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Private Krankenversicherungen

Test und Vergleich

Ambulante Leistungen

Stationäre Leistungen

Zahnärztliche Leistungen

Auslandskrankenschutz

Weitere Services

Die besten Privaten Krankenversicherungen 2016 im Test

1. Private Krankenversicherungen im Überblick

Das Wichtigste in Kürze
  • Private Krankenversicherungen bieten einen auf individuelle Bedürfnisse angepassten Schutz.
  • Auch gesetzlich Krankenversicherte können eine private Zusatzversicherung abschließen.
  • In Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Gesetzlich ist jeder verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Nur wenige Personengruppen sind von der Pflicht, sich gesetzlich zu versichern, ausgenommen.

PKV

2. Die Krankenversicherung in Deutschland

Organisation der Krankenkassen in Deutschland
Allgemeine Ortskrankenkassen
Betriebskrankenkassen
Ersatzkassen
Innungskrankenkasse
Knappschaft
Landwirtschaftliche Krankenkasse

Unter Otto von Bismarck wurde 1883 erstmals ein Krankenversicherungssystem in Deutschland eingeführt. Die Initiierung und Öffnung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) war Teil der Etablierung einer umfassenden Sozialversicherung. Sie resultierte aus den wachsenden sozialen Zerwürfnissen im Zuge der Industrialisierung und der Erstarkung der Sozialdemokratie. Das neue Gesetz sah erstmals auch vor, dass Versicherte bei längerer Krankheit Krankengeld erhalten.

Was damals vor allem für die Arbeiter – im Besonderen die Industriearbeiter – vorgesehen war, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem System, das die komplette Bevölkerung absichern sollte. Zur umfassenden Sozialversicherung wurden in späteren Jahren Gesetzte zur Unfall- (1884), Renten- (1889), und Arbeitslosenversicherung (1927) beschlossen. Zur Zeit ihrer Entstehung war die Sozialversicherung eines der fortschrittlichsten Systeme weltweit.

Das System der Krankenversicherung in der BRD

Durch dauernde Reformen wurde das Sozialversicherungssystem den Zeitumständen angepasst. So wurde 1995 die Pflegeversicherung eingeführt und damit eine große Versorgungslücke geschlossen. Zudem besteht in der Bundesrepublik Deutschland seit 2007 eine allgemeine Versicherungspflicht, die alle Bürger betrifft. Einige Berufsgruppen sind allerdings von dieser Pflicht befreit beziehungsweise können sich auf Wunsch befreien lassen.

Im Lauf der Jahrzehnte, in denen das Krankenkassensystem in Deutschland besteht, sind die gesetzlichen Krankenkassen aus einer Vielzahl immer weiter fusioniert. Von 1.815 im Jahr 1970 ist ihre Anzahl 2015 auf 124 gesunken.

Die Zusammensetzung der Beitragszahlungen

Die Beiträge für die Gesetzliche Krankenkasse bemessen sich prozentual am Gehalt der versicherten Person, sind jedoch nach oben hin begrenzt. Diese Beitragsbemessungsgrenze liegt 2015 bei 4.125 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze 2016 hat das Bundeskabinett auf 4.237,50 Euro im Monat und 50.850 Euro im Jahr festgelegt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen den aktuellen Prozentsatz von 14,6 Prozent je zur Hälfte. Dazu kommt ein Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse in einem bestimmten Rahmen selbst festlegen kann und den der Arbeitnehmer zahlt. In der Regel liegt dieser zwischen 0,5 und 1,2 Prozent.

In Deutschland besteht die freie Wahl der Krankenkasse. Das macht vor allem vor dem Hintergrund der unterschiedlich hohen Zusatzbeiträge Sinn. Zudem unterscheiden sich die Krankenkassen im Angebot von diversen Zusatzleistungen und Bonusprogrammen. Um den Wettbewerb auf dem freien Markt zu wahren, können Versicherte so immer zwischen den unterschiedlichen Angeboten der Krankenkassen frei wählen.

Wie die privaten Versicherungen die Beiträge für die Krankenversicherung bemessen, zeigt das Video des Verbands der Privaten Krankenversicherung:

In der Bundesrepublik Deutschland gilt die allgemeine Versicherungspflicht

In Deutschland gilt die Versicherungspflicht für die Krankenversicherung prinzipiell für jeden. Nur wenige Berufsgruppen sind von dieser Regelung von vornherein ausgenommen. Eine Versicherungspflicht bedeutet, dass eine Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse abgeschlossen werden muss. Sie gilt für folgende Personengruppen:

Arbeitnehmer Leistungsbezieher von ALG I oder ALG II Unternehmer in der Landwirtschaft sowie deren Familienangehörige
Künstler und Publizisten Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe, die auf Erwerbstätigkeit vorbereitet werden Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
Behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten und in Anstalten, Heimen oder gleichartigen Einrichtungen Studenten Praktikanten und Auszubildende ohne Arbeitsentgelt
Azubis des Zweiten Bildungswegs Rentner/Rentenantragsteller, die eine bestimmte Vorversicherungszeit erfüllt haben Personen ohne entsprechenden Krankenversicherungsschutz und in einer vergleichbaren Situation wie andere im GKV-System oder die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren.
 

Diese Berufsgruppen genießen die Versicherungsfreiheit

Bestimmte Gruppen sind von der Versicherungspflicht ausgenommen und müssen sich nicht in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Sie haben die Wahl zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherungen, müssen aber eines der beiden Modelle wählen.

Arbeiter und Angestellte,
deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt.
Beamte, Richter, Soldaten und sonstige Beschäftigte im Staatsdienst,
wenn sie bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben.
Studenten,
die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind.
Geistliche,
wenn sie bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe haben.
Lehrer,
die an Privatschulen hauptamtlich beschäftigt sind, wenn sie bei Krankheit Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe haben.
Staatsdiener,
wenn ihnen ein Anspruch auf Ruhegehalt oder ähnliche Bezüge zuerkannt wird und sie Anspruch auf Beihilfe haben.
Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und ähnliche Personen
mit gemeinnützigen Tätigkeiten, die nur über Geld verfügen, das zur Beschaffung der unmittelbaren Lebensbedürfnisse an Wohnung, Verpflegung, Kleidung und dergleichen ausreicht.
nicht-deutsche Besatzungsmitglieder deutscher Seeschiffe,
die nicht in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz wohnen.

3. Die private Krankenversicherung

Entwicklung der Jahresarbeitsentgeltgrenze
Jahr Monatliches
Einkommen
Jährliches
Einkommen
2010 4.162,50 € 49.950 €
2011 4.125,00 € 49.500 €
2012 4.237,50 € 50.850 €
2013 4.350,00 € 52.200 €
2014 4.462,50 € 53.550 €
2015 4.575,00 € 54.900 €
2016 4.687,50 € 56.250 €

Private Krankenversicherungen (PKV) sind anders organisiert als die Gesetzlichen Krankenkassen. Während es sich bei den Gesetzlichen um öffentliche Körperschaften handelt, die unter staatlicher Kontrolle stehen, werden private Krankenversicherungen vornehmlich von normalen Versicherungsunternehmen angeboten. Während bei der Gesetzlichen Krankenkasse das Solidaritätsprinzip gilt, das den Beitrag am Einkommen bemisst, berechnen private Krankenversicherungen die Beiträge individuell.

Zu unterscheiden ist zudem zwischen einer Krankenvollversicherung und einer Zusatzversicherung. Bei der Vollversicherung handelt es sich um einen vollwertigen Versicherungsschutz, der mit den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse gleichzusetzen ist. Eine Zusatzversicherung ergänzt hingegen nur einen bestehenden Versicherungsschutz. Private Krankenversicherungen bieten Leistungen, die über die der Gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen.

Auch Angestellte können sich privat krankenversichern – vorausgesetzt, ihr Einkommen liegt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, die das Bundeskabinett für jedes Jahr neu festlegt. Für Versicherte ist vor allem der anpassbare Versicherungsschutz von Vorteil, den Private Krankenversicherungen bieten. Von einem Basis- bis zum Premium-Schutz können die Versicherten ihr Wunschpaket zusammenstellen.

Für Angestellte zahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherungssumme bis zur gesetzlich festgelegten Höchstsumme – ganz wie bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Die Basis-Tarife entsprechen den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen und sind bei den verschiedenen Anbietern recht ähnlich. Das hat den Hintergrund, dass Personen, die einmal von der Versicherungspflicht befreit sind, in der Regel nicht in eine Gesetzliche Krankenkasse wechseln können.

Anders als bei der Gesetzlichen Krankenkasse bemisst sich der monatliche Krankenkassenbeitrag bei einer Privaten Krankenkasse nicht an der Höhe des Gehalts. Ausschlaggebend sind die gewünschten Leistungen, das Alter und vor allem der Gesundheitszustand der versicherten Person.
Die Netzsieger-Redaktion hat Basis-Tarife von Privaten Krankenversicherungen unter die Lupe genommen. Unter den zehn besten Privaten Krankenversicherungen stechen drei Produkte hervor. Debeka Krankenversicherung, die Allianz Krankenversicherung sowie die Continentale Krankenversicherung sind im Netzsieger-Vergleich die besten Anbieter.

Die gängigsten Modelle unter den Krankenversicherungen

Wer Private Krankenversicherungen miteinander vergleicht, wird schnell feststellen, dass die Angebote sehr unterschiedlich gestaltet sind. Während der eine Versicherer unterschiedliche Pakete anbietet, können beim anderen die Angebote individuell zusammengestellt werden. Im Folgenden eine Auflistung der üblichen Angebote:

Basistarif

Seit einigen Jahren sind die Versicherungen gesetzlich dazu verpflichtet, einen Basis-Tarif anzubieten, der die Grundversorgung garantiert. Die Leistungen sind mit denen der GKV gleichwertig, zum Teil günstiger, aber höchstens ebenso teuer wie der Höchstsatz der GKV. Die üblichen Vorteile einer PKV entfallen dann natürlich in solchen Tarifen. Sie sind auch für die Versicherten gedacht, die aufgrund einer beruflichen Veränderung die Beiträge ihrer PKV nicht mehr zahlen können. Basistarife stehen Neuversicherten offen.

Versicherte, die vor 2009 eine PKV abgeschlossen haben, können in den Basistarif nur wechseln, wenn sie die Beiträge ihres aktuellen Tarifs nicht mehr zahlen können, mindestens 55 Jahre alt sind oder eine gesetzliche Rente beziehen. Die Basistarife sind damit gleichzeitig auch Hausarzt- beziehungsweise Primärarzt-Tarife und werden auch häufig so von den Versicherungen betitelt. Das bedeutet, dass im Krankheitsfall die Überweisung zum Facharzt durch einen Primärarzt erfolgen muss.
Zu den Primärärzten zählen Allgemeinmediziner (also Hausärzte), Frauenärzte, Kinderärzte, Augenärzte sowie Not- und Bereitschaftsärzte.

Zudem gibt es noch den Standardtarif, der nur Mitgliedern zusteht, die ihre PKV vor 2009 abgeschlossen haben und mindesten seit 10 Jahren privatversichert sind. Zudem muss der Versicherte entweder das 65 Lebensjahre erreicht haben, 55 Jahre alt und ein Einkommen unter der Jahresentgeltgrenze vorweisen können, oder eine gesetzliche Rente beziehen. Standardtarife sind meistens noch günstiger als Basistarife, erlauben jedoch die freie Arztwahl von Privat- und Fachärzten.

Kompakttarif

Viele Versicherungen bieten eine PKV als Kompakttarif an. Hierbei handelt es sich um ein von der Versicherung zusammengestelltes Paket unterschiedlicher Leistungen, die nicht individuell beeinflusst werden können. Vorteil für Versicherte ist der geringe Aufwand bei der Auswahl. Zudem handelt es sich hierbei meistens um kostengünstige Tarife.

Modultarif

Die Leistungen einer PKV sind in die einzelnen Module ambulante, stationäre und zahnärztliche Versorgung aufgeteilt. Bei Modultarifen können diese einzelnen Leistungspakete nach Bedarf miteinander kombiniert werden. So kann zum Beispiel eine leistungsstarker ambulanter mit einer kostengünstigeren zahnärztlichen Versorgung versichert werden.
Der Vorteil gegenüber Kompakttarifen besteht hier in der zielgerichteten Versicherung genau der Bereiche, die dem Versicherten besonders wichtig erscheinen. Einer Über- bzw. Unterversorgung wird so entgegengewirkt.

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Für Mitglieder einer Gesetzlichen Krankenversicherung wird die Abkürzung GOÄ in der Regel weniger interessant sein als für Mitglieder einer PKV. Für erstere spielt die Gebührenordnung, welche die Abrechnung ärztlicher Leistungen außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung regelt, nämlich nur bei individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) eine Rolle. Für Privatpatienten ist sie allerdings wichtig, da im Vertrag mit der Versicherung festgeschrieben wird, bis zu welchem Abrechnungssatz Leistungen bei Ärzten erstattet werden.

Die Gebühren für Leistungen können zwischen dem einfachen bis zum 3,5-fachen Satz abgerechnet werden. Der 3,5-fache Satz ist der Höchstsatz. Bei Vertragsabschluss sollten Privatpatienten darauf achten, dass dieser Höchstsatz abgesichert ist. Teilweise werden Tarife angeboten, die den 5,0-fachen Satz erstatten. Solche Zusatzleistungen können Ärzte aber nur berechnen, wenn Patienten im Vorfeld darauf hingewiesen wurden. Bei einem Unfall ist eine solche Abrechnung generell unzulässig.

4. Unterschiede – gesetzlich oder privat versichern

Neben den Angestellten gibt es eine ganze Reihe von Berufsgruppen, deren Eintritt in eine private Krankenversicherung sich leichter gestaltet. Während Angestellte erst bei Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze in ein privatversichertes Verhältnis wechseln können, können Beamte sich beispielsweise direkt privat versichern, da sie generell von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit sind.

Da sie zusätzlich von der Beihilfe profitieren, zahlen sie meist günstigere Tarife bei den Versicherungsunternehmen. Diese Regel gilt für die meisten Staatsdiener, die von der Beihilfezahlung profitieren. Daher ist diese Gruppe auch prozentual am stärksten in den privaten Krankenversicherungen vertreten.

Neben den Beamten stellt die Gruppe der Selbstständigen und freiberuflich Tätigen die größte Gruppe der Privatversicherten. Anders als bei Angestellten spielt ihr Einkommen keine Rolle bei der Versicherungspflicht. Sie können zwischen beiden Versicherungsmodellen wählen.

Je nach Einkommen und gewünschten Versicherungsleistungen ist es sinnvoll, die Private Krankenversicherung der Gesetzlichen vorzuziehen. Wer die Wahl hat, kann sich die Entscheidung durch die Berücksichtigung der Vor- und Nachteile beider Systeme erleichtern.

Vorteile PKV Vorteile GKV
Individuelles Leistungsangebot Beitragsbemessung am Gehalt
Bessere Terminvergabe bei Fachärzten Familienversicherung
Kostenrückerstattungen  

Ein entscheidender Punkt im Unterschied zwischen GKV und PKV ist, dass die Beiträge der PKV mit dem Alter der versicherten Person steigen. Um diese Kosten im Alter aufzufangen und Beitragszahler ab 55 Jahren zu entlasten, erhebt die PKV eine Altersrückstellung. Dabei handelt es sich um einen Prozentsatz, der auf den eigentlichen monatlichen Mitgliedsbeitrag gezahlt werden muss und der die steigenden Kosten im Alter deckt.

Deswegen lohnt es sich vor allem in jungen Jahren, in eine PKV zu wechseln. Je später eine Person in eine PKV eintritt, desto höher werden die zu zahlenden Beiträge sein. Wer innerhalb einer Versicherung den Tarif wechselt, sollte zudem stets darauf achten, welche Rückstellungen bereits angespart wurden, und sicherstellen, dass diese korrekt mit in den neuen Tarif transferiert werden. Das gleiche gilt für andere Zusatzleistungen.

PKV
Die Abrechnung von Kosten für Arztbesuche funktioniert in der PKV anders als in der GKV.
Bezahlen als Privatpatient beim Arzt

Anders als Mitglieder der GKV besitzen Privatpatienten keine Gesundheitskarte, mit der sie sich beim jeweiligen Arzt anmelden. Sie geben einfach an, Privatpatient zu sein. Nach dem Arztbesuch erhalten sie dann eine Rechnung, gehen also erst einmal in Vorleistung.

Die Rechnung reichen sie selbst bei der Krankenkasse ein und erhalten den Betrag dann entsprechend ihres Versicherungsvertrags zurück. Beihilfeempfänger erhalten 50 Prozent der Arztkosten vom Arbeitgeber – der Gemeinde, Kommune oder dem Bund – erstattet.

Ob sie eine Zusatzversicherung abschließen, bleibt ihnen selbst überlassen. Da jede PKV für die Gruppe der Beihilfeempfänger aber spezielle Tarife bereitstellt, bietet sich eine solche Versicherung in den meisten Fällen an.

Nachteile PKV Nachteile GKV
Steigende Beiträge im Alter Besserverdiener zahlen prozentual mehr für gleiche Leistungen
Wechsel in die GKV nur selten möglich Die GKV kann über die Höhe des Zusatzbeitrags frei entscheiden

5. So vergleichen wir

Grundsätzlich gilt bei privaten Krankenversicherungen: Die Tarife hängen von vielen Faktoren ab, die sich individuell unterscheiden. Zum einen spielt das Alter des Versicherten eine Rolle – hier gilt: Je jünger der Versicherungsnehmer, desto günstiger der Tarif.
Zum anderen stellt die Versicherung durch einen Gesundheitscheck Vorerkrankungen bei Antragsstellern fest. Je nach Gesundheitszustand müssen Versicherte unterschiedliche Beiträge leisten. Durch Zunahme eines Selbstbehalts können monatliche Beiträge zudem gesenkt werden, dafür müssen bei einzelnen Leistungen größere Beträge selbst gezahlt werden.
Während diese sehr individuelle Berechnung aus nachvollziehbaren Gründen im Krankenversicherung-Test nicht berücksichtigt werden kann, können folgende wichtige Kriterien miteinander verglichen werden.

Hausarzt
Durch entsprechende Leistungen sind privatversicherte nicht unbedingt auf eine Überweisung zum Facharzt angewiesen.

Ambulante Leistungen

Ambulante Leistungen fassen alle Kosten zusammen, die anfallen, wenn Dienste von Haus- oder Fachärzten in Anspruch genommen werden.
Neben dem Honorar der Ärzte zählen hierzu die Kosten für Arznei-, Heil-, Hilfs- und Verbandsmittel. Vor Abschluss einer Versicherung sollte hier genau geprüft werden, was die Versicherung im Einzelnen abdeckt.
Gerade in den Basis-Tarifen sind die angesprochenen Mittel häufig mit hoher Selbstbeteiligung von mehreren tausend Euro im Jahr versehen.
Zudem sind die meisten Einsteiger-Tarife sogenannte Primärarzt-Tarife. Zu den Primärärzten zählen Allgemeinmediziner (Hausärzte), Gynäkologen, Kinder- und Augenärzte.
Versicherte solcher Tarife bekommen Leistungen anderer Fachärzte nur dann erstattet, wenn eine Überweisung zum Facharzt durch einen Primärarzt vorliegt.

Stationäre Leistungen

In dieser Kategorie werden die Leistungen verglichen, die Versicherte im Krankenhaus beziehen. Die privaten Krankenversicherungen bieten hier unterschiedliche Pakete an. Wollen Versicherte im Mehrbett-, Zweibett- oder Einzelbettzimmer liegen? Behandelt der diensthabende Arzt oder der Chefarzt? Ebenso übernehmen einige Versicherer bereits in den Basis-Tarifen die Kosten für eine stationäre Psychotherapie.

Zahnärztliche Leistungen

Welche Kosten die private Krankenversicherung für Zahnbehandlungen übernimmt, variiert zwischen den einzelnen Produkten erheblich. Während die normalen Leistungen für Zahnbehandlungen und Prophylaxe von allen Versicherungen zu 100 Prozent übernommen werden, ist dies bei den Kosten für Inlays, Brücken und Kronen nur teilweise der Fall. Besondere Beachtung verdienen die Höchstgrenzen für diese Zahnersatzbehandlungen, die mit jedem Versicherungsjahr zunehmen. Zudem bestehen weitere erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen.

Auslandskrankenschutz

Ob der Versicherungsschutz im Ausland besteht, muss differenziert betrachtet werden. Während die meisten Anbieter im Basisschutz eine europaweite Absicherung beinhalten, sieht dies für das außereuropäische Ausland schon ganz anders aus. Interessenten für eine private Krankenversicherung sollten sich vor der Auswahl eines Tarifs die Frage stellen, wie wichtig ihnen dieser Punkt in Zukunft sein wird.

ACHTUNG:
Wer einmal privat versichert ist, kann nicht ohne weiteres in eine Gesetzliche Krankenkasse wechseln. Diese Entscheidung sollte also gut überlegt sein.

Weitere Services

Weitere Zusatzleistungen bieten viele Versicherer bereits in den Basis-Tarifen an. Auch die Option auf verschiedene Stufen des Selbstbehaltes, also der jährlichen Eigenleistung, wird hier berücksichtigt. Bei Einwilligung in einen solchen Selbstbehalt können Versicherungsnehmer den monatlichen Beitrag senken, tragen aber das Risiko von Mehrkosten für die Behandlung bei Erkrankung.

Hier sollten Interessierte vorab sehr genau überlegen, ob ein Selbstbehalt gewählt wird und wenn ja, in welcher Höhe dies geschehen soll. Die Zahlen schwanken zwischen 250 Euro und über 1.000 Euro. Einige Anbieter ermöglichen es zudem, den Tarif nach einer bestimmten Zeit kostenfrei und ohne erneute Gesundheitsprüfung wechseln zu können. Auch Kurleistungen, die in den wenigsten Basis-Tarifen inbegriffen sind, fallen in diese Bewertungskategorie.

Fazit der Redaktion

Die Netzsieger-Redaktion möchte die Produkte der verschiedenen Versicherungen möglichst fair vergleichen. Aus diesem Grund wurden gleichwertige Basis-Tarife ausgewählt, die sich in ihren Leistungen und im Preis ähneln. Für Verbraucher kann das allerdings nur eine Orientierung sein, da individuelle Faktoren wie der Gesundheitszustand und persönliche Anforderungen an den Versicherungsschutz in die Kalkulation des Tarifs mit einfließen.

6. Befreiung von der Versicherungspflicht

In besonderen Fällen besteht die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Arbeitnehmer:
Das ist etwa sinnvoll für Arbeitnehmer in einem privaten Krankenversicherungsverhältnis, die plötzlich weniger Geld verdienen und so unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fallen. Dann werden sie versicherungspflichtig und müssten sich gesetzlich versichern. Das bedeutet im Zweifelsfall, dass der Arbeitnehmer doppelte Beiträge zahlen muss, da beide Versicherungen bestehen. Damit dies nicht geschieht, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, sich von dieser Pflicht befreien zu lassen.

Arbeitslosen- und Unterhaltsgeld:
Doch die Befreiung der Versicherungspflicht kann auch in anderen Fällen beantragt werden. So etwa, wenn eine Person Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld bezieht und in den letzten fünf Jahren vor dem Bezug dieses Geldes nicht gesetzlich krankenversichert war. Auch dann kann ein Antrag auf Befreiung gestellt werden, vorausgesetzt, es besteht zu diesem Zeitpunkt ein adäquates Krankenversicherungsverhältnis.

Eltern- und Familienpflegezeit:
Eltern können sich zudem in der geltenden Elternzeit von der Versicherungspflicht befreien lassen. Diese Befreiung gilt dann nur für die Dauer der Elternzeit. Eine gleichlautende Einschränkung der Befreiung gilt, wenn sich eine Person im Rahmen einer Familienpflegezeit von der Pflicht befreit. Hier kann eine Versicherungspflicht etwa aus der Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit resultieren, da das Bruttogehalt sinkt. Eine Befreiung ist auch dann nur für die Dauer der Familienpflegezeit gültig.

Versicherungsbefreiung
Um der gesetzlichen Versicherungspflicht zu entgehen, existieren verschiedene Schlupflöcher.

Verkürzung der Arbeitszeit:
Ein Antrag kann auch dann gestellt werden, wenn die eigene Wochenarbeitszeit auf die Hälfte der Arbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebs reduziert wird. Das gilt auch, wenn eine Arbeit bei einem neuen Arbeitgeber aufgenommen wird sowie für die (Wieder-)Aufnahme einer Beschäftigung nach Eltern- oder Familienpflegezeit, wenn das Beschäftigungsverhältnis in Vollzeit zur Versicherungsfreiheit führen würde. Voraussetzung für diese Regelung ist, dass der Antragsteller bereits seit mindestens fünf Jahren aufgrund des Überschreitens der Jahresentgeltgrenze versicherungsfrei ist.

Rente:
Durch einen Antrag auf Rente oder bei einer Teilnahme an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben können ebenso Anträge auf die Versicherungsfreiheit gestellt werden. Diese sind wie die meisten irreversibel.

Studenten:
Immatrikulierte Studenten befreien sich auf Wunsch von der Versicherungspflicht.

Ärzte im Praktikum:
Wer sich als Arzt im Praktikum befindet, kann einen Antrag auf Befreiung der Versicherungspflicht stellen.

Einrichtung für behinderte Menschen:
Auch Menschen mit einer Behinderung, die in anerkannten Einrichtung arbeiten, gelten eigentlich als versicherungspflichtig. Sie können sich aber auf Antrag davon befreien und damit privat versichern.

Frist:
Wer mit der Aufnahme einer bestimmten Tätigkeit oder mit der Veränderung seines Arbeitsstatus versicherungspflichtig wird, muss seinen Antrag auf die Befreiung – sofern ein Anspruch besteht – innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten der Versicherungspflicht stellen. Sollten keine Leistungen in der Zeit zwischen Versicherungspflicht und Antragsstellung geltend gemacht worden sein, gilt die Befreiung ab dem Zeitpunkt der Versicherungspflicht. Im anderen Fall gilt die Versicherungsfreiheit ab dem folgenden Kalendermonat der Antragsstellung.

 
ACHTUNG:
Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist generell nur dann möglich, wenn der gesetzlichen Krankenkasse ein Nachweis über entsprechende Leistungsansprüche im Krankheitsfall geliefert wird.

7. Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung

Ein Wechsel von der Privaten Krankenversicherung in eine Gesetzliche Krankenversicherung ist vom Gesetz her eigentlich nicht vorgesehen. Doch wie bei vielen Gesetzten gibt es natürlich auch für diese Regel Ausnahmen. Wie bei den vorangegangen gesetzlichen Bestimmungen hängt auch diese Regel vom Arbeitsverhältnis der betroffenen Person ab.

Angestellte:
Angestellte können von der PKV zur GKV wechseln, wenn sie wie oben beschrieben versicherungspflichtig werden. Dieser Fall tritt ein, wenn die Jahresentgeltgrenze durch das Bruttoeinkommen unterschritten wird. Allerdings muss dies ein Jahr in Folge der Fall sein. Bei Verzicht auf die Befreiung der Versicherungspflicht kann dann ein Wechsel in die GKV folgen.

Kassenwechsel
Private Krankenversicherungen als Einbahnstraße? Dank einiger Ausnahmen ist ein Wechsel zurück zur Gesetzlichen Krankenversicherung kein Ding der Unmöglichkeit.

Reduzierung der Arbeitszeit:
Eine solche Unterschreitung kann selbstverständlich auch mit Absicht herbeigeführt werden. Möchte ein Angestellter also unbedingt in eine GKV wechseln, während er sich mit seinem Bruttogehalt jedoch über der Jahresentgeltgrenze bewegt, kann er beispielsweise mit dem Arbeitgeber eine Teilzeit-Regelung finden, sodass das Jahresgehalt unter der Entgeltgrenze liegt.
Soll dies eine temporäre Veränderung sein, das Gehalt also nach dem Wechsel wieder auf das ursprüngliche Gehalt ansteigen, darf dies nicht im Arbeitsvertrag stehen, da eine Versicherungspflicht unter diesen Umständen nicht eintritt. Hier muss also eine informelle Regelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefunden werden.
Nicht für alle ist eine solche Regelung allerdings sinnvoll, da durch diese Absprache natürlich Gehaltseinbußen entstehen. Verdient ein Arbeitnehmer also überdurchschnittlich viel, kann sich eher ein Wechsel in einen günstigeren Tarif seiner PKV lohnen als ein Wechsel in eine GKV.

Die Alternative für Angestellte:
Arbeitnehmer können ihr Bruttogehalt auch einfach senken, indem sie in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Sie sollten hierbei aber darauf achten, dass der Betrag dafür im Jahr 2015 auf 2.904 Euro steuerfrei beschränkt ist. So kann das Jahresgehalt um den entsprechenden Betrag reduziert werden.
Das funktioniert selbstverständlich nicht, wenn durch die Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge das Jahresbruttogehalt immer noch über der Entgeltgrenze liegt. Sinkt es jedoch dann darunter, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer als versicherungspflichtig anmelden.
Einem Wechsel in die GKV steht dann nichts mehr im Weg. Der Beitrag zur Altersvorsorge muss nach dem Wechsel nicht fortgeführt werden – allerdings kann so die Altersvorsorge aufgebessert werden. Für 2016 werden im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge Reformen erwartet. Daher sollten eventuelle Veränderungen, die dadurch entstehen, berücksichtigt werden.

Geld
Eine PKV kann im Alter teuer werden. Ein Wechsel in die GKV ist oft schwierig und lohnt sich darüber hinaus nicht immer.

Selbstständige und Freiberufler:
Für Selbstständige und freiberuflich Tätige gestaltet sich der Wechsel in die GKV schwieriger, wenn sie sich zuvor für eine Mitgliedschaft in der PKV entschieden haben. Denn bei ihnen bemisst sich die Versicherungsfreiheit nicht am Bruttogehalt.
Als Personenkreis unterliegen sie immer der Versicherungsfreiheit. So können sie also nicht einfach ihr Einkommen reduzieren, um eine Versicherungspflicht herbeizuführen.
Die Versicherungspflicht gilt nur dann, wenn ein hauptberufliches Angestelltenverhältnis vorliegt, dessen Bruttoeinkommen über 450 Euro und unter der Jahresentgeltgrenze liegt. Für Selbstständige kann ein solches Arbeitsverhältnis neben dem eigenen Beruf den Weg in die GKV ebnen.
Eine hauptberufliche Beschäftigung zeichnet sich sowohl dadurch aus, dass es den Hauptteil der wöchentlichen Arbeitszeit als auch den Hauptteil der monatlichen Einnahmen ausmacht.

Die Reißleine:
Sollte es keine andere Möglichkeit geben, ist für Selbstständige die Aufgabe des Geschäfts die einzige Möglichkeit, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Und das sogar beitragsfrei, wenn der Ehepartner in einer GKV versichert ist.
Dann besteht nämlich ein Anspruch auf Aufnahme in die Familienversicherung. Dafür darf das monatliche Einkommen jedoch die Mini-Job-Grenze von 450 Euro nicht überschreiten.

ACHTUNG:
Ein Wechsel von der PKV in die GKV bedeutet auch, dass eventuell gezahlte Altersrückstellungen verloren gehen.

8. Gesundheitsvorsorge im Betrieb

Dass Arbeit krank machen kann, dringt immer deutlicher ins öffentliche Bewusstsein vor. Seit Jahren gibt es unzählige Berichte über wachsende Zahlen von Menschen mit Burn-Out-Syndrom. Volkskrankheit Nummer Eins bleiben Rückenbeschwerden von zu vielen Tätigkeiten, die im Sitzen ausgeübt werden. Nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch dem eigenen Portmonee zuliebe lohnt es sich jedoch für privat Krankenversicherte, hier entgegenzusteuern.

Denn eine PKV belohnt in der Regel Leistungsfreiheit. Wird mehrere Jahren in Folge kein Arzt aufgesucht und werden auch sonst keine Leistungen des Versicherers beansprucht, entlohnt diese seine gesunden Kunden mit einer Beitragsrückerstattung. Die Konditionen unterscheiden sich hier zwischen den konkurrierenden Unternehmen und sollten ebenso wie die sonstigen Leistungen im Krankheitsfall mit in den privaten Vergleich aufgenommen werden.

Am 10. Juli 2015 hat der Bundesrat einem umfassenden Präventionsgesetz zugestimmt. Dieses trat am 25. Juli 2015 in Kraft. Dieses Maßnahmen-Paket soll dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern, und setzt an vielen unterschiedlichen Stellen an. Unter anderem finanzieren die Kranken- und Pflegekassen Betriebe gesondert zur Unterstützung gesundheitsfördernder Maßnahmen.

Vorsorge PKV
Gesundheitsfördernde Maßnahmen machen sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig bezahlt.

So profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Die IKK zeigt anhand von Beispielen, wie eine solche betriebliche Gesundheitsförderung funktioniert und wie sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer von den Neuregelungen profitieren. So könnte ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer statt einer Gehaltserhöhung von 42 Euro im Monat oder 500 Euro im Jahr dieses Geld direkt jeden Monat für einen benötigten Gymnastikkurs bereitstellen.

Durch diese Regelung muss der Krankenkasse für eine betriebliche Gesundheitsförderung bis 500 Euro im Jahr kein Nachweis über das betriebliche Interesse der Maßnahme erbracht werden. Zudem sind die 500 Euro für den Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei.

Solche Maßnahmen müssen allerdings bestimmten Kriterien entsprechen, die im Leitfaden Prävention „Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von §§ 20 und 20a SGB V“ niedergeschrieben sind.