Norton Security für Mac

Norton Security für Mac logo
BEWERTUNG
8,10 / 10
Andreas Kiener
Aktualisiert: 12/07/2019
Pro
  • Sehr gute Erkennungsrate
  • Virenschutzversprechen
  • Firewall
  • Passwort-Manager
Kontra
  • Unstabil
  • Langsam
  • Ändert Suchmaschine und Startseite
FAZIT

Im Gegensatz zur sehr gelungenen Windows-Version überzeugt Norton Security am Mac leider nicht ganz. Schuld daran sind vor allem häufige Aussetzer und Programmabstürze. Erkennungsgenauigkeit und Software-Ausstattung lassen hingegen nichts zu wünschen übrig.

Norton Security für Mac logo
Gesamt
Ausstattung
Sicherheit
Performance
Bedienung
Dokumentation und Support

Norton Security für Mac Test

Ausstattung7,0

Ein Antivirusprogramm vermengt mit einer Firewall, das Gemisch vorsichtig abgeschmeckt mit einem Passwort-Manager und weiteren Zusatzfunktionen, fertig ist die (Internet-)Security-Suite für den Mac. Einen reinen Virenscanner verkauft Hersteller Symantec hingegen nur für Windows.

Norton Security ist in drei Versionen erhältlich: Standard, Deluxe und Premium. Die hier besprochene Version Norton Security Standard ist mit 59,99 Euro für die Nutzungsdauer von einem Jahr auf einem Gerät die günstigste. Trotzdem ist es eines der teureren Programme im Test. Avira Antivirus Pro kostet gleich viel, der Hersteller veröffentlicht aber auch eine abgespeckte Freeware-Version, die völlig kostenlos ist. Bitdefender Antivirus for Mac hat eine vergleichbar hohe Erkennungsrate, kostet aber mit 34,95 Euro im Jahr für eine Eingerätelizenz deutlich weniger.

Immerhin erhalten Neukunden im ersten Jahr großzügige Ermäßigungen von fünfzig Prozent, das Abonnement kostet dann nur 29,99 Euro. Die Versionen Deluxe und Premium beinhalten nicht nur mehr Features, sondern lassen sich auch auf mehr Geräten installieren. Für jedes einzelne Gerät wird der Virenschutz damit also deutlich günstiger.

FunktionNorton Security StandardNorton Security DeluxeNorton Security Premium
Regulärer Preis 59,99 € 79,99 € 89,99 €
Anzahl Geräte 1 5 10
Preis pro Gerät 59,99 € 16,00 € 9,00 €
Anti-Malware
Firewall
Verwaltungsportal
Kindersicherung
Backup
Cloud-Speicher
Kosten und Funktionen der einzelnen Versionen von Norton Security.

Die Norton-Lizenzen sind betriebssystemunabhängig. Sowohl für die Desktop-Betriebssysteme Windows und macOS als auch für die Mobilgeräte-Betriebssysteme Android und iOS stehen Versionen zur Verfügung, die Kunden im Rahmen des von ihnen gewählten Abonnements beliebig nutzen können.

Alle Pakete enthalten das Virenschutzversprechen. Es besagt, dass Kunden ihr Geld zurückbekommen, sollte es den Experten von Norton nicht gelingen, Viren vom Gerät des Nutzers zu entfernen. Symantec, die Herstellerfirma der Norton-Produkte, setzt also ganz auf Support. Das könnte den vergleichsweise hohen Preis der Produkte erklären.

Sicherheit8,3

Zwei der großen Antivirus-Testlabore testen auch Antivirenprogramme für den Mac. In der aktuellen Testreihe von AV-Comparatives wurde Norton Security allerdings nicht berücksichtigt. Bei AV-Test hingegen erreicht es in der wichtigsten Kategorie, der Erkennung von macOS-Malware, volle 100 Prozent. Diese gute Wertung teilt es sich mit der Mehrheit der berücksichtigten Programme, unter anderem mit Bitdefender Antivirus und Kaspersky Internet Security. Nur drei Programme, Intego Mac Internet Security, F-Safe und Comodo werden schlechter bewertet.

Bei unserem Test mit den AMTSO-Tools erweist sich, dass Norton Security mit außergewöhnlich vielen Sicherheitsfunktionen ausgestattet ist. Phishing-Websites und PUPs (Potentiell unerwünschte Programme) haben keine Chance. Dass Norton sogar die Testdatei cloudcar.exe erkennt, weist darauf hin, dass das Programm mit einem Cloud-Scanner arbeitet und somit immer die aktuellsten Virendefinitionen verwendet. Das trifft insgesamt nur auf vier der sieben getesteten Virenscanner zu. Auch gegen Drive-by-Downloads schützen die Programme von Norton wirkungsvoll.

Norton Security erkennt Malware, die in Archivdateien gepackt ist, und unterstützt dabei eine Unzahl unterschiedlicher Archivformate. Im Gegensatz zu Kaspersky Internet Security, auf die das ebenso zutrifft, geht der Virenscan trotzdem zügig vonstatten.

Schutz vor Angriffen aus dem Netz

Die Firewall als Ergänzung der signaturbasierten Malware-Erkennung bildet einen zusätzlichen Schutz. Es handelt sich dabei um keine Firewall mit komplexer Konfiguration von IP-Adressen, Ports, und Programmen. Solche Programme überfordern die meisten Endanwender und wären daher nicht besonders nützlich. Die Firewall von Norton Security hingegen besteht aus fünf Modulen, die mit minimalen Benutzereingaben auskommen.

  • Der Anwendungsblocker legt fest, welche Programme auf das Internet zugreifen können. Von Apple signierte Anwendungen aus dem App-Store werden automatisch zugelassen.
  • Der Verbindungsblocker definiert einfache Firewall-Regeln für Dienste, Anwendungen und Netzwerkzonen.
  • Der Schutz vor Sicherheitslücken verhindert Hacking-Versuche mit bekannten Exploits und blockiert IP-Adressen, von denen diese Angriffe ausgehen.
  • Die Ortserkennung unterscheidet zwischen „vertrauenswürdigen“ und „nicht vertrauenswürdigen“ Netzwerken und wendet entsprechend strengere oder weniger strenge Firewall-Regeln an.
  • DeepInsight blockiert IP-Adressen anhand einer von Symantec bezogenen Liste von Angreifern.

Browser-Erweiterungen

Zum Programmpaket gehören vier Browser-Erweiterungen, die jeweils für Apple Safari, Mozilla Firefox und Google Chrome angeboten werden. Zwei davon, Norton Startseite und Norton Safe Web, machen nicht viel mehr, als die Startseite beziehungsweise die Standardsuchmaschine auf Norton Safe Search zu ändern, und sind daher wohl entbehrlich.

Norton Safe Web hingegen ist durchaus sinnvoll. Diese Erweiterung warnt beim Besuch von gefährlichen Websites oder beim Download von Malware. Bei Norton Identity Safe handelt es sich um einen Passwort-Manager, der im Sinne eines umfassenden Konzepts von Computersicherheit eine gute Ergänzung der Kombination aus Virenscanner und Firewall darstellt.

Performance9,0

Wer nur auf die Größe der Programmdatei selbst achtet, könnte auf die Idee kommen, Norton Security sei ein wahres Fliegengewicht. Nur 3,1 Megabyte belegt die Software im Programme-Ordner. Dazu kommen allerdings noch 424 Megabyte im Systemordner „/Library/Application Support“. Die insgesamt rund 427 Megabyte Speicherplatzbedarf sind ziemlich durchschnittlich. An einem Ende der Skala stehen Programme wie Bitdefender und Kaspersky, die beinahe ein volles Gigabyte belegen, das andere Extrem ist Panda Antivirus mit nur 16 Megabyte.

Mit 23 m 37 s für den vollen Systemscan geht dieser recht zügig voran. Die hohen Scangeschwindigkeiten von Bitdefender (7 m 32 s) oder Panda (1 m 26 s) erreicht Norton allerdings nicht. Es ist aber auch nicht so lahm wie Kaspersky, das sich fast eine volle Stunde Zeit nimmt. Auch der Schnellscan liegt mit 1 m 9 s im oberen Mittelfeld.

Leistungsschwächen und Abstürze

Auffällig ist, dass das Programm auf dem schon etwas älteren Testrechner (Mac mini von Ende 2014, Core i5 mit 1,4 Gigahertz, Arbeitsspeicher 4 Gigabyte DDR3) sehr träge wirkt. Manchmal vergehen Sekunden, bis das Virenschutz-Programm auf eine Benutzereingabe reagiert. Die Nutzung wird dadurch ausgesprochen mühsam. Auch zu einigen Programmabstürzen kam es während des Tests, sogar der Neustart des Mac wurde einmal notwendig. Durch diese Probleme ist Norton Security auf unserem Testrechner fast unbenutzbar und kein dauerhafter Schutz gewährleistet. Wer in Betracht zieht, das Produkt zu kaufen, sollte unbedingt die Möglichkeit nutzen, es vorher 30 Tage kostenlos auf seinem System zu testen.

Diese Performance-Probleme treten allerdings nur phasenweise auf. In guten Momenten sind keine Beeinträchtigungen durch Norton Security erkennbar. Die Geschwindigkeit beim Download (3:27 Minuten) und beim Kopieren (4:08 Minuten) liegt im Bereich beziehungsweise leicht unterhalb der Referenzwerte ohne Antivirenprogramm.

Bedienung6,9

Auf den ersten Blick ähnelt die Benutzeroberfläche von Norton Security für den Mac derjenigen des Windows-Programms. Diese Ähnlichkeit ist allerdings nur oberflächlich, bei genauerem Hinsehen stellt der Nutzer fest, dass es sich in den Details doch stark unterscheidet.

Die Bedienung ist hinreichend einfach. Eine Produkttour führt gleich nach der Installation durch das Programm. Wer diese weggeklickt hat, kann sie jederzeit über das Hilfe-Menü neu starten. Das untere Drittel des Programmfensters, dessen Größe der Anwender nicht ändern kann, füllt ein Hauptmenü mit großen Icons aus. Es enthält fünf Programmbereiche:

  • Sicherheit: Dieser Bereich zeigt eventuelle Sicherheitsprobleme an.
  • Scans: Hier lassen sich Schnell-Scans, vollständige Scans und gezielte Scans einzelner Dateien oder Ordner starten.
  • LiveUpdate: Bei einem Klick auf das LiveUpdate-Icon aktualisiert sich das Programm unmittelbar.
  • Erweitert: Das ist der umfangreichste Programmbereich, er enthält unter anderem Einstellungen für die Firewall und Links zum Installieren der Browsererweiterung.
  • Bereinigen: Hier findet der Nutzer ein Tool zum Löschen nicht mehr benötigter Dateien.

Eine ungewöhnliche Entscheidung der Entwickler ist der Verzicht auf ein zentrales Einstellungsmenü. Stattdessen lassen sich die Einstellungen direkt über eine Schaltfläche neben der jeweiligen Funktion aufrufen. Das ist anfangs irritierend, weil es gängigen Bedienkonzepten widerspricht. Der Anwender gewöhnt sich jedoch schnell daran und weiß es nach einiger Zeit zu schätzen, dass er in jedem Programmteil, mit dem er sich gerade beschäftigt, immer gleich die passenden Einstellungen zur Hand hat.

Dokumentation und Support9,0

Ähnlich kontextsensitiv wie die Einstellungen funktioniert auch die Hilfe. Über den Menübefehl „Hilfe zum Fenster“ ruft der Nutzer immer eine erklärende Webseite zum jeweils geöffneten Bereich im Programm auf. Das ist zwar mitunter praktisch, da allerdings ein zentrales Inhaltsverzeichnis fehlt, wird die Suche nach Informationen erschwert. Immerhin hat die Seite auch eine Suchfunktion, die sich allerdings nicht auf die Mac-Version einschränken lässt und somit auch jede Menge irrelevante Treffer ausgibt. Über diese beziehungsweise per Web-Suchmaschine finden Nutzer einige englische Video-Tutorials. Keines davon beschäftigt sich jedoch gezielt mit der Mac-Version, so dass für Apple-User nur wenige davon brauchbar sind.

Deutlich nützlicher als die Videos ist das Community-Forum. Nutzer können dort nach Problemlösungen suchen und selbst konkrete Fragen stellen. Aber auch hier sind Mac-Themen in der Minderzahl. Immerhin bringt es das Mac-Unterforum auf 71 Threads, das ist im Vergleich zu den Foren mancher Mitbewerber viel. Beim Blick in das Forum eines Antivirenherstellers wird immer sehr deutlich klar, dass die Mac-Version im Vergleich zur Windows-Version ein Stiefkind ist.

Wer direkt mit dem Support Kontakt aufnehmen will, trifft montags bis freitags von 8:00 bis 20:00 Uhr Norton-Mitarbeiter im Online-Chat an. Telefonisch erreichbar ist das Unternehmen von montags bis donnerstags zwischen 9:00 und 20:00 Uhr sowie freitags zwischen 9:30 und 20:00 Uhr. Die Support-Telefonnummer ist eine Frankfurter Festnetznummer. Je nach Telefonanbieter fallen Gebühren für Anrufe ins deutsche Festnetz an. Für Schweizer und Österreicher steht eine Züricher beziehungsweise Wiener Nummer bereit, so dass sie kein mitunter teures Auslandsgespräch führen müssen. E-Mail-Support scheint es bei Norton nicht zu geben, zumindest fehlen entsprechende Hinweise auf der Website.

Zusammenfassung8,1

Norton Security bietet einiges, das gefällt. Das Testlabor AV-Test bestätigt dem Programm eine ausgezeichnete Viren-Erkennung. Gemeinsam mit der Firewall und dem Passwort-Manager entsteht so ein umfassender Schutz, der die wichtigsten Aspekte der IT-Sicherheit für Einzelanwender abdeckt. Die Benutzeroberfläche ist trotz eigenwilliger Bedienkonzepte hinreichend einfach und das Virenschutzversprechen garantiert umfassende Betreuung durch den Support.

Die mangelnde Stabilität des Programms macht den guten Eindruck allerdings zunichte. Im Test hatte das Programm häufig langsame Phasen, in denen es nur nach sekundenlanger Verzögerung reagierte. Auch völlige Programmabstürze kamen vor. Sogar der Neustart des Rechners war einmal nötig, was auf dem Mac eine echte Ausnahme darstellt. Gerade bei einem relativ hochpreisigen Antivirenprogramm wie diesem sollte so etwas nicht vorkommen, auch nicht auf einem eher schwach ausgerüsteten Rechner wie unserem Test-Mac. Dass die Browser-Erweiterungen die Suchmaschine Norton Safe Search aufdrängen, stimmt auch nicht gerade versöhnlich.