Dropbox Pro

Lukas Grzona
Pro
  • Unterstützung vieler Betriebssysteme
  • Einfache Bedienung
  • Transparente Preise
  • Übersichtlichkeit
Kontra
  • Wenig kostenloser Speicherplatz
  • Server in den USA
  • Begrenzung von Traffic beim Teilen von Dateien mit anderen Personen
Fazit Der klassische Onlinespeicher, der bereits von vielen genutzt wurde und wird, bietet weiterhin solide Funktionen und faire Preise.
Dropbox Pro Zum Anbieter

Dropbox Pro Test

Funktionen

4,80 Pkt

Die „Cloud“ ist seit dem Beginn der modernen Informationstechnik eine verbreitete Metapher für Rechnernetze, deren Inhalte sich abstrakt hinter den physischen Datenträgern verstecken. Aber erst seit einigen Jahren, im Zuge der breiteren Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen, ist die Vorstellung von der Datenwolke auch für den Alltagsnutzer zum Begriff geworden. Viele Programme nutzen nun das Internet, um auf einem lokalen Rechner Rechenleistung und Speicherplatz einzusparen, indem diese in die Cloud ausgelagert werden. Mit den Möglichkeiten der Cloud können Nutzer auch ihre Daten ins Internet auslagern, um von jedem beliebigen Rechner aus Zugriff auf diese zu haben oder um immer eine Sicherungskopie zu besitzen, sollte der lokale Datenträger einmal ausfallen.

2 Wolken
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Cloudspeicherdienste wie Dropbox ermöglichen die Synchronisation von Daten mit mehreren Geräten wie PC und Smartphone.

Vom Ordner in die Cloud

Ein Klassiker unter den Filehostern, die das bequeme Abspeichern von Dateien in einem persönlichen Speicher im Internet ermöglichen, ist Dropbox. Dieser Dienst hat als einer der bekanntesten seiner Branche die Funktionen eines Cloud Speichers allseits bekannt gemacht. Ein kleines Programm sendet automatisch alle Dateien in den Cloud Speicher, die sich in einem ausgewählten Ordner auf dem lokalen Rechner befinden. Nimmt der Nutzer Änderungen vor, werden diese sofort übertragen, sodass sich immer die aktuellste Version in der "Wolke" befindet. Zusätzlich lassen sich Ordner und Dateien für andere Personen freigeben, um zum Beispiel Bilder oder Dokumente mit Freunden und Bekannten zu teilen, selbst wenn diese keinen Account bei Dropbox besitzen.

Der Dienst ist natürlich nicht alternativlos, sondern muss sich mit vielen Konkurrenten messen, die ihren Kunden vergleichbare Leistungen anbieten. Welche Funktionen geboten werden, welche Kosten entstehen und ob sich Dropbox mit seinem Produkt Dropbox Pro durchsetzen kann, hat Netzsieger hier getestet.

Dropbox bietet drei verschiedene Versionen

Dropbox bietet seinen Kunden drei verschiedene Versionen an. Wie bei den meisten Filehostern üblich, gibt es eine Möglichkeit, mithilfe eines kostenlosen Accounts die Dienste in eingeschränktem Umfang zu nutzen. Bei Dropbox Basic stehen deshalb zu Beginn nur zwei Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung, die aber mit allen Funktionen nutzbar sind. Dropbox kann mit fast allen Betriebssystemen benutzt werden, egal ob Windows, Apple OS X oder Linux. Mit Apps ist auch der Zugriff von mobilen Geräten mit Android und iOS möglich. Dropbox lässt die Bearbeitung von Office-Dokumenten im Browser mit Microsofts Office Online zu und mit zusätzlichen Programmen wie Droptunes kann der Anwender eigene Musik streamen, ohne die Dateien herunterladen zu müssen. Per Drag & Drop lassen sich einfach alle Dateien in den Desktop-Ordner ziehen, der mit dem Cloud Speicher synchronisiert wird. Entweder der ganze Ordner oder einzelne Dateien können mit anderen Personen geteilt werden, die Bandbreite für diese Funktion ist aber auf 20 Gigabyte beschränkt. Der Anwender muss beachten, dass es bei Dropbox Basic nicht möglich ist, die Freigabe mit Kennwörtern zu versehen.

Dropbox Pro

Dieses Feature wird erst bei der nächsthöheren Version Dropbox Pro angeboten, mit der es auch möglich ist, Freigaben zeitlich zu begrenzen und genaue Berechtigungen zu verteilen. So kann festgelegt werden, ob eine Person die Dateien nur ansehen kann oder ob auch Rechte zur Bearbeitung gegeben werden sollen. Der eigentliche Vorteil ist aber ein Speicherplatz von einem Terabyte, bei dem für Download-Freigaben an andere aber täglich die Bandbreite auf 200 Gigabyte begrenzt ist. Immerhin kann damit die zehnfache Bandbreite von Dropbox Basic genutzt werden. Damit gehören Speicherplatzsorgen der Vergangenheit an: Ob Musik, Fotos oder Projekte – alle Dateien finden sich hier an einem zentralen und sicheren Ort zusammen. Der große Speicher kostet monatlich 9,99 Euro, was einen Preis pro Gigabyte von ungefähr einem Cent ergibt. Entscheidet sich der Kunde für ein einjähriges Abo für 9,99 Euro, sind pro Monat und Gigabyte sogar nur 0,825 Cent fällig.

Dropbox Logo
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In der kostenfreien Basis-Version der Dropbox erhält der User nur 2 Gigabyte Speicherplatz. Die Pro-Version bietet dagegen 1 TB Cloud Speicher.

Dropbox Business

Für den professionellen Gebrauch bietet Dropbox außerdem das Abonnement Dropbox Business an, das die Verwaltung von mindestens fünf Benutzerkonten mit jeweils 1000 Gigabyte Speicher erlaubt. Der komplette Speicherplatz kann von allen Teilnehmern genutzt werden, die mithilfe des Clouddienstes über das Internet immer auf die aktuellen Versionen von Dateien zurückgreifen können, ohne im selben Netzwerk arbeiten zu müssen. Auch hier gilt die Begrenzung der Bandbreite auf 200 Gigabyte für freigegebene Downloadlinks an andere Personen. Der Preis beträgt für Dropbox Business 12 Euro pro Teilnehmer, wobei Steuern extra berechnet werden. Es gibt eine 30tägige Testversion, bei der die Funktion auf fünf Teilnehmer und fünf Terabyte beschränkt ist.

Standard unter den Cloudhostern

Die Funktionen von Dropbox Pro entsprechen absolut dem Standard von Cloudhostern für Privatanwender. Experten könnten Zugriffsprotokolle wie FTP vermissen, die laut eigener Aussage auch nicht in Kürze angeboten werden. Wer aber diese Möglichkeiten braucht, wird kaum zu einem komfortablen Cloud Speicher greifen, sondern sich gleich einen Server mieten. Der Testsieger des Netzsieger-Vergleichs Strato HiDrive bietet zwar optional Zugriffsprotokolle an, verlangt dafür aber auch 4,95 Euro im Monat.

Die zwei Gigabyte des kostenlosen Speichers wirken im Vergleich zu einigen anderen Angeboten, wie den 15 Gigabyte von Google Drive beispielsweise, etwas knapp bemessen. Mit einigen Tricks lässt sich der Speicher erhöhen, so erhält man für jeden zu Dropbox eingeladenen Freund 500 Megabyte extra. So gibt es zwar maximal 16 Gigabyte zusätzlich, aber der Weg ist recht umständlich und führt zu einem Punktabzug in der Bewertung.

Kosten

4,80 Pkt
ProdukteDropbox BasicDropbox ProDropbox Business
Preis bei monatlicher Abrechnungkostenlos9,99 Euro im Monat12 Euro im Monat pro Teilnehmer, zzgl. Steuer
Preis bei jährlicher Abrechnungkostenlos99 Euro im Jahr10 Euro im Monat pro Teilnehmer, zzgl. Steuer
Speicherplatz2 Gigabyte1 Terabyte1 Terabyte pro Teilnehmer
Bandbreite für freigegebene Downloadlinks20 Gigabyte200 Gigabyte200 Gigabyte
Freigabe-OptionenkeineKennwörter und eingeschränkte FreigabeKennwörter und eingeschränkte Freigabe
Speicherbonus0,5 Gigabyte pro eingeladenen Nutzer1 Gigabyte pro eingeladenen Nutzerk.A.
Unterstützte Betriebssystemealleallealle
DateiwiederherstellungBis 30 Tage nach LöschenBis 120 Tage nach Löschenunbegrenzt
Kündigungsfristkeine1 Monat bei monatlicher Abrechnung1 Monat bei monatlicher Abrechnung
ZahlungsmöglichkeitenkeineKreditkarte, PayPal, ÜberweisungKreditkarte, PayPal, Überweisung
Kosten und Leistungen der Dropbox Varianten

Sicherheit

4,00 Pkt

Es hat sich ein gewisser Standard bei der Verwaltung von Online-Speichern eingestellt. Kam es in der Anfangsphase von Dropbox noch gelegentlich zu Skandalen, wenn Daten von Nutzern plötzlich öffentlich zugänglich waren, achten heute alle Cloudhoster verstärkt darauf, sich in diesem Punkt keine Blöße zu geben. Der Dienst verspricht Datensicherheit, die durch die Verschlüsselung der gespeicherten Daten (AES-128-Bit und 256-Bit) und eine SSL-Verschlüsselung des Datenverkehrs erreicht werden soll.

Der größte Nachteil für deutsche Kunden dürfte aber darin liegen, dass sich die Server von Dropbox in den Vereinigten Staaten befinden, wo es kaum rechtliche Bestimmungen gibt, die den Zugriff auf private Daten regeln würden. Zwar stützt sich Dropbox mit seinem Umgang deutscher Daten auf das sogenannte Safe-Harbor-Abkommen, das seit dem Jahr 2000 den Datenverkehr zwischen Deutschland und den USA regelte. Dieses ist aber bereits im Oktober 2015 vom Europäischen Gerichtshof als ungültig erklärt worden, da es die Übermittlung personenbezogener Daten von EU-Bürgern entgegen der Datenschutzrichtlinie der EU erlaube. Da aber eine Entscheidung über zukünftige Regelungen erst für Ende Januar 2016 erwartet wird, kann Dropbox noch kein Vorwurf gemacht werden. Leider bleibt Anwendern vorerst nichts weiter übrig, als die Entwicklungen in der Datenschutz-Diskussion abzuwarten.

Schloss digital
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Die Verschlüsselung von Daten, die im Cloud Speicher ablegt werden, spielt für viele User eine immer größere Rolle.

Benutzbarkeit

4,80 Pkt

Die Bedienung des Cloud Speichers ist mit der Desktopanwendung sehr einfach. Der zu synchronisierende Ordner verhält sich wie ein gewöhnlicher Windows-Ordner. Alle Dateien, die hier abgespeichert oder aktualisiert werden, werden sofort hochgeladen. Nach ihrem Löschen verschwinden sie auch umgehend aus dem Online-Speicher.

Daneben lassen sich die Dateien und Ordner auch direkt über den Browser verwalten. Mit seinem Account kann der Kunde sich über die Webseite von Dropbox anmelden und hat Zugriff auf seine Einstellungen. Hier lassen sich Bilder ordnen und Alben anlegen, damit alles einfach auffindbar ist und gegebenenfalls mit anderen Personen geteilt werden kann. Mit Rechtsklick können Bilder freigegeben werden, indem man einen einfachen Link verschickt. Der Partner kann sich diese dann anschauen, ohne selbst einen Account bei Dropbox besitzen zu müssen. Wurde etwas geändert, lassen sich gelöschte Daten bis zu 120 Tage später wiederherstellen, außerdem werden alle Änderungen dokumentiert, sodass der Anwender alle Vorgänge nachträglich überprüfen und bei Bedarf auch widerrufen kann.

Dropbox Image Hosting
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Durch die übersichtliche Gestaltung der Benutzeroberfläche wird die Bedienung von Dropbox Pro kinderleicht.

Die Übersichtlichkeit der Webseite und gute Performance des Datenmanagers sind große Vorteile von Dropbox. Der Zugriff ist von jedem Rechner aus über den Browser möglich. Aktualisiert der Anwender seinen Speicher über den Browser, unterliegen die Dateien aber einem Größenlimit von zehn Gigabyte, für größere Dateien ist die Installation der Desktopanwendung notwendig. Ein Ablegen von Ordnern und Dateien in den Browser ist leider nicht möglich. Es muss über ein Auswahlmenü die Datei auf dem lokalen Datenträger ausgewählt werden, die hochgeladen werden soll.

Die Bedienung ist sehr einfach gestaltet und es sind im Test zu keinem Zeitpunkt unlösbare Probleme aufgetreten. Als etwas umständlich erweist sich das Hochladen von Dateien über den Browser. Da aber die meisten Anwender ohnehin die Option der Ordner-Synchronisierung wählen werden, fällt dieser Kritikpunkt nicht schwer ins Gewicht. Die Apps für mobile Geräte sind logisch aufgebaut und lassen den Zugriff auf den Onlinespeicher zu. Alle Menüs sind in Deutsch verfügbar, weshalb es bei der Navigation nicht zu Verständnisproblemen kommen sollte. Selbstverständlich ist eine Registrierung notwendig, um den Dienst nutzen zu können. Wenn sich der Anwender zunächst für Dropbox Basic entscheiden sollte, kann er auch nachträglich auf den großen Speicher von Dropbox Pro upgraden.

Hilfe & Support

4,10 Pkt

Unterstützung bei Problemen erhält der Nutzer von Dropbox Pro ausschließlich im Hilfecenter oder per Kontaktformular. Das Hilfecenter ist eine sehr umfangreiche Sammlung von Erklärungen der Funktionen, die von jedem genutzt werden kann. Im Test kamen nie Fragen auf, die hier nicht beantwortet werden konnten. Ansonsten gibt es noch die Option, dem Supportteam eine Nachricht zu schicken, auf die auch relativ schnell geantwortet wird. Geschäftliche Kunden sind im Vorteil, da mit Dropbox Business auch eine bevorzugte Bearbeitung von Anfragen einhergeht. Sie profitieren auch von Live-Chat und Telefonkontakt, die für Privatkunden nicht angeboten werden.

Selbsthilfe der Community soll über Foren angeboten werden. Es können Fragen gestellt oder über Probleme und Features diskutiert werden. Je nach Problem kann schnell eine Lösung geliefert werden, außerdem werden die Beiträge auch von Dropbox-Mitarbeitern gelesen. Sollte das Problem nur von Seiten des Dienstes gelöst werden können, wird schnell Hilfe geleistet. Das deutsche Forum scheint aber leider nur sporadisch von der Community genutzt zu werden, sodass es zwischen den Beiträgen auch zu längeren Pausen kommen kann.

Die Problembehebung seitens Dropbox ist insgesamt durchaus gut. Die Dokumentation von Lösungswegen und Funktionen des Dienstes im Hilfecenter ist sehr umfangreich und der Support per Kontaktformular funktioniert ebenfalls gut. Dass für Privatnutzer kein Telefonkontakt angeboten wird, ist zwar schade, verwundert aber wenig und wird auch bei anderen Cloudhostern nicht anders gehandhabt.

Zusammenfassung

4,50 Pkt
Dropbox Logo
Die Pro-Version von Dropbox punktet im Vergleich der besten Cloud Speicher mit Anwenderfreundlichkeit.

Die Kosten des Speichers dürften für Anwender bei der Wahl ihres Cloud Speichers vermutlich entscheidend sein. Dropbox Pro ist ein recht günstiges Produkt, das nicht leicht zu schlagen ist. Zwar wird zum Beispiel vom Testsieger Strato HiDrive ein etwas preiswerteres Angebot geliefert, dafür gibt es dort nur eine zeitlich beschränkte kostenlose Testversion und weniger Übersichtlichkeit der Webseite, da sich Strato um alle verschiedenen Belange des Webhostings kümmert. Dropbox beweist sich als erfahrener Dienst, der sich auf die Cloudfunktion konzentriert, und bietet wie wenige andere im Cloud Speicher Vergleich eine sehr transparente Preisaufschlüsselung. Die Anwenderfreundlichkeit ist hervorragend und auch bei Problemen kann man auf eine leicht zu findende Lösung zählen.

Minuspunkte gibt es aus deutscher Sicht im Hinblick auf den Standort der Server im Ausland, der die Daten teilweise der Kontrolle europäischer Datenschutz-Richtlinien entzieht. Welche Regelungen in Zukunft angewendet werden, liegt derzeit aber in Händen der Politik und kann Dropbox nicht unmittelbar angekreidet werden. Die Entscheidung, ob er seine Daten in die Datenwolke entlassen möchte, liegt letztendlich beim Anwender. Sollten persönliche Informationen enthalten sein, ist eine zusätzliche eigene Sicherung der Daten mit Verschlüsselungssoftware ratsam.

Insgesamt bietet Dropbox aber ein sehr gutes Gesamtpaket, das zu den besten gerade erhältlichen kostenpflichtigen Angeboten gehört. Wenn statt eines sehr großen Cloud Speichers vom Nutzer aber eine kostenlose Lösung gewünscht wird, bieten andere Produkte, wie etwa das nachplatzierte Google Drive mit 15 Gigabyte mehr Speichervolumen.