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Norton Utilities

Niklas Gollan
Pro
  • Kommt in puncto Performance-Steigerung fast an den Testsieger heran
  • Beschleunigt den Windows-Start um zwei Sekunden
Kontra Chat-Support übersetzt Anfragen in deutscher Sprache mit Übersetzungstool
Fazit Das größtenteils nutzerfreundlich aufgebaute Programm verkürzt die Startzeit ein wenig und schafft eine ordentliche Menge an freiem Speicher auf der Festplatte. Das Gesamtergebnis der Leistungssteigerung verfehlt den ersten Platz nur ganz knapp.
Norton Utilities Zum Anbieter

Norton Utilities Test

Funktionen

4,33 Pkt

Die Tuning-Software Norton Utilities 16 ist ein klassisches Tool zur PC-Leistungs-Optimierung. Norton Utilities erhöht die Startgeschwindigkeit von Windows-Rechnern, steigert die allgemeine Performance und gibt Festplattenspeicherplatz frei. Der Fokus liegt auf Letzterem: der Reduktion von Datenmüll und dem damit verbundenen Zugewinn an Speicherplatz.

Das Programm schützt zudem die Privatsphäre, indem es den Browserverlauf und das Protokoll der in Windows geöffneten Dateien löscht. Des Weiteren bringt Norton Utilities einen Reinigungsplaner mit, der es erlaubt, einen Zeitplan für automatische Festplattenreinigungen festzulegen.

Der Hersteller bietet die Möglichkeit, Norton Utilities 30 Tage lang kostenlos zu testen. In der Testversion sind alle Funktionen vorhanden.

Bedienung

4,50 Pkt

Die Installationsdatei ist 22 Megabyte groß. Norton Utilities selbst belegt knapp 57 Megabyte auf der Festplatte. Erfreulich: Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzprodukten wurde während der Installation keinerlei Werbung für andere Softwarepakete eingeblendet.

Im Großen und Ganzen ist das Produkt übersichtlich gestaltet. Die Bedienung ist jedoch nicht immer intuitiv: Manche Funktionen sind an unerwarteter Stelle zu finden. Umso schwerer wiegt die ungünstige Tatsache, dass Norton keine Suchfunktion in diese Anwendung integriert hat.

Leider fehlt beim Start des Programms jeglicher Hinweis auf die Testversion. Es erscheint lediglich eine Eingabemaske für den Namen, die E-Mailadresse und den Lizenzschlüssel. Um zu der Testversion zu gelangen, muss der Nutzer auf „Abbrechen“ klicken – zwingend logisch ist dieser Schritt nicht.

Dashboard

Norton Utilities Produktaktivierung
Sorgte für Verwirrung beim Programmstart: die Aufforderung, den Namen, die E-Mailadresse und den Lizenzschlüssel einzugeben.

Beim Start des Programmes findet sich der Nutzer im ersten Menübereich „Dashboard“ wieder. Verschiedene Leistungsdaten, wie freie Datenträgerkapazität und Windows-Startzeit vor der Reinigung, werden bereits hier übersichtlich angezeigt.

Mit einem Klick auf „1-Klick-Optimierung“ erfolgt eine allgemeine Performance-Optimierung, ohne dass weitere Bestätigungsschritte erforderlich sind. Nach der Reinigung erhält der Nutzer eine Übersicht über die Leistungssteigerung.

Mit einem Klick auf „Weiter“ landet er wieder auf dem Dashboard Norton Utilities. Auf der rechten Seite findet er eine Anzeige mit der Aufschrift „nächsten Schritten zum Erhalten der Systemintegrität“. Diese Anzeige ist etwas irritierend, da die an ihr gekoppelten Funktionen einfach über die einzelnen Menübereiche abrufbar sind.

Norton Utilities Dashboard
Dashboard mit 1-Klick-Bereinigungs-Funktion.

Leistung

In dem zweiten Optimierungsmenü reinigt und komprimiert der Benutzer die Windows-Registrierung. Hier gibt es die Option, zunächst einmal einen Systemwiederherstellungspunkt zu erstellen. Von dieser Möglichkeit ist unbedingt Gebrauch zu machen, da es bei Änderungen in der Registry zu Problemen kommen kann.

Stutzig macht die Funktion „Datenträger defragmentieren“. Bei einer Defragmentierung werden die Dateien neu angeordnet – das ist nur bei Magnetfestplatten sinnvoll. Im Falle von SSD-Festplatten hat dies keinen Nutzen. Aufgrund der Bauform von SSD-Festplatten ist die maximale Schreibzahl begrenzt, und eine klassische Defragmentierung macht den PC nicht schneller, sondern verkürzt die Lebensdauer der Festplatte. Die anderen Programme in unserem Test erkannten die SSD-Festplatte und deaktivierten die Optimierung. Bei Norton Utilities erfolgte dies nicht.

Norton Utilities Defragmentierung
Achtung: Die Defragmentierungsfunktion steht auch bei SSD-Festplatten zur Verfügung.

Unter dem Punkt „Windows optimieren“ findet der Nutzer drei Optionen: „Ausgeglichen“, „Beste Leistung“ und „Optimale Darstellung“. Leider ist nicht klar ersichtlich, welche von ihnen dazu dient, eine möglichst schnelle Performance zu erreichen. In anderen Tuning-Programmen nennt sich eine solche Konfiguration „Turbo-Modus“. Im Bereich „Windows-Start beschleunigen“ prüft der Anwender die Auswirkungen verschiedener Programme auf den Autostart und deaktiviert diese gegebenenfalls.

Datenschutz

Hier befinden sich Privatsphäre-Einstellungen. Der Anwender kann unter anderem den Windows- und den Browser-Verlauf löschen sowie die verbliebenen Spuren von Softwares anderer Hersteller vollständig entfernen. Auch besteht die Möglichkeit, Dateien durch mehrmaliges Überschreiben des frei gewordenen Speicherplatzes sicher zu vernichten.

Wiederherstellung

Hier stellt der User verlorene Dateien sowie zuvor erstellte Backups der Registrierung wieder her. Warum Norton in diesem Menü auch die Funktionen „Doppelte Dateien suchen“, „Datenträger reparieren“ und „nicht genutzte Software deinstallieren“ aufführt, wird uns nicht ganz klar. Sie sind ohne Frage nützlich, nur verwirrt es, sie hier zu finden. Spätestens an dieser Stelle zeigt sich: Eine Suchfunktion wäre bei diesem Programm sehr wünschenswert.

Einstellungen

Im Bereich Einstellungen nimmt der Nutzer weitere Feinjustierungen vor. Unter dem Punkt „Allgemein“ wählt er, welche Funktionen die 1-Klick-Optimierung inkludieren soll. Unter „Registrierung“ legt der Nutzer verschiedene Routinen fest. So kann er hier beispielsweise einstellen, dass Norton Utilities vor jeder Reinigung automatisch ein Systemwiederherstellungspunkt erstellt. Weitere Einstellungsmöglichkeiten betreffen den Bereich Datenschutz, die Löschmethode des Schredders, die Funktion „UnErase“ zur Wiederherstellung gelöschter Dateien und den Bereich „Deinstallation“.

Mit „Windows-Last-Access-Date“ erhält der Nutzer Benachrichtigungen, falls Anwendungen nicht gemäß dem festgelegten Zeitplan geöffnet wurden. Im Bereich „Smart Defrag“ stellt der Nutzer ein, ob Norton Utilities in einem wählbaren Intervall die Festplatte auf Defragmentierungspotential überprüfen soll. Der „Planer“ ermöglicht einen Zeitplan für weitere automatische Reinigungen.

Generell gilt: Die Optimierungsprozesse nehmen im Vergleich zu anderen Programmen mehr Zeit in Anspruch. Auch sind vergleichsweise häufig Neustarts des PCs nach der Benutzung von bestimmten Werkzeugen vonnöten. Der Nutzer wird jedoch mit einer gründlichen Reinigungsleistung für die Wartezeit entlohnt.

Performance

3,14 Pkt
MesswertVor AnwendungMit Norton System UtilitiesMit TESTSIEGER iolo System Mechanic 17 Pro
Windows-Startzeit (Sekunden)28,026,019,0
Gewonnener Festplattenspeicher (GB)-247
PC Mark 10: Essentials7.0207.1747.150
PC Mark 10: Productivity5.2915.3175.313
PC Mark 10: Digital Content Production2.5622.5532.581
PC Mark 10: Score3.2733.3013.306
Die Performance Norton Utilities gehört zu den besten im Test.

Norton Utilities 16 verkürzte die Startzeit unseres Test-Computers von 28 auf 26,0 Sekunden – ein durchschnittlicher Wert in unserem Test. Nach der Reinigung standen uns rund 24 Gigabyte an zusätzlichem Festplattenplatz zur Verfügung. Ein Wert, der am oberen Rand des Mittelfeldes rangiert. Positiv zu bewerten ist, dass die Software keine negativen Auswirkungen auf andere verwendete Programme erkennen ließ – im Gegensatz zum AVG PC TuneUp, nach dessen Verwendung einige nützliche Programme nicht mehr starteten.

Die Software PC Mark 10 prüft den Computer in drei verschiedenen Kategorien: „Essentials“, „Productivity“ und „Digital Content Production“. In der Kategorie „Essentials“ simuliert und bewertet es Programmstarts, Videokonferenzen und das Webbrowsing. Vor der Optimierung ergab sich hier ein Wert von 7.020 Punkten, danach waren es 7.174. Ein ähnliches Ergebnis gab es im Bereich „Productivity“. Das Programm bewertet hier die Systemperformance während der Verwendung von Tabellen- und Schreibprogrammen, also bei klassischen Bürotätigkeiten. Vor der Optimierung lag der Wert bei 5.291, danach bei 5.317. Im Bereich „Digital Content Production“ ermittelt Norton Utilities 16 die Systemleistung bei Foto- und Video-Bearbeitungen – Anwendungen, die besonders viel Rechenleistung beanspruchen. Hier verringerte sich der Wert ein wenig: von 2.562 auf 2.553.

Der Zugewinn an freiem Speicher liegt in einem guten Bereich. Hinsichtlich der „Essentials“ kommt das Programm auf den ersten Platz in unserem Test. Warum der Wert im Bereich „Digital Content Creation“ – wie auch bei den anderen Programmen im Test – durch die Reinigung leicht abfällt, ist nicht ersichtlich. Die Software erreicht im Leistungstest einen Gesamtscore von 3.301 Punkten – ein guter dritter Platz hinter iolo System Mechanic und Avira System Speedup Pro.

Hilfe & Support

2,89 Pkt

Es gibt einen großen FAQ-Bereich auf der Herstellerhomepage, der viele Themen abdeckt. Nützliche Infos findet der Nutzer auch im Norton-Community-Forum, wo er sich mit anderen Anwendern austauschen kann. Tutorials bietet der Hersteller Norton nicht an.

Das Support-Team bietet persönliche Beratung und Hilfe bei technischen Fragen an, allerdings nur für Nutzer der Bezahlversion. Den Kontakt nimmt der Hilfesuchende per Support-Formular, Chat und Telefon auf. Beim Chat-Support wird darauf hingewiesen, dass es möglich ist, die Anfrage in deutscher Sprache zu verfassen – sie wird anschließend per Übersetzungstool ins Englische übersetzt. Ob jedoch das rudimentäre Übersetzungstool ausreicht, um die sprachliche Barriere zu überbrücken, ist fraglich.

Zusammenfassung

3,72 Pkt

Der große Funktionsumfang und die guten Leistungssteigerungen bescheren Norton Utilities 16 einen Platz auf dem Siegertreppchen unserer Tests – einen guten dritten Platz. Norton Utilities ist, trotz der unlogischen Strukturierung an manchen Stellen, leicht zu bedienen und eignet sich daher auch für User mit wenig Erfahrung. Zwar nehmen die Reinigungsprozesse vergleichen mit anderen Programmen mehr Zeit in Anspruch, dafür erhalten Nutzer aber auch ein deutlich schnelleres System.

Positiv hervorzuheben ist, dass der Support per E-Mail und Telefon auch in deutscher Sprache kontaktiert werden kann. Allerdings werden die schriftlichen Anfragen per Kontaktformular mithilfe einer Übersetzungssoftware ins Englische übersetzt. Dies kann zu Ungenauigkeiten und Problemen führen. Stattdessen nutzen User besser den deutschsprachigen Telefonsupport.