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Hörgeräte

Die besten Hörhilfen im Vergleich

Benjamin Zurmühl
Platz Produkt Bewertung
1 Signia Cellion 4,90
2 Oticon Go Pro 4,85
3 ReSound LiNX 4,83
4 Signia Pure 4,78
5 Signia Insio 4,78
6 Phonak Bolero 4,75
7 Carat binax 4,75
8 Phonak Ambra Petite 4,50
9 Siemens Intius 4,50
10 Starkey Muse 4,40

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Technische Daten

Bedienung

Sound

Zubehör

Besser hören und Lebensqualität erhöhen

    Das Wichtigste in Kürze
  • Schwerhörigkeit tritt ein, wenn Menschen langfristig Lautstärken von mindestens 90 Dezibel ausgesetzt sind. Häufig betroffene Berufsgruppen sind Bauarbeiter und Landwirte.
  • Die meisten der vielen verschiedenen Modelle werden hinter dem Ohr platziert und sind aufgrund ihrer Größe am leistungsstärksten. Weniger auffällige Alternativen befinden sich im Ohr oder sogar gänzlich im Gehörgang.
  • Die tägliche Reinigung des Hörgeräts beugt einem Verstopfen oder Verkleben der Mikrofone und Lautsprecher vor.
  • Besteht eine ärztlich bestätigte Notwendigkeit für ein Hörgerät, ist die Krankenkasse zu einer Zuzahlung von bis zu 784 Euro verpflichtet.

Schwerhörigkeit – eine Volkskrankheit

Das menschliche Ohr unterscheidet zwischen 400.000 Tönen und nimmt 20 Signale pro Sekunde als einzelne Ereignisse wahr. Im Vergleich zum Auge verarbeitet es doppelt so viele Eindrücke, kann aber nicht geschlossen werden. Auch im Schlaf hören wir, ob wir es wollen oder nicht. 16 Millionen EU-Bürger leiden sogar an geräuschbedingten Schlafproblemen. Dabei spielen sowohl die Tonhöhe als auch die Lautstärke eine Rolle. Während jene Personen sehr sensibel auf Geräusche reagieren, sind noch mehr vom Gegenteil betroffen. Allein in Deutschland leiden 15 Millionen Menschen an Hörverlust und benötigen künstliche Hilfe. Viele von ihnen haben jedoch noch nie die Dienste eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes oder eines Hörgeräteakustikers in Anspruch genommen. Dabei sind die Sorgen einiger Betroffener, was das Tragen eines Hörgeräts angeht, unbegründet. Hörgeräte beugen einer Verschlechterung der Sinnesqualität vor und stellen dank der fortgeschrittenen Technologie ästhetisch längst keine Beeinträchtigung mehr dar.

Hörgeräte helfen und schützen

Der Einsatz künstlicher Hilfe verschlechtert das menschliche Gehör nicht. Er bremst sogar den Sinnesverlust. Bei Schwerhörigen ohne Hörgerät tritt eine sogenannte Entwöhnung des Gehörs ein. Die zuständigen Nerven bilden sich zurück und führen zu einer schlechteren Weiterleitung der Signale an das Gehirn. Ein Hörgerät trainiert das menschliche Gehör und verhindert somit eine Verschlechterung des akustischen Sinnes.

Schwerhörigkeit entsteht auf verschiedenen Wegen. Neben dem altersbedingtem Hörverlust zählt vor allem konstante Belastung des Hörapparats durch hohe Geräuschpegel dazu. Lautstärke bemisst sich in Dezibel. Im Alltag sind wir üblicherweise beständig einem Lautstärkepegel von 25 Dezibel ausgesetzt – totale Ruhe tritt quasi nie ein. Der Bereich gesundheitsgefährdender Lautstärke beginnt bei einem Wert von 90 Dezibel. Bei längerer Einwirkung eines solchen Schallpegels ist eine Verschlechterung des Hörens sehr wahrscheinlich. Dies ist vergleichbar mit über Kopfhörer abgespielter Musik. Die Unbehaglichkeitsschwelle liegt bei circa 110 Dezibel – bei Lautstärken ab einem Wert von 130 ist die Schmerzgrenze überschritten.

Lautstaerken
Lautstärke-Skala mit Beispielen in Dezibel.

Doch der Hörverlust fällt stets unterschiedlich aus. Bei einer Verminderung von 0 bis 20 Prozent sprechen Experten von einer normalen Sinnesqualität. Erst jenseits dieser Werte ist von einer geringgradigen Schwerhörigkeit die Rede. Die prozentualen Angaben können Verbraucher auch mit Dezibel gleichsetzen. Eine mittelgradige Schädigung verringert die Schallwahrnehmung demnach um 40 bis 60 Dezibel, weshalb Gespräche schwer zu verstehen sind. An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit tritt bei einer Verminderung von 80 bis 95 Prozent ein.

Wussten Sie schon, dass …

… der ruhigste Ort der Welt ein Raum der Orfield Laboratories in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota ist? Zwar ist Stille sehr wohltuend und stressmindernd, doch auf das Gehör hat sie einen anderen Effekt. Zu viel Ruhe verträgt der Mensch nicht. Dies beweist ein Test in jenen Laborräumen. In der hermetisch abgedichteten Kammer liegt der Geräuschpegel bei neun Dezibel unter der Hörschwelle. Da unsere Ohren neben der Wahrnehmung von Signalen auch die Orientierung im Raum als Aufgabe haben, wirkt die totale Stille in dem Raum gespenstisch. Die meisten Menschen ertragen den Aufenthalt  in der Kammer nicht länger als 20 Minuten.

Dabei ist diese Beeinträchtigung kein Phänomen, welches ausschließlich ältere Menschen betrifft. Auch wenn die Zahl der Schwerhörigen unter Senioren weitaus höher ist, benötigen auch Teenager, Jugendliche oder junge Erwachsene ein Hörgerät. Vor allem aus ästhetischen Gründen weigern sich viele der Betroffenen, ein Audifon zu tragen. Lediglich 2,5 Millionen Deutsche verwenden ein Hörgerät, obwohl die Zahl der zumindest leichtgradig Schwerhörigen sechsmal so hoch ist. 

Dabei sind die Bedenken bezüglich der Ästhetik inzwischen unbegründet. Die Zeiten klobiger und verhältnismäßig schwerer Hörgeräte sind vorbei. Überdies stehen Betroffenen nicht nur Modelle, die von außen sichtbar sind, zur Auswahl, sondern auch solche, die komplett im Gehörgang liegen und quasi nicht zu sehen sind.  

AltersgruppenAnteil der Schwerhörigen
14-191 %
20-292 %
30-395 %
40-496 %
50-5925 %
60-6937 %
70+ 54 %
Anteil der Schwerhörigen in der Gesamtbevölkerung.
Seit wann gibt es Hörgeräte?

Das erste Hörgerät war ein Hörrohr, welches Johann Nepomuk Mälzel zu Beginn des 19. Jahrhunderts anfertigte. Es verstärkte den Klang um circa 20 bis 30 Dezibel. 1878 erfand Werner von Siemens einen speziellen Telefonhörer für Schwerhörige, 1901 meldete der amerikanische Elektro-Ingenieur Miller Hutchinson das Patent für das erste Hörgerät an. Es wog 12 Kilogramm und wurde damals von der englischen Königin getragen. Erst im Jahre 1960 erschienen die ersten Hinter-dem-Ohr-Geräte, die nur noch etwas größer als die heutigen Exemplare waren.   

3. Welche Hörgeräte-Typen gibt es?

Da Schwerhörigkeit nicht immer im gleichen Schweregrad ausfällt, gibt es auch unterschiedliche Arten von Hörhilfen. Auch ästhetische Vorstellungen und die Bedienbarkeit spielen bei der Wahl des richtigen Modells eine wichtige Rolle.

Hinter-dem-Ohr-Geräte

Dieses klassische Modell ist das älteste auf dem Markt. Über 80 Prozent der schwerhörigen Deutschen greifen darauf zurück. Seine größte Stärke ist die Einsetzbarkeit bei jeder Art von Hörverlusten, denn sowohl leicht- als auch schwergradig eingeschränkte Verbraucher können ihre Probleme mit diesem Modell verringern. HdO-Hörgeräte sind kaum störanfällig, sehr pflegeleicht, zudem unkompliziert anbring- und abnehmbar. Anders als bei im Ohr liegenden Modellen sind keine sensiblen motorischen Fähigkeiten erforderlich, um das Hörgerät zu bedienen. Inzwischen gibt es die Audifone auch in unterschiedlichen Größen, denn dank der Lage am Ohr bestehen keine Limitierungen hinsichtlich der Bemessungen.

Hinter-dem-Ohr-Gerät
Hinter-dem-Ohr-Modelle sind die leistungsstärksten Hörgerätetypen.

Im Ohr liegende Hörgeräte müssen sich der Größe des Gehörgangs anpassen und sind daher hinsichtlich ihrer Maße nicht flexibel. HdO-Produkte wiederum sind vom Verbraucher den individuellen Wünschen entsprechend anpassbar. Ob größere Hörer für ein besseres Klangbild oder ein eigenes Ohrpassstück für einen hohen Tragekomfort – Interessenten wählen ihr Hörgerät selbst aus. Die Ästhetik ist der größte Nachteil eines solchen Modells. Die Hersteller fangen derlei Bedenken ab, indem sie die HdO-Hörgeräte in unterschiedlichen Farben anbieten. So können Verbraucher ein Exemplar auswählen, welches ihrem Haarton gleicht und nicht so stark auffällt. Inzwischen verfügen einige Modelle auch über besondere Features. Mit Hilfe von Bluetooth können Verbraucher ihr Hörgerät beispielsweise mit dem Smartphone verbinden, um Telefonate oder Musik noch besser zu verstehen.

TV und Radio direkt im Ohr

Über einen Audioschuh verbinden Verbraucher ihr Hinter-dem-Ohr-Hörgerät mit dem Fernseher, Computer oder Radio. Die Aufsteckvorrichtung ermöglicht eine ungefilterte Wahrnehmung der Geräusche. Ein Kabel ist bei den meisten Modellen nicht mehr nötig, da der Audioschuh die Signale über Funk oder Bluetooth überträgt.

In-dem-Ohr-Geräte

Etwas kleiner als die außen am Ohr befestigte Variante sind Modelle, die direkt in der Muschel oder im Gehörgang liegen. Erstere sind die sogenannten Concha-Geräte, welche von außen komplett sichtbar sind. Um sie kosmetisch unauffälliger zu gestalten, bieten viele Hersteller Produkte in der Farbe des Ohres an. Concha-Geräte eignen sich für Verbraucher, die stärkere Hördefizite aufweisen. Sie sind aufgrund ihrer Größe sehr leistungsstark, weil die Batterie dem eines externen Modells ähnelt. Diese In-dem-Ohr-Hilfen stellen eine Art Kompromiss zwischen der Qualität eines Hinter-dem-Ohr-Geräts und der Ästhetik eines kleineren Exemplars dar.

Eine weitere Alternative stellen die ITC-Geräte (In the Canal) dar. Sie liegen im Gehörgang und lassen somit die Ohrmuschel frei. Mit Hilfe eines kleinen Kunststoffstabs können Verbraucher sie leicht aus dem Gehörgang ziehen und ablegen. Die Frontplatte des Hörgeräts ist sehr unauffällig gestaltet, damit das Modell von außen so unsichtbar wie möglich bleibt. Da die künstliche Hilfe in den Ohrkanal passen muss, sind sie vergleichsweise klein und daher nicht sehr leistungsstark. Lediglich leicht- bis mittelgradig Schwerhörige können ein solches Produkt tragen. Eine Stärke der ITC-Geräte ist, dass sie dem Ohr nicht alle Funktionen abnehmen, wie es Concha-Geräte oder Hinter-dem-Ohr-Exemplare tun. Die Muschel fungiert als eine Art Trichter für Signale und filtert diese, ehe sie in den Gehörkanal gelangen.

In-dem-Ohr-Geräte
Durch die Anpassung an den Hautton sind IdO-Geräte von außen kaum sichtbar.

Komplett-im-Ohr-Geräte

Für geringgradig Schwerhörige ist ein Hinter-dem-Ohr-Gerät nicht notwendig. Das Modell muss nicht vorrangig leistungsstark sein, weshalb andere Faktoren über die Wahl des gewünschten Exemplars entscheiden. Komplett-im-Ohr-Geräte, oder auch CIC-Geräte (Complete In The Canal), sind ästhetisch die vorteilhaftesten Hörhilfen, da sie von außen überhaupt nicht zu sehen sind.

Wie der Name verrät, befinden sich diese Modelle komplett im Gehörgang. Diese Produkte sind dementsprechend kleiner als andere Hörgerätetypen. Das Gewicht der meisten Exemplare beläuft sich auf wenige Gramm, da ihre Länge meist weniger als einen Zentimeter beträgt. Mit der geringen Größe der Modelle geht auch eine sehr kleine Batterie einher. Aus diesem Grund sind die Hörgeräte in ihrer Leistung etwas eingeschränkt. Ein Vorteil dieser Hörgeräte ist, dass sie bei Telefonaten oder beim Verwenden von Kopfhörern keine Probleme verursachen. Für den Batteriewechsel benötigen Verbraucher eine gewisses feinmotorisches Geschick, da das Batteriefach und die Speicherzelle sehr klein sind. Des Weiteren sollten Nutzer beim Einlegen der Batterie auf deren korrekte Position achten.

Komplett-im-Ohr-Gerät
CIC-Geräte liegen komplett im Gehörgang und können mit Hilfe eines Kunststoffstabs herausgezogen werden.

4. Wie sind Hörgeräte aufgebaut?

Die Aufgabe, spezifische Funktionen des Ohres zu ersetzen, ist komplex und bedarf raffinierter Technik. Trotzdem dürfen die Hörgeräte nicht unbequem oder zu klobig sein, um das Handling für die Anwender einfach zu halten. Im Folgenden erklären wir den Aufbau der unterschiedlichen Typen und die Funktionen der einzelnen Bestandteile:

Aufbau eines Hoergeraetes
Der Aufbau eines Hinter-dem-Ohr-Hörgerätes.

Bei der Anbringung des Hörgerätes platziert der Nutzer das Ohrpassstück im äußeren Gehörgang und befestigt das Hauptstück hinter der Ohrmuschel, sodass die Hörerzuleitung direkt anliegt und nicht zu locker sitzt.

Das Mikrofon im Hörgerät fängt akustische Signale auf und wandelt sie in elektrische um. Die meisten Modelle besitzen mehrere Mikrofone, um unwichtige (Neben-)Geräusche herauszufiltern und relevante (etwa Stimmen) zu betonen. Letzteres nimmt der eingebaute Verstärker vor. Dieser empfängt und verstärkt die Signale im Hörgerät und leitet sie über die Hörerzuleitung an einen Lautsprecher, welcher sich im Ohrpassstück befindet. Dieser Hörer wandelt die elektrischen Signale wieder in Schall um. Das Ohrpassstück sorgt für den richtigen Halt und die Weiterleitung der Geräusche an das Trommelfell.

Für den festen Sitz des Hörgeräts am Ohr sorgt ein Winkelstück, welches sich flexibel anpasst. Die eingebaute Batterie versorgt das Modell mit der nötigen Energie und ist über ein einfach zu bedienendes Fach auswechselbar. Einige Hörgeräte besitzen Anschlüsse für Audiokabel oder Aufsteckvorrichtungen, über die Verbraucher ihre Hörhilfe mit dem Fernseher oder Computer verbinden. Diese befinden sich meist am unteren Ende des Hauptstücks in der Nähe der Batterie. Widex bietet beispielsweise Zubehör an, über welches Verbraucher ihre Hörgeräte kabellos mit dem Fernseher oder Handy verbinden.

Bei einem Im-Ohr-Gerät ist die gesamte Elektronik im Ohrpassstück eingebaut. Das erschwert die Bedienung und erfordert eine gewisse Feinmotorik und gutes Sehvermögen. Ein kleiner Kunststoffstab am Ende des Apparats erleichtert das Herausziehen aus dem Ohr. Da sich die Hörgeräte optisch ähneln, ist die Hörhilfe auf der rechten Seite rot und auf der linken blau markiert. Diese Regel gilt auch für CIC-Exemplare. Vorab sollten Verbraucher untersuchen lassen, ob ihr Gehörgang groß genug für ein solches Modell ist. Diese Hörgeräte benötigen häufiger Reparaturen und Reinigungen, da sie aufgrund ihrer Lage tief im Ohr permanent Feuchtigkeit und Ohrenschmalz ausgesetzt sind. Auch bei CIC-Exemplaren sind also Feinmotorik und Geduld bei der Bedienung unverzichtbar.

Wussten Sie schon, dass …

… Lärmschwerhörigkeit die häufigste Berufskrankheit in Deutschland ist? Besonders Bauarbeiter sowie Forst- und Landwirte sind davon betroffen. In diesen Berufen sind die Menschen kontinuierlich starkem Lärm ausgesetzt, der über 90 Dezibel hinausgeht. Dies führt oftmals zu einer stetigen Verminderung der Hörqualität. In Deutschland treten jährlich circa 7000 Fälle von Lärmschwerhörigkeit ein.

5. Worauf müssen Nutzer bei der Reinigung achten?

Hörgeräte sind unabhängig von der Jahreszeit permanenter Verschmutzung ausgesetzt. Je nach Größe des Modells lagern sich Sand, Flüssigkeiten, Bakterien sowie Ohrenschmalz daran ab. Vor allem letzteres verstopft die Mikrofoneingänge bei CIC- oder In-dem-Ohr-Geräten und vermindert so die Klangqualität. Daher sollten Verbraucher sowohl die Gehörgänge als auch die Ohrmuschel regelmäßig säubern.

Eine weitere Belastung für die Hörgeräte stellt auch der menschliche Schweiß dar. Dieser führt im schlimmsten Fall zur Oxidation der empfindlichen Elektronik. Daher sollten Verbraucher ihre Hörhilfen bestenfalls täglich reinigen, um derlei Langzeitschäden vorzubeugen. Für die Säuberung des Hörgeräts sind trockene Hände notwendig, denn Feuchtigkeit, ob in Form von Schweiß, Leitungswasser oder Regen, ist dem Hörgerät in jedem Falle abträglich. Des Weiteren reagiert die Mikro-Elektronik der zu reinigenden Objekte sensibel auf Hitze, weshalb Nutzer ihre Hörhilfe auf keinen Fall auf einer Heizung ablegen dürfen, um sie zu trocknen.

Ohren spülen
Die Reinigung des Ohres beugt dem Verkleben des Hörgeräts vor.

Das Schlaf- oder Wohnzimmer eignet sich am besten als Lagerort für die Hörgeräte, da beispielsweise im Badezimmer die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Für Verbraucher ist es empfehlenswert, ihre Hörhilfe in einer Schatulle zu lagern, wo sie trocken und geschützt ist und Kleinkinder oder Haustiere die kleinen Modelle nicht beschädigen können.

Vorsicht bei Kosmetika!

Nutzer sollten ihr Hörgerät vor dem morgendlichen Schminken oder Frisieren abnehmen. Haarspray, Puder oder Hautcremes können die sensible Elektronik verkleben oder gar verstopfen.

6. Wie wird eine Schwerhörigkeit festgestellt?

Bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einem Hörakustiker können Verbraucher einen kostenlosen Hörtest durchführen. Noch vor Ort wertet der Mediziner die Resultate aus und bescheinigt im Falle einer Beeinträchtigung die Notwendigkeit eines Hörgeräts. Eine Schwerhörigkeit liegt dann vor, wenn die Verstehensquote bei unter 80 Prozent liegt. Mit dem daraufhin ausgestellten Zertifikat erhalten Betroffene finanzielle Unterstützung von ihrer Krankenkasse. Das Kaufen eines Hörgeräts bei einem Hörgeräteakustiker geht mit zusätzlichen Kosten einher, da die Serviceleistungen in den Preis einberechnet werden. Online erhalten Kunden kostenlose Beratung. Der Kauf im Internet kann also eine durchaus lohnenswerte Alternative zum Besuch vor Ort sein.

7. Müssen Patienten für die Kosten selbst aufkommen?

Im Falle einer Schwerhörigkeit besteht eine medizinische Notwendigkeit für eine Hörhilfe. Aus diesem Grund sind gesetzliche Krankenkassen dazu verpflichtet, die Versicherten finanziell zu unterstützen. Seit dem 01. November 2013 sind die Zuschüsse für Hörgeräte gestiegen. Ursprünglich lag der Betrag bei 421,28 Euro, inzwischen beträgt die Zuzahlung sogar bis zu 784,94 Euro. Dies gilt jedoch nur für ein einzelnes Hörgerät für ein Ohr. Für ein zweites Exemplar ist die finanzielle Unterstützung von Seiten der Krankenkasse wesentlich geringer. Lediglich 140 Euro zahlt die Versicherung dazu, den Rest müssen Verbraucher selbst übernehmen. Fällt der Preis des Hörgerätes höher aus, müssen Kunden den Restbetrag selbst zahlen. Auch die Kosten für Batterien müssen Patienten, die älter als 18 Jahre sind, selbst erstatten. Bei Kindern übernimmt die Versicherung diese Kosten. 

Auch die regelmäßige Wartung der Hörgeräte wird inzwischen von den Krankenkassen bezahlt. Vor dem 01. November 2013 waren diese Kosten im Festbetrag enthalten. Die Reparaturen können Kunden bei einem Hörgeräteakustiker vor Ort vornehmen lassen. KIND hat beispielsweise 600 Filialen in Deutschland und Seifert circa 75 weitere in Bayern und Baden-Württemberg. Es empfiehlt sich, vorab einen Termin zu vereinbaren, da es auch bei einem Hörgeräteakustiker zu erheblichen Wartezeiten kommen kann.

8. Lohnt sich eine Hörgeräteversicherung?

Hörgeräte sind zumeist kostspielige Anschaffungen, die zudem recht empfindlich gegenüber Beschädigungen und Abnutzungserscheinungen sind. Eine Versicherung, die im Schadens- oder Verlustfall die Kosten erstattet, bedeutet da eine erhebliche Entlastung für den Verbraucher. Auch bei Eigenverschulden greifen die meisten Policen. Wasser- oder Sturzschäden sowie Verkehrsunfälle sind ebenfalls Teil der Versicherung.

Achtung bei Zusatz-Equipment!

Die Krankenkasse zahlt nur Reparaturen der Bauteile, die im Basismodell enthalten sind. Features wie einen Audioschuh oder einen Bluetooth-Empfänger erstattet die Versicherung im Falle einer Beschädigung nicht, da sie nicht medizinisch notwendig sind.

9. Nützliches Zubehör für Hörgerät

Zusatz-Equipment für Hörgeräte bietet Betroffenen wertvolle Hilfe im Alltag. Solche Ergänzungen sind keine integrierten Features der Modelle, sondern separate Erweiterungen für die Hörhilfe, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nutzer ihre Hörhilfe gerade nicht eingesetzt haben. Eine problematische Situation für Betroffene ist etwa das Gewecktwerden am Morgen. Da sie ihr Hörgerät für gewöhnlich über Nacht ablegen, überhören sie Alarmtöne oder Musik normaler Wecker. Darum bieten Hersteller Alternativen an, die mit besonderer Lautstärke, Lichtsignalen oder Vibrationsalarmen arbeiten. Spezielle Sender zeigen das Tür- oder Telefonklingeln über optische Signale an.

Die Kosten für Hörgeräte-Zubehör fallen normalerweise nicht in den Zuständigkeitsbereich der Krankenkassen. Trotzdem können die Versicherungen im Einzelfall Zuzahlungen an ihre Klienten leisten. Bewirkt das optionale Zubehör eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für den Versicherten, übernehmen die Krankenkassen bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung gegebenenfalls die Kosten für die zusätzlichen Hilfen.

10. So vergleichen wir

Wichtig: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. In dieser Kategorie war es uns aus Gründen der Verfüg- und Machbarkeit nicht möglich, vollumfänglich selbst zu testen, weshalb wir unsere Bewertung sowie das Ranking auf der Grundlage einer Analyse online recherchierter Informationen, Experteneinschätzungen, Berichten von Testinstitutionen, Online-Reviews und Kundenerfahrungen erstellten.

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig und benötigen eine künstliche Hilfe, um das Gehör zu unterstützen und im Alltag Gespräche und Umgebungsgeräusche vollständig zu verstehen. Um Verbrauchern den Überblick über die Vielfalt der Modelle zu erleichtern und sie bei der Wahl des richtigen Hörgeräts zu unterstützen, haben wir zehn der besten Exemplare auf dem Markt herausgesucht und unter den folgenden Bewertungskriterien miteinander verglichen.

Unser Vergleich der besten Hörgeräte umfasst sowohl An-dem-Ohr-, In-dem-Ohr- als auch Komplett-im-Ohr-Geräte verschiedener Hersteller. Da es uns nicht möglich ist, die Hörgeräte vor Ort unter realen Testbedingungen mit betroffenen Personen einem Praxistest zu unterziehen, vergleichen wir die Herstellerangaben der Modelle hinsichtlich der folgenden Bewertungskriterien.

Technische Merkmale

Diese Bewertungskategorie umfasst allgemeine Informationen über die verschiedenen Hörgeräte. Wir werfen im Test dabei einen Blick auf die jeweiligen Hersteller und die Hörgerätetypen, aber auch die Laufzeit des Akkus beziehungsweise der Batterie sowie den Grad des Hörverlusts, für die das jeweilige Modell geeignet ist. Akkus verfügen gegenüber Batterien zwar über die kürzeren Laufzeiten, sind jedoch aus langfristiger Perspektive weitaus günstiger.

Bedienung

Der zweite Bewertungspunkt befasst sich im Hörgeräte-Test mit dem Handling und dem Komfort. Neben der manuellen Steuerung und Einstellung der gewünschten Lautstärke können Verbraucher ihr Modell gelegentlich auch mit Hilfe einer App für Android- oder iOS-Geräte steuern. Eine weitere Option sind spezielle Fernbedienungen, welche sich durch große Tasten leicht bedienen lassen und daher beispielsweise besonders für Senioren geeignet sind.

Sound

Der Klang des Hörgeräts ist natürlich eine besonders wichtige Eigenschaft. Das betrifft vor allem die Verarbeitung der empfangenen Geräusche, aber auch die Filterung unwichtiger Nebengeräusche. Mit Hilfe eines Richtmikrofons verstärken die Modelle bestimmte Tonquellen. Von besonderer Wichtigkeit im alltäglichen Einsatz ist auch der Schutz vor Umwelteinflüssen wie Regen und Wind. Des Weiteren besitzen viele Hörgeräte eine Funktion, die den Verbraucher vor störenden Tinnitus-Geräuschen schützt.

Zubehör

In dieser Kategorie listen wir Beispiele für Zusatz-Equipment auf, das insbesondere für die genannten Produkte entwickelt wurde. Anderes Zubehör für Schwerhörige, wie wir es zuvor im Text aufgelistet haben, ist nicht an bestimmte Modelle gebunden. Ein Akustiker kann bei Bedarf ein Zusatzmikrofon einbauen, um mit dem Hörgerät noch besseren Klang zu generieren.

Fazit der Redaktion

In unserem Hörgeräte-Vergleich fließen alle drei Bewertungskriterien zu gleichen Teilen in die Gesamtnote für jedes Produkt ein, wobei die Produkte jeweils 0.00 bis 5.00 Punkte erreichen können. Aus dem arithmetischen Mittel der Einzelkriterien ergibt sich die Gesamtnote für jedes Hörgerät, und damit dessen Platzierung in unserem Vergleich. Die Bewertungskriterien gewichten wir gleich, um zu berücksichtigen, dass jeder Verbraucher unterschiedliche Ansprüche an den Typ und die Eigenschaften eines Hörgerätes legt.

In unserem Vergleich überzeugte vor allem das Modell Signia Cellion 7px, welches in Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt wurde. Das Hörgerät überzeugt im Test durch einen tollen Klang und viele Features. Es ist leicht in der Bedienung und unkompliziert in der Erweiterung mit nützlichem Zubehör. In der günstigeren Preisklasse überzeugte das Hörgerät Go Pro HDO Power des dänischen Herstellers Oticon. Es erfüllt alle Basisaufgaben einer Hörhilfe und ermöglicht den Verbrauchern eine simple Erweiterung mit anderen Features. Technisch innovativ zeigt sich das Modell dank seiner ReSound LiNX-Schnittstelle, über die Anwender ihr Hörgerät ganz ohne zusätzliche Downloads oder Apps mit dem Smartphone verbinden.