Microsoft OneDrive

Lukas Grzona
Pro
  • Bereits in jedem neuen Windows installiert
  • Sehr umfassende Dokumentbearbeitung möglich
  • Transparente Tarife
Kontra
  • Etwas wenig kostenloser Speicherplatz
  • Server in den USA
Fazit OneDrive ist zwar nicht mehr der uneingeschränkte Preis-Leistungs-Sieger wie noch vor kurzer Zeit, bietet aber besonders für Windows-Kunden einen einfachen und empfehlenswerten Zugang zum eigenen Online-Speicher mit vielen nützlichen Zusatzfunktionen aber nur durchschnittlichem kostenlosen Volumen.
Microsoft OneDrive Zum Anbieter

Microsoft OneDrive Test

Funktionen

4,80 Pkt

Einige Namenswechsel hat der Dienst zum Speichern in der Cloud von Microsoft über sich ergehen lassen müssen. Nach Live Folders und SkyDrive ist in dieser Hinsicht mit OneDrive nunmehr Ruhe eingekehrt.

Das Unternehmen Microsoft hat wie kein anderes die Softwarebranche mitgestalt hat. Es ist mit seinen Produkten stets darauf bedacht, wenn schon nicht selbst innovative Wege zu beschreiten, so doch zumindest immer auf neue Entwicklungen zu reagieren

OneDrive für den PC
Jeder Windows-Nutzer hat mittlerweile Zugriff auf die kostenlose Cloud-Version.

Auch mit seinem Onlinespeicher ist Microsoft nicht der allererste Anbieter gewesen, der den Trend zum Cloud Computing erkannt hat. Mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und der Rückendeckung durch Windows, dem Dauerbrenner unter den Betriebssystemen, ist die Etablierung aber recht gut gelungen.

Seit Windows 8.1 gehört OneDrive fest zu Windows und kann mit einem Microsoft-Konto in einer kostenlosen Variante genutzt werden. Problemlos ist die Erweiterung des Speicherplatzes möglich und die Cloud kann die Funktionen vieler weiterer Microsoft-Produkte verbessern. Wie sich OneDrive im Test von Netzsieger bewiesen hat und ob der Softwareriese seiner Position in der Branche gerecht wird, ist hier nachzulesen.

Angebote für Privatanwender und Business-Solutions

Das Angebot von OneDrive gliedert sich grundlegend in eine Version für Privatanwender und in eine für Business-Kunden. Der private Nutzer erhält als Basis ein Paket, das, abgesehen von dem im Vergleich kleinen Speicherplatz, keinen Einschränkungen in der Funktionalität unterliegt. Es wird eine Verwaltung von Daten und Bildern zur Verfügung gestellt und als großen Vorteil gegenüber reinen Cloudspeichern können auch Dokumente angelegt und mit den Office Online-Anwendungen von Microsoft (WordExcelPowerPoint und OneNote) einfach bearbeitet werden. Alle Dateien lassen sich mit anderen Personen teilen, indem Links verschickt werden. Die jeweiligen Berechtigungen können individuell eingestellt werden, um beispielsweise nur das Betrachten eines Bildes oder Dokuments zu erlauben.

Standard ist die Synchronisierung von einzelnen Ordnern auf dem lokalen Rechner. Auch mit dem Browser kann der Cloud-Speicher genutzt werden. Sogar einfaches Ziehen von Dateien und Ordnern (Drag-and-Drop) in den Browser istmöglich, was keinesfalls selbstverständlich ist. Eine Installation ist für Nutzer einer aktuellen Windows-Version nicht nötig, da das notwendige Programm für die Ordnersynchronisierung und ein entsprechender Ordner bereits Teil des Betriebssystems sind. Leider werden keine professionellen Zugangsprotokolle wie FTP zugelassen, was Durchschnittsusern aber kaum fehlen wird.

OneDrive Webview
OneDrive eignet sich hervorragend um Bilder zu teilen.

Ab 2016 Verringerung des Speichervolumens

Wegen steigender Kosten und der ausufernden Nutzung durch einige User hat sich Microsoft entschieden, zu Beginn des Jahres 2016 einige grundlegende Änderungen durchzuführen. Deshalb wird der kostenlose Speicher (von Neukunden) von 15 auf fünf Gigabyte herabgesetzt und statt den Erweiterungsoptionen von 100 und 200 Gigabyte wird es nur noch die Möglichkeit geben, den Speicher für zwei Euro monatlich auf 50 Gigabyte zu vergrößern. Wer ein größeres Datenvolumen auf seinem Konto beansprucht, erhält noch zwölf Monate lang Zeit, seine Daten zu sichern oder mehr Speicherplatz zu buchen. Nach Protesten vieler Kunden wurde die ebenfalls angekündigte Reduzierung des Speichers von bereits bestehenden Konten aber zurückgenommen.

Mit dem Abo Office 365 Personal mit OneDrive-Premiumfunktionen erhält der Anwender für 69,00 Euro im Jahr beziehungsweise sieben Euro im Monat bei monatlicher Kündbarkeit die volle Funktionalität der Microsoft Office-Anwendungen und kann nun auf 1.000 Gigabyte Speicherplatz zurückgreifen. Das größte Paket für Privatanwender ist Office 365 Personal für 99,00 Euro im Jahr beziehungsweise zehn Euro im Monat. Dieses Tarif kommt mit fünf Accounts und insgesamt fünf Terabyte Speicherplatz, wobei für jeden Account 1.000 Gigabyte reserviert sind. Darüber hinaus kann in diesem Tarif Microsoft Office auf fünf PCs oder Macs sowie auf fünf Handys oder Tablets installiert werden. Microsoft hat also OneDrive auch tariflich mit seinem Office-Paket verschmolzen.

Für Geschäftskunden schließlich wird OneDrive for Business angeboten, mit dem Unternehmen die Kontrolle über ein eigenes Netzwerk von Onlinespeichern und Benutzerkonten gegeben wird. Für 4,20 Euro pro Teilnehmer im Monat gibt es alle Office-Funktionen, E-Mailkonten und Synchronisierung von Dokumenten. Jeder Teilnehmer erhält ein Terabyte Cloudspeicher und kann ein Betriebssystem seiner Wahl benutzen.

Als Folge der Umstellung des Angebots hat die Funktionalität von OneDrive einen empfindlichen Schlag erhalten, der den Dienst einige Punkte im Test von Netzsieger gekostet hat. Dennoch sind Office-Anwendungen eine sehr gute Leistung, die nur von wenigen Konkurrenz-Produkten angeboten wird.

OneDrive auf allen Geräten
Mit OneDrive sind Dateien auf allen Geräten stets aktuell.

Kosten

4,80 Pkt

Die Preise der verschiedenen Abonnements sind zuletzt etwas gestiegen und es ist die Option mit unbegrenztem Speicherplatz weggefallen. Bislang waren die OneDrive-Produkte fast unschlagbar in ihrem Preis-Leistungsverhältnis, aber sie bleiben auch nach den Änderungen konkurrenzfähig und es werden marktübliche Preise im guten Durchschnitt erhoben. Für das Anwerben neuer Kunden erhält der Nutzer pro Vorgang 500 Megabyte und maximal fünf Gigabyte insgesamt.

Produkt5 GB50 GBOffice 365 + 1 TerabyteFor Business
PreiseKostenlos2 €10 €4,20 € je Teilnehmer
Unterstützte BetriebssystemeWindows, Windows Phone, Apple OS X, iOS, AndroidWindows, Windows Phone, Apple OS X, iOS, AndroidWindows, Windows Phone, Apple OS X, iOS, AndroidWindows, Windows Phone, Apple OS X, iOS, Android
ZahlungsmöglichkeitenKreditkarte, PayPalKreditkarte, PayPalKreditkarte, PayPalKreditkarte, PayPal
Kosten und Leistungen von OneDrive

Sicherheit

4,00 Pkt

Auch Microsoft richtet sich aufgrund seiner US-amerikanischen Herkunft beim Datenschutz nach dem sogenannten Safe-Harbor-Abkommen, das aber Ende 2015 vom Europäischen Gerichtshof als ungültig erklärt wurde. Wie ein neues Datenschutzabkommen zwischen der EU und den USA aussehen wird, bleibt abzuwarten. Von sich aus gibt Microsoft zu, die bei OneDrive gespeicherten Daten auf kriminelle Vorgänge und insbesondere Kinderpornographie zu überwachen.

OneDrive ist bislang von größeren Skandalen aber verschont geblieben und Dritten gegenüber dürften die Daten recht sicher sein. Für die Synchronisierung der Ordner wird eine moderne TLS-Verschlüsselung eingesetzt und auf den Microsoft-Servern werden die Daten mit einer 256-Bit-AES Verschlüsselung aufbewahrt. Wie bei allen Methoden, Daten in der Datenwolke abzuspeichern, gilt aber auch hier: Für größtmögliche Sicherheit muss der Anwender seine wichtigsten Informationen zusätzlich verschlüsseln.

Große Vorteile oder Nachteile in der Sicherheit lassen sich nicht ausmachen. Der Dienst ist aber bemüht, alle Standards zu erfüllen und bietet damit eine branchenübliche Sicherheit.

Benutzbarkeit

4,70 Pkt

Mit Windows setzte Microsoft Standards für den anwenderfreundlichen Aufbau eines Programms, wenn auch nicht alle Produkte des Unternehmens gleich gut von der Öffentlichkeit aufgenommen wurden. Aber die Benutzbarkeit ist immer ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung von neuer Microsoft-Software gewesen und bei OneDrive wurde vieles richtig gemacht. Alle Bestandteile der Desktopanwendung und der Webseite sind mit deutscher Menüführung versehen und logisch aufgebaut.

Wie aus einem Guss

Der größte Vorteil ist die feste Integration in Windows, was zusätzliche Installationen überflüssig macht. Entscheidet sich der Anwender für OneDrive, erhält er einen Cloudspeicher, der aus dem gleichen Guss wie sein Betriebssystem kommt. Die Programme sind aufeinander abgestimmt und Kompatibilitätsschwierigkeiten sollte es keine geben. Nachdem man sich erst einmal mit dem Microsoft-Konto angemeldet hat, kann OneDrive wie ein gewöhnlicher Ordner behandelt werden.Nach den Einstellungen muss der Nutzer nicht lange suchen, da sie in das System integriert sind. Ähnlich verhält es sich mit dem Auftritt des Dienstes im Browser. Per Drag & Drop lassen sich auch hier Ordner und Dateien hochladen, löschen und Dokumente direkt mit Online Office erstellen und bearbeiten.

OneDrive ist kompatibel
Der Aufbau der Homepage ist logisch und leicht verständlich.

Aber OneDrive lässt sich natürlich auch auf jedem anderen Betriebssystem (Windows Phone, Apple OS X, iOS, Android) installieren und funktioniert auf dem Desktop wie auf dem mobilen Gerät.

Komplexer Internetauftritt

Etwas komplizierter sieht es mit dem Aufbau der OneDrive-Webseite aus, bei der ein großer Wert auf den Markenauftritt gelegt wird, der aber auf Kosten einer übersichtlichen Auflistung der wichtigen Informationen geht. Wer nach den verfügbaren Paketen und exakten Funktionen sucht, wird längere Zeit auf der Homepage verbringen müssen. Der Aufbau der Desktopanwendung und die Zugriffsgestaltung über den Browser sind überzeugend gelöst worden. Leider verstecken sich die gerade für einen Einsteiger wichtigen Informationen über den Dienst auf der Webseite hinter einem allzu werbewirksamen Aufbau. Konkrete Probleme fallen aber nicht auf und führen zu einem rundum gelungenen Eindruck. Zu einem sehr großen Vorteil gegenüber der stärksten Konkurrenz führt dies aber nicht unbedingt, da auch diese teilweise, wie etwa Google Drive, eine sehr gute Einbindung der Cloudfunktionen in das System bieten.

Hilfe & Support

4,10 Pkt

Support ist bei einem so großen Unternehmen wie Microsoft ein zweischneidiges Schwert. Zwar gibt es viel Erfahrung im Umgang mit Kunden und aufkommenden Fragen, aber die vielen Produkte und Anwender machen die Organisation von hilfreichen Informationen zu einer komplexen Angelegenheit.

Auch bei OneDrive hat der Anwender im ersten Moment mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn er sich auf der Microsoft-Webseite auf die Suche nach Antworten begibt. Es stellt sich aber glücklicherweise schnell heraus, dass die Anleitungen zum richtigen Einsatz der Funktionen recht einfach erreichbar sind. Neben diesen gibt es noch ein Forum und einen Blog mit Neuerungen, letzteren leider nur in Englisch.

Live-Chat oder Telefonsupport werden nicht angeboten, aber über Answer-Desk lässt sich ein Kontaktformular aufrufen, über das dem Anwender Hilfe angeboten wird. Eine vorherige Anmeldung mit dem Microsoft-Konto ist aber notwendig, damit man diese Funktion nutzen kann.

Anwender werden vom Umfang des Microsoft-Supports zunächst überfordert sein, was bei der Menge an verschiedener Software des Unternehmens nicht weiter verwundert. Die gebotenen Leistungen in diesem Bereich sind nach einem kurzen Eingewöhnen aber hilfreich und an der Erreichbarkeit gibt es wenig auszusetzen.

Zusammenfassung

4,48 Pkt
onedrive logo
Immer noch gut, aber nicht ganz so umfangreich wie früher.

Microsoft OneDrive hat viel Glanz verloren, indem einige Leistungen der Abonnements reduziert wurden. Die Zeiten des unbegrenzten Onlinespeichers sind erstmal vorbei und kommen vermutlich so schnell nicht wieder. Schlecht ist OneDrive deshalb nicht geworden, muss sich aber stärker der Konkurrenz durch andere Anbieter stellen. Mit einer realistischen Kostenpolitik und dem großen Vorteil durch die Einbindung von sehr brauchbaren Office-Anwendungen bleibt der Dienst eine perfekt auf den Einsatz auf Windows-Rechnern angepasste Alternative, die natürlich auch auf allen anderen gebräuchlichen Betriebssystemen problemlos funktioniert.

Insbesondere für Schüler und Studenten dürfte die Möglichkeit, Dokumente auf jedem PC im Browser bearbeiten zu können, interessant sein. Aber auch Unternehmen profitieren sehr von den Möglichkeiten, die OneDrive bietet, da der Dienst sehr auf das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten ausgelegt ist. Ein ähnliches Angebot wird derzeit zwar auch von Google Drive mit Google Docs angeboten, bei diesen kann es aber unter Umständen beim Konvertieren aus anderen Formaten in das Google-Format zu Problemen kommen.