Orvell Monitoring

Jenny Gebel
Pro Die Software überzeugt mit ihrer übersichtlichen Benutzeroberfläche und zuverlässigen Monitoring-Tools.
Kontra Das Programm enthält so gut wie keine Filter- oder Sperrfunktionen. Eine Fernsteuerung über das Internet ist nicht möglich.
Fazit Wer beim Kinderschutz im Internet auf Sicherheit durch Monitoring und Aufzeichnung setzt, für den ist Orvell Monitoring eine Empfehlung.
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Orvell Monitoring Test

Sicherheit

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"Big brother is watching you!" – Dieses Zitat aus George Orwells Roman-Klassiker "1984" könnte Pate gestanden haben für die Software Orvell Monitoring. Die meisten denken dabei sofort an heimliche Überwachung und damit liegen sie in Bezug auf das Programm von ProtectCom gar nicht so daneben.

Das Sicherheitskonzept von ProtectCom

Eine Kindersicherung mit Hilfe von Inhaltsfiltern und der Sperrung von Webseiten mit unangemessenen Inhalten ist nach Ansicht der Entwickler von Orvell Monitoring. Die Sicherheitslösung von ProtectCom basiert daher auf der Überwachung und der Analyse der Online- und der PC-Aktivitäten. Die Hersteller gehen davon aus, ​dass sich ein Kind, welches weiß, dass die Eltern jegliche Aktivitäten am PC beobachten, verantwortungsbewusster beim Surfen im Internet und bei der PC-Nutzung verhält. Darüber hinaus können Eltern durch die Aufzeichnungen ein Verständnis dafür entwickeln, wie ihre Kinder das Internet nutzen. Schließlich kann die Analyse dieser Aktivitäten eine Grundlage für Gespräche zwischen Eltern und Kindern über den Umgang mit dem World Wide Web bieten.

Monitoring zum Schutz des Kindes

Dass das Kind im Internet auf zweifelhafte Webseiten oder Personen trifft, kann diese Software nicht verhindern. Die Aufzeichnungstools sollen vielmehr ein Hilfsmittel für die Eltern sein, da sie damit genau nachverfolgen und vor allem auch belegen können, wie der Kontakt zu Stande kam oder wie die Unterhaltung im Chat ablief. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die zwielichtige Person Kontaktdaten preisgibt. Sorgsame Eltern können dann handeln und verhindern, dass Schlimmeres passiert. Aber auch bei Dingen wie Cyber-Mobbing in sozialen Netzwerken können Eltern durch die Aufzeichnungen ihrem Kind helfend zur Seite stehen.

Rechtlicher Hinweis

Das Programm ist mit Überwachungsfunktionen (insbesondere Bildschirmaufnahme, Keylogger und PC-Aktivitätsaufzeichnung) ausgestattet. Für den Einsatz in Deutschland braucht man daher die Genehmigung der zu überwachenden Person. Wer dies nicht beachtet, macht sich im Sinne von §201, §202 StGB strafbar.

Der Name ist Programm: Ein Rekorder für alle PC- und Internetaktivitäten

Orvell Monitoring ist als klassische Überwachungssoftware konzipiert und dementsprechend mit verschiedenen Aufzeichnungsfunktionen ausgestattet. Die Software soll alle Aktivitäten am PC mitschneiden: Vom ersten bis zum letzten Tastenanschlag. Nutzer können mit Hilfe dieses digitalen Systemwächters folgende Aktivitäten im Blick behalten:

  • die Webaktivitäten und die besuchten Webseiten
  • die Kommunikation in Chats, E-Mails und sozialen Netzwerken
  • die Online-Suchen in allen üblichen Suchmaschinen
  • alle Programme, die geöffnet und genutzt wurden
  • alle Druckaufträge
  • Änderungen im System wie Dateiumbenennung, Löschung und ähnliches
  • alle Tastenanschläge, egal ob offline oder online

Eine Überwachungskamera für den PC

Eine besondere Aufzeichnungsfunktion sind die Screenshots, die Orvell Monitoring anfertigt. Ähnlich wie eine Videokamera nimmt die Software regelmäßig alle Bildschirmveränderungen auf und speichert diese als Screenshots komprimiert ab. Eltern können dann wie in einem Video nachvollziehen, was das Kind im Internet gesehen und was es am PC gemacht hat. Die Frequenz kann der Nutzer individuell bestimmen, ebenso wie die Aufnahmequalität.

Filterung & Sperrung

Orvell Monitoring Screenaufnahme
Orvell Monitoring Optionen.

Die Möglichkeiten zur Filterung und Sperrung von Webinhalten sind bei Orvall Monitoring dagegen eher dürftig. Neu ist die Blockerfunktion von Internetseiten, wenn diese bestimmte Schlüsselwörter enthalten wie Drogen, Gewalt, Pornografie, Sex und so weiter. Diese Schlüsselwörter können die Eltern selbst festlegen. Darüber hinaus kann die Online-Suche mittels Blacklist gefiltert werden. Alle URLS, die in einer Blacklist erfasst sind, sind im Browser nicht mehr aufrufbar und werden nicht mehr in der Suchergebnisliste angezeigt.

Funktionen wie eine Sperre von bestimmten Programmen oder Anwendungen sowie eine zeitliche Begrenzung des Internetzugangs oder des PC sind dagegen nicht verfügbar.

Sperren können Eltern auch den Anschluss eines USB-Sticks oder das CD-ROM-Laufwerk. Diese Funktionen sind für eine Kinderschutzsoftware jedoch eher untypisch und werden eher dann zum Einsatz kommen, wenn Orvell Monitoring als tatsächliche Überwachungs- und Sicherheitssoftware in einem Netzwerk verwendet wird, zum Beispiel um Datendiebstahl zu verhindern.

Bedienung

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Auf eine kinderleichte und eine überschaubare Bedienung legen die Hersteller großen Wert. Entsprechend leicht sind Installation und Einstellung aller verfügbaren Optionen. Trotz der zahlreichen Funktionen ist die Benutzeroberfläche gut strukturiert und übersichtlich, so dass auch Einsteiger schnell mit dem Programm arbeiten können.

Alle aufgezeichneten Daten kann man im Text-, Tabellen- oder auch im Bild- und Videoformat (AVI) exportieren.

Der Administrator des Programms kann mehrere Benutzerkonten anlegen und somit verschiedene Nutzer beobachten. Auch eine zeitliche Planung der Aufzeichnung ist möglich. Die zeitliche Einschränkung der PC- oder Internetnutzung ist dagegen leider nicht möglich.

Ovvall Monitoring Einstellungen
Ovvall Monitoring Einstellungen.

Hier müssten Eltern bei Bedarf auf weitere Software zurückgreifen, denn Kinder sollten nicht nur damit vertraut werden, wie man sich verantwortungsvoll im Internet verhält. Auch eine angemessene Dauer der Internet- und PC-Nutzung will gelernt sein.

Reporting und Analyse

Eine zentrale Funktion von Orvell Monitoring ist die Schlüsselworterkennung. Wie oben bereits erwähnt, können die Eltern eine Reihe von Wörtern und Phrasen im Programm hinterlegen. Dabei kann es sich um persönliche Daten wie Adresse, Kontonummer, Telefonnummer etc. handeln, aber auch um Begriffe wie Pornografie, Drogen, Gewalt oder Sex. Falls das Kind nach diesen Wörtern sucht, diese Begriffe zum Beispiel im Chat oder in einer E-Mail verwendet, dann wird der Administrator von Orvell Monitoring sofort per E-Mail und Screenshot informiert. Auf diese Weise erfahren Eltern zeitnah, ob ihr Kind persönliche Daten weitergibt und an wen. Im Zweifelsfall können sie dann schnell einschreiten und handeln.

Sicherung des Zugriffs

ProtectCom weist auf der Produktwebseite ausdrücklich auf die oben erwähnte Rechtslage hin, wonach die Person, die mit ​ Hilfe der Software überwacht werden soll, davon auch in Kenntnis gesetzt werden muss. Auch das Kind sollte also wissen, dass die Eltern einen solchen Schutz auf dem PC installiert haben. Damit Kinder dennoch keine Chance haben, die Anwendung zu deaktivieren, haben die Entwickler ein paar Sicherungsmaßnahmen eingebaut. Mithilfe der Supertarnfunktion kann das Programm gewissermaßen gänzlich vom Radar verschwinden. Es taucht dann weder im Startmenü noch in der Systemsteuerung bei den installierten Programmen auf. Durch eine festgelegte Tastenkombination (Hot-Key) und ein Passwort können Eltern auf das Programm und auf die gesammelten Daten zugreifen.

Performance

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Orvell Monitoring ist anspruchslos und hält sich im Hintergrund

Was die technischen Voraussetzungen betrifft, so stellt Orvell Monitoring keine großen Ansprüche. Nur an den verfügbaren Speicherplatz sollte der Nutzer denken. Bei einer Nutzung über 8 Stunden, also für einen normalen Arbeitstag mit Bildschirmaufzeichnung, empfiehlt der Hersteller einen freien Speicherplatz von etwa 50 MB. Bei einer hohen Aufnahmefrequenz der Überwachung braucht die Software entsprechend auch mehr Speicher. Ansonsten funktioniert das Internet Monitoring von Orvell Monitoring mit allen AOL-Messengern und vielen gängigen Browsern:

  • Microsoft Internet Explorer
  • Mozilla Firefox
  • Opera
  • NetCaptor
  • America Online
  • MSN Explorer
  • Netscape Navigator
  • GoSurf
  • Neo Planet
  • NCSA Mosaic
  • Sun HotJava

Google Chrome zählt leider nicht zu den untersützten Web-Browsern. Dennoch entkommen Chrome-User dem Überwachungsprogramm nicht. Die Aktivitäten in diesem Browser werden in den Bildschirmaufnahmen erfasst.

Abgesehen davon, läuft das Programm versteckt und unauffällig im Hintergrund, ohne das System zu beeinflussen.

ProtectCom hat die Monitoring-Software für Windows-Betriebssysteme konzipiert. Mit folgenden Versionen ist sie kompatibel (jeweils 32- und 64-bit):

  • Windows 98
  • Windows ME
  • Windows NT
  • Windows 2000
  • Windows XP
  • Windows Vista
  • Windows 7
  • Windows 8 / 8.1
  • Windows 10

Mac-Usern steht leider keine vergleichbare Software im Programm-Portfolio von ProtectCom zur Verfügung. Auch für mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS ist das Sicherheitsprogramm nicht erhältlich.

Hilfe & Support

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Sollten bei der Benutzung Fragen auftauchen, dann kann der Anwender im Programm selbst auf eine umfangreiche Hilfedatei zurückgreifen. Viele Fragen werden auch in der FAQ-Sektion auf der Produktwebseite beantwortet. Wer eine Lizenz erworben und sich als Nutzer registriert hat, kann den 24 Stunden Premium Support nutzen und erhält zudem Zugriff auf die Support-Datenbank. Wer sein Anliegen direkt mit einem Support-Mitarbeiter klären möchte, kann dies per E-Mail tun oder die Telefonhotline nutzen, die werktags von 7 bis 22 Uhr geschaltet ist.

Orvell Monitoring Support
Der Orvell Monitoring Support.

Zusammenfassung

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Der Kamera-Wächter im Hintergrund

Orvell Monitoring PackShotWenn Eltern genau wissen möchten, welche Webinhalte sich ihr Kind anschaut, welche Spiele es spielt und mit wem es chattet, dann ist Orvell Monitoring eine gute Wahl. Mit ihren zahlreichen Monitoring-Tools arbeitet die Software im Hintergrund wie eine Kamera, die alle Aktivitäten aufzeichnet und sorgfältig dokumentiert. Filter- und Sperrfunktionen sind jedoch, abgesehen von der Filterung von Webseiten und der Online-Suche kaum vorhanden. Wer also sein Kind mit Hilfe von Filterfunktionen vor unangemessenen Webinhalten schützen will, ist mit Orvell Monitoring weniger gut beraten. Bei Bedarf kann die Anwendung mit einer Filtersoftware kombiniert werden.