Final Cut Pro X

Andrea Lödermann
Bereich:
Pro
  • Funktionsreichtum
  • Schnelle Performance
  • Übersichtliche Programmoberfläche
  • Großer Mediensupport
Kontra Exklusiv nur für Mac OS X der neueren Generation
Fazit Leistungsstarke, professionelle Videobearbeitungssoftware, die von 4K- und Multicam-Support bis hin zur verwaltbaren Mediathek alles bietet, was sich Nutzer wünschen können.

Final Cut Pro X Test

Funktionen

5,00 Pkt

Importieren, Verbessern, Schneiden, Korrigieren und Verwalten. Alles, was eine Videobearbeitungssoftware können muss, bringt Final Cut Pro X mit. Selbst den höchsten Ansprüchen an Bild- und Videoqualität wird das Programm gerecht: Problemlos bearbeitet und exportiert es 4K-Videomaterial.

Doch nicht nur der Umgang mit hochauflösenden Formaten ist beeindruckend, die Software besticht vor allem mit Funktionen, die dem Nutzer viel manuelle Arbeit abnehmen. Sogar der Videoschnitt moderne Blockbuster ist mit der potenten Software möglich. Wir testen, was alles mit Final Cut Pro X anzufangen ist und wer unbedingt zugreifen sollte.

Der Videoschnitt von Filmen gestaltet sich mit Final Cut Pro besonders kofmortabel.

Magnetic Timeline

Anders als bei herkömmlichen Schnittprogrammen ist es in Final Cut Pro X nicht mehr nötig, nach dem Einfügen von Clips in die Timeline entstandene Lücken manuell zu schließen.

Ein Clip wird ganz einfach per Drag and Drop in die Timeline gezogen und heftet sich dort nahtlos an den Vorgänger oder zwischen zwei Clips an. Alle folgenden Clips rücken automatisch mit.

Auch das Trimmen erfolgt direkt in der Timeline. Durch das Verlängern oder Verkürzen eines Clips können Übergänge live getestet und präzise aufeinander abgestimmt werden.

Eine Einheit von Clips über eine oder mehrere Spuren hinweg nennt sich in Final Cut Pro X "zusammengesetzter Clip". Diese Clips können flexibel erstellt und anschließend als Ganzes verschoben werden.

Final Cut Pro X Logo
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Das Zusammenschneiden von Filmen gestaltet sich mit Final Cut Pro besonders kofmortabel.

Auditions

Auditions ermöglichen einen direkten Vergleich zwischen mehreren Clips und ihre Wirkung auf die Gesamtkonzeption eines Projekts, ohne dass die Timeline immer wieder verändert werden müsste oder sich der Nutzer in etlichen Spuren verliert.

Stehen beispielsweise verschiedene Clips für eine Eröffnungsszene zur Auswahl, können sie mit der Audition-Funktion der Videoschnittsoftware mühelos nacheinander ausgewählt und gemeinsam mit dem restlichen Material abgespielt werden. Das spart Zeit und erleichtert beim Videoschnitt das Abwägen zwischen verschiedenen Optionen.

​Aus der Fülle an Funktionen stehen dem Nutzer außerdem unter anderem diese Werkzeuge und Optionen bei der Videobearbeitung zur Seite:

  • Schneiden von Multicam-Projekten mit bis zu 64 Kamerawinkeln
  • Chroma-Keying mit Farbkreisauswahl, um ausgewählte Farbräume zu erweitern oder zu verengen
  • Flexible Farbanpassung und -korrektur der Medieninhalte
  • Automatische Bildverbesserungen und Bildstabilisierung
  • Automatische Audio-Korrektur zum Ausmerzen von Störgeräuschen
  • Übersichtliche Medienverwaltung
  • Umfangreicher Support an Audio-, Video- und Bildformaten

Darüber hinaus verfügt die Videoschnittsoftware Final Cut Pro über 3D-Vorlagen, fortschrittliche Maskenwerkzeuge und Effektverbesserungen, mit denen der Nutzer beeindruckende Looks erzeugen kann. So hat der Nutzer die Möglichkeit, entweder einen neuen 3D-Titel zu erstellen oder einen bereits vorhandenen 2D-Titel mit nur einem Klick in 3D zu verwandeln.

Darüber hinaus lässt sich jeder Titel in Motion öffnen. So kann der Anwender ganz nach seinem eigenen Geschmack mehrere Lichtquellen sowie Kameras hinzufügen und seinen Text animieren.

In unserer aktuellen Test-Version 10.2.3 wurde Final Cut Pro generalüberholt und ist nun noch schneller, mit besserer Qualität und mit mehr Flexibilität.

Final Cut Pro X Landscapes
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Sogar das Erstellen faszinierender 3D-Titel ist möglich.

Zudem wurden viele Probleme, die in früheren Versionen auftraten, behoben, unter anderem:

  • Ein Problem, das die Anzeige des Timecodes im Dashboard unter OS X El Capitan beeinträchtigen konnte.
  • Ein Problem, durch das schwarze Rahmen, die auf dem iPhone entfernt wurden, in importierten iPhone-Videoclips eventuell wieder angezeigt wurden.
  • Ein Problem, durch das die Abspielposition beim Bearbeiten kurzer Titel manchmal vorsprang.
  • Ein Problem, durch das die Wiedergabe der Timeline beim Ändern der Ansicht in der Übersicht unter Umständen angehalten wurde.
  • Ein Problem, durch das manche Objekte in Motion-Vorlagen mit geglätteten Kanten angezeigt wurden.

Bedienung

4,80 Pkt

Die Oberfläche der Videoschnittsoftware Final Cut Pro X wird gerne mit Apples wesentlich abgespecktem und lediglich für kleinere Videoprojekte geeignetem Schnittprogramm iMovie verglichen. Das saubere, aufgeräumte Design überzeugt im Test und erleichtert den Einstieg in das Programm jedoch ohne Einbußen an Funktionsreichtum.

Shortcuts zum Öffnen von Bearbeitungsfenstern und Aufrufen von Funktionen können gewohnt flexibel vergeben werden. Die Programmoberfläche lässt sich so mit wenig Aufwand an den jeweiligen Videoschnitt anpassen.

Alles im Blick mit übersichtlichen Mediatheken

Um bei umfangreichen Projekten den Überblick zu behalten, findet sich in Final Cut Pro X eine integrierte Mediathek-Verwaltung. Hier kann für jedes Projekt eine eigene Mediathek angelegt werden. Das Programm analysiert Meta- und Bilddaten, um Video-, Clip- und Audio-Dateien besser zu sortieren.

Aufnahmedatum, Kamerainformationen und selbst die Anzahl der Personen werden erfasst und katalogisiert. Eigene Tags können für Clips​ und Ausschnitte jederzeit während des Bearbeitens vergeben und das Rohmaterial nach Qualität bewertet werden. Gerade bei großen Projekten spart die gute Sortierung Zeit und erleichtert das präzise Arbeiten.

Final Cut Pro X Effekte
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Mit Final Pro können Aufnahmen bis ins kleinste Detail bearbeitet werden.

Wer trotzdem fürs Erste nur in das Programm hineinschnuppern möchte, kann über die Produktwebseite eine 30-tägige Testversion von Final Cut Pro herunterladen.

Performance

4,75 Pkt

Aufgrund der riesigen Datenmengen, die während des Videoschnitts schnell zusammenkommen, ist es besonders wichtig, die Möglichkeiten des Systems perfekt auszunutzen.

Hier profitiert Apple von den genauen Kenntnissen seiner eigenen Hardware. Auf die Leistungen neuer Mac Pros optimiert und mit einer nativen 64-Bit Architektur ausgestattet, nutzt Final Cut Pro X den vorhanden RAM auch bei mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher und mehreren CPU-Kernen optimal aus. Entsprechend anspruchsvoll fallen allerdings auch die Erwartungen an das System aus. Die Videoschnittsoftware Final Cut Pro X ist auf Mac OS X Betriebssysteme beschränkt und zudem ausschließlich über den Mac AppStore erhältlich.

SystemanforderungenMindestanforderung4K-Medien
BetriebssystemOS X 10.10.4 oder neuerOS X 10.10.4 oder neuer
Arbeitsspeicher4 GB RAM8 GB RAM
GrafikkarteIntel HD Graphics 3000 oder neuer oder andere OpenCL fähige GrafikkartenIntel HD Graphics 3000 oder neuer oder andere OpenCL fähige Grafikkarten
Grafikspeicher256 MB VRAM1 GB VRAM
Festplattenspeicherplatzmind. 4,15 GBmind. 4,15 GB
Systemanforderungen Final Cut Pro X

Ressourcenaufwendige Arbeiten wie das Rendern werden im Hintergrund ausgeführt. Der Nutzer kann solche Hintergrundaufgaben bei Bedarf pausieren, Final Cut Pro X leistet allerdings von Haus aus ausgezeichnete Arbeit beim Anpassen dieser Hintergrundprozesse und reagiert insgesamt selbst bei großen Datenmengen schnell und flüssig.

Nahezu alle erdenklichen Datei- und gängigen Bildschirmformate werden unterstützt und können problemlos im- und exportiert werden. Die im aktuellen Test verwendete Version bietet sogar eine 4K-Exportvoreinstellung, mit welcher der Anwender Videodateien für Apple-Geräte erstellen kann.

Hilfe & Support

4,30 Pkt

Die Support-Seite von Final Cut Pro X ist leider etwas dünn bestückt. Hier finden sich zwar umfangreiche Handbücher, Verlinkungen zur Support Community und erste Informationen zur Problembehebung. Wer aber bei technischen Schwierigkeiten direkten Kontakt mit Apple aufnehmen will, wird zunächst auf den AppleCare Professional Video Support verwiesen.

Mittlerweile wurde dieser Service als Einzelprodukt eingestellt und ist nur noch in einem Gesamtsupport für Unternehmen und Profiprodukte zu finden, dessen Jahrespreis den Kaufpreis der eigentlichen Software um ein Vielfaches übersteigt.

Selbstverständlich kann bei Problemen immer direkt Kontakt in einem AppleStore aufgenommen oder über die allgemeine Supporthotline Hilfe gesucht werden. Hier bemühen sich Apple-Mitarbeiter, jede Anfrage umfassend zu beantworten.

Trainings und Workshops

Umfangreich ist dagegen das Programm an Trainings und Workshops: Auf der Ressourcenseite von Final Cut Pro X verweist Apple auf externe Anbieter mit kostenpflichten Online-Workshops und Tutorials.

Befindet sich ein Apple-Store in der Nähe, gibt es zudem die Möglichkeit ein Jahr lang eine „One-to-one“-Trainings-Mitgliedschaft zu erwerben. Dieser Service kostet 99 Euro und beinhaltet Workshops und Trainings vor Ort zu einer Vielzahl an Produkten.

Zusammenfassung

4,72 Pkt

Bis 2011 gab es Final Cut noch im Paket mit Final Cut Studio. Anfang dieses Jahrzehnts hat Apple seine Profi-Videoschnittsoftware komplett überarbeitet und mit Final Cut Pro X ein alleinstehendes Videoschnittprogramm auf den Markt gebracht, das Profis und Schnittbegeisterte gleichermaßen ansprechen sollte.

Nach anfänglicher Kritik aus professionellen Kreisen – fehlender XML-Support und andere Schwierigkeiten hatten Apple den Neueinstieg ein wenig verpatzt – spielte Final Cut Pro X durch kleine Verbesserungen bald wieder ganz oben in der Liga der Videobearbeitungssoftware mit. Heute wird das Programm in einem Atemzug mit Adobes Premiere Pro und Magix Video Deluxe genannt. Gemeinsam dominieren sie den Markt.

Final Cut Pro X Zusammenfassung
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Mit der übersichtlichen Oberfläche geht das Schneiden leicht von der Hand.

Die neueste Version von Apples Lösung, Final Cut Pro 10.2.3, ist für 299,99 Euro exklusiv im Mac AppStore erhältlich.

Die professionelle Videobearbeitungssoftware bietet alle Funktionen, um sowohl Profis als auch Hobbyfilmer vollständig zufriedenzustellen. Egal, ob Serien, aufwendig gedrehte Filme oder lediglich kleinere YouTube-Clips, Grenzen scheint das Programm im Bereich Videoschnitt nicht zu kennen. Präzise Bearbeitungsmöglichkeiten, komfortable Bedienung und schnelle Performance machen Final Cut Pro X damit zu einer außerordentlichen Videobearbeitungssoftware.