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Die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen 2016 im Test

Das Wichtigste in Kürze:
  • Jeder Vierte wird noch vor Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig.
  • Nur 49 Prozent der Deutschen verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Die häufigsten Ursachen sind psychische Krankheiten und Erkrankungen des Bewegungsapparates.
  • Gerüstbauer und Dachdecker haben die gefährlichsten Berufe.

1. Berufsunfähigkeitsversicherung – Finanzielle Sicherheit bei Berufsausfall

Rollstuhlfahrer
Im Durchschnitt ereilt jeden vierten Deutschen vor dem Eintritt in das Rentenalter das Schicksal der Berufsunfähigkeit.

Durch Krankheit oder Unfall aus dem Arbeitsalltag auszuscheiden, über diese Möglichkeit denken die wenigsten nach. Dabei ist das Risiko, im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig zu werden, alles andere als gering – denn im Durchschnitt wird jeder vierte Deutsche noch vor dem Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig. Da in einer solchen Situation die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht ausreicht, sollte dringend eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Denn ohne eine solche steht im Ernstfall die komplette private Existenz auf dem Spiel, da die gewohnten Lohnfortzahlungen plötzlich wegfallen.

Berufsunfähigkeit und ihre Gründe

Berufsunfähigkeit bedeutet unter einer langanhaltenden Beeinträchtigung zu leiden, die es unmöglich macht, den zuletzt ausgeübten Beruf auszuführen. Die Gründe dafür können krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingt sein. Darüber hinaus  gibt es aber auch eine teilweise Berufsunfähigkeit. Hierbei handelt es sich um eine Beeinträchtigung, aufgrund derer eine Anstellung nur noch bedingt wahrgenommen werden kann.

Da es auf diesem Themengebiet häufig zu Missverständnissen und zu Verwechslungen kommt, soll im Folgenden der Unterschied zwischen einer Berufsunfähigkeit und einer Erwerbsunfähigkeit deutlich gemacht werden. Im Gegensatz zu einer Erwerbsunfähigkeit liegt eine Berufsunfähigkeit nämlich auch dann vor, wenn es der betroffenen Person noch möglich ist, eine andere Tätigkeit auszuüben. Diese kann jedoch mit finanziellen Einbußen verbunden oder sozial weniger anerkannt sein als die zuvor ausgeübte Anstellung.

Was sind die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit?

Rückenschmerzen
Statistiken ergeben, dass psychische Erkrankungen häufiger zu einer Berufsunfähigkeit führen als Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Tritt eine Berufsunfähigkeit ein, verschlechtert sich die finanzielle Situation der Betroffenen meist drastisch. Doch welche Ursachen führen zu einer Berufsunfähigkeit?
Besonders auffällig ist, dass im Durchschnitt jedem vierten Fall von Berufsunfähigkeit ein psychisches Leiden zu Grunde liegt; damit sind vor allem Depressionen und das immer häufiger auftretende Burnout-Syndrom gemeint. Darüber hinaus zählen auch körperliche Beeinträchtigungen, etwa Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Knochen-, Wirbelsäulen-, Gelenk- oder Muskelbeschwerden sowie Sehnenscheidenentzündungen oder verschiedenste Rückenleiden, zu den häufigsten Ursachen. Weiterhin sind aber auch Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Krebs Gründe für eine Berufsunfähigkeit.
Die bekannte Ratingagentur Morgen & Morgen hat im April 2014 die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit prozentual aufgelistet. Die Häufigkeit für das Ausscheiden aus dem Berufsleben ist demnach wie folgt verteilt:

  • 32 Prozent psychische Krankheiten
  • 21 Prozent Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • 15 Prozent Krebserkrankungen
  • 8 Prozent Herz-Kreislauf-Probleme

Interessanterweise scheint nur jeder zehnte Fall einer Berufsunfähigkeit die Folge eines Unfalls zu sein – so zumindest die Aussage der Deutschen Rentenversicherung. Demnach schützt eine Unfallversicherung nicht ausreichend vor Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit – das leistet nur eine private Berufsunfähigkeitsvorsorge.

Das ARD Mittagsmagazin fasst in diesem Video die wichtigsten Informationen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung zusammen:

Berufszweige mit einem erhöhten Berufsunfähigkeitsrisiko

Es liegt auf der Hand, dass Tätigkeiten mit gefährlicher Arbeit oder körperlicher Belastung ein erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko aufweisen, da sie vermehrt Unfälle oder Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates nach sich ziehen können. Zu diesen Berufsgruppen zählen beispielsweise Dachdecker, Pyro- oder Sprengtechniker, Hochseefischer, Schlosser oder Taxifahrer.
Da die häufigste Ursache nachweislich jedoch psychische Erkrankungen sind, gilt das Risiko, aus dem Arbeitsalltag auszuscheiden, jedoch in jedem Berufszweig.

Sehr wenig Hilfe vom Staat

Die Annahme, dass der Staat von einer Berufsunfähigkeit Betroffene auffängt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich landet niemand auf der Straße, doch sollte sich jeder Selbstständige sowie jeder Arbeitnehmer vor Augen führen, dass die staatliche Hilfe in einem solchen Fall nur sehr gering ausfällt. Die geleisteten Zahlungen sind so niedrig, dass es nahezu unmöglich wird, die private Existenz und die gewohnten Lebensumstände aufrecht zu erhalten.

Taschenrechner
Wer seinen gewohnten Lebensstandard nicht riskieren möchte, sollte nicht nur auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente vertrauen.

Die private Vorsorge im Falle einer Berufsunfähigkeit ist ungemein wichtig, da der Staat lediglich mit der sogenannten vollen gesetzlichen Erwerbsminderungsrente vorsorgt. Selbst im Idealfall beträgt diese jedoch nur etwa 30 Prozent des vorherigen Bruttolohns. Wer vor dem Eintreten der Berufsunfähigkeit also beispielsweise 3000 Euro brutto verdient hat, erhält dann nur rund 900 Euro Erwerbsminderungsrente – das reicht jedoch nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Hinzu kommt, dass die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur dann gezahlt wird, wenn der Betroffene nicht mehr dazu im Stande ist, eine beliebige Tätigkeit von drei Stunden am Tag auszuführen. In den meisten Fällen erhalten Berufsunfähige daher nur eine Teilweise Erwerbsminderung. Bei dieser werden lediglich 15 Prozent des vorherigen Bruttolohns gezahlt, da der Geschädigte noch immer irgendeine Tätigkeit von drei bis sechs Stunden pro Tag ausführen kann.

Ausgehend von diesen Informationen ist es natürlich besorgniserregend, dass im Durchschnitt nur 49 Prozent der Deutschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, so zumindest das Ergebnis einer Umfrage der Gothaer Versicherung aus dem Jahr 2012. Dabei ist eine private Vorsorge unabdingbar. Doch bei der Wahl des Versicherungsanbieters sollte auf zahlreiche Details geachtet werden.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die Betroffenen im Ernstfall finanziell in Form von einer zuvor festgelegten monatlichen Rente ab. Die zu zahlenden Beiträge variieren jedoch nach der jeweiligen Lebenssituation des Versicherungsnehmers. Hierbei spielen der Gesundheitszustand, das Alter, persönliche Lebensumstände sowie der zuletzt ausgeübte Beruf eine Rolle. Dabei werden die Berufsgruppen nach dem Risiko, berufsunfähig zu werden, eingeteilt. Es gibt jedoch auch Berufe, die sich nicht versichern lassen. Dazu zählen bei einigen Unternehmen zum Beispiel Geldeintreiber, Callboys und Kampfmittelbeseitiger. Darüber hinaus spielt der gewünschte Leistungskatalog eine große Rolle.

Das gilt es zu beachten:

Beim Abschließen einer solchen Versicherung sollte unbedingt auf diese Inhalte geachtet werden:

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte in der Regel ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent eintreten.
  • Die vereinbarte Rentenhöhe sollte etwa 75 Prozent des Nettoeinkommens betragen.
  • In den Versicherungsbedingungen sollte keine abstrakte Verweisung vermerkt sein. So müssen Betroffene keinen Beruf ausüben, der schlechter bezahlt oder sozial weniger anerkannt ist.
  • Der Ablaufzeitpunkt darf nicht zu früh gewählt werden, denn je älter der Versicherungsnehmer ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden. Im Idealfall endet die Versicherung mit dem voraussichtlichen Renteneintritt.

2. Sechs Gründe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Vertrag
Vor allem bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte ein gesondertes Augenmerk auf das Kleingedruckte gelegt werden.

Es gibt zahlreiche Argumente, die für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen. Im Allgemeinen handelt es sich bei diesem Versicherungsschutz um eine notwendige Vorsorge für Berufstätige, die krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Für Berufsunfähige ersetzt diese Rente das regelmäßige Einkommen. Trotz der relativ hohen Versicherungsbeiträge lohnt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn man bedenkt, dass circa 25 Prozent der Erwerbstätigen davon ausgehen, ihren Beruf aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht bis zum Beginn des regulären Renteneintrittsalters ausüben können.
Die Netzsieger-Redaktion hat daher sechs zentrale Gründe, die für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen, zusammengestellt:

1. Es kann jeden treffen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift im Falle einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und verringert so das Risiko erheblicher finanzieller Einbußen für den Versicherten. In Deutschland ist mittlerweile jeder Vierte von Berufsunfähigkeit betroffen und die Zahlen nehmen weiter zu. Neben den klassischen Risikoberufen aus dem Handwerk spielen auch Ursachen wie beispielsweise Stress, das Burnout-Syndrom sowie Skelett-und Muskelerkrankungen eine immer größere Rolle. Zudem sind in vier von zehn Fällen psychische Störungen, die sich im Laufe der Berufsjahre gebildet haben, der Hauptgrund für eine geminderte oder komplett wegbrechende Erwerbsfähigkeit.
Aus diesen Gründen sind sich Experten einig und betrachten diese Versicherung – neben der Kranken- und Haftpflichtversicherung – als eine der Policen, die jeder Werktätige abschließen sollte.

2. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht aus

In den meisten Fällen schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch vor einem sozialen Abstieg. Denn die Leistungen, die vom Staat zu Verfügung gestellt werden, sind in den letzten Jahren stark eingeschränkt worden. Inzwischen steht nur noch Personen, die vor 1961 geboren wurden, eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung zu. Später Geborene erhalten im Falle einer Berufsunfähigkeit die sogenannte Erwerbsminderungsrente vom Staat. Diese wird allerdings nur dann gezahlt, wenn der Betroffene keinen Beruf länger als sechs Stunden pro Tag ausüben kann. Das heißt, kann ein Sprengmeister, der bei einem Arbeitsunfall ein Bein verloren hat, beispielsweise noch mindestens sechs Stunden am Tag an einer Supermarktkasse sitzen, hat er keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente vom Staat.

3. Individueller und maßgeschneiderter Versicherungsschutz

Büro
Viele Versicherungen lassen sich perfekt an die individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen anpassen.

Fast alle Anbieter verfügen in ihrem Leistungsportfolio über eine Vielzahl an verschiedenen Tarifen, die auf den individuellen Bedarf und die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden können. Außerdem besteht im Gegensatz zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente eine große Vielfalt und somit auch eine Wahlfreiheit.
Es ist jedoch empfehlenswert, dass sich Kunden auf der Suche nach dem passenden Tarif an einen Experten wenden, der sich beim Thema Berufsunfähigkeit auskennt.

4. Versicherungsschutz ohne Wartezeiten

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um einen Versicherungsschutz, der im Bedarfsfall ohne Wartezeit greift. Das bedeutet, dass der Leistungsanspruch sofort ab Inkrafttreten des Vertrags beginnt. Auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat der Verbraucher hingegen nur Anspruch, wenn er in den vergangenen fünf Jahren (vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit) mindestens drei Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat.

5. Volle Leistung auch im Pflegefall

Rollstuhl
Eine seriöse Berufsunfähigkeitsversicherung sollte auch die Leistungsausschüttung im Pflegefall abdecken.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die vereinbarte Rente, wenn der Versicherungsnehmer eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent nachweist. Dabei ist es, abgesehen von einigen Einschränkungen wie zum Beispiel Vorsatztaten, völlig irrelevant, welche Ursachen die Arbeitsunfähigkeit hat. Folgende Leistungen werden erbracht, wenn der Versicherte eine Berufsunfähigkeit nachweisen kann:

  • Befreiung von der Beitragspflicht
  • Zahlung auch im Pflegefall
  • Zahlung einer monatlichen Rente

6. Keine Lohnfortzahlung für Selbstständige

Aufgrund der Tatsache, dass selbstständige Erwerbstätige nicht der Lohnfortzahlung eines Arbeitgebers unterliegen, sind sie vom ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit ohne Einkommen. Daher benötigen Selbstständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit kurzer Karenzzeit. Entfällt das Einkommen durch eine längere Krankheit, können der finanzielle und der soziale Abstieg drohen. Deshalb sollten Selbstständige eine professionelle Beratung aufsuchen und sich ihren eigenen Versicherungsschutz individuell aufstellen lassen. Hierfür gibt es beispielsweise Unternehmen, die sich auf bestimmte Risikogruppen spezialisiert haben und dennoch über einen bezahlbaren Schutz mit umfangreichen Leistungen verfügen.

6 Gründe

3. Berufsunfähigkeitsversicherung & Alter

Berufsunfähigkeitsversicherungen sorgen im Fall von Krankheit oder Unfall dafür, dass Betroffene ihre private Existenz und ihren gewohnten Lebensstil aufrechterhalten können. Der Begriff dieser Absicherung ist jedoch irreführend. Denn was viele nicht wissen: Es bietet sich für Werktätige an, einen Schutz vor Berufsunfähigkeit so früh wie möglich unter guten Konditionen abzuschließen, und nicht erst dann, wenn sie mitten im Berufsleben stehen – so bleiben die Beiträge nämlich vergleichsweise niedrig.

Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen – noch vor dem Schulabschluss, während der Ausbildung oder als Berufseinsteiger?

Das Wort Berufsunfähigkeitsversicherung führt sicher die wenigsten zu der Annahme, dass diese bereits im Kindes- oder Jugendalter abgeschlossen werden kann – tatsächlich ist dies aber möglich. Zwar ist das Risiko, bereits in so jungen Jahren berufsunfähig zu werden, sehr gering, doch lohnt sich ein Vertragsabschluss, weil

  • Kinder und Jugendliche in Bezug auf Krankheiten oder Beruf zu keiner Risikogruppe gehören.
Kinder
Über das perfekte Eintrittsalter in eine Versicherung lässt sich streiten.

Aus diesem Grund können Eltern häufig besonders gute und zudem günstige Konditionen aushandeln. Eltern sollten jedoch bei der Wahl der Versicherung darauf achten, dass es sich im Idealfall um eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung handelt. Bezieht sich ein Angebot jedoch nur auf eine Police speziell für Kinder und Jugendliche, sollten die Eltern mit dem Versicherer absprechen, dass sie sich später auch ohne besondere Bedingungen wie eine erneute Prüfung in eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln lässt. Zudem ist es sinnvoll, wenn Kinder und Jugendliche unter denselben Konditionen versichert werden können wie Erwachsene – so sind besonders der Verzicht auf die abstrakte Verweisung sowie eine Nachversicherungsgarantie wichtig.
Weiterhin lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits in jungen Jahren, weil es

  • keinen staatlichen Schutz für Schüler, Auszubildende, Studenten, Berufsanfänger oder Selbstständige gibt.

Natürlich verdienen genau diese Gruppen in einer solch frühen Lebensphase nicht sehr viel Geld, doch lohnt es sich hier ebenso, einen Schutz vor Berufsunfähigkeit abzuschließen. Häufig halten sich die Kosten in diesem Alter noch in Grenzen – erscheinen die Beiträge zunächst auch hoch. Fakt ist: Wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst später abgeschlossen, wird es auch deutlich teurer

Je jünger eine Person beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto günstiger werden also die Beiträge ausfallen. Es ist ratsam, einen solchen Schutz noch während der Schulzeit abzuschließen, da die Beiträge bei Ausbildungs- oder Berufsbeginn schnell höher ausfallen können. Die Versicherungen teilen die unterschiedlichen Berufsgruppen nämlich in verschiedene Risikogruppen ein. Wird dann beispielsweise eine handwerkliche Tätigkeit ausgeführt, schießen die Beiträge schnell in die Höhe.

Die Netzsieger-Redaktion empfiehlt daher, eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch während der Schulzeit abzuschließen, am besten mit der Klausel, dass Veränderungen der ausgeübten Tätigkeit nicht nachgemeldet werden müssen.

Mit diesem Video stellt Tino Ternes sehr anschaulich dar, warum es so wichtig ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits in jungen Jahren abzuschließen:

4. Erhöhtes Risiko – Die gefährlichsten Berufe in Deutschland

Dachdecker
Versicherungen weisen Männern und Frauen sowie den verschiedenen Berufsgruppen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten für eine Berufsunfähigkeit zu.

Eine Berufsunfähigkeit liegt generell dann vor, wenn eine berufstätige Person voraussichtlich für mindestens sechs Monate nicht in der Lage ist, ihren ausgeübten oder einen anderen ihren Fähigkeiten entsprechenden Beruf zu praktizieren.
Obwohl jeder Werktätige in eine Berufsunfähigkeit geraten kann, gibt es Gruppen, bei denen das Risiko deutlich höher ist als bei anderen. Im Allgemeinen ist die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit bei Frauen geringer als bei Männern: Bei heute 20-jährigen Frauen liegt das Risiko bei 38 Prozent, bei 20-jährigen Männern hingegen sogar bei 43 Prozent.
Abhängig von der jeweiligen Berufsgruppe gestalten sich auch die Beitragssätze und Beitrittsvoraussetzungen der verschiedenen Anbieter. Je größer das Berufsrisiko, desto höher fällt auch der Versicherungsbeitrag aus. Eine berufliche Tätigkeit in einem als besonders gefährlich eingestuften Beruf kann außerdem dazu führen, dass ein Versicherungsunternehmen nur bereit ist, die betreffende Person gegen einen hohen Berufs- oder Risikozuschlag zu versichern. Mitunter verweigern Anbieter teilweise jedoch ganz ihren Versicherungsschutz, wenn das Berufsrisiko zu hoch ist.
Zur Ermittlung des Versicherungsbeitrags werden Erwerbstätige je nach ihrem Beruf meist in vier Risikogruppen eingeteilt. Diese Gruppen sehen wie folgt aus:

Berufsgruppe 1:

Bei dieser Gruppe handelt es sich um hochqualifizierte Berufstätige mit einem geringen Berufsrisiko. Meist üben diese Personen eine geistige und sitzende Tätigkeit aus, wie zum Beispiel Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Betriebswirte.

Berufsgruppe 2:

An dieser Stelle sind Personen mit einem durchschnittlichen Berufsrisiko gemeint. In fast allen Fällen üben diese Personen eine sitzende und leichte körperliche Tätigkeit aus. Verwaltungsangestellte, Finanzbeamte und Heilpraktiker gehören beispielsweise zu der zweiten Gruppe.

Berufsgruppe 3:

Friseur
Zur Ermittlung des Versicherungsbeitrages existieren vier Risikogruppen – Friseure zählen beispielsweise zur dritten Gruppe mit einem erhöhten Risiko.

In der dritten Gruppe besteht bereits ein erhöhtes Berufsrisiko, da es sich hierbei um Tätigkeiten handelt,  bei denen auch körperlich anstrengende Arbeiten beziehungsweise Arbeiten in einem gefährlichen oder stressigen Arbeitsumfeld ausgeübt werden.
Hierzu zählen unter anderem folgende Berufe: Erzieher, Friseur, Verkäufer und Bautechniker.

Berufsgruppe 4:

Hierbei handelt es sich um eine Berufsgruppe mit besonders risikoreichen Berufen, in denen fast nur körperlich anstrengende Tätigkeiten in einem als gefährlich eingestuften Arbeitsbereich ausgeführt werden. Der Beruf des Altenpflegers, Bäckers, Elektrikers sowie des Polizisten, Gärtners und Malers zählt beispielsweise hierzu.

Zu den zehn gefährlichsten Tätigkeiten in Deutschland gehören neben den bereits genannten Risikogruppen folgende Berufe:

  1. Gerüstbauer
  2. Dachdecker
  3. Bergleute
  4. Pflasterer
  5. Fleisch- und Wurstwarenhersteller
  6. Fliesenleger
  7. Zimmerer
  8. Maurer
  9. Stuckateure, Verputzer
  10. Sprengmeister
Depression
Je nach Versicherungsunternehmen variieren die Grundlagen für die Einstufung in eine Risikoklasse.

Doch auch Lehrer und künstlerisch tätige Personen können Probleme haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, da Erwerbstätige in diesen Branchen überdurchschnittlich oft an physischen Erkrankungen leiden. Diese sind – nach der aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung – mit 36 Prozent der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeitsrente. Ebenfalls können auch Fitnesstrainer oder Tanzlehrer Schwierigkeiten bei der Suche nach einem geeigneten Versicherungsschutz bekommen, da bei ihnen besonders häufig Skelett- und Muskelerkrankungen auftreten.
Jedes Versicherungsunternehmen hat jedoch seine eigenen Grundlagen für eine Beurteilung, anhand derer es Berufe als mehr oder weniger gefährdend einstuft. Daher ist es in jedem Fall sinnvoll vor Abschluss eines Vertrages möglichst viele Informationen von verschiedenen Anbietern einzuholen und diese zu vergleichen. Um zu vermeiden, dass ein abgelehnter Antrag auf der „schwarzen Liste" des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft landet, raten Versicherungsberater gleich mehrere Anträge zu stellen.

5. Interessante Fakten zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

Immer wieder ist in den Medien von Berufsunfähigkeitsversicherungen die Rede. Doch wer verfügt eigentlich über einen solchen Schutz? Diese Frage hat sich im Jahre 2013 das Statistische Bundesamt gestellt. Hierfür wurde ermittelt, in welchen Haushalten eine solche Versicherung abgeschlossen wurde und in welchen nicht.

Erschreckend: Nur ein Drittel der deutschen Haushalte hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Die statistische Erhebung hat ergeben, dass 2013 nur ungefähr ein Drittel aller deutschen Haushalte über Berufsunfähigkeitsversicherungen verfügt. Davon waren:

  • 45 Prozent Familien, die ein oder mehrere Kinder haben.
  • nur 20 Prozent Paare, die keine Kinder haben.
  • lediglich 18 Prozent Haushalte, in denen Alleinerziehende leben.
  • gerade einmal 14 Prozent Singles.

Bei dieser Auswertung fällt auf, dass die Zahl der Berufsunfähigkeitsversicherungen steigt, je höher der jeweilige Lebensstandard ist.

Alte Menschen
Während vor allem die 25- bis 35-jährigen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügen, ist dies bei Menschen ab 65 Jahren nur noch bei zwei Prozent der Fall.

Darüber hinaus hat das Statistische Bundesamt auch das Alter der Versicherungsnehmer analysiert; demnach verfügen von den 25- bis 35-Jährigen mehr als 42 Prozent über einen Berufsunfähigkeitsschutz. Nur 27 Prozent der unter 25-Jährigen jedoch besitzen einen solchen. Dabei ist es nicht nur sinnvoll, sondern auch günstig, eine Police bereits im jungen Lebensalter abzuschließen. Auffallend ist, je älter die Menschen sind, desto seltener sind sie abgesichert – bei den 50- bis 65-Jährigen sind es noch 19 Prozent. Von Menschen, die über 65 Jahre alt sind, haben nur noch zwei Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der Preis für eine Berufsunfähigkeitsversicherung richtet sich nicht nur nach der ausgeübten Tätigkeit oder nach dem Gesundheitszustand, sondern auch nach dem Alter zur Zeit des Vertragsabschlusses. Die individuellen Lebensumstände führen schließlich zu verschiedenen Preisen. Je nach Lebenssituation kann eine solche Versicherung in den Augen des ein oder anderen verhältnismäßig teuer sein. Diese Theorie wird von den übrigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gestützt. Demnach steigt die Zahl der Versicherten mit der Höhe des Einkommens:

Monatliches Netto-Einkommen Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
mehr als 5.000 Euro 49 Prozent
3.200 Euro bis 5.000 Euro 41 Prozent
2.000 bis 3.200 Euro 26 Prozent
1.500 bis 2.000 Euro 17 Prozent
1.100 bis 1.500 Euro 11 Prozent
900 bis 1.100 Euro 7 Prozent
bis 900 Euro 5 Prozent

Dabei sollten sich auch junge Menschen, die kaum oder noch gar kein Geld verdienen, daran erinnern, dass es nachweislich günstiger ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in jungem Alter abzuschließen.

Frauen denken früher an eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Frau
Frauen kümmern sich meist früher um eine Absicherung.

Neben diesen interessanten Fakten hat sich auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, kurz GDV, mit Berufsunfähigkeitsversicherungen beschäftigt. Die Auswertungen zeigen, dass der Anteil der versicherten Frauen in den letzten fünf Jahren von 37 auf 38 Prozent gestiegen ist. Das mag hauptsächlich daran liegen, dass sowohl mehr Frauen erwerbstätig sind als früher als auch, dass einige von ihnen den größten Teil des Einkommens innerhalb eines Haushaltes verdienen. Aus diesen Gründen ist es gerade für Frauen in den letzten Jahren zu einer größeren Notwendigkeit geworden, im Fall von Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein.
Interessanterweise schließen Frauen im Durchschnitt zwei Jahre früher als Männer – nämlich mit 28 Jahren – eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Beide Geschlechter legen ihr Absicherungsalter jedoch durchschnittlich mit 60 Jahren fest.

Zusammenfassend zeigen diese Statistiken, wie wichtig es ist, über eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu verfügen. Für viele Menschen scheint jedoch die finanzielle Situation ausschlaggebend für den Nichtabschluss eines solchen Schutzes zu sein. Dabei sind die wirtschaftlichen Einbußen viel größer, sollte es einmal unmöglich sein, die berufliche Tätigkeit weiter auszuführen. Ein Umdenken ist also ratsam.

6. Leistungseinschränkungen – Diese Kosten werden häufig nicht von der Versicherung übernommen

Rund 30 Prozent aller Anträge für eine Berufsunfähigkeitsrente führen zu einer Ablehnung. Häufig wird eine Verweigerung des Leistungsfalls damit begründet, dass keine ärztlich festgestellte Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent vorgewiesen werden kann. Bei dieser Ursache handelt es sich allerdings nur um den zweithäufigsten Grund, weshalb die Versicherung nicht zahlt. In 32,62 Prozent der Fälle, die abgelehnt werden, ist eine ausbleibende Reaktion des Kunden auf Nachfragen des Versicherungsunternehmens der Grund. Häufig müssen Kunden im Leistungsfall ärztliche Unterlagen vorlegen und verschiedene Fragebögen beantworten. Viele Versicherte reagieren dann nicht mehr, weshalb der Leistungsantrag irgendwann abgelehnt wird. Fehlende oder vermeintlich falsche Angaben stehen daher ganz oben auf der Liste jener Gründe, weshalb Versicherungsunternehmen Zahlungen verweigern.

Arzt
Häufig scheitert eine Leistungsausschüttung an der mangelnden Kooperation des Versicherungsnehmers.

Seit der Einführung des Versicherungsvertragsgesetzes im Jahr 2007 haben sich jedoch die Bedingungen zugunsten der Kunden geändert. Diese müssen seither nur noch Fragen beantworten, welche die Versicherung explizit stellt. So können die Unternehmen nicht mehr pauschal verlangen, Angaben zum Gesundheitszustand zu machen und später wegen zu allgemeiner Auskünfte eine Zahlung verweigern. Um ganz sicher zu gehen, raten Verbraucherschützer, die Formulare zusammen mit einem Arzt auszufüllen und gegebenenfalls nachzufragen.

Auch die Nichteinhaltung der vorvertraglichen Anzeigeplicht ist mit 30,77 Prozent ein wesentlicher Grund, dass die Versicherung nicht zahlt. Der Antragsteller ist verpflichtet, alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände, nach denen der Versicherer gefragt hat, wahrheitsgemäß und vollständig anzuzeigen. Wird die Anzeigepflicht verletzt, kann der Versicherer die Konditionen ändern, kündigen oder sogar vom Vertrag rückwirkend zurücktreten. Dies hängt in erster Linie davon ab, ob die Verletzung lediglich grob fahrlässig oder sogar arglistig war.

Ablehnung des Leistungsfalls mit Taktik

Gesetzbuch
Leider nutzen Versicherungsunternehmen einen ersten Ablehnungsbescheid zur Abschreckung des Kunden aus.

Dass überhaupt nicht gezahlt wird, ist zwar eher eine Ausnahme, jedoch kommt es häufiger zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Versicherung und dem Kunden.
In der Regel sind es Feinheiten, die zu Problemen mit dem Versicherer führen. Bei einigen Anbietern steckt jedoch auch eine Taktik hinter der Ablehnung der Leistungsfälle. So werden manchmal im ersten Schritt 70 Prozent aller Anträge abgelehnt, und eine Weiterbearbeitung erfolgt nur dann, wenn sich der Versicherte beschwert.
Viele Kunden scheuen allerdings die Kosten für einen Rechtsanwalt oder Gutachter beziehungsweise haben einfach nicht das nötige Geld für einen Prozess. Daher ist auch die Empfehlung der Verbraucherzentrale verständlich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Verbindung mit einer Rechtsschutzversicherung abzuschließen, da sich gerade in diesem Bereich häufig Auseinandersetzungen auftun.

Die Investition in einen unabhängigen Experten lohnt sich

Kommt es zu einem Leistungsfall, sollte der Versicherte sofort einen Fachmann zurate ziehen und nicht selbst an den Versicherer schreiben. Die Kosten für einen Experten sind eine gute Investition, da mit ihm die Versicherung häufiger zum Zahlen bewegt wird als ohne professionelle Hilfe. Außerdem sollten Kunden keinesfalls sämtliche Arztunterlagen, insbesondere aus einer Reha-Behandlung, an den Versicherer geben. Im schlimmsten Fall können diese Dokumente das Gegenteil bewirken, da sie gelegentlich fehlerhafte Angaben enthalten, die auf einer Eigenanamnese beruhen.
Folgende Tipps haben sich hingegen bei der Meldung eines Leistungsfalls bewährt und können die eigene Position gegenüber der Versicherung stärken:

  • Sammeln von Beweisen über den Unfallhergang
  • Zeugensuche
  • Aufschreiben von Personalien
  • Fotos

Beachtet der Versicherte alle genannten Aspekte und informiert sich zudem ausreichend bei einem unabhängigen Experten, dürfte dem erfolgreichen Ausgang eines Leistungsfalls nichts mehr im Wege stehen.

Leistungsbeschränkung

7. Wichtige Fachbegriffe

Das Abschließen einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die Sicherung der privaten Existenz sinnvoll. Die im Vertrag auftauchenden Begriffe sind für Ottonormalverbraucher jedoch häufig Fremdwörter. Dabei ist es wichtig, ihre Bedeutung zu kennen und den Vertragsinhalt genau zu verstehen. Daher versammelt und erklärt die Netzsieger-Redaktion im Folgenden die wichtigsten Begriffe:

  • Unter dem Begriff Prognosezeitraum ist die voraussichtliche Dauer einer Erkrankung zu verstehen, die der Arzt festlegt. Wichtig ist, dass der Prognosezeitraum möglichst kurz ist – im besten Fall liegt er bei sechs Monaten, das ist aktuell der niedrigste Prognosezeitraum. Der Vorteil: Betroffene erhalten auch für kürzere Phasen von Berufsunfähigkeit die vereinbarten Leistungen.
  • Nicht jede Krankheit hat eine Berufsunfähigkeit zur Folge. Häufig dauert es jedoch einige Zeit, bis klar ist, dass längere Zeit nicht gearbeitet werden kann. Bei einer rückwirkenden Anerkennung hat eine verspätete Meldung bei der Versicherung keine Auswirkungen auf die Leistungszahlungen, diese werden dann problemlos nachträglich beglichen. 36 Monate reichen hierfür im Normalfall aus.
  • Rechner
    Eine Überschussbeteiligung verspicht im Falle einer Nichtinanspruchnahme der Versicherung einen zusätzlichen Geldsegen.
  • Überschussbeteiligung: Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung werden in der Regel sehr vorsichtig kalkuliert, weil das Kostenrisiko sehr hoch ist. Da nicht so viele Menschen von der Berufsunfähigkeit betroffen sind wie zuvor kalkuliert, entstehen Risikogewinne. An ihnen müssen die Kunden dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) nach beteiligt werden. Hierfür haben sie die Wahl zwischen Beitragssofortabzug, Bonusrente, verzinsliche Ansammlung oder Anlage in Investmentfonds. Bei dem Beitragssofortabzug wird der Beitrag unmittelbar reduziert. Entscheidet sich der Versicherte für die Bonusrente, erhöht sich die Rente im Leistungsfall. Bei einer verzinslichen Ansammlung werden die Überschüsse entweder am Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt oder sie erhöhen im Fall einer Berufsunfähigkeit die monatliche Rente. Werden die Überschüsse in Investmentfonds angelegt, sind diese im Leistungsfall, bei Vertragsende oder bei Tod fällig.
  • Nur noch wenige Anbieter legen Wert auf die Arztanordnungsklausel. Sollte sie jedoch im Vertrag enthalten sein, kann die jeweilige Versicherung Leistungszahlungen verweigern, wenn der Betroffene dem Rat seines Arztes nicht nachkommt.
  • Mit einer abstrakten Verweisung hat eine Versicherung die Möglichkeit, Leistungen nicht zu zahlen, obwohl der Betroffene nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Er wird dann in eine andere Tätigkeit verwiesen, die trotz der Einschränkung noch zu 50 Prozent ausüben kann.

8. Darauf sollten Kunden bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten

Beratungsgespräch
Vor dem Abschluss einer Versicherung gilt es, auf verschiedene Bedingungen zu achten.

Dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung zweifelsohne zu den wichtigsten Policen zählt, ist unter Experten unumstritten. Daher sollten sich potenzielle Versicherte vor Abschluss der Versicherung umfänglich informieren und beraten lassen. Denn hat der Kunde den Vertrag erst einmal abgeschlossen, stehen die Bedingungen für die gesamte Laufzeit fest. Viele Versicherte machen den Fehler, bei Vertragsabschluss nur auf die monatliche Prämie zu achten. Doch Faktoren wie Leistungsumfang und die Gestaltung der vertraglichen Konditionen sind mindestens so ausschlaggebend wie die Beitragshöhe. Denn eine günstige Versicherung nützt nichts, wenn der Kunde im Falle einer Berufsunfähigkeit ungenügende Leistungen erhält.
Bezüglich der Versicherungsbedingungen sollten Interessierte unter anderem auf folgende drei Punkte achten:

  • Verkürzter Prognosezeitraum: Dieser beträgt im Idealfall sechs Monate und wird mittlerweile auch von den meisten Unternehmen angeboten. Besteht keine Verkürzung, müsste ein Arzt einen Beeinträchtigungszeitraum von mindestens drei Jahren prognostizieren, um als Berufsunfähig zu gelten.
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung: Hierbei verzichtet die Versicherungsgesellschaft  darauf, den Versicherten auf einen anderen theoretisch möglichen „angemessenen Beruf" zu verweisen, in welchem er arbeiten könnte. An dieser Stelle müsste die Versicherung im Schadenfall nicht zahlen – egal, ob eine solche Arbeitsstelle tatsächlich erlangt werden kann oder nicht.
  • Außerdem sollte die Versicherung vollständig auf Paragraf 41 des Versicherungsvertragsgesetzes verzichten, der besagt, dass die Versicherung vom Vertrag zurücktreten kann beziehungsweise die Prämie erhöhen darf, sofern ein erhöhtes Risiko bei Vertragsabschluss vorgelegen hat, von welchem der Kunde keine Kenntnis hatte.

Des Weiteren sind ein weltweiter Gültigkeitsbereich sowie die Option einer verspäteten Meldung der Berufsunfähigkeit gegenüber der Versicherung zu empfehlen. Hier sollte es dem Kunden bestenfalls für drei Jahre möglich sein, eine Berufsunfähigkeit zu melden, ohne den Zahlungsanspruch für diesen Zeitraum zu verlieren.

Vertragsunterschrift
Mit der Unterzeichnung des Vertrages verpflichten sich beide Parteien zur Einhaltung von bestimmten Parametern.

Doch nicht nur bei den Versicherungsbedingungen muss der potenzielle Kunde darauf achten, einen umfassenden Schutz zu finden, der möglichst viele Leistungen inkludiert. Bereits beim Ausfüllen des Vertrags gibt es Aspekte, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Neben der Tatsache, dass das Versicherungsunternehmen selbst einen übersichtlichen und gut strukturierten Vertrag vorlegen sollte, hat auch der Kunde die Pflicht seine Angaben deutlich und wahrheitsgetreu aufzulisten.

  • An erster Stelle ist der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände vollständig und ehrlich anzugeben. Hierzu zählen unter anderem der Beruf, das Alter und eventuelle Vorerkrankungen. Bei falschen Auskünften gefährdet er seinen Versicherungsschutz und die Versicherungsgesellschaft kann vom Vertrag zurücktreten beziehungsweise diesen auch noch Jahre später anfechten.
  • Für die Versicherung ist zudem der ausgeübte Beruf entscheidend, nicht der erlernte. Auch etwaige Nebenberufe sollten unbedingt angegeben werden, selbst dann, wenn die Versicherung nicht direkt danach fragt.

Die Frage nach der Laufzeit der Versicherung sowie nach der Höhe des Betrages, der im Ernstfall monatlich gezahlt wird, spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst bis zu einem Alter von 65 Jahren abgeschlossen werden. Jüngere Versicherungsnehmer können sich entsprechend dem steigenden Rentenalter bis zu einem Alter von 67 Jahren absichern.
Außerdem ist es tendenziell sinnvoll, die Versicherung in Höhe des aktuellen Nettoeinkommens abzuschließen. Im Gegensatz zur Vertragslaufzeit besteht diese Möglichkeit jedoch nicht bei allen Versicherungen.

Ist ein Schadenfall erstmal eingetreten, benötigt der Kunde außerdem eine kompetente Betreuung sowie eine schnelle Bearbeitung seines Leistungsfalls, um gegebenenfalls so bald wie möglich vereinbarte Zahlungen zu erhalten.

Worauf achten

9. Tarifberechnung – Diese Angaben werden für eine individuelle Beitragsermittlung benötigt

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es keinen allgemeinen Basistarif. Jeder Vertrag wird individuell auf die jeweilige Person abgestimmt. Ein genaues Angebot erhält der potenzielle Kunde erst durch eine Risiko-Voranfrage. Hierbei versuchen die Versicherungsunternehmen, sämtliche Risiken ihrer Antragsteller vor Vertragsabschluss einzukalkulieren.
Bei Einführung der Berufsunfähigkeitsversicherung gab es anfangs nur zwei Risikogruppen. Mittlerweile besitzt jedoch jede Versicherung zahlreiche Kategorien, so dass die Einteilungskriterien völlig undurchsichtig geworden sind. Daher sind ein Vergleich und die damit verbundene Auswahl einer guten Versicherung für Laien selten alleine möglich.
Verbraucherschützer sowie seriöse Versicherungsmakler empfehlen deshalb, eine anonyme Risiko-Voranfrage zu stellen. Hierfür suchen sich Interessierte am besten drei bis fünf Versicherungen heraus, deren Fragebogen möglichst „günstig" für die eigene Situation sind.
Auch wenn die Versicherungsunternehmen unterschiedliche Schwerpunkte bei ihrer Tarifberechnung setzen, gibt es Aspekte, die bei jeder Beitragsaufstellung eine Rolle spielen und berücksichtigt werden müssen.

Die Netzsieger-Redaktion hat daher die wichtigsten Punkte, die für die Berechnung von Bedeutung sind, zusammengefasst:

Maßband
Vor einem Vertragsschluss fordert die Versicherungen viele Informationen wie Körpergröße, Gewicht oder Vorerkrankungen vom Versicherungsnehmer ein.

Neben den Grundangaben zu Alter, Geschlecht und gewünschtem Versicherungsbeginn, gehören Auskünfte zur Körpergröße und zum Gewicht zu den Informationen, die jede Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten möchte. Aber auch die Tatsache, ob es sich beim Antragsteller um einen Raucher oder Nichtraucher handelt, ist von Bedeutung. Gleich zu Beginn sollte auch die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbart werden. Hierbei empfiehlt sich ein Versicherungsschutz, der mindestens bis zum 65. Lebensjahr andauert.

Ehrliche Angaben zu Beruf und Freizeitaktivitäten

Der ausgeübte Beruf des potenziellen Versicherungsnehmers ist selbstverständlich die wichtigste Information, die den Anbieter interessiert. Denn, ob es sich um einen Bürokaufmann oder um einen Dachdecker handelt, der die Versicherung abschließen möchte, macht einen großen Unterschied. Ebenso spielen die verschiedenen Freizeitaktivitäten des Antragstellers eine Rolle. Kunden, die ein gefährliches Hobby wie Tauchen oder Fallschirmspringen haben, müssen höhere Beiträge als beispielsweise passionierte Schachspieler zahlen.
Die Dokumentation der eigenen Krankengeschichte benötigt etwas mehr Zeit, da hier alle Krankheiten aufgelistet werden müssen. Gesetzlich Versicherte können sich meist von ihrer Krankenkasse eine Übersicht der Arztbesuche und Diagnosen der letzten zehn Jahre schicken lassen. Privat Versicherte und Personen, die ihre Krankenversicherung in der letzten Zeit gewechselt haben, müssen hingegen bei ihren Ärzten einzeln nachfragen. Auch therapeutische und psychologische Behandlungen sollten an dieser Stelle nicht vergessen werden.
Viele Personen schrecken vor diesen Schritten erst einmal zurück, da mit der Antragstellung ein großer Zeitaufwand verbunden ist und unsicher, ob es sich lohnt. Dennoch raten Experten dazu, die Formulare auszufüllen und die Zeit zu investieren, denn im Falle einer Berufsunfähigkeit wären finanzielle Sorgen eine zusätzliche Belastung.
Bei Fragen und Unklarheiten lohnt sich die Kontaktaufnahme mit einem Spezialisten. Kunden sollten sich hierfür an einen unabhängigen Honorarberater wenden. Dieser erhält ein Stundenhonorar und ist somit nicht  - wie viele Versicherungsvertreter – auf eine Provision bei Abschluss angewiesen. Auch die Verbraucherzentralen beraten gegen ein Entgelt und können beim Ausfüllen des Fragebogens weiterhelfen.

Um im Falle einer Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente ausgezahlt zu bekommen, sollten die Versicherungsnehmer beim Abschließen der Police einige Dinge beachten. Der WISO Tipp von ZDF zeigt in diesem Video, worauf es beim Vertrag wirklich ankommt:

10. Der Netzsieger-Vergleich und die verschiedenen Rubriken

Die Netzsieger-Redaktion vergleicht innerhalb einer Kategorie allgemeine und gleichwertig aussagekräftige Kriterien miteinander. In den Datenblättern werden die jeweiligen Kriterien in verschiedene Rubriken eingeteilt – je nach Thema kann die Informationstiefe der Datenblätter also variieren. Pro Rubrik können maximal 5,00 Punkte vergeben werden. Auf diese Weise lässt sich am Ende eine Gesamtnote errechnen, aus der sich die letztendliche Platzierung ergibt.
In dem Vergleich der zehn besten Berufsunfähigkeitsversicherungen hat sich herausgestellt, dass die Versicherungen vor allem in der Rubrik Leistungsangebot ähnlich gut aufgestellt sind. Lediglich in den übrigen Vergleichspunkten Website, Allgemeines sowie Hilfe & Support haben sich kleine Unterschiede herauskristallisiert. Das Gesamtergebnis des Vergleiches zeigt, dass alle teilnehmenden Versicherungen sehr gute Leistungen bieten. Mit einem kleinen Vorsprung schafften es die Alte Leipziger, die ERGO Direkt und die HDI auf die ersten drei Plätze; dicht gefolgt von den übrigen sieben Teilnehmern.

Darauf kommt es der Netzsieger-Redaktion in den einzelnen Rubriken an:

Leistungsangebot

In der ersten Rubrik werden die verschiedenen Vertragskonditionen miteinander verglichen. Hierbei wird beispielsweise Wert auf folgende Fragen gelegt:

  • Wann tritt die Berufsunfähigkeit ein?
  • Sind Betroffene im Leistungsfall von Beitragszahlungen befreit?
  • Zahlt die Versicherung eine Wiedereingliederungshilfe?
  • Wird auf eine abstrakte Verweisung verzichtet?
  • Werden Leistungen auch rückwirkend gezahlt?
  • Besteht der Versicherungsschutz auch bei einem Berufswechsel?

Website

Das Internet ist heutzutage einer der ersten Anlaufpunkte, wenn es darum geht, Informationen zu sammeln. Daher ist die Webpräsenz der Versicherungen interessant. Wie stellt sich die Versicherung also dar und wie detailliert werden Interessierte über die angebotene Berufsunfähigkeitsversicherung aufgeklärt? Praktisch ist es zudem, wenn auf der Homepage ein Beitragsrechner bereitgestellt wird. Auf diese Weise kann sich der Kunde über zukünftige Zahlungen informieren, ohne direkt einen Berater kontaktieren zu müssen. Doch auch dieser sollte im Idealfall über die Internetseite erreichbar sein. Sind die Informationen zufriedenstellend, ist es hilfreich, wenn ein Angebot online angefordert werden kann. Für Entschlossene bietet es sich zu dem an, einen Vertrag direkt über die Homepage abschließen zu können.

Allgemeines

In dieser Rubrik befasst sich die Netzsieger-Redaktion kurz mit den Beitragszahlungen. Können diese monatlich, viertel-, halbjährlich oder auch jährlich gezahlt werden? Bieten die Versicherungen ein Lastschriftverfahren an oder können die fälligen Beiträge auch per Rechnung beglichen werden? Darüber hinaus ist es interessant, zu erfahren, ob die jeweiligen Berufsunfähigkeitsversicherungen über eine Nachversicherungsgarantie verfügen. Auf diese Weise können die Beiträge nämlich bei sich ändernden Lebensumständen angepasst werden.

Hilfe und Support

Beratung
Guter Service ist nicht weniger wichtig als die Versicherungen selbst.

Berufsunfähigkeit ist ein ernstes und wichtiges Thema. Nicht selten kommen daher Fragen auf, die dringend Klärung benötigen. Daher ist es für den Netzsieger-Vergleich interessant, wie die Servicemitarbeiter der verschiedenen Versicherungen zu erreichen sind. Gibt es eine Hotline? Wenn ja, zu welchen Zeiten kann diese kontaktiert werden? Haben Interessierte und Kunden auch die Möglichkeit, sich per E-Mail oder Kontaktformular an das Unternehmen zu wenden? Bietet die Versicherung zudem eine Chat-Funktion oder einen Skype-Kontakt an?

Anhand dieser vier Rubriken wurden sieben Berufsunfähigkeitsversicherungen verglichen, die in der Gegenüberstellung allesamt sehr gute Leistungen bieten, weshalb letztlich Nuancen in den Punkten Service und Präsentation über die Platzierungen entschieden.