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Rechtsschutzversicherungen

Die besten Rechtsschutzversicherungen im Vergleich

Anne Röttgerkamp
Platz Produkt Bewertung Preis
1 ARAG Rechtsschutz 4,94 12,57 €
2 DEVK-Rechtsschutz 4,82 15,59 €
3 Huk-Coburg Rechtsschutz 4,66 20,00 €
4 Allianz Rechtsschutz 4,58 20,92 €
5 ÖRAG Rechtsschutz 4,44 22,81 €
6 DEURAG Rechtsschutz 4,42 19,00 €
7 Allrecht Rechtsschutz 4,28 22,44 €
8 Advocard Rechtsschutz 4,24 28,64 €
9 R+V Rechtsschutz 3,96 22,46 €

Leistungen

Deckungssumme & Geltungsbereich

Kostenfaktoren

Vertragsabschluss & Konditionen

Support

Rundum-Schutz im Alltag

Das Wichtigste in Kürze:
  • Mit einer Rechtsschutzversicherung kann das finanzielle Risiko eines Rechtsstreits deutlich gemindert werden.
  • Je nach Bedarf lässt sich der Rechtsschutz individuell mit Bausteinen ergänzen.
  • Oftmals empfiehlt sich eine Kombination aus Privat-, Berufs-, Wohn- und Verkehrsrechtsschutz.
  • Besonders entscheidend ist die Höhe der Deckungssumme und der Strafkaution.

1. Rechtsschutzversicherung – Finanzielle Risikominderung im Streitfall

Anwalt
Die passende Rechtsschutzversicherung kann im Falle eines Rechtsstreits vor hohen Kosten schützen.

Im täglichen Leben kann jeder Mensch leicht in einen Rechtsstreit geraten. Egal, ob es sich um eine unklare Rechtslage nach einem Verkehrsunfall, einen Streit mit dem Arbeitgeber oder eine Auseinandersetzung in der Nachbarschaft handelt – aus einer banalen Meinungsverschiedenheit kann sich schnell ein kostspieliger Rechtsstreit entwickeln. Deswegen isit eine Rechtsschutzversicherung empfehlenswert. Ein individuell zugeschnittener Rechtsschutz bewahrt in den meisten Fällen vor einem hohen Kostenrisiko sowie langjährigen Prozessen. Zudem werden Versicherte durch einen erfahrenen Anwalt und eine professionelle Rechtsberatung unterstützt.

Doch nicht alle Rechtsschutzversicherungen sind auch in gleichem Maße gut und auf das persönliche Bedürfnis des Kunden ausgerichtet. Je nach gewünschtem Versicherungsschwerpunkt eignen sich manche Rechtsschutzversicherungen mehr als andere. Daher ist es sinnvoll, sich gleich von Anfang an klar zu machen, für welche Bereiche ein Rechtsschutz benötigt wird.

Tipp:Häufig hat sich eine Kombination aus dem Privat-, Berufs-, Wohn- und Verkehrsrechtsschutz bewährt.

Für die meisten Verbraucher hat sich eine Kombination der Rechtsschutzversicherungen aus den Bereichen Beruf, Verkehr, Privat und Wohnen bewährt. Doch auch hier gibt es weitere Abstufungen zu beachten. Bei vielen Versicherern wird daher ein individuelles Bausteinsystem angeboten, mit welchem sich jeder Kunde die gewünschten Leistungen der verschiedenen Rechtsschutzversicherungen flexibel zusammenstellen kann. Denn auch Faktoren wie etwa die Fahrzeuganzahl, die momentane Arbeitssituation oder die Tatsache, ob man zur Miete wohnt oder ein Eigenheim besitzt, sollten berücksichtigt werden. Ein guter Rechtsschutz bietet seinen Kunden zudem die Möglichkeit die Versicherung flexibel zu ergänzen beziehungsweise zu erweitern, wenn sich die Lebenssituation entsprechend ändert.

Rechtsschutzversicherung – Was ist das überhaupt?

Waage
Die Waage ist als Symbol der gerechten Rechtssprechung bekannt.

Eine Rechtsschutzversicherung greift im Konfliktfall und kommt für Anwalts- und Gerichtskosten auf. Aber auch die Ausgaben und die Aufwandsentschädigungen für Zeugen und Sachverständige sowie die Reisekosten zu Gerichtsterminen ins Ausland werden häufig von einer Rechtsschutzversicherung übernommen. Für eine außergerichtliche Konfliktlösung bieten die meisten Rechtsschutzversicherer außerdem die Bereitstellung eines Mediators. Dieses außergerichtliche Schlichtungsverfahren ist zum einen kostengünstiger und beinhaltet zum anderen die Möglichkeit den Rechtsstreit aus der Welt zu schaffen, ohne ein langfristiges Gerichtsverfahren ausfechten zu müssen. Gerade wenn beide Parteien auch in Zukunft miteinander auskommen wollen, ist es sinnvoll, dass der Konflikt nicht zu einem ernsthaften Gerichtsstreit ausartet.

Je nach Bedarf gibt es Rechtsschutzversicherungen für den privaten oder beruflichen Bereich. Aber auch Firmen- und Verkehrsrechtsschutz sowie gewerblicher und landwirtschaftlicher Rechtsschutz gehören zu dem großen Gebiet der Rechtsschutzversicherungen.

Häufig kann der Rechtsschutz online berechnet und sofort abgeschlossen werden. Fast alle Bausteinsysteme sind selbsterklärend und führen in wenigen Minuten zur gewünschten Rechtsschutzversicherung. Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist längst kein kompliziertes Unterfangen mehr, sondern ein schneller und einfacher Schritt zu mehr Sicherheit im Alltag.

Zu den besten Rechtsschutzversicherungen zählen unter anderem die ARAG-Rechtsschutzversicherung, die DEVK-Rechtsschutzversicherung sowie die HUK Coburg.

Rechtsschutzversicherung – Darauf sollten Sie achten!

Je nach Lebenslage, Alter, Budget oder Beziehungsstatus gilt es bestimmte Kriterien bezüglich der Auswahl einer guten Rechtsschutzversicherung zu beachten. Trotz der vielen Auswahlmöglichkeiten und Tarifoptionen gibt es eine gewisse Grundabsicherung, auf die Wert gelegt werden sollte:

  • Freie Wahl eines Rechtsanwalts
  • Kostenübernahme eines Mediators>
  • Straf-, Arbeits-, Opfer- und Steuer-Rechtsschutz
  • Beratungs-Rechtsschutz im Familien-, Lebenspartnerschafts- und Erbrecht
  • Höhe der Deckungssumme
  • Höhe der Strafkaution
  • Übernahme der Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten

In jedem Fall kann ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Kundenbetreuer weiterhelfen. Hierbei wird der individuelle Versicherungsschutz ermittelt und erörtert, ob die angebotenen Leistungen ausreichend sind.

2. Sechs Gründe für eine Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung schützt in vielen Fällen vor hohen Kosten. Wer einen Rechtsstreit verliert, muss ohne Rechtsschutzversicherung die Gerichtskosten und die Gebühren für den eigenen sowie den gegnerischen Anwalt übernehmen. Zudem sind die Rechtsverfolgungskosten in den vergangenen Jahren insgesamt um 30 Prozent gestiegen. Das heißt, wer zu seinem Recht kommen und nicht auf hohen Kosten sitzen bleiben möchte, ist auf die sachkundige Hilfe eines Rechtsanwalts angewiesen. Eine Rechtsschutzversicherung bietet im Vergleich zu manch anderen Versicherungen nicht immer den gleichen Schutz für den Versicherungsnehmer an. Abhängig vom jeweiligen Anbieter und Versicherungsumfang unterscheiden sich auch die versicherten Leistungen und damit auch die monatlichen Beiträge. Die meisten Rechtsschutzversicherungen übernehmen bei einem Rechtsstreit sowohl die Kosten für einen Anwalt, Sachverständigen und den Gerichtsprozess als auch die Reise- und Dolmetscherkosten.

Unklare Ausgangssituationen bieten Potenzial für einen Rechtsstreit

Autounfall
Unklare Fragen bei einem Verkehrsunfall können schnell zu einem Rechtsstreit führen.

Einer der wichtigsten Gründe für eine Rechtssschutzversicherung ist das Argument, dass jeder Mensch schnell in eine anwaltliche oder gerichtliche Auseinandersetzung verwickelt werden kann. Dabei muss er nicht einmal selbst der Auslöser für diesen Rechtsstreit sein. Eine unklare Frage bei einem Verkehrsunfall, ein kleiner Nachbarschaftsstreit oder eine Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber können Potenzial für einen Rechtsstreit bieten.

Da die Anwaltskosten selbst bei relativ harmlosen Konflikten durchaus schnell mehrere tausend Euro betragen können, lohnt sich in den meisten Fällen der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung. Dennoch besaß im Jahr 2014 nur jeder vierte deutsche Haushalt eine abgeschlossene Rechtsschutzversicherung. Speziell für Menschen, die besondere Risiken tragen, beispielsweise weil sie selbstständig sind, regelmäßig am Straßenverkehr teilnehmen oder einfach nur einen schwierigen Vermieter oder Arbeitgeber haben, lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung. Denn gerade im Arbeitsrecht muss in erster Instanz jede Partei – unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits – die Anwaltskosten selbst tragen. Auch bei Streitigkeiten mit dem Vermieter oder bei Verkehrsrechtangelegenheiten kann der Streitwert schnell sehr hoch sein.

Die Netzsieger-Redaktion hat daher die sechs zentralen Gründe, die für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sprechen, zusammengestellt:

Sechs Gründe für eine Rechtsschutzversicherung

3. Rechtsschutz – Die vier wichtigsten Bereiche der Rechtsschutzversicherung

Entscheidet sich der Verbraucher für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung, wird ihm meist ein Berufs-, Wohn-, Verkehrs- und Privatrechtsschutz vorgeschlagen. Oft lassen sich die verschiedenen Versicherungen sowohl einzeln als auch in einem preisgünstigeren Kombinations-Paket versichern. Je nach Bedarf und aktueller Lebenslage kann der Kunde individuell entscheiden, welche Aspekte für ihn wichtig sind. Häufig können alle Tarife nachträglich, das heißt nach der Mindestvertragslaufzeit, erweitert beziehungsweise auch wieder reduziert werden.
Die Redaktion stellt hier die vier wesentlichen Versicherungen vor, die ein guter Rechtsschutz beinhalten sollte.

Rechtsschutz für den privaten Bereich

Frau hält sich die Ohren zu
Der Privat-Rechtsschutz hilft bei Ärger im Alltag.

Der Privat-Rechtsschutz beinhaltet die Wahrnehmung rechtlicher Interessen im privaten Bereich. Bei vielen Anbietern sind sowohl der Lebens- oder Ehepartner sowie die eigenen Kinder bis zum 25. Lebensjahr mit in den Rechtsschutz eingeschlossen.
Gerät der Kunde beispielsweise in einen Nachbarschaftsstreit oder hat Ärger wegen eines Kauf- oder Reparaturvertrages, greift in diesen Fällen die Rechtsschutzversicherung. Auch Steuer- und Sozialrechtsangelegenheiten und teilweise auch das Einklagen von Studienplätzen sind in der Rechtsschutzversicherung inbegriffen. Sofern keine vorsätzliche Straftat vorliegt, sind auch Straf- und Bußgeldverfahren durch die Versicherung abgedeckt. Beratungsfragen, die das Familien- oder Erbrecht betreffen, sowie ein Rechtsschutz für Opfer von Gewaltstraftaten fallen ebenfalls in den Bereich des Privatrechtsschutzes.

Rechtsschutz für den Berufsbereich

Mobbing
Besonders für Arbeitnehmer kann eine Arbeits-Rechtsschutzversicherung von großem Vorteil sein.

Im Allgemeinen handelt es sich bei dieser Leistungsart um eine Versicherung, welche die gerichtliche und außergerichtliche Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus Arbeitsverhältnissen und aus öffentlichen Dienstverhältnissen beinhaltet.
Eine Arbeits-Rechtsschutzversicherung ist besonders für Arbeitnehmer interessant, da es im Arbeitsrecht die Besonderheit gibt, dass in erster Instanz jede Partei ihre Kosten selbst tragen muss. Einen Versicherungsschutz für den Berufsbereich gibt es meist nur in Kombination mit einer privaten Rechtsschutzversicherung.
Häufig kommt die Versicherung bei einer Kündigung, Abmahnung, Mobbing am Arbeitsplatz, Zeugniserteilung, Urlaubsanspruch und beim Thema Betriebsrente zum Einsatz.
Auch für Selbstständige spielt eine Berufs-Rechtsschutzversicherung eine zentrale Rolle, da sie die rechtlichen Interessen des Arbeitgebers vertritt. Muss einem Mitarbeiter beispielsweise verhaltensbedingt gekündigt werden oder sollen unberechtigte Arbeitnehmer-Ansprüche abgewehrt werden, springt die Versicherung ein.
Bei vielen Streitfällen am Arbeitsplatz hat sich die Mediation als Verfahren außergerichtlicher Konfliktlösung vielfach bewährt, da hierdurch Kosten und Zeit eingespart werden können. Sollte die Mediation hingegen keine Einigung herbeiführen, steht dem Versicherten weiterhin der Rechtsweg offen.

Rechtsschutzversicherung für den Wohnbereich

Haus
Eine Rechtsschutzversicherung für den Wohnbereich beinhaltet unter anderem Anliegen wie Nässe, Schimmelbefall oder Kündigung wegen Eigenbedarfs.

Eine Rechtsschutzversicherung für den Wohnbereich ist für nahezu alle Wohnungs- und Hausangelegenheiten zuständig. Hat der Versicherte es beispielsweise mit utopisch hohen Nebenkosten oder einer ungerechtfertigten Mieterhöhung zu tun, übernimmt die Versicherung in den meisten Fällen die Kosten. Auch bei Anliegen wie Nässe oder Schimmelbefall, Kündigung wegen Eigenbedarfs sowie Lärm- und Geruchsbelästigung durch Nachbarn greift die Rechtsschutzversicherung.
Kunden, die eine Garage, einen Abstellplatz oder eine Ferienwohnung besitzen, sollten an dieser Stelle darauf achten, dass die genannten Bereiche in der Versicherung beinhaltet sind.
Da sich nur die wenigsten Personen mit dem Thema Mietrechtschutz auskennen und das deutsche Mietrecht zudem schwer durchschaubar ist, lassen sich Problemfälle manchmal nur schwer erkennen und durchschauen. Ein Anwalt kann hierbei weiterhelfen. Er kennt die Fallstricke und kann im Ernstfall helfen damit umzugehen.

Verkehrsrechtsschutz

Versicherungsbereiche
Die vier wichtigsten Versicherungsbereiche im Überblick.

Der Verkehrsrechtsschutz ist besonders für Autofahrer ratsam. Bei insgesamt 2,4 Millionen Verkehrsunfällen jährlich (Stand: Deutschland, 2014), erscheint eine Rechtsschutzversicherung gerade an dieser Stelle unausweichlich.
Wird der Kunde in einen Verkehrsunfall verwickelt, übernimmt die Versicherer die Anwaltsgebühren, Zeugengelder sowie Sachverständigenhonorare. Außerdem werden Gerichtskosten und bei Bedarf auch die Kosten der Gegenseite vom Verkehrsrechtsschutz übernommen, die der Versicherte zu tragen hätte.
Für Parkdelikte wie beispielsweise Falschparken bieten hingegen die wenigsten Rechtsschutzversicherungen ihre Unterstützung an. Der Versicherungsbeitrag orientiert sich hierbei an der Anzahl der Fahrzeuge. Das heißt, wird der Verkehrsrechtsschutz auf ein Fahrzeug in der Familie beschränkt, fällt der Tarif meist günstiger aus.
Kunden, die häufig in den Urlaub fahren oder gar einen längeren Auslandsaufenthalt planen, sollten zudem darauf achten, einen weltweiten Verkehrsrechtsschutz abzuschließen. Die meisten Rechtsschutzversicherungen bieten eine Auslandsversicherung für mindestens sechs Monate an. Gleiches gilt für Versicherte, die häufig fremde Fahrzeuge beziehungsweise Mietwagen fahren – auch diese Optionen sollten bei Bedarf in dem Verkehrsrechtsschutz inkludiert sein.

4. Leistungseinschränkungen – Diese Kosten werden häufig nicht übernommen

Auch wenn die Rechtsschutzversicherung einen Großteil der Kosten, die durch Streitigkeiten entstehen, abdeckt, sollte der Versicherte dennoch einige Einschränkungen beachten, bei denen der Versicherungsschutz nicht greift. Eine der wichtigsten Prämissen für eine Kostenübernahme ist, dass die Streitigkeit einer der versicherten Leistungsarten zugeordnet werden kann. Ist dies nicht der Fall, greift die Rechtsschutzversicherung nicht.

Geldscheine
Um eine für alle bezahlbare Prämie zu gewährleisten, werden bestimmte Fälle vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Eine Rechtsschutzversicherung hat zwar die Aufgabe, ihre Kunden vor eventuellen Kosten, die im Laufe eines Rechtsstreits auf sie zukommen können, zu schützen, allerdings muss das zu einer Prämie geschehen, die auch für alle bezahlbar ist. Außerdem muss der Leistungsumfang der Rechtsschutzversicherung so gestaltet sein, dass er einem möglichst großen Kundenumfang gerecht wird – sowohl preislich als auch inhaltlich. Würden hingegen Bereiche versichert werden, die nur einen kleinen Kundenkreis betreffen, so müsste die Versicherung das durch eine Anhebung der Beiträge ausgleichen, die sich auf alle Versicherten bezieht. Somit wäre es unmöglich, eine günstige Prämie und gleichzeitig einen umfassenden  Rechtsschutz zu gewährleisten.
Aus diesem Grund werden die allgemeinen Vertragsbedingungen der Rechtsschutzversicherung zusätzlich durch die allgemeinen Risikoausschlüsse ergänzt.
Im Folgenden werden die fünf häufigsten Gründe für Leistungsausschlüsse bei Rechtsschutzversicherungen zusammengefasst:

Schäden, die durch Krieg und Streik entstehen

Im Zusammenhang mit feindseligen Handlungen, Unruhe, Streik, Aufruhr oder Krieg besteht kein Rechtsschutz für die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Kunden. Das heißt, wenn Menschen als Gemeinschaft Sachengegenständen und anderen Personen gegenüber gewalttätig werden oder plündern, besteht kein Rechtsschutz. Auch bei einem einseitigen Vorgehen eines Staates gegen einen anderen sowie bei Auseinandersetzungen zwischen Völkern und Staaten, die mit Waffengewalt geführt werden, greift der Rechtsschutz nicht.

Nuklearschäden

Bei Nuklearschäden, die durch ein Atomkraftwerk verursacht werden, besteht ebenfalls kein Rechtsschutz für die Wahrnehmung rechtlicher Interessen. Genetische Schäden an einer Keimzelle zählen ebenfalls zu den ausgeschlossenen Versicherungsangelegenheiten. Tritt dieser Schaden jedoch durch eine medizinische Behandlung ein, gilt der Ausschluss nicht mehr. Hier kann das eigene Recht über die Rechtsschutzversicherung geltend gemacht werden, da die Versicherung in der Regel einer Deckung des Prozesses zusagt.

Spiel und Wette, Termin- und Spekulationsgeschäfte

Roulette
Verluste, die durch Spiel- und Wettverträge entstehen, fallen in den Ausschlussbereich.

Kosten für Streitigkeiten aus Termin- und Spekulationsgeschäften sind vom Rechtsschutz, ebenso wie Verluste, die durch Spiel- und Wettverträge entstehen, ausgeschlossen.
Da die vereinbarten Bedingungen bei Spielgeschäften vom Zufall oder von der Geschicklichkeit abhängig sind, lassen sich diese Bereiche nicht in die Rechtsschutzversicherung einschließen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es eine staatliche Genehmigung für die Ausspielung gibt. Dadurch fallen auch staatliche Lotterien wie beispielsweise Rennwetten, Lotto und Klassenlotterie in den Ausschlussbereich.

Halte- und Parkverstöße

Kommt es zu einem Verwaltungs- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren, das auf dem Vorwurf eines Halte- oder Parkverbots basiert, so ist die Wahrnehmung rechtlicher Interessen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Demzufolge übernimmt die Rechtsschutzversicherung auch keine Kosten für Strafzettel, die zum Beispiel durch Falschparken entstehen.

Vorsatztaten

Einbruch
Auch vorsätzliche Straftaten sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Für Rechtsstreitigkeiten, in denen der Versicherte eine Straftat vorsätzlich begangen hat, besteht kein Versicherungsschutz. Die Rechtsschutzversicherung greift auch nicht, wenn durch Dritte behauptet wird, dass die Straftat vorsätzlich verschuldet wurde. Der Rechtsschutz wird jedoch gewährt, wenn deutlich erkennbar ist, dass der Vorwurf unbegründet ist beziehungsweise auch, wenn sich die Anschuldigung im Nachhinein als unbegründet herausstellt.
Für das Greifen des Versicherungsausschlusses muss eine Straftat des Versicherungsnehmers vorangegangen sein. Eine Ordnungswidrigkeit fällt demnach nicht unter den Rechtsschutz-Ausschluss – selbst wenn sie vorsätzlich begangen wurde. Es muss ein verwirklichter Tatbestand vorliegen, dem eindeutig ein begründeter Vorsatz zugrunde liegt.
Im Allgemeinen muss bei jedem Versicherungsfall einzeln geprüft werden, ob die Wahrnehmung rechtlicher Interessen unter den Ausschluss fällt.

5. Rechtsschutzversicherung – Wichtige Fachbegriffe

Für den erfolgreichen Abschluss einer Rechtsschutzversicherung wird häufig die Kenntnis wesentlicher Fachtermini vorausgesetzt. Damit sich der Versicherte in allen Bereichen auskennt und zudem einen eingehenden Vergleich der verschiedenen Anbieter anstellen kann, hat die Redaktion die zentralen Begriffe aus dem großen Gebiet der Rechtsschutzversicherungen zusammengestellt.
Das nachstehende Glossar erklärt die wichtigsten Bezeichnungen und gibt präzise Erklärungen. Durch das Verstehen des versicherungstechnischen Fachjargons lassen sich sowohl unnötige Vertragsklauseln vermeiden als auch Versicherungslücken schließen. Außerdem kann der Versicherte bei der Berechnung des Rechtsschutzes eindeutige Angaben zu seinem gewünschten Versicherungsumfang machen.

Glossar

Deckungssumme:
Hiermit ist der Maximalbetrag gemeint, den die Versicherung im Schadenfall laut Vertrag aufzubringen hat. Während es noch viele Altverträge ohne Begrenzung gibt, sind die Rechtsschutzversicherer in den vergangenen Jahren dazu übergegangen die Deckung einzuschränken.
Geltungsbereich:
Der Geltungsbereich enthält die Länder, in denen der versicherte Personenkreis oder Gegenstand Rechtsschutz genießt. Meist handelt es sich um Angaben dazu, ob der Rechtssschutz sowohl im außereuropäischen als auch im innereuropäischen Raum besteht.
Mediation:
Die Mediation ist ein zeitsparendes Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung des Rechtsstreites. Die Mediatoren sind hierbei unabhängig, vertraulich und an einer konstruktiven Konfliktbearbeitung interessiert.
Ordnungswidrigkeiten:
Rechtsverstöße, die nicht als Straftaten gelten und deshalb nicht mit einer Strafe, sondern mit einer Geldbuße geahndet werden, fallen in den Bereich der Ordnungswidrigkeiten.
Risikoausschluss:
Hiermit sind besondere Tatbestände und damit Risiken gemeint, die für die Mehrheit der Versicherten nicht in Betracht kommen. Ziel der Versicherung ist es, den Kunden ein kalkulierbares Leistungsangebot unterbreiten zu können.
Selbstbeteiligung:
Häufig auch als Selbstbehalt bezeichnet; meint bei Rechtsschutzversicherungen den Anteil, den der Versicherte bei einem Rechtsstreit selbst zu zahlen hat. Hierbei wird eine absolute oder prozentuale Beteiligung vertraglich vereinbart.
Strafkaution:
Eine Strafkaution ist eine Sicherheitsleistung, die in einem Rechtsschutzfall aufgebracht werden muss. Indem die Versicherung einen vertraglich vereinbarten Geldbetrag hinterlegt, können in- und ausländische Behörden von einer Strafverfolgung absehen.
Versicherungsausschluss:
Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt werden, Straftaten sowie die Übernahme von Bußgeldern sind in keinem Versicherungsschutz beinhaltet. Eine Kostenübernahme wird daher ausgeschlossen.

6. Rechtsschutz und Alter: Ab wann lohnt sich eine eigene Rechtsschutzversicherung?

Obwohl eine Rechtsschutzversicherung allen Personen nahegelegt wird, hat die Versicherung ihre eigene "Durchschnitts-Klientel", die hauptsächlich den Rechtsschutz in Anspruch nimmt. Überwiegend wird die Versicherung von Menschen mittleren und höheren Alters abgeschlossen. Außerdem gehören sie meist zu einer durchschnittlich bis besser verdienenden Einkommensgruppe, die sich der konkreten Risiken bewusst ist und sicherstellen möchte, dass sie im Falle eines Rechtsstreits mit voller Kostendeckung vor Gericht ziehen kann.
Nichtsdestotrotz ist eine Rechtsschutzversicherung auch für jüngere Menschen eine attraktive Option. Denn auch diese Zielgruppe ist gegebenenfalls darauf angewiesen, ihre Rechte vor Gericht durchzusetzen.
Entscheidend ist lediglich die Frage, welche Gebiete des Rechtsschutzes von Bedeutung sind. Abhängig von Faktoren wie den Lebensumständen und dem Familienstand gibt es drei zentrale Bereiche des Rechtsschutzes, die auch für junge Menschen interessant sind.
Am wichtigsten ist an dieser Stelle der Verkehrsrechtsschutz. Statistiken zeigen, dass junge Leute häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt sind – auch wenn sie längst nicht immer die Schuld an den Unfällen tragen.

Mietvertrag
Bei Konflikten mit dem Vermieter, den Nachbarn oder hausverwalter hilft der Mietrechtschutz.

Wer zur Miete wohnt, kann zusätzlich von einem Mietrechtsschutz profitieren. So sind Streitfälle wegen Kündigung, Mieterhöhung oder ungerechtfertigt hohen Nebenkosten abgesichert. Aber auch Konflikte mit dem Nachbarn und der Hausverwaltung unterstützt die Rechtsschutzversicherung.
Interessant ist auch eine Absicherung des Arbeitsplatzes. Der Arbeitsrechtsschutz, auch Berufsrechtsschutz genannt, hilft bei Streitigkeiten im Rahmen von Arbeitsverhältnissen. Er bietet Schutz und finanzielle Entlastung bei rechtlichen Streitigkeiten, die das Arbeitsumfeld betreffen.
Eine interessante Option ist der Abschluss eines vollständigen Rechtsschutz-Pakets. Ist ein umfassender Versicherungsschutz gewünscht, stellen Kombinationsmöglichkeiten meist eine günstigere Variante dar. So ist es beispielsweise bei vielen Anbietern aus finanzieller Sicht besser, einen ausführlichen Privatrechtsschutz zu wählen, als zwei oder drei Einzelpakete miteinander zu kombinieren.
Ändert sich im Laufe der Jahre die Lebenssituation, weil eine Familie gegründet oder ein Eigenheim angeschafft wird, ist es selbstverständlich wichtig, die Rechtsschutzversicherung stets an die neue Situation anzupassen.

7. Vier Fragen, die Kunden vor Versicherungsabschluss stellen sollten

Neben der entscheidenden Tatsache, ob eine Rechtsschutzversicherung benötigt wird, bestehen vier weitere zentrale Fragen, die sich der potenzielle Versicherte vor Vertragsabschluss einer Rechtsschutzversicherung stellen sollte. Abhängig von individuellen Faktoren wie Wohnsituation und Lebenslage spielen die jährliche Beitragshöhe und die Versicherungssumme eine wichtige Rolle. Auch der Zeitraum, ab dem der Rechtsschutz greift, sowie die Orte, wo die Rechtsschutzversicherung greift, sind von Bedeutung.
An dieser Stelle werden Antworten zu den vier zentralen Fragen des Rechtsschutzes gegeben und dem Kunden geholfen, den passenden Vertrag zu finden:
 

Wie hoch ist der Versicherungsbetrag?

Familie
In den meisten Fällen lohnt sich ein Gesamtschutz für alle Familienmitglieder.

Bei den meisten Rechtsschutzversicherern hat der Kunde die Wahl, ob er seinen Beitrag monatlich, halb- oder vierteljährlich oder gar jährlich zahlen möchte. In letzterem Fall lässt sich teilweise viel Geld einsparen, da die meisten Versicherungen einen Rabatt gewähren, wenn der Versicherungsbeitrag in einem Stück gezahlt wird. Ebenfalls ist es von Bedeutung, ob eine einzelne Person oder eine ganze Familie in der Rechtsschutzversicherung eingetragen ist. Allerdings liegen aus finanzieller Sicht betrachtet die Prämien für Singles und Familien nicht allzu weit auseinander, sodass sich eine Versicherung für alle Haushaltsmitglieder meist lohnt.

Ab wann greift die Versicherung?

Im Allgemeinen besteht für Versicherte, die noch nie eine Rechtsschutzversicherung besessen haben, eine sogenannte Wartezeit. In der Regel beträgt diese bei den meisten Versicherungen drei Monate. In einigen Fällen kann es jedoch auch sechs Monate dauern, bis die Rechtsschutzversicherung greift. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass der Kunde erst eine Rechtsschutzversicherung abschließt, wenn er in einen Konfliktfall verwickelt ist. So ist es auch nicht möglich oder sinnvoll, eine Rechtsschutzversicherung rückwirkend abzuschließen. Keine Wartezeit besteht hingegen häufig im Schadenersatz-, Straf-, Ordnungswidrigkeiten- und Opfer-Rechtsschutz.

Wie hoch ist die Versicherungssumme?

Hierbei geht es hauptsächlich um die Frage, bis zu welchem Streitwert die Rechtsschutzversicherung Zahlungen leistet. Oft unterscheidet die Versicherung zwischen in- und ausländischen Streitigkeiten. So sind Streitfälle in Deutschland häufig bis zu einer unbegrenzten Versicherungssumme beinhaltet. Im Ausland gelten jedoch andere Maßstäbe. Besonders in den USA gilt oft eine Begrenzung, was die Höhe des Streitwertes betrifft. Personen, die einen längeren Auslandsaufenthalt planen, sollten sich daher rechtzeitig über ihren Versicherungsschutz informieren.

An welchen Orten gilt der Versicherungsschutz?

In Anlehnung an die Frage, wie hoch die Versicherungssumme ist, stellt sich die Frage nach Regionen, in denen die Rechtsschutzversicherung gilt. Manche Versicherer beschränken sich auf Europa, bei anderen greift die Rechtsschutzversicherung weltweit. Auch hier sollten Vielreisende darauf achten, dass sie in allen Ländern ausreichend Rechtsschutz genießen.

Weltkarte
Vielreisende sollten darauf achten, in welchen Ländern ihr Versicherungsschutz gilt.

8. Tarifberechnung – Diese Angaben werden für eine individuelle Beitragserfassung benötigt

Für den erfolgreichen Abschluss einer Rechtsschutzversicherung benötigen Versicherungsunternehmen individuelle Angaben für eine persönliche Berechnung des Tarifes. Damit die Versicherung ein genaues Angebot unterbreiten kann, sollte der Versicherte alle Fragen wahrheitsgetreu beantworten und bei Unsicherheiten gegebenenfalls einen Kundenbetreuer kontaktieren.
Der erste Schritt beinhaltet die Überlegung, welche Gebiete im Einzelnen überhaupt versichert werden sollen. Bei fast allen Rechtsschutzversicherungen kann der potenzielle Kunde aus den Bereichen Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr wählen. Meist hat sich eine Kombination aus allen vier Rechtsschutzversicherungen bewährt, um einen umfassenden Schutz garantieren zu können.
Zu den wichtigsten Angaben der Tarifberechnung zählen – neben Name und Adresse – der Familienstand und die berufliche Situation. Denn ob eine alleinstehende Person oder eine ganze Familie versichert werden soll, macht einen Unterschied. Die preisliche Differenz ist hierbei jedoch nicht allzu groß. Häufig lassen sich Lebenspartner und Kinder gegen einen verhältnismäßig geringen Aufpreis mit in die Rechtsschutzversicherung einschließen.

Tarifberechnung
Für die Beitragsberechnung werden unter anderem Angaben zum Familienstand und zur beruflichen Situation benötigt

Bei der Angabe zu der beruflichen Situation geht es hauptsächlich darum, ob der Kunde als Beamter beziehungsweise im öffentlichen Dienst beschäftigt ist oder er sich bereits in Rente befindet. Aufgrund der Tatsache, dass Beamte nicht so leicht wie andere Arbeitnehmer gekündigt werden können, kommt es häufig zu der Annahme, dass kein Arbeitsschutz benötig wird. Hierbei handelt es sich jedoch um einen weitverbreiteten Irrglauben, denn Beamte haben lediglich mit anderen Streitursachen zu kämpfen als beispielsweise Angestellte. Eine Rechtsschutzversicherung ist also genauso zu empfehlen wie bei anderen Personen auch.
Vor Vertragsabschluss erfragt die Versicherung für gewöhnlich, ob eine Vorversicherung besteht und weshalb der Kunde diese gegebenenfalls wechseln möchte. Hat die alte Versicherung den Vertrag beispielsweise aufgrund eines problematischen Falles beendet, kann es sein, dass der Kunde Schwierigkeiten bei dem Abschluss der neuen Rechtsschutzversicherung bekommt. Zudem müssen bei den meisten Versicherungen die Schäden der vergangenen fünf Jahre angegeben werden, damit die Versicherer einen Eindruck von dem potenziellen "Risiko" erhalten, das von dem Neukunden ausgeht.
Ein wesentlicher Aspekt ist auch die Höhe der Selbstbeteiligung, da diese den monatlichen beziehungsweise jährlichen Beitrag ausschlaggebend beeinflusst. Bei einer guten Rechtsschutzversicherung hat der Kunde die Wahl zwischen 0 Euro und 1.000 Euro Selbstbeteiligung. Bei manchen Versicherern – speziell bei deren Basis-Tarifen – lässt sich die Summe jedoch nicht frei wählen, sondern beträgt häufig 150 Euro.
Die Berechnung des Tarifes orientiert sich ebenfalls an der Laufzeit der Rechtsschutzversicherung. Je länger der Zeitraum für die Versicherung abgeschlossen wird, desto günstiger ist auch der Tarif. Bezahlt der Kunde den Versicherungsbeitrag zudem jährlich und nicht monatlich, kann er zusätzlich Geld sparen.

9. Support – Das sollte eine gute Kundenbetreuung ihren Versicherten bieten

Tastatur und Telefon
Eine gute Kundenbetreuung sollte mindestens die Möglichkeit zur telefonischen Kontaktaufnahme bieten.

Auch wenn sich die meisten Rechtsschutzversicherungen heute bequem online abschließen lassen, sollte der Versicherte dennoch auf eine umfangreiche Betreuung achten. Gerade für Kunden, die Wert auf eine persönliche Beratung und Fallbesprechung legen, ist es wichtig, dass die Versicherung mit einer Filiale vor Ort vertreten ist. So kann jederzeit das persönliche Gespräch gesucht und Hilfe in Anspruch genommen werden. Für den Fall, dass es keinen regionalen Ansprechpartner gibt, sollte mindestens die Möglichkeit der telefonischen Kontaktaufnahme bestehen. Außerdem bieten ein Live-Chat sowie ein E-Mail-Support eine sinnvolle Ergänzung. Für dringende Schadensangelegenheiten verfügen die meisten Versicherer über ein Online-Formular zur Schadensmeldung. In Kombination mit einer 24-Stunden-Hotline ist die Versicherung ein guter Ansprechpartner für wichtige und eilende Angelegenheiten. Zudem stellen die meisten Rechtsschutzversicherungen eine telefonische Anwaltsberatung zur Verfügung. Hier können eine Rechtsberatung sowie eine Besprechung des Sachverhalts durch einen unabhängigen Anwalt erfolgen. Viele Rechtsschutzversicherungen kooperieren hierfür mit einem bundesweiten Netz aus mehreren tausend Anwälten. Für eine außergerichtliche Konfliktlösung bieten fast alle Versicherungen die Inanspruchnahme eines Mediators an. So lassen sich Streitfälle zeit- und kostensparend beheben, ohne dass ein Gang zum Gericht nötig wird. Da sich unter Versicherten häufig ähnliche Fragen auftun, verfügen die meisten Rechtsschutzversicherungen über einen ausführlichen FAQ-Bereich. Hier kann sich der Kunde schnell Informationen zu Tarifen, Leistungen, Ausschlüssen und Vertragskonditionen einholen.
Ein besonderes Highlight, das jedoch nicht alle Versicherungsunternehmen anbieten, ist der sogenannte Identitäts-Schutz, der einem Missbrauch von Identitätsschäden vorbeugt. Durch Online-Monitoring wird die Verbreitung persönlicher Daten im Internet beobachtet und gegebenenfalls vor verdächtigen Fundstellen gewarnt. Die Tatsache, dass nicht jede Rechtsschutzversicherung über alle hier aufgeführten Support-Möglichkeiten verfügt, zeichnet sie jedoch noch lange nicht als unzureichend aus. Je nach Bedarf legen Kunden unterschiedlichen Wert auf Kontaktmöglichkeiten und Beratungsgespräche. Während für manche die persönliche Betreuung im Vordergrund steht, reicht es anderen aus, wenn der Support per E-Mail oder Live-Chat erreichbar ist. Hier sollte den eigenen Vorlieben nachgegangen und die Rechtsschutzversicherung individuell ausgesucht werden.

Support Rechtsschutzversicherung
Sechs Bereiche, die ein guter Support beinhalten sollte.

10. Versicherungswechsel – Das sollten Versicherte bei einer Kündigung beachten

Kündigung
Der Versicherte sollte seine bestehende Versicherung keinesfalls leichtfertig kündigen.

Entscheidet sich der Kunde für einen Wechsel der Rechtsschutzversicherung, ist es wichtig, auf einen nahtlosen Übergang beider Verträge zu achten. Hierdurch entfällt die ansonsten anfallende Wartezeit, während derer normalerweise keine Leistungen in Anspruch genommen werden können. Auch wenn ein neues Angebot verlockend erscheint, sollte sich der Versicherte keinesfalls dazu entschließen, einen bestehenden Vertrag leichtfertig zu kündigen. In manchen Bereichen bieten alte Vertragsabschlüsse sogar umfassendere Leistungen an als die neuen. Die Höhe der Versicherungssumme, bis zu welcher der Versicherer zahlt, sollte definitiv geprüft werden. Diese ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt mittlerweile bei mindestens 200.000 Euro. Fällt sie bei dem eigenen Anbieter deutlich geringer aus, ist es empfehlenswert, über einen Versicherungswechsel nachzudenken. Zudem ist es wichtig, dass Kunden die Mindestvertragslaufzeit sowie die Kündigungsfrist beachten. Meist schließt der Versicherte den Vertrag über wenigstens ein Jahr ab und hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ablauf des Vertrages.
Wird dem Versicherten vom Anbieter selbst gekündigt, hat er danach häufig Schwierigkeiten, einen neuen Vertrag abzuschließen. Daher ist es sinnvoll (im Falle einer drohenden Kündigung), den Vertrag selbst zu beenden und sich rechtzeitig nach einer neuen Versicherung umzusehen.
Viele Versicherungsunternehmen bieten vorgefertigte Musterformulare zur Kündigung an. Wichtig ist, dass eine Kündigung immer schriftlich erfolgen und handschriftlich unterschrieben sein muss. Maßgeblich für die Einhaltung der Kündigungsfrist ist das Datum, an dem die Kündigung beim Versicherer eingeht.
Bei vielen Versicherungen gilt ein Sonderkündigungsrecht. Es kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn eine Beitragserhöhung (trotz gleichbleibender Leistungen) ansteht. Bei dieser Möglichkeit handelt es sich um ein außerordentliches Kündigungsrecht, das eintritt, wenn im Normalfall erst zu einem späteren Zeitpunkt gekündigt werden kann. Einzelheiten hierzu finden sich in den vertraglichen Konditionen des jeweiligen Anbieters.

11. Die fünf Bewertungskriterien

Die hohe Zahl der angebotenen Rechtsschutzversicherungen macht es nicht leicht sich einen Überblick zu verschaffen. Bevor sich Interessierte endgültig auf einen Anbieter festlegen, sollten sie sich den jeweiligen Versicherungsschutz im Einzelnen anschauen und individuell entscheiden. Die Redaktion stellt fünf relevante Bewertungskriterien vor, die einen wesentlichen Einfluss auf die angebotenen Leistungen und den Versicherungsumfang haben.

Leistungen

Hierbei geht es um die Frage des Preis-Leistungs-Verhältnisses sowie die Auswahl der angebotenen Tarife. Die Redaktion evaluiert in diesem Bewertungskriterium die Leistung der verschiedenen Policen und wirft einen Blick in die verschiedenen Kosten. Unter anderem prüfen wir hier, ob sich die Versicherung an den persönlichen Lebensstil anpassen lässt. So sollte die Police beispielsweise im Falle einer Hochzeit oder der Geburt eines Kindes flexibel erweitert oder reduziert werden können.
Ebenfalls wird an dieser Stelle geprüft, welche Lebensbereiche versichert sind, ob es eine Konfliktlösung durch einen Mediator gibt und wie die Grundabsicherung im Detail aussieht.
Die beispielhaften Tarifberechnungen in den Tests orientieren sich hierbei an folgenden Faktoren: Single-Haushalt, 150,00 Euro Selbstbeteiligung, nicht-selbstständiger Arbeitnehmer und Fahrzeughalter.

Deckungssumme und Geltungsbereich

Dieser Versicherungsbereich ist besonders für Vielreisende interessant, da an dieser Stelle die Höhe der Versicherungssumme sowohl für den europäischen als auch den nicht-europäischen Raum erläutert wird. In diesem Bewertungskriterium informiert die Redaktion über die Länder, in welchen der angebotene Schutz rechtskräftig ist. Im besten Fall handelt es sich um eine unbegrenzte und weltweit geltende Deckungssumme, da der Kunde hiermit im Ernstfall am besten abgesichert ist.

Kostenfaktoren

Ein zentraler Aspekt einer guten Rechtsschutzversicherung ist die frei wählbare Höhe der Selbstbeteiligung. Idealerweise kann an dieser Stelle zwischen einem Betrag von 0,00 Euro und 500,00 Euro gewählt werden. Dementsprechend gestaltet sich auch die Höhe des monatlichen Beitrags.

Um im absoluten Ernstfall abgesichert zu sein, sollten Versicherte auch die Höhe der Strafkaution betrachten. Hierbei handelt es sich um einen Geldbetrag, der bei einer Strafverfolgungsbehörde hinterlegt wird, damit diese vorerst von der Strafverfolgung absieht.

Aber auch die die Erstattung von Anwalts-, Gerichts-, und Sachverständigen-Kosten spielt eine wesentliche Rolle bei der Wahl des Rechtsschutzes. Denn je größer der Umfang der Kosten, die übernommen werden, desto besser der Schutz, den Versicherte im Konfliktfall erhalten.

Vertragsabschluss und Konditionen

Um einen reibungslosen Vertragsabschluss zu garantieren, ist es von Vorteil, wenn die vertraglichen Konditionen übersichtlich und gut strukturiert aufgelistet sind. In den meisten Fällen lässt sich der Rechtsschutz innerhalb weniger Schritte online berechnen und abschließen. Doch auch die Mindestlaufzeit sowie die Kündigungsfrist sollten leicht aufzufinden sein, um Seriosität und Vertrauen zu schaffen.

An dieser Stelle muss auch darauf geachtet werden, wie lange es dauert, bis der Versicherungsschutz überhaupt greift. In der Regel wird hier von einer sogenannten "Wartezeit" gesprochen, welche bei den meisten Rechtsschutzversicherungen drei Monate beträgt.

Support

Beratungsgespräch
Besonders im Bereich Versicherungen ist eine gute Beratung entscheidend.

Auch wenn sich die meisten Rechtsschutzversicherungen online abschließen lassen, ist eine persönliche Vor-Ort-Betreuung dennoch von großem Vorteil. Einige Versicherungen sind mit zahlreichen Filialen deutschlandweit vertreten. Ist dies nicht der Fall, sollte zumindest überprüft werden, ob es eine 24-Stunden Hotline gibt, die der Versicherte im Ernstfall kontaktieren kann. Bei vielen Anbietern gibt es daher eine sogenannte "Anwaltshotline", die auch in der Nacht angerufen werden kann. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Grundausstattung des Support-Bereichs folgende Leistungen beinhaltet: ein Kontaktformular, die Möglichkeit einen Rückruftermin zu vereinbaren, einen Live-Chat sowie ein Online-Lexikon, um versicherungstechnische Begriffe nachzuschlagen.

badgeFazit der Redaktion

Alle getesteten Rechtsschutzversicherungen durchlaufen im Vergleich jede dieser fünf Bewertungskategorien. Die ermittelten Einzelnoten werden am Ende in einer Gesamtnote zusammengefasst, aus welcher sich wiederum die Rangliste ergibt. Auf diese Weise versuchen wir, nicht nur die signifikanten Vor- und Nachteile des jeweiligen Rechtsschutzes zu erläutern, sondern auch potentiellen Kunden bei ihrer individuellen Kaufentscheidung zur Seite zu stehen.