Avast Security für Mac

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BEWERTUNG
8.2 / 10
Andreas Kiener
Aktualisiert: 05/07/2019
Pro
  • Zuverlässige Malware-Erkennung
  • Gut besuchtes User-Forum
  • Ransomware-Schutz
Kontra
  • Langsamer Virenscan
  • Schlechte Dokumentation
  • Kein technischer Support
  • Benachrichtigungen umgehen die Mitteilungszentrale
FAZIT

Das Wichtigste stimmt bei Avast Security für den Mac. Das Antivirenprogramm erkennt schädliche Software zuverlässig. Die Geschwindigkeit, die Benutzeroberfläche, die Dokumentation und der Support überzeugen jedoch nicht.

Avast Security für Mac logo
Gesamt
Ausstattung
Sicherheit
Performance
Bedienung
Dokumentation und Support

Avast Security für Mac Test

Ausstattung9,0

Zwei verschiedene Versionen sind von Avast Security für Mac erhältlich: Eine kostenlose, die zeitlich unbegrenzt funktionsfähig ist, und eine Pro-Version für 59,99 Euro im Jahr. Die kostenpflichtige Version ist um einen Ransomware-Schutz und ein Modul zur Überprüfung der WLAN-Sicherheit erweitert. Während Avast also einerseits die Basis-Version seines Virenscanners verschenkt, ist die Pro-Version eines der teuersten Antivirus-Programme im Test. Der Preis entspricht fast exakt dem von Norton Security. Avast-Kunden erhalten aber mit dem Ransomware-Schutz und dem funktionsreichen Browser-Plugin Features, die Norton nicht bietet. Dafür verzichten sie auf eine zusätzliche Firewall, die allerdings nur einen geringen Mehrwert in Vergleich zur systemeigenen Firewall von macOS bietet.

Die Grundversion besteht aus einem Echtzeit-Virenscanner („Dateisystem-Schutz“) sowie aus einem Web- und E-Mail-Schutz. Diese Module erkennen alle Formen von Malware und Betrugsversuche durch Phishing. Neben dem Echtzeit-Scanner, der permanent im Hintergrund über den Rechner wacht, ist auch das manuelle Auslösen eines Scans möglich. Scans können den gesamten Rechner überprüfen oder nur ausgewählte Dateien, Ordner und Laufwerke. Anwender können Scans auch planen, sodass sie in regelmäßigen Abständen automatisch ausgeführt werden. Was allerdings fehlt, ist ein Schnell-Scan. Ein solcher wäre wünschenswert, da der vollständige System-Scan nur mittelmäßig schnell ist.

Zusätzlich installiert Avast Security für Mac die Browser-Erweiterung Avast Online Security für Mozilla Firefox und Google Chrome. Sie zeigt ein Sicherheitsrating für Websites an, auch schon in den Suchergebnissen, korrigiert Tippfehler in URLs (und verhindert so den Besuch von unseriösen Tippfehler-Websites) und unterbindet Tracking.

Sicherheit7,9

AV-Test, ein Testlabor für Antiviren-Softwares, bescheinigt Avast Security für Mac eine optimale Erkennungsrate von 100 Prozent. Bei AV-Comparatives, einem anderen Testlabor, schrammt das Virenschutz-Programm des tschechischen Herstellers mit 99,9 Prozent nur knapp an einem perfekten Ergebnis vorbei. Avast Security für Mac erkennt also so gut wie alle Schadprogramme, die den Mac bedrohen. Nicht nur das: Auch bei Windows-Malware erkennt die Antivirus-Software fehlerfrei jedes einzelne der 1.000 Virensamples, mit dem es von AV-Comparatives konfrontiert wurde. Obwohl Viren für Windows auf dem Mac nicht gefährlich werden können, ist es wichtig, dass auch eine Mac-Antivirus-Software sie erkennt. Mac-User könnten sie ansonsten unbemerkt an Nutzer von Windows-Rechnern weitergeben.

Erkennung unterschiedlicher Gefahren

Unsere harmlose Testdatei erkennt Avast Security für Mac sofort und verhindert ihren Download. Auch als Drive-by-Download lässt sich Avast Security für Mac die Datei in unserem Test nicht unterschieben. Den Versuch, eine fingierte Phishing-Website anzusteuern verhindert das Programm genauso wie den Download eines PUP (Potentially unwanted Program). Nur auf die Datei zum Testen des Cloud-Scanners reagiert Avast nicht. Offenbar verwendet das Antivirenprogramm keinen solchen – was aber bei einer regelmäßigen Aktualisierung der Virensignaturen kein großes Manko ist.

Komprimierte Malware erkennt Avast nur, wenn sie in den Archivformaten ZIPX und targz verpackt ist, andere gebräuchliche Formate wie ZIP und WinRAR unterstützt das Programm offenbar nicht. Auch das ist kein großes Problem. In einer Archivdatei richten Viren keinen Schaden an und sobald sie entpackt wird, reagiert der Echtzeit-Scanner.

Performance8,0

Avast Security für Mac bringt nicht unbedingt den schnellsten Virenscanner im Testfeld mit. Auf dem Testrechner, einem Mac mini, der bis auf ein frisch installiertes macOS High Sierra weitgehend leer ist, dauert der vollständige Systemscan 22 Minuten. Zum Vergleich: Bitdefender braucht für dieselbe Aufgabe etwas weniger als acht Minuten. Allerdings bremst die Software den Computer kaum aus. Download und Kopieren der Testdatei auf USB-Stick dauerten etwa gleich lang wie ohne Virenscanner.

KopierenDownload
Mit Avast 5 min 15 s 3 min 4 s
Ohne Virenschutz 5 min 30 s 2 min 49 s
PC-Performance mit und ohne Virenscanner.

Bedienung8,5

Wie üblich bei Virenscannern für den Mac verläuft die Installation nicht Mac-typisch. Das heißt: Das Programm ist nicht als Download im App Store verfügbar. Stattdessen laden Kunden eine Image-Datei im DMG-Format von der Website des Herstellers herunter. Diese enthält allerdings nicht die Programmdatei, die der Anwender nur noch in den gewünschten Ordner kopieren muss, sondern ein Installations- und ein Deinstallationsprogramm.

Die Installationsroutine kopiert nur eine kleine Programmdatei mit der Größe von 8,4 Megabyte in den Programme-Ordner des Macs. Das klingt nach äußerst geringem Speicherplatzbedarf, die Wahrheit sieht allerdings anders aus: Im Ordner „/Library/Application Support“ befindet sich ein großer Unterordner für Avast. Der gesamte Speicherplatzbedarf ist also deutlich größer. Er liegt bei 450 Megabyte.

Ärger bei Installation und Deinstallation

Um Avast sauber und ohne Rückstände von der Festplatte zu entfernen, reicht also das einfache Löschen der Programmdatei nicht. Der Nutzer muss das mitgelieferte Deinstallationsprogramm ausführen. Dieses wird jedoch während des Installationsprozesses nicht mit in den Programme-Ordner kopiert. Wer das übersieht und es versehentlich mit dem DMG-Image löscht, wird sich schwertun, Avast Security für Mac später ordentlich zu deinstallieren. Besonders benutzerfreundlich ist diese Lösung nicht.

Zumindest in der von uns getesteten kostenlosen Version werden zwei zusätzliche Programme mitinstalliert, Avast Passwords und Avast SecureLine VPN, falls der Anwender diese beim Installationsprozess nicht explizit abwählt. Der Passwortmanager Avast Passwords ist eine sinnvolle Draufgabe, schließlich kann er in der Grundversion kostenlos genutzt werden. Nur der integrierte Service Password Guardian, der den Anwender bei Passwort-Leaks warnt, kostet eine jährliche Gebühr. Bei Avast SecureLine VPN hingegen handelt es sich um eine auf sieben Tage beschränkte Testversion. Dass dieses Programm mitinstalliert wird, ist also reine Werbung ohne Mehrwert für den Kunden.

Kleine Schwächen in der Benutzerführung

Die Startseite des Programmfensters signalisiert mit einem grünen Hacken Sicherheit, wenn alle Schutzmodule des Programms aktiv sind. Wurde nur ein einziges deaktiviert, meldet es hingegen: „Sie sind nicht geschützt“. Das kann durchaus irritierend sein, denn es gibt gute Gründe, einzelne Schutzmodule zu deaktivieren. Wer beispielsweise seine E-Mails ohnehin nur im Browser liest, benötigt den E-Mail-Schutz nicht.

Benachrichtigungen, beispielsweise über die Aktualisierung der Virendatenbank oder über gefundene Viren, stellt Avast in kleinen Pop-ups dar. Anzeigedauer und Position auf dem Bildschirmlassen sich in den Einstellungen konfigurieren. Leider verwendet das Programm nicht die Mitteilungszentrale von macOS.

Auch wenn die beschriebenen Aspekte etwas unschön gelöst wurden, wirkt die Benutzerführung insgesamt angenehm. Das Antivirus-Programm ist intuitiv benutzbar und Anwender werden nicht mit einem Übermaß an Details überfordert.

Dokumentation und Support6,0

Anwender ohne Englischkenntnisse tun sich schwer, wenn sie etwas zu Avast Antivirus für Mac in Erfahrung bringen möchten. Auf Deutsch ist nämlich so gut wie keine Dokumentation zu dem Produkt verfügbar. Schon die Hilfe im Programm ist auf Englisch. Sie fällt sehr knapp aus und ist unübersichtlich, da ein Inhaltsverzeichnis fehlt.

Ein FAQ-Bereich auf der Website lässt sich auch über das Hilfemenü aufrufen. Die FAQs sind genauso unergiebig wie die Hilfedatei, die Formulierungen sind zwar andere, aber die Inhalte gleichen sich. Sie gehen kaum über abstrakt gehaltene Erklärungen zur prinzipiellen Funktionsweise des Programms hinaus. Nur acht Fragen beschäftigen sich mit konkreten Anleitungen zur Benutzung von Avast Security.

Konkrete Problemlösungen finden Anwender im Forum. Auch dieses ist in großen Teilen auf Englisch, ein deutschsprachiges Unterforum existiert allerdings. Dieses ist gut frequentiert, Stammnutzer beantworten viele Fragen und ab und zu melden sich auch Avast-Mitarbeiter zu Wort. Deutlich mehr tut sich jedoch im englischsprachigen Forum.

Technischen Produktsupport scheint es nicht zu geben. Auf der Website des Anbieters finden sich zwar Kontaktformulare, allerdings nur für „Verkauf und Rechnung“ und „Erstattungsfragen“.

Zusammenfassung8,2

Avast Security für Mac bietet kaum mehr als andere Antivirus-Programme für den Mac, ist aber deutlich teurer. Für den Preis des Programms bekommen Anwender in der Windows-Welt schon eine Internet-Security-Suite mit Extras wie Firewall und Kinderschutz.

Avast Security ist ein brauchbares Programm, kann aber nicht begeistern. Der Virenscanner ist relativ langsam, ein Schnell-Scan fehlt. Die Benutzeroberfläche irritiert durch unnötigen Alarmismus beim Deaktivieren einzelner Module, und Statusmeldungen werden nicht in die Mitteilungszentrale von macOS eingebunden. Es gibt zwar ein gut frequentiertes Forum, aber technischer Support wird offenbar nicht angeboten. Über all diese Dinge können Benutzer der kostenlosen Version wahrscheinlich hinwegsehen. Wer aber bereit ist, für die Sicherheit seines Rechners und seiner Daten Geld in die Hand zu nehmen, greift wohl lieber zu einem Produkt wie Bitdefender, das keines dieser Probleme aufweist.