Hotspot Shield

Andreas Kiener
Pro
  • Sehr benutzerfreundlich
  • Nützliches Gratisangebot
  • Hohe Downloadgeschwindigkeiten
Kontra
  • Ermöglicht Tracking durch Werbetreibende
  • Nur mit eigener Client-Software nutzbar
  • Schlechte Ping-Werte
  • Firmensitz in den USA
Fazit Hotspot Shield ist schnell, benutzerfreundlich und mit Einschränkungen kostenlos und anonym nutzbar. Allerdings ist die Gratisversion werbefinanziert, der Anbieter benutzt ein proprietäres Protokoll, und Bezahlung mit Bitcoins ist nicht möglich.

Hotspot Shield Test

  • Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 6. Hotspot Shield
    171,6 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    44,9 Mbit/s
  • 43,2 Mbit/s
  • 43,8 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    63,1 Mbit/s
  • Durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit
    Mehr ist besser.
  • 6. Hotspot Shield
    83,7 Mbit/s
  • 1. NordVPN
    43,1 Mbit/s
  • 41,4 Mbit/s
  • 42,4 Mbit/s
  • Kategorie-Durchschnitt
    51,4 Mbit/s
  • Durchschnittliche Latenzzeit
    Weniger ist besser.
  • 6. Hotspot Shield
    30,0 ms
  • 1. NordVPN
    22,7 ms
  • 13,0 ms
  • 20,0 ms
  • Kategorie-Durchschnitt
    19,8 ms

Sicherheit

3,13 Pkt

Hotspot Shield ist ein Produkt der kalifornischen Firma AnchorFree. In zwei Punkten unterscheidet es sich wesentlich von anderen VPNs: Zum einen ist eine Gratis-Version mit einem großzügigen Traffic-Limit von 500 Megabyte pro Tag verfügbar. Das ist deutlich mehr, als andere kostenlose VPNs bieten. Zum anderen verwendet Hotspot Shield ausschließlich das von AnchorFree selbst entwickelte VPN-Protokoll Catapult Hydra.

Die Entwickler von Catapult Hydra haben vor allem auf Geschwindigkeit Wert gelegt. Es ist deutlich schneller als andere VPN-Protokolle. Zu Lasten der Sicherheit geht das allerdings nicht, da ähnliche Sicherheitsmechanismen wie bei anderen VPN-Protokollen verwendet werden. So erfolgt die Verschlüsselung mit dem als sehr sicher geltenden AES-Verfahren und mit einer Schlüsselstärke von 256 Bit.

SicherheitsdatenMerkmale
ProtokolleCatapultHydra
VerschlüsselungAES-256
ServerMehr als 2.500 in 25 Ländern
ExtrasKill Switch
Die Sicherheitsdaten von Hotspot Shield.

Im Gegensatz zum Open-Source-Protokoll OpenVPN wurde der Quellcode von Catapult Hydra nicht veröffentlicht, was manche Beobachter kritisch sehen, da er so nicht von unabhängigen Dritten überprüft werden kann. Dennoch haben viele Anbieter von Sicherheitssoftware die Technik in ihre Produkte integriert, unter anderem der Passwortmanager Dashlane und die Antivirus-Hersteller McAfee und BitDefender. Die Sicherheitsprofis dieser Firmen halten die Technik also offenbar für vertrauenswürdig.

Werbefinanzierte Gratisversion

Anwender haben die Wahl, ob sie Hotspot Shield kostenlos nutzen oder ein Abonnement erwerben. Die kostenlose Nutzung ist völlig anonym, der Hersteller fragt dafür keinerlei persönliche Daten ab. Nicht einmal die Eingabe einer E-Mail-Adresse ist nötig. Anwender müssen allerdings mit zwei Einschränkungen leben: Zum einen ist ihr Datenvolumen auf 500 Megabyte pro Tag (Down- und Upload-Volumen wird zusammengerechnet) limitiert, zum anderen können sie den VPN-Server nicht frei wählen, sondern verbinden sich immer über einen Server in den USA. Die Gratisversion ist zudem werbefinanziert. Der Anbieter gibt in seiner Privacy Policy (Datenschutzerklärung) an, dass er zwar selbst keine Logs anlegt, aber Werbetreibende Zugriff auf Gerätedaten wie die IP-Adresse, die Browserversion und die Bildschirmauflösung erhalten.

Hotspot Shield Startbildschirm
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Wer für Hotspot Shield nichts bezahlt, kann nur einen VPN-Server in den USA verwenden. Ihm stehen auch nur 500 Megabyte Datenvolumen pro Tag zur Verfügung.

Eine integrierte Schnittstelle für Werbung klingt zwar zunächst harmlos, aber durch die übermittelten technischen Merkmale können Werbetreibenden eine Art digitalen Fingerabdruck des Nutzers erstellen, der ihnen hilft, sehr genau mitzuverfolgen, welche Webseiten er besucht. Die eingebaute Werbung enthält somit ein Hintertürchen für Tracking. So etwas in die eigene Software einzubauen ist ein starkes Stück für einen Anbieter, der seinen Kunden mehr digitale Privatsphäre verspricht und eine Anleitung zum Verhindern von Tracking veröffentlicht.

Kein Traffic-Limit im bezahlten Premiumtarif

Der Premium-Tarif unterscheidet sich von der Gratisnutzung dadurch, dass es keine Traffic-Beschränkung gibt und der Anwender frei wählen kann, welchen der mehr als 2.500 VPN-Server er nutzen möchte. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass für die Premium-Version die Angabe einer E-Mail-Adresse nötig ist und für die Gratisversion nicht. In der Praxis ändert das jedoch wenig, da anonyme E-Mail-Adressen leicht zu bekommen sind. Darüber hinaus ist Hotspot Shield Premium werbefrei. Das benutzte Protokoll und die Verschlüsselungsstärke unterscheiden sich nicht. Die Kosten liegen zwischen 15,99 Euro pro Monat für ein monatliche kündbares Abonnement und 3,99 Euro pro Monat bei Dreijahresbindung. Auch Abos mit Laufzeiten von einem Jahr oder einem halben sind verfügbar. Sie liegen beim Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen der Monats- und der Dreijahresvariante.

Für die Bezahlung stehen zusätzlich zu Kreditarten und Papal auch eine Reihe anderer Zahlungssysteme zur Verfügung, beispielsweise Sofortüberweisung. Diese haben aber alle gemeinsam, dass sie nicht ohne die Angabe von persönlichen Daten genutzt werden können. Eine vollständig anonyme Zahlung mit Bitcoin ist bei Hotspot Shield im Gegensatz zu vielen anderen VPN-Anbietern nicht möglich.

Leistung

4,14 Pkt

Das VPN-Protokoll Catapult Hydra hält sein Versprechen: Es ist richtig schnell, zumindest beim Download. Im Test erreichten wir Werte von 120 bis 326,6 Megabit pro Sekunde. Der Unterschied zu den 450 bis 500 Megabit pro Sekunde ohne VPN ist bei den meisten Anwendungen nicht spürbar. Deutlich schneller als die durchschnittliche Internetverbindungsgeschwindigkeit in Deutschland (rund 15 Megabit pro Sekunde) ist das ohnehin.

Auch beim Upload ist Hotspot Shield deutlich schneller als andere Anbieter. Die theoretisch mögliche und praktisch auch beinahe erreichbare Upload-Geschwindigkeit 100 Megabit pro Sekunde ohne VPN reduziert sich nur auf durchschnittlich 83,88 Megabit pro Sekunde. Die Geschwindigkeitseinbuße ist so gering, dass sie kaum ins Gewicht fällt.

Wer gerne Online-Games spielt, bei denen es auf rasche Reaktion ankommt, dürfte an der hohen Latenz von Hotspot Shield keine Freude haben. Mit aktiviertem Hotspot Shield beträgt der Ping-Wert rund 30 Millisekunden, ohne VPN nur eine Millisekunde. Mit anderen VPN-Anbietern lassen sich deutlich bessere Werte erzielen, typischerweise rund 20 Millisekunden oder weniger.

Streaming und P2P

Wie mit allen Anbietern funktionierte der Torrent-Download mit Hotspot Shield problemlos. Auch wenn nicht alle VPN-Betreiber bestätigen, dass sie die BitTorrent unterstützen, ist es mit aktuellen VPNs generell kein Problem, mit der P2P-Techonologie Dateien herunterzuladen. Anwender profitieren dabei von einer Downloadgeschwindigkeit, die sich vor allem bei großen Dateien (etwa Linux-Distributionen) bezahlt macht.

Auch das Video-Streaming funktioniert gut, zumindest mit Netflix und dem BBC iPlayer. Amazon Prime Video verweigerte in mehreren Versuchen mit unterschiedlichen VPN-Servern leider die Zusammenarbeit. Zwei von drei ist in diesem Fall jedoch kein schlechter Schnitt. Nur mit einem VPN im Test (NordVPN) konnten wir alle drei Streaming-Dienste nutzen.

Benutzerfreundlichkeit

4,13 Pkt

Meistens ist mangelnde Benutzerfreundlichkeit bei den Client-Programmen von VPN-Anbietern kein großes Thema und auch Hotspot Shield ist in dieser Hinsicht nicht problematisch. Die Software, deren Benutzeroberfläche vollständig auf Deutsch übersetzt wurde, ist einfach zu bedienen. Der Anwender installiert sie in weniger als fünf Minuten und kann sich dann ohne Registrierung mit dem VPN verbinden, sofern er das kostenlose Angebot nutzt. Für die bezahlte Variante ist die Angebe von Zahlungsdetails und einer E-Mail-Adresse notwendig.

Lästig ist allerdings, dass Hotspot Shield den Premium-Tarif aufdringlich bewirbt. Beim Start des Programms wird dem Anwender ein Upgrade auf den Premium-Tarif angeboten. Um zu den normalen Programmfunktionen zu gelangen, muss er auf einen ziemlich unauffälligen Pfeil oben links im Programmfenster klicken. Ein unbedarfter Anwender erkennt möglicherweise nicht, dass er diesen Werbebildschirm verlassen kann, und sieht nur zwei Möglichkeiten: Entweder er gibt seine Kreditkartendetails ein, oder er will das nicht tun und deinstalliert das für ihn nutzlose Programm.

Hotspot Shield Upgrad
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Kleines Suchbild: Wo muss der Anwender klicken, um zurück zum Programm zu gelangen?

Technisch versierte Anwender dürfte allerdings etwas anderes an Hotspot Shield stören: Da der Anbieter auf das proprietäre Protokoll Catapult Hydra setzt, kann das VPN nur mit dem eigenen Client genutzt werden. Die Verwendung von Drittanbieter-Software zur Herstellung der Verbindung ist nicht möglich. Das ist allein schon deswegen ärgerlich, weil die hausgemachte Client-Software kaum Einstellungsoptionen bietet. Zudem muss der Anwender nicht nur darauf vertrauen, dass das vom Hersteller selbst entwickelte Protokoll sicher ist, sondern auch darauf, dass der Client keine groben Sicherheitslücken aufweist oder gar aktiv seine Privatsphäre untergräbt – dass die Gratisversion Werbenetzwerken den Zugriff auf Nutzerdaten gestattet, räumt der Anbieter ja selbst ein.

Hilfe & Support

2,50 Pkt

Positiv ist, dass Hotspot Shield eine Hilfe-Funktion in den Client eingebaut hat, die Nutzer auch verwenden können, wenn ihre Internetverbindung nicht funktioniert. Interessanterweise sind die Inhalte des Hilfe-Bereichs nicht mit denen der Hilfe im Client deckungsgleich. Die Texte auf der Website sind ausführlicher und gehen auf mehr spezifische Details ein, während die Hilfe im Programm eher knapp und allgemein gehalten ist. Gemeinsam ist beiden aber, dass sie im Gegensatz zur Benutzeroberfläche des Clients und der restlichen Website nicht auf Deutsch übersetzt wurden.

Hotspot Shield Hilfe
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Die Client-Software von Hotspot-Shield verfügt über eine offline nutzbare Hilfe-Funktion.

Auf der Seite befinden sich Installations- und Konfigurationsanleitungen für folgende Plattformen:

  • Windows
  • Mac
  • Android
  • iOS
  • Windows Phone

Darüber hinaus findet der Anwender Anleitungen für das Browser-Add-on, das für Google Chrome und Mozilla Firefox verfügbar ist. Release Notes und Antworten zu Zahlungs- und Account-Fragen sind ebenfalls verfügbar. Wer den Support kontaktieren will, kann das bereitgestellte Web-Formular nutzen.

Zusammenfassung

3,54 Pkt

Hotspot Shield ist schnell, das ist der große Vorzug dieses VPN-Anbieters. Dass es zudem kein Download-Limit gibt und die Software einfach zu bedienen ist, macht dieses VPN-Netzwerk für Anwender interessant, die auf einfache Weise das Geoblocking von Streaming-Diensten umgehen wollen. Für gelegentliche Nutzer, die zum Beispiel ihr Online-Banking sicherer gestalten möchten, kommt das Gratis-Angebot mit einem großzügigen Download-Limit von 500 Megabyte pro Tag in Frage.

Wer bei Sicherheit und Datenschutz jedoch absolut keine Kompromisse eingehen möchte, dürfte mit Hotspot Shield nicht glücklich werden. Der Anbieter setzt ganz auf die Kombination eines proprietären Clients mit einem proprietären Protokoll. Auch, dass der Betreiber AnchorFree seinen Firmensitz in den USA hat – einem Land, das für die Reportern ohne Grenzen zu den „Feinden des Internets“ gehört und das mit anderen Staaten zu den „Fourteen Eyes“ gezählt wird, die freimütig Überwachungstechnik und nachrichtendienstliche Information miteinander austauschen – schwächt das Vertrauen. Dazu kommt, dass durch den Einbau von Werbung in die Gratisvariante der Client-Software ein Hintertürchen für Tracker offensteht.