BottleCrop

Jenny Gebel
Bereich:
Pro
  • Schnelles und sauberes Anzuchtsystem
  • Bürotauglich
  • Unkomplizierte Pflege
Kontra
  • Ein sonniger Standort ist nötig (Südfenster)
  • Kein plastikfreies System
  • Nichts für Ungeduldige
Fazit Das einfache und pflegeleichte Salatanzuchtsystem BottleCrop ist eine Empfehlung für Fans von Salaten, die das grüne Gemüse einmal aus eigener Herstellung zubereiten möchten. Ein grüner Daumen ist nicht nötig, jedoch ein sonniger Platz, Wasser und Geduld.
BottleCrop Zum Anbieter

BottleCrop Test

Das System

Das Dresdner Forschungsinstitut Integar hat ein Indoor-Farming-Projekt entwickelt, das einfach und wenig zeitaufwendig ist. BootleCrop heißt das Produkt, das sich vor allem an Salatliebhaber richtet. Die Besonderheit: Die Pflanze wächst in einem Anzuchttrichter auf einer Plastikflasche und „badet“ ihre Wurzeln in nährstoffreichem Wasser.

Salat aus der Flasche

Pflanzenzucht ganz ohne Erde? Ist das nicht Pflanzenquälerei? Eine kurze Recherche im Internet und in Garten-Expertenportalen ergab, dass viele Pflanzen tatsächlich sehr gut nur in Wasser wachsen können. Voraussetzung ist, dass das kühle Nass genügend Nährstoffe und Sauerstoff enthält. Dieses rein auf Wasser basierende Pflanzen-Anzuchtsystem ist besser bekannt als Hydroponik. Da diese Anzuchtmethode eine gezielte Versorgung mit Nährstoffen ermöglicht, sollen die Pflanzen besser wachsen als in Erde. Hobby-Gärtner berichten in den Foren, dass das Gemüse sogar besser schmecken soll.

Welche Pflanzen sind bei BottleCrop erhältlich?

Integar bietet für das Anzuchtsystem in der Flasche eine überschaubare Auswahl an grünen Pflanzen, die vor allem Salatfans ansprechen wird:

  • Grüner Blattsalat
  • Eichblattsalat
  • Roter Blattsalat
  • Kleinblättriges Basilikum
  • Großblättriges Basilikum
  • Mini Pak Choi
  • Japanischer Senfspinat

Welche Vorteile bringt BottleCrop noch?

Dieses Indoor-Farming-Projekt erfordert sehr wenig Aufwand und verursacht keinerlei Verschmutzungen. Es eignet sich daher nicht nur für zuhause, sondern auch für das Büro.

Ausstattung

4,95 Pkt

Das Starter-Set

Für den Test stellte uns der Anbieter ein Set zur Verfügung. Regulär kostet ein solches Start-Paket knapp 14 Euro. Für diesen Preis erhält der Käufer folgende Ausstattung:

  • 1 Plastikflasche in einem Schutzkarton
  • 3 Packungen Nährstoff
  • 3 Anzuchtsubstrat-Schwämmchen
  • 3 Samenkörner für Eichblattsalat
  • 1 Anzuchttrichter
  • 1 Anleitung

Dies reicht aus, um drei Pflanzen nacheinander heranzuzüchten. Die einzigen „Zutaten“, die noch fehlen, sind Wasser und Sonnenlicht.

BottleCrop Starterset
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Das Starter-Set enthält alles, was der Nutzer für die Anzucht von drei Pflanzen braucht.

Der Anbieter empfiehlt als Aussaat- und Erntezeit den Zeitraum zwischen Februar und Oktober. In diesen Monaten scheint die Sonne in unseren Breitengraden hell genug, so dass die Pflanzen gut gedeihen können. Laut Angaben von Integar dauert es etwa sechs bis acht Wochen, ehe der Heimgärtner die Salatpflanze nach der Aussaat ernten kann. Das bedeutet, dass der Anwender in den acht Monaten bequem drei Pflanzen heranzüchten kann.

Für rund 14 Euro sollte der Käufer im Frühjahr, Sommer und Herbst insgesamt drei Salatköpfe ernten können. Das klingt auf jeden Fall vielversprechend.

Wer Gefallen daran findet und später weitere Pflanzen in der Plastikflasche heranziehen möchte, kauft sich ein Nachfüllset (ebenfalls für 3 Pflanzen gedacht) für rund 5 Euro.

Umweltschutz-Faktor

Integar will mit BottleCrop auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Plastikflasche wird bei einigen umweltbewussten Verbrauchern zwar auf Ablehnung stoßen. Doch dies sollte nicht über weitere umweltfreundliche Aspekte hinwegtäuschen, die das hydroponische System mit sich bringt. Nach Angaben der Hersteller spart eine Pflanzenanzucht mit BottleCrop bis zu 97 Prozent an Wasser im Vergleich zu Salat, der auf dem Feld angebaut wird. Auch Nährstoffe werden nicht verschwendet.

Darüber hinaus ist diese Heimgarten-Methode frei von Gentechnik und Pestiziden. Der Heimanbau sorgt selbstverständlich für kurze Transportwege. Nicht zuletzt gehört auch ein Recyling-Faktor zum System. Der Anwender kann Substrat, Nährstoff-Mix und Samen immer wieder nachkaufen.

Praxistest: Die Handhabung von BottleCrop

4,85 Pkt

Die bebilderte Anleitung erklärt auf Deutsch und Englisch wie der Hobbygärtner das Saatgut ansetzen muss.

Die Aussaat & Anzucht

Folgende Schritte sind erforderlich:

  1. Die Flasche im Schutzkarton platzieren und den Anzuchttrichter von außen in die Flaschenöffnung stecken
  2. Ein Päckchen flüssigen Nährstoff-Mix in die Flasche füllen
  3. Kaltes Leitungswasser durch den Trichter in die Flasche füllen bis zu der Markierung, so dass das Wasser bis zum Ende des Trichters reicht
  4. Ein Stück Anzuchtsubstrat in den Trichter geben und 5 Minuten im Wasser quellen lassen
  5. Ein Samenkorn in das Substrat geben
  6. Den Schutzkarton schließen und das Ganze auf eine sonnige Fensterbank stellen
BottleCrop Anleitung
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Die sogenannte "Kulturanleitung" zeigt anschaulich, wie BottleCrop aufgebaut wird.

Die Ernte erfolgt nach sechs bis acht Wochen.

Unser Praxistest bestätigte, dass der Salatanbau mit BottleCrop ein Kinderspiel ist. Innerhalb von rund 10 Minuten war das Anzuchtsystem fertig bepflanzt. Und das Schöne daran: Es macht absolut keinen Dreck. Es gibt keine Erdkrümel, die man wegfegen müsste, und man hat keine schmutzigen Hände.

Als „Vergleichsgruppe“ haben wir im Test auch Salatsamen, die im Handel zur Aussaat erhältlich sind, in Anzuchtpellets und Erde in einem Blumentopf angesetzt. Diese Aussaat-Methode nimmt ebenfalls nur wenige Minuten in Anspruch. Allerdings landen bei aller Vorsicht meistens doch einige Krümel Erde auf dem Tisch und auf dem Boden, so dass wir kurz den Besen schwingen mussten.

Was das Handling bei der Anzucht betrifft, so geht in diesem Vergleich der Punkt an BottleCrop. Außerdem bewies das System von Integar, dass es sich aufgrund der Sauberkeit ideal für das Büro eignet.

Wachstumsphase & Pflege

Das BootleCrop-Saatgut keimte nach etwa drei Tagen, genau wie in der Bedienungsanleitung angekündigt. Doch auch der Samen im Blumentopf war fleißig und zeigte sich ebenfalls nach wenigen Tagen als zartes Pflänzchen.

BottleCrop erwies sich als pflegeleicht. Die Anbieter versprechen in der Beschreibung, dass der Anwender sich so gut wie gar nicht um die Pflanze kümmern muss. Auch Gießen sei nicht notwendig. Im Großen und Ganzen hält das System dieses Versprechen ein. Nur in der ersten Woche empfiehlt es sich, ab und an zu prüfen, ob das Anzuchtsubstrat noch feucht ist. Gegebenenfalls muss der Nutzer hier etwas nachhelfen. Sobald die Pflanze Wurzeln gebildet hat, die in das Wasser der Flasche reichen, braucht sie keine Aufmerksamkeit mehr. Die Osterfeiertage hat der BottleCrop-Salat auf diese Weise gut im Büro überstanden.

Anders verhielt es sich mit den Samen im Blumentopf. Dieses System war im Vergleich zu BottleCrop deutlich pflegebedürftiger und „durstiger“. In den Testwochen waren wir mit diesem Anzuchtsystem leider nicht erfolgreich.

Vom Pflänzchen zum Salatkopf

Die Produktbilder zu BottleCrop zeigen einen kräftigen, grünen Salatkopf. Kein Wunder also, dass der Nutzer ebenfalls ein kräftiges Wachstum erwartet. Der kleine Keimling stellt die Geduld des Hobbygärtners auf die Probe. Nach der Keimung wächst die Pflanze nur langsam. Fünf Wochen nach der Aussaat war unsere Testpflanze immer noch ein dünnes, kleines Pflänzchen mit nur sechs Blättern. Ein Blick in die „Bedienungsanleitung“ verriet: Das langsame Wachstum in den ersten Wochen ist normal. Erst in den letzten zwei Wochen vor der Ernte findet das Hauptwachstum statt. Das wäre etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat. Laut Nutzerberichten im Internet kann es auch bis zu drei Monate dauern, ehe der Salat erntebereit ist.

Wie gut BottleCrop gedeiht, hängt auch von den Umweltbedingungen ab. Je mehr Sonne, desto schneller wächst die Pflanze.

Etwa acht Wochen nach der Aussaat war unsere Salatpflanze zwar allmählich kräftiger geworden, aber noch kein erntefertiger Salatkopf. Möglicherweise bietet unser Büro nicht genug Sonne, so dass sich das Wachstum verzögert.

Support

4,70 Pkt

Welche Hilfen stellt der Anbieter für die Nutzer bereit?

Die „Kulturanleitung“, die dem Set beiliegt, zeigt anschaulich in Text und Bild, wie der Nutzer den Salat oder die Kräuter in dem hydroponischen System aussät. Lediglich die Information, dass der Substratschwamm einige Minuten im Wasser einweichen soll, ist leicht zu übersehen. Hier wäre eventuell ein Uhr-Symbol die bessere Wahl.

Nach der Aussaat nimmt sich der Salat seine Zeit zum Wachsen. In dieser Phase können beim Nutzer Fragen oder Zweifel aufkommen, und sei es nur die Unsicherheit, ob das Aussaat-Projekt überhaupt erfolgreich verläuft, da das Pflanzenwachstum so langsam voranschreitet. Fachkundige Antworten auf die häufigsten Fragen, die dem Nutzer in dieser Zeit durch den Kopf gehen, finden sich in den FAQs auf der Produktwebseite.

BottleCrop FAQ
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Wenn die Pflanze nur langsam wächst, kommen viele Fragen auf. Ein Blick in die FAQs hilft auf jeden Fall weiter.

Wer dort keine zufriedenstellende Lösung findet, kann sich per Telefon oder per E-Mail über das Kontaktformular auf der Webseite an die Hersteller wenden.

Die Webseite ist auch auf Englisch verfügbar. Außerdem ist BottleCrop in sozialen Netzwerken präsent - auf Facebook deutlich aktiver als auf Twitter.

Fazit

4,83 Pkt

Salat, der auf einer Flasche wächst – die Idee dieses Urban-Gardening-Projekts klingt spannend und entspricht dem Trend zu gesunder Ernährung. Der Käufer erhält die komplette Ausstattung für die Anzucht von drei Pflanzen für weniger als 15 Euro. Nur Leitungswasser und ein sonniges Plätzchen am Fenster muss er bereitstellen.

Nun haben wir den Salat!

In der Praxis erwies sich BottleCrop als schnell, einfach und pflegeleicht. Innerhalb weniger Minuten baut der Nutzer das Anzuchtsystem auf und setzt den Salatsamen zum Keimen an. Pluspunkte gibt es dafür, dass bei der Aussaat keinerlei Schmutz entsteht. Damit erweist sich der Salat aus der Flasche als empfehlenswertes Büro-Projekt. Stetiges Gießen ist ebenfalls nicht erforderlich. Im Vergleich mit der Aussaat im Blumentopf überzeugte BottleCrop mit seiner Anspruchslosigkeit bei der Pflege.

Beim Wachsen zusehen kann man der Pflanze nur in den ersten drei Tagen, wenn sich der Keimling im Anzuchttrichter blicken lässt. Danach ist Geduld gefordert. Etwa acht Wochen dauert es, ehe aus einem schmalen Pflänzchen allmählich ein üppiger Salatkopf wird.

Insgesamt ist BottleCrop eine Empfehlung für Leute, die gern frischen, grünen Salat verzehren und selbst keinen Garten haben, um ihn anzubauen. Da das Wachstum der Pflanze relativ lange dauert und die Aussaatperiode auf Februar bis Oktober beschränkt ist, ist BottleCrop jedoch kein Ersatz für den Salateinkauf im (Bio-)Supermarkt. Wer jedoch zwischendurch frisches, selbstgezogenes Grün zubereiten möchte, sollte das urbane Gartenprojekt aus Sachsen ausprobieren.