fans nicht selten als günstige "Photoshop Alternative" für Mac OS X gepriesen. Bereits 2011 gewann das Entwicklerteam hinter Pixelmator den Apple Design Award.

Seitdem wurde das Programm allerdings komplett überarbeitet, die einfache Anwendung und die gewohnt ansprechende Mac-Ästhetik durfte bleiben, hinzugekommen sind noch mehr intuitive Bearbeitungsfunktionen. Das letzte große Update Pixelmator 3.4 Twist brachte unter anderem neue Werkzeuge zur Verzerrung ("distort-tools").

Leider fehlen der ansonsten soliden Bildbearbeitungssoftware immer noch einige Profi-Tools, wie eine erweiterte RAW Bearbeitung und Objekt- oder Perspektivenkorrektur.

Pixelmator ist für 29,99 Euro im Mac App Store zu haben. Nutzer einer früheren Version können kostenlos auf Pixelmator 3.4 upgraden. Eine kleinere iOS-App für iPhone und iPad ist zudem zu knapp fünf Euro im iOS App Store zu finden.